17.04.14

Game•Peteback: Banished


Neues aus der wundervollen Welt der digitalen Spiele.


Wie man vielleicht schon erkennen kann, bin ich wieder einmal auf eines der bei Steam beworbenen Spiele hereingefallen. Hey, das Spiel wird in einer Slideshow präsentiert, also muss das schon irgendwie seinen Reiz haben. Ein Spiel fiel dabei besonders ins Auge und das war seit langer Zeit mal wieder eine Aufbausimulation. Und so habe ich mal eben 18.99€ hingeblättert und habe mir "Banished" zugelegt.

"Banished" ist das erste Spiel des ein Mann starken Entwicklerstudios Shining Rock Software, welches im Februar dieses Jahres erschien. Ein Mann? Ja, das ist richtig. Alleiniger Entwickler ist der Game Designer Luke Hodorowicz, welcher ca. drei Jahre an dem auf  C++ basierenden Spiel arbeitete. Das ansehnliche Produkt lässt sich am besten in die Genres der Aufbausimulationen bzw. der Echtzeit-Strategiespiele einordnen. Wenn man so will, kann man "Banished" als ein wohlgeratenes Kind von "Age of Empires", "Sim City" und "Die Siedler" betrachten - aber auf diese Weise Vergleiche anzustellen, wäre, als würde man Mandarinen mit Orangen vergleichen. Es ist nun mal schwierig im den Genres noch einzigartige, individuelle Werke zu schaffen, ohne das man sofort an die großen Vertreter der Genres denkt.
Worum geht es also in "Banished"? Das Szenario gestaltet sich recht einfach. Eine Gruppe von Verbannten Siedlern oder Ausgestoßenen (engl. "banished"/deut. "vebannt") sucht eine neue Heimat. Je nach gewählten Schwierigkeitsgrad muss man den Leuten helfen ein strukturiertes Leben führen zu können. Auf dem normalen Schwierigkeitsgrad hat man eine Hand voll Menschen, eine Scheune und die Grundmaterialien Holz, Stein und Eisenerz. Genre typisch beginnt man erst mit dem Häuserbau, damit die lieben Leute nicht im Regen stehen müssen. Dabei setzt "Banished" auf einfache Strukturen. Es gibt die günstigen Holzhäuser, die etwas robusteren Steinhütten und ein Obdachlosenheim in dem mehrere Familien Platz haben. Wie man startet ist dem Spieler selber überlassen. Nachdem die Menschen ein Dach über dem Kopf haben geht es nun an die Rohstoffbeschaffung, denn auch in "Banished" gelten die üblichen Genre-Regeln bzw. -Ziele. Die Menschen mit Obdach, Nahrung, Kleidung und Brennholz versorgen. Somit kommen sie zahlreich über den Winter. Die Zufriedenheit der Schützlinge muss beachtet werden und schlussendlich soll ja aus der kleinen Notgemeinschaft eine florierende Gemeinde werden, mit klaren Strukturen und funktionierender Wirtschaft.

Entwickler Hodorowicz setzte den Fokus seines Spiels weniger auf die massige Erschaffung von Gebäuden, sondern auf die Menschen und das Ressourcenmanagement. Gerade letzteres ist ein entscheidender Faktor für den Anfang des Spiels. "Banished" spart sich nämlich ein ausführliches Tutorial und ist damit auch nicht sehr einsteigerfreundlich. So kann es schon mal vorkommen, dass man sich mit den Rohstoffen verkalkuliert und ein Großteil oder die gesamte Bevölkerung im ersten Winter über den Jordan geht. Man hat zwölf Menschen, davon sind drei noch Kinder die nicht arbeiten. Durch Nahrungsmangel verhungert der Fischer und dazu noch zwei Landwirte und ein Forstmeister. Weil der Fischer keine Nahrung mehr einbringt verhungern noch die Kinder und zwei Sammler. Und so führt es sich immer weiter fort. Daher muss man die Nahrungsbeschaffung akribisch planen. Beeren sammeln ist eine gute Grundlage und der Fischfang, sowie die Jagd ebenso. Landwirtschaft ist da schon eine andere Geschichte, da man wirklich mehrere Monate warten muss um die erste Ernte einzubringen. Obstbäume sind da sogar noch pingeliger was ihr Wachstum angeht. So viel zum Realismus. Gleichermaßen muss man die Menschen im Auge behalten, denn der demografische Wandel spielt keine unwichtige Rolle. Denn was passiert, wenn die Bevölkerung immer älter wird und der Nachwuchs ausbleibt? Die Bevölkerung wird zu alt zum arbeiten und das Wirtschaftssystem bricht zusammen. In Bezug auf die Geburtenrate spielt auch die Zufriedenheit der Menschen eine wichtige Rolle. Gleichermaßen ist es mit der Bildung. Kinder die einen oder mehrere Bildungswege durchlaufen, können erst viel später in Berufen eingesetzt werden als die Ungelehrten.
Wo wir gerade schon bei den Menschen und Berufen sind, kann man hier auch das bunte Treiben in dem Dörfchen aufgreifen. "Banished" ist trotz der geringen Mittel eine ansehnliche Simulation geworden, die sogar den neusten "Sim City"-Teil in den Schatten stellen kann, was das Leben der Stadtbewohner angeht. Auf Wegen werden Waren hin und her transportiert und man kann den verschiedenen Arbeitern bei ihrer Tätigkeit zuschauen. Ob Landwirt, Sammler, Holzfäller, Fischer, Baumeister, Minenarbeiter, Steinmetz, Geistlicher, Jäger oder Arzt. Jeder hat am Tag etwas zu tun und durch die Verfolgerfunktion kann man sehen wie es funktioniert. Man kann dem Jäger auf der Jagd folgen und sehen wie er Fleisch von Fellen trennt. Dann bringt er alles zu seiner Jagdhütte und später werden die Güter zum Lagerhaus gebracht. So wird mit allen Berufen eine lebendige und vor allem sinnvoll funktionierende Umwelt geschaffen. Dies kann sich auch alles sehen lassen, denn "Banished" entgegen aller Erwartungen von der Grafik her sehr befriedigend. Die Menschen sehen ausreichend modelliert aus, gleiches gilt auch für die Häuser und alle anderen Gebäude und es ist alles gegeben, was die Umwelt noch lebendiger erscheinen lässt. Vielleicht hätte man noch einen stufenweisen Aufbau der Gebäude animieren sollen, denn momentan ploppen die verschiedenen Bauphasen einfach nur auf. Sehr hübsch ist auch der Wechsel der Jahreszeiten gestaltet worden, den man vor allem an der Natur erkennen kann. Die verschiedenen Jahreszeiten bringen natürlich auch Veränderungen bei der Bevölkerung mit sich. Im Winter werden zum Beispiel keine Farmer benötigt, da sowieso nichts wächst. So kann man sie über den Winter in anderen, wintertauglichen Berufen einsetzen, wie zum Holz sammeln z.B..

Natürlich ist "Banished" nicht perfekt. Die Umwelt wirkt trotz aller Versuche noch ein wenig zu hölzern. Auch ist der Umfang des Spiels etwas zu gering. Es gibt allein den Singleplayer mit dem man sich begnügen muss und selbst dort ist man noch alleine auf der Karte. Weitere Dörfer wären eine nette Erweiterung, denn so kann man auch viel gezielter Handel treiben. So alleine handelt man nur über ein Menü und kauft Waren wie Saatgut ein. Dazu fehlt noch ein wenig mehr Einsatzbereitschaft in der Gemeinde. Wenn z.B. ein Feuer ausbricht liegt es alleine an den Bewohnern den Brand zu löschen, während die Leute drumherum ihrem Tagwerk nachgehen. Dazu ignorieren die Menschen gerne oft Mauern, Zäune und die vorgegebenen Wege. Immer diese Freigeister. Dazu kommt noch, dass der Wiederspielwert leicht gemindert wird, wenn man erstmal den Dreh raushat, wie man eine funktionierende Stadt aufbaut. Es fehlt einfach an Variation im Gameplay. Es gibt zwar noch die Naturkatastrophen, doch davon habe ich noch keine miterleben dürfen. Sie machen sich etwas rar. Immerhin ist in Aussicht, dass "Banished" noch ein paar Updates erhalten wird, darunter auch ein Mod-Kit. Damit ist das Spiel frei für die Ideen der User, die hoffentlich mit interessanten Ideen und guten Erweiterungen mehr Farbe ins Spiel bringen werden.
Fazit.
"Banished" ist trotz seinem Indie-Status ein handwerklich guter, motivierender und aussagekräftiger Vertreter des Aufbausimulations-Genres geworden. Es ist neben den großen Genre-Kollegen ein eher ruhiger Zeitgenosse, wo man während des Spielens einfach mal die Seele baumeln lassen kann und sich keine Sorgen machen muss, dass von irgendwoher eine Armee anmarschiert kommen könnte. Man Baut sich ein Dörfchen auf, dieses wird zu einer Stadt und man kümmert sich um die dort lebenden Menschen, mehr ist es dann doch nicht. Auf lange Sicht wird "Banished" leider nicht fesseln können, denn es bleiben nur die drei Schwierigkeitsgrade, die etwas Variation ins Spiel bringen. Dennoch ist das Spiel der Verbannten auf jeden Fall für Genre-Fans gutes Futter und man kann 18.99€ sicher auch schlechter anlegen.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://www.shiningrocksoftware.com/game/
Bilder:  http://www.shiningrocksoftware.com/screenshots/

30.03.14

Anime•Peteback: Ano Natsu de Matteru/Waiting in the Summer


Endlich geht es mal wieder um einen Anime.

Ano Natsu de Matteru/Waiting in the Summer


Originaltitel: Waiting in the Summer/Ano Natsu de Matteru (あの夏で待ってる)
Deutscher Titel: Waiting in the Summer
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012/2013
Folgenlänge: ca. 25 Minuten
Regie: Tatsuyuki Nagai
Drehbuch: Yōsuke Kuroda
Studio: J.C. Staff/Genco, Inc.

Kurz gesagt: "Waiting in the Summer" oder "Ano Natsu de Matteru", wie es im Original heißt, ist ein eine 12-teilige Anime-Serie von Regisseur Tatsuyuki Nagai. Für den Anime zeichnet sich das Studio "J.C. Staff" verantwortlich. In "Waiting in the Summer" geht es um den jungen Kaito, der eines nachts unterwegs ist und Probeaufnahmen mit seiner Videokamera macht. Plötzlich erhellt sich der Himmel und es kommt zu einem Einschlag, der Kaito über die Brüstung einer Brücke schleudert. Doch wird er im letzten Moment von jemand oder etwas gerettet und erwacht am Morgen in seinem Zimmer.




Kaito Kirishima ist Highschool-Student im ersten Jahr und ein begeisterter Amateurfilmer. Aus diesem Grund trägt er auch immer eine kleine Handkamera mit sich herum und dokumentiert dieses und jenes. Eines nachts testet er die High-Speed-Kamera, als plötzlich ein gleißendes, blaues Licht am Himmel erscheint. Kaito wird über das Geländer des Staudamms geschleudert, auf der er gerade noch stand und stürzt in die Tiefe. Am nächsten Morgen erwacht er wie immer in seinem Zimmer. Das einzige an was er sich erinnern kann, ist die Explosion und eine Hand die nach seiner Griff. Am nächsten Tag kommt eine neue Austauschschülerin an die Highschool. Ichika Takatsuki. Sie geht in den dritten Jahrgang und irgendwie hat Kaito das Gefühl sie schon einmal getroffen zu haben, auch wenn das eigentlich nicht sein kann. Nach der Schule filmt Kaito wieder einmal die Gegend und findet Ichika mit ihrem Gepäck an einem Bach, wo sie gerade versucht Fische zu angeln. Wie es aussieht hat sie noch keine Bleibe und sie lädt er sie ein, für ein paar Tage bei ihm und seiner Schwester zu wohnen. Da seine Schwester Nanami für ein paar Monate ins Ausland muss, bietet Ichika ihre Hilfe als Haushälterin an, im Gegenzug darf sie im Haus für längere Zeit wohnen. Die hübsche Austauschstudentin findet sich schnell in den Freundeskreis ein, auch wenn Kaitos Freunde Kanna und Mio eher misstrauisch der Neuen gegenüber sind. Allein der Frauenheld Tetsurou und die elitäre Lemon sind ganz von der rothaarigen Fremden begeistert. Die Freunde planen über den Sommer einen Amateur-Alienfilm zu drehen, wobei Lemon das Drehbuch schreiben soll. Sie ist es auch, die Ichika am geeignetsten für die Rolle der hübschen Aliendame halt, unwissend, dass Ichika wirklich neu auf der Erde ist.




Es gibt ja einige interessante Kombinationen in der Anime-Welt, aber bei "Wating in the Summer" kommen SiFi, Romantic, Comedy, Drama und Shonen zusammen. Alles kollidiert miteinander und ergibt ein 12-teiliges Serienabenteuer, dass man einfach am Stück gucken kann und eine liebevolle und interessante Geschichte über sechs Teenager und einen unvergesslichen Sommer erzählt.

Das Wunderbare an diesem Anime ist wirklich, dass man gar nicht so viel über ihn sagen kann. Bei zwölf Episoden gibt es auch gar nicht so viel zu erzählen, da man sonst schon bald die ganze Geschichte preisgeben müsste. Es sei gesagt, dass einem ein spannender Einstieg geboten wird und man schnell an alle handlungsrelevanten Charaktere herangeführt wird. Dabei lässt die Geschichte auch keine Zeit verstreichen und schon ab der zweiten Folge ist man voll im Geschehen drin. Die meiste Zeit wohnt man den Drehtagen des sechs-köpfen Filmteams bei und erlebt, wie sie den Alien-Film aufziehen und wie die Charaktere ihren Sommer in der ländlichen Provinz verbringen. Dabei dürfen natürlich auch die zwischenmenschlichen Einblicke nicht fehlen.
Tatsuyuki Nagai legte viel Wert auf das, was sich zwischen den einzelnen Figuren abspielt und wie sie zusammenhängen. Jeder Charakter ist einzigartig und hat seine ganz eigenen Wesenszüge und Macken. Gut ist, dass das Pulver nicht schon in den ersten Folgen verschossen wird und man die handelnden Figuren bis zur letzten Episode kennenlernt. Seien es nun männliche oder weibliche Charaktere, alle sind liebevoll in Szene gesetzt, wirken sympathisch und interessant. Außerdem wirkt keiner wie eine Randfigur, wie das sonst in einem Anime gerne mal der Fall ist. Jede Episode ist dabei von Bedeutung und kann das Gefüge zwischen den Figuren aufrütteln oder verändern. Doch wer glaubt, dass die Teenager vorhersehbare Figuren sind, der liegt falsch, denn einige Fragen der Person betreffend, bleiben auch bis zum Ende ungelöst.

Wenn man so einen bunten Genre-Mix vor sich hat, gibt es dabei natürlich die dominierenden Genres und die, die sich einfach so nebenbei eingliedern. In erster Linie ist der Anime im Romantic-Genre einzuordnen. Über die Länge der 12 Episoden kommt es immer wieder zu romantischen Situationen zwischen den sechs Freunden und die Gefühle der einzelnen Figuren kommen zum Vorschein. Sei es eine alte Jugendliebe oder eine neue Liebe aus dem All, das Zwischenmenschliche dominiert diese Serie sehr stark. Da zeigt sich auch schon ein kleiner Negativpunkt auf, denn trotz aller Romantik sind viele Situationen furchtbar schmalzig und überzeichnet und rutschen auch gerne mal in blanken Kitsch ab. Das geht sogar soweit, dass Figuren in die Handlung geworfen werden, die auch nur zwei Folgen auftreten um ein wenig Dramatik in die Romanzen zu bringen. Weniger dominant sind die humorvollen Einlagen. Man spart sich größtenteils den Slap Stick Humor und legt viel mehr Wert auf den Humor der Charaktere, ihrer Eigenheiten und die Dialoge. Ichika ist zwar eine Außerirdische, dennoch kommt der SiFi-Part in dieser Serie ziemlich kurz. Erst gegen Ende der Serie kommt es verstärkt zur Einbindung dieses Genres. Es gibt hier und dort mal leichte Einblicke in Ichikas wahre Gestalt und die fortschrittliche Technik die sie bei sich hat. Ein kleiner Sympathieträger ist dabei ihr kleiner, organischer Bordcomputer namens "Rinon", der als klopsiges Wesen auftritt und auch für ein paar amüsante Momente sorgt.
Kommen wir mal zur Optik des Anime. Die Animationen sind wirklich sehr gut gelungen und das Design der Figuren ist wirklich ansehnlich. Augenmerk sollte man vor allem auf die Mimik der Figuren legen, denn diese ist trotz einfacher Gesichtsanimationen sehr ausgeprägt und vielsagend. Ein großes Lob muss man J.C Staff für die Hintergründe und die ganze Umwelt aussprechen. Das der Anime in einer eher ländlichen Gegend spielt ist natürlich viel Grün zu sehen und die Stadt wirkt gleichermaßen traditionell wie fortschrittlich. Die Landschaften sind wirklich eindrucksvoll und selbst ein normales Haus wirkt wie ein hübsches Gemälde in dem sich die Figuren bewegen. Wichtig dabei ist auch der Einsatz von Licht und die Lichtstimmung, denn der Sommer bietet schicke Einstellungen mit strahlendem Sonnenschein am Meer und malerische Sonnenuntergänge und Sternenhimmel.

Der letzte Punkt ist die Synchronisation. Diese ist widererwartend sehr gut gelungen und mit Jan Makino als Kaito, Florian Hoffman als Tetsurou, Damineh Hojat als Ichika und Sarah Alles als Mio, sind ein paar wirklich talentiere Sprecher am Werk, die auch zu den verschiedenen Charakteren passen. Somit kann man sowohl die deutsche Synchronisation, als auch den Originalton genießen, wobei ich wirklich die deutsche Fassung empfehle.
 Fazit.
"Waiting in the Summer" ist ein wirklich interessanter Anime im Romantic-Genre, welcher mit einer interessanten, aber nicht immer schlüssigen Handlung aufwarten kann und mit einer guten deutschen Synchronisation beschenkt wurde. Momentan ist der Anime in zwei Volumes erhältlich, sowohl als BluRay, als auch auf DVD. Ich hatte sehr viel Spaß mit der Serie und für ein Wochenende kann man sich die Boxen auch mal ausleihen, denn der Anime ist zwar gut, aber auch sehr kurzweilig.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Ano_Natsu_de_Matteru
             http://de.anisearch.com/anime/7266,ano-natsu-de-matteru
             https://www.synchronkartei.de/?action=show&type=serie&id=26646
Bilder:  http://www.animevice.com/dvd-release/22-2243/all-images/84-270950/dvd_vol/83-521981/
             http://www.animevice.com/forums/waiting-in-the-summer/1634/winter-watch-waiting-in-the-summer-11/331555/
             http://www.theotakugamer.com/otaku-in-review-episode-146-waiting-in-the-summer-in-the-winter/
             http://www.capsulecomputers.com.au/2013/01/waiting-in-the-summer-review/

25.03.14

Nether - Erfahrungsbereicht eines Überlebenden


Nun heißt es: Prey or Pray


Das Leben als ein Überlebender in einer völlig zerstörten und lebensfeindlichen Welt ist kein Zuckerschlecken. Zur Zeit gibt es einige Spiele mit Open-World-Charakter, die einem dieses Gefühl zur Genüge vermitteln. Darunter Spiele wie DayZ, 7 Days to Die, State of Dekay oder Rust. Es ging nun auch einen weiteren Kandidaten, der sich in diese Riege einreihen möchte und mit ein paar interessanten Ideen daherkommt.

Die Rede ist von "Nether". Und dabei handelt es sich nicht um die höllische Parallelwelt aus Minecraft. Entwicklet wurde "Nether" von Phosphor Games, die ihren Sitz in Chicago haben. Das Team formte sich vor einigen Jahren aus verschiedenen Ex-Mitarbeitern größerer Entwicklerstudios und weißt somit eine Bandbreite von Kompetenzen auf. Actions Adventures, First Person Shooter, Sport Games, Casual oder MMO, die Mitarbeiter kommen aus den verschiedensten Bereichen und es konnten auch schon Spiele wie "Horn", "The Dark Meadow" und "Kinect Adventures" veröffentlicht werden. Der neuste und aktuellste Streich ist der First-Person-Survival-Shooter "Nether". Ich habe das Survival-Abenteuer nun fast 20 Stunden getestet und werde nun meine Erfahrungen niederschreiben.

"Nether" ist über Steam erhältlich und ist in der Standard-Version für 13.99€ erhältlich. Dies beinhaltet nur den Early-Access-Zugang für das Spiel. Es gibt auch noch zwei weitere Versionen, die Guest-Keys enthalten und einen geringen Betrag der Ingame Währung "Nether Gold", sowie extra Skins für den Charakter. Damit beginnt das Spiel auch. Nachdem man sich einen Server gesucht hat, kann man sich einen Charakter für das Überlebensabenteuer erstellen. Dabei kann man standardmäßig zwischen drei Köpfen, drei Shirts und drei Hosen wählen. Mehr ist momentan leider noch nicht drin. Auch kann man bisher nur männlich Charaktere spielen, was sich in weiteren Updates aber sicher noch ändern wird. Nun wird man als Überlebender zufällig auf die Map gesetzt, welche übrigens Chicago nachempfunden ist.
Die Map ist noch verhältnismäßig klein, denn es ist nur ein kleiner, nördlicher Teil der Stadt zugänglich. Wenn man allerdings mal herauszoomt, erkennt man die Dimensionen, die die Map später einmal annehmen kann, da ist eindeutig Potential zu erkennen. Doch schon auf diesem "kleinen" Gebiet gibt es einiges zu sehen, zu erleben und zu finden. Man wird also auf die Map gesetzt und muss mit der Welt in der man sich befinden zurechtkommen. Die einzige Hilfe die man hat ist ein Messer und die Map. Man ist als neuer Spieler nicht mehr als Freiwild und das nicht nur für die umherstreifenden Nether-Monster, sonder auch für andere Mitspieler. Wenn man sich nicht vorher etwas informiert hat, steht man zuerst ein wenig ratlos in der Gegend herum und guckt sich erst einmal ein wenig um. Hier und dort kann man dann schon auf Items stoßen und da fängt das Spiel auch schon an. Elementar für das Überleben ist die Suche nach Nahrung, Waffen, Waffenteilen, Munition und Gegenständen zum handeln. Man sollte sich aber auch schleunigst auf den Weg zu einer der vier sicheren Safe Zones machen, damit man vor den Spielern und auch vor Monstern sicher ist.

Die Welt von Nether ist verkommen, heruntergekommen, zerstört, düster und leblos. Durch einen Sonnensturm hat sich bei zweidrittel der Menschheit die DNA und Zellstruktur verändert und aus ihnen wurden die Monster, die man im Spiel als "Nether" kennt. Sie veränderten ihr aussehen und bekamen die Fähigkeit sich zu teleportieren. Dieser Tag ist als "The Cull" bekannt, also "Die Auslese/Auswahl". Um dieses Ereignis ranken sich Theorien und Legenden, denn man weiß noch nicht, was nun der Auslöser für die Mutationen war. Ein Virus? Bakterien? Aliens? Dämonen? Man weiß nichts Genaues. Die Nether treten in unterschiedlicher Erscheinung und mit unterschiedlichen Fähigkeiten auf. Die "Lost" sind halb menschlich und halb Nether und explodieren, wenn man sie verletzt oder ihnen zu nahe kommt. Crawler sind klein und schnell und bilden den Standardgegner, den man am häufigsten trifft. Sie können sich teleportieren und aus dem Teleport her angreifen. Die Shrieker sind nicht sehr stark, können sich aber teleportieren, spucken Schleim der die Sicht einschränkt und können einen Schrei ausstoßen, mit dem sie andere Nether anlocken. Die Golems sind die Tanks (Zombie-Mutant aus Left 4 Dead) in "Nether". Sie sind groß und stark, dafür aber auch sehr langsam. Hunter sind mit die gefährlichste Klasse, denn sie können sich teleportieren, zuschlagen und können Nadeln aus ihrem Brustkorb schießen, die den Spieler sofort töten, wenn man zu nah bei ihnen steht. Die Watcher sind eine passive Klasse, die meistens in der Nacht auftritt und mit ihrem roten Suchscheinwerferblick die Gegend absuchen. Finden sie einen Spieler stürzen sie sich auf diesen hinab und attackieren ihn mit Schlägen und Säureangriffen, außerdem blenden sie den Gegner mit ihrem Blick. Die Mantis sind die einzigen Mutanten die fliegen können. Sie patrouillieren auf den Straßen und auf hohen Gebäuden und können sich auch teleportieren. Sie können sowohl mit Nahkampfangriffen gefährlich werden, als auch einen Feuerstoß abgeben. Außerdem sind sie schwieriger mit Nahkampfwaffen zu treffen. Der letzte Mutant ist der Reaper. Er ist der Gefährlichste von allen und tritt als Event-Monster auf. Er wird oft begleitet von einer Horde anderer Nether.
Wie setzt man sich nun am besten gegen die Biester zur Wehr? Für's Erste hat man nur ein Messer und muss sich die Nether-Kreaturen mit Hieben und Ausweichen vom Leib halten. Es wird von Spiel aber mehr gefordert, dass man den Kontakt mit den Nether erst meidet. Dazu gibt es zwei gute Hilfsmittel und einige Regeln. Die Nether reagieren auf Geräusche. Das heißt, Rennen und Springen machen Lärm und die Nether werden auf den Spieler schneller aufmerksam. Um dies zu vermeiden kann man geduckt laufen und kriechen. Langsam aber sicher. Zu den Regeln sei so viel gesagt, dass sich die Mutanten gerne auf offenen Gelände aufhalten. Heißt im Umkehrschluss: Wer sich durch die Häuserruinen bewegt, der ist vor den meisten Attacken schon einmal sicher. Hilfreich sind auch die U-Bahnnetze, die durch die Stadt führen. Sie bringen einen schnurstracks von einem Ende der Map zum anderen. Allerdings können im Dunkeln der U-Bahnschächte auch Monster lauern. Aber auch brauchbares Loot, wie Nahrungsmittel, Waffen und Munition.

Vom PvE (Player vs. Environment) zum PvP (Player vs. Player). Man denkt, dass es die Monster sind, die einem das Leben in der zerstörten Stadt zu Hölle machen, dabei sind es aber viel mehr die anderen Spieler, die die größte Gefahr darstellen. In den seltensten Fällen läuft eine Begegnung zwischen Spielern friedlich ab. Das hängt natürlich immer vom Spieler ab. An diesem Punkt baut "Nether" eine die Nerven kitzelnde Atmosphäre auf. Nichts bringt das Herz mehr zum rasen, als wenn man gerade gutes Loot gefunden hat und Monsterteile gesammelt hat und man einfach nur die Schäfchen ins Trockene bringen will. In einem "Global Inventory" können Gegenstände dauerhaft gesichert werden. Dieses ist in jeder Safe Zone abrufbar. Auf den Weg zur Safe Zone kann allerdings einiges passieren. Man hastet an Monstern vorbei, huscht durch Häuserschluchten und dann hört man Schüsse knallen und in der Nähe einschlagen. Instinktiv sucht man Deckung um den Feind auszumachen, der einem das Hab und Gut nehmen will. Da muss es sich dann entscheiden. Stellt man sich dem Kampf oder versucht man sicher zur Zone zu kommen. Ebenfalls kann man auch auf der Seite des Jägers stehen. Jeder spürt eine innere Gier, nach den Sachen von anderen Spielern. Hat einer einen großen Rucksack dabei und ein individuelles Outfit, dann kann man schon mal davon ausgehen, dass dieser Spieler ein paar interessante Sachen dabei haben könnte. Aber dann ist da doch die Stimme der Vernunft, die einem sagt, dass man andere so behandeln soll, wie man selber auch behandelt werden will. Aber es ist ja immerhin noch ein Rollenspiel und in einer post-apokalyptischen Welt kriegt man nicht so einfach etwas geschenkt. Nicht mal das Leben.
Ganz neben bei, wenn man schon von Atmosphäre und Umwelt spricht, ist "Nether" eine kleine Grafikpracht. Man braucht allerdings schon einen guten PC um die Welt in vollen Zügen zu genießen, doch schon auf niedrigen Grafikeinstellungen ist die Welt durchaus lebhaft und sehenswert. Wenn man spiele wie DayZ und Rust betrachtet wirkt die dargestellte Welt einfach zu steril und unangetastet. Dazu passt natürlich das Setting von "Nether". Eine verfallene und zerstörte Stadt, die wo die Natur langsam wieder ihre Vormachtstellung einfordert. Überall wachsen Gräser, Büsche und Bäume. Diese bieten natürlich erstklassigen Schutz vor anderen Spielern, denn sie sind wirklich Blickdicht und so laufen Spieler gerne mal unbemerkt an hohen Gras vorbei, wenn man sich darin versteckt. Gerade die Lichtstimmung ist in "Nether" sehr gut ausgeprägt und es gibt sogar verschiedene Wetterverhältnisse. Bewölkter Himmel, Nebel, Strahlender Sonnenschein, Tiefe Nacht, vom Mond erhellte Nacht, es ist für jeden etwas dabei. Dazu muss man den Entwicklern auch ein Lob für das Detailreichtum aussprechen, wodurch sich die Welt auszeichnet. Seien es nur leere Regale im Supermarkt, U-Bahnschächte voller Müll, Zeltstädte in Häusern und auf Dächern, improvisierte Kerker mit Skeletten, Terrassen mit Gartenstühlen, Restaurants mit Tischen und Geschirr. Man kann wirklich sehen, dass dort einmal Menschen gelebt haben. Dies wiederholt sich zwar in regelmäßigen Abständen, aber das sollte man einer Alpha-Version nicht ankreiden.
Was hält den Spieler aber bei Laune? Gute Grafik ist nicht alles und irgendwie muss der Spieler ja bei der Stange gehalten werden. Zu Mal ist da die große Spielwelt, die es zu erkunden gibt, zum anderen der menschliche Urinstinkt des Jagen und Sammelns. Es gibt ein Crafting-System und es lässt sich mit gezielter Jagd gutes Geld verdienen um den Charakter individuell zu gestalten. Dazu gibt es noch ein Tribe-System, mit "Tribe Wars" und das Verlangen eine Vormachtstellung im Spiel zu erlangen. Es gibt auch Missionen zu erfüllen, die verschiedenen Abständen auftreten. Es gibt Liefermissionen zwischen den sicheren Zonen. Diese bestehen daraus, dass man einfach ein Paket von einer Zone in einer andere bringt und das Päckchen dann bei einem Händler abliefert. Dafür gibt es EXP, Geld und oft auch Gegenstände. Dazu kommen noch die Verteidigung und Zurückeroberung der sicheren Zonen, die von Zeit zu Zeit von Nethern überrannt werden. Innerhalb der Zonen müssen dann Anti-Nether-Stationen reaktiviert werden, die die Monster aus der Zone scheuchen. Dazu sollte man am besten mit einer Gruppe antreten, denn das Aufgebot an Kreaturen ist groß. Desweiteren gibt es Escort-Missionen, wo man einen piependen Koffer in die große Zone "Lakeside Safe Haven" bringen muss. Dazu sollte man auch Team dabei haben, denn der Kofferträger ist komplett wehrlos. Für das abliefern des Koffers gibt es für das ganze Team dann auch eine großzügige Belohnung. Um das Inventar immer gut gefüllt zu haben, gibt es in Abständen auch immer Loot Drops auf der Map. Die meisten Spieler strömen dann zu diesem Punkt, wobei es dann oft zu ausufernden Schusswechseln und Kämpfen kommt. Zuletzt ist da noch die Nether Surge, die vom stärksten Monster, dem "Reaper" angeführt wird. Dies ist ebenfalls kein Platz für Einzelkämpfer, denn der Reaper ist alleine kaum zu besiegen, zu mal da noch die anderen Monster sind, die ihm folgen.

Durch EXP lassen sich die Werte in den Skill-Trees verbessern, die einem Vorteile verschaffen. So kann man sich die Fähigkeit zu blocken freischalten, mehr Rüstung, verbesserte Schleichfähigkeit, oder genaueres Zielen mit Waffen. Somit erhöht sich auch das Player-Level. Dieses sinkt aber wieder auf Null, wenn der Charakter stirbt und die Punkte müssen dann wieder neu erspielt werden. Man sollte sich also vorsichtig durch die Welt bewegen. Durch die EXP erhört sich aber auch der Account-Level, welcher Goodies freischaltet. So erhört sich die Lebensenergie, die Traglast für den Rucksack erhöht sich, das Global Inventory wird vergrößert und man startet nach dem Tod mit einem Guthaben von anfangs 50$. So fällt der Einstieg nach einem Tod immer leichter.
Fazit.
"Nether" ist ein Survival-Abenteuer mit sehr viel Potential, das hoffentlich noch von den Entwicklern ausgeschöpft wird. Allegemein lässt der Content noch zu wünschen übrig, aber man muss selber wissen, was man aus dem gegebenen Mitteln macht. Auf der einen Seite ist das Spiel sehr frustrierend, wenn man mal wieder Waffen und Supplies verloren hat und zum x-ten Mal von einem Scharfschützen vor der Safe Zone erwischt wurde. Doch auf eine Weise motiviert es auch, dass man auch an den Punkt kommen kann, wo man anderen Spielern ein Schnippchen schlägt und ein fähiger Überlebender in einer post-apokalyptischen Welt wird. Es hilft natürlich ungemein, wenn man ein paar Freunde hat, mit denen man über Skype oder Teamspeak kommuniziert, während man gemeinsam durch die Ruinen streift. Sei es auf der Suche nach Loot, im Gefecht mit anderen Spielern oder beim Zurückdrängen der Nether-Horden, Teamspiel erhöht den Spielwert auf jeden Fall. Ich werde auf jeden Fall weiterspielen!





Bis dahin - Tschödeldö