28.04.11

Game•Peteback: Tomb Raider - Anniversary


Mahlzeit liebe Review-Freunde, es ist grade Mittag
und ich mache eine fixes Peteback zu einem Spiel das;
Erstens: Auf einem Handheld wieder neu aufgelegt wurde
und zweitens: Mich an alte Zeiten denken lässt.

Ich präsentiere
Tomb Raider Anniversary

Ich glaub zu der Tomb Raider Reihe muss ich nicht viel sagen. Wer als Gamer die Reihe um die schnuckelige, waffentragende Archäologin Lara Croft nicht kennt; ALTER! LEBSTE HINTERM MOND?!

Hier ein kleines Trailervideo mit Ingame Material:
Dazu noch ein paar Facts:
Entwickler: Crystal Dynamics
Publisher: Eidos Interactive
Erschienen: Juni 2007
Genre: Action-Adventure
Plattformen: PC, PS2, PSP, Xbox 360, Nintento Wii, PS3
Altersfreigabe: USK 12
Geteste Version: PSP Version

Ja! Eidos hauseigenes Playmate Lara Croft springt, hechtet, kletter und ballert sich wieder durch enge Höhlen, Gänge, Ruinen und Grabkammern! Naja gut was heißt "wieder". Ich komm mit meiner Review zu dem Spiel ein bisschen spät, aber hey, ich hab mir letztens erst ne PSP gekauft. So und ab gehts! "Tomb Raider Anniversary" ist ein Remake des ersten Tomb Raider Teils, der seiner Zeit auf dem Sega Saturn, PC und der PlayStation Erfolge feierte.

Die Handlungen sind also größtenteils identisch, aber so viel dazu;
Die Archäologin Lara Croft wird von einer Unternehmerin namens "Natla" angeheuert, um ein Artefakt zu finden. Warum und wofür erfährt Lara erst im Nachhinein. Es ist auch nicht unbedingt Laras Art Fragen zu stellen, weil sie mit dem Aufspüren von antiken und mysteriösen Gegenständen ihr Geld verdient und ihr das ein Heidenspaß macht. Wie im Original damals 1996 verschlägt es die junge Archäologin erst in die Bergregionen von Peru, in Ruinen in Griechenland und Ägypten und zum Schluss auf eine geheimnisvolle Insel. Lara muss sich während des gesamten Auftrages mit verschiedenen Gegner rumprügeln, die ihr ans türkise T-Shirt wollen. Dazu gehören zu allererst Fledermäuse, Wölfe, Braunbären, Raubkatzen, Krokodilen, Mumien und auch prähistorische Gesellen, darunter ein einsamer T-Rex und ein paar Velociraptoren. Wobei man sich bei den letzten beiden Gegnertypen fragt "WTF?! Dinos? In den peruanischen Bergen?!". Berechtigt, berechtigt aber man muss sich mal vorstellen das in den peruanischen Bergen ein Volk gelebt hat, das komplett abgeschlossen von der Außenwelt lebte und so anscheinend auch die Lebewesen die dort hausen. Mal davon abgesehen musste dieses Volk, das vermutlich zur Nazca-Kultur gehörte, ein verdammt gutes Verständnis von Mechanik gehabt zu haben, wenn man sich die ganzen Fallen betrachtet, die Lara das Leben dort schwer machen. Doch auch menschliche Gegner nehmen Lara aufs Korn, darunter "Larson", ein ewiger Rivale von Lara, der von "Natla" ebenfalls engagiert wurde, um Lara das Artefakt abzunehmen, wenn sie es vervollständigt hat. "Natla" befürchtet nämlich nicht unbegründet, dass Lara das antike Artefakt lieber für sich behält, womit sie auch nicht ganz falsch liegt. So gerätLara in einen Konflikt der gar göttliche (kleiner Tipp) Ausmaße annimmt.

Neben der Haupthandlung gibt es natürlich auch wieder was zu erleben. Man kann in einem anderen Abschnitt dem fürstlichen Herrenhaus der Croft Familie einen Besuch abstatten. Es wird zwar grade dort renoviert, was Lara aber nicht davon abhält daraus ein kleines Abenteuer zu machen. Es warten Baugerüste, kleine Schieberätsel, ein Heckenlabyrinth, sowie Kletter-und Hüpfpassagen. In "Croft Manor" gibt es keine Gegner und es ist somit gut dafür geeignet sich mit der PSP-speziellen Steuerung auseinander zu setzen und Erfahrungen zu sammeln, noch vor der Haupthandlung. Die PSP-Version lässt sich auch nicht lumpen und spendiert für gefundene Artefakte und Relikte in den Levelabschnitten und einer guten Zeit, ein paar neue Outfits für unsere Protagonistin, Musik, Filme und Biografien, die man im Hauptmenü ansehen bzw. anhören kann.
Was bleibt zu Grafik zu sagen? Die wirkt für PSP-Verhältnisse recht solide und hat ihren Reiz. Es gibt ein schickes Tiefenmodell, was heißt das man in die Areale hineinsehen kann und es nicht wie damals auf der PlayStation bzw. Sega Saturn gelöst war, dass alles in der Entfernung schwarz ist und erst nach und nach auftaucht wenn Lara näher kommt. Das Level Design entspricht ungefähr der Version von 1996, wobei doch viele Areale umgestaltet wurden um es für die "neue" Generation von Spielern leicht zugänglich zu machen. Sie sind vor allem übersichtlicher und weniger verschachtelt und Kanten wo man hochklettern kann sind auch genau sichtbar.

Laras Bewegungen sind schön animiert und wirken real und nachvollziehbar. Auch ein kräftezehrender Stöhner ist zu hören wenn Lara einen weiten Sprung macht und sich grade nochmal an einer Kante festhalten kann aber mit dem ganzen Körper gegen die Wand klatscht. Sehr nice!
Lara an sich ist auch schön designed. Natürlich nicht mehr das altbackene Model aus den 90ern, sondern die überarbeitete Lara des 21. Jahrhunderts mit glatten Gesichtszügen und glatteren Rundungen. Die sind wie eh und jeh geblieben.

Dennoch sind mit immer wieder kleine Schnitzer im Design aufgefallen. Zum einen gibt es einen Steinhaufen, hinter dem ein sichtbarer Bug ist wo man aus der Map fallen kann wenn man es schafft auf ihn zu zuspringen. Zum anderen gibt es auch Kanten und Vorsprünge die genauso gekennzeichnet sind, wie die wo man sich wirklich dran festhalten kann. Das führt beim ranspringen unweigerlich dazu das man gerne mal in den Tod stürzt. Das muss doch nicht sein. Auch sind mir verschiedene, sogenannte "Glitchs" aufgefallen. Es kann schon einmal vorkommen, dass Lara über Felsen in der Luft schwebt wenn sie eigentlich darauf stehen sollte, oder steht auf Kanten die eindeutig nicht zum drauf stehen gemacht wurden. Kommen wir mal zur Steuerung. Die ist recht gut auf die PSP ungesetzt. Das Menü wird mit Select aufgerufen und hat das übliche Ringmenü aus den ersten Tomb Raider Teilen. Bewegt wird Lara mit dem Analog-Pad was auch gut funktioniert, aber nicht immer so präzise wie es sein sollte. Auf Gegner zielen tut Lara wie immer automatisch, das erleichtert das Ausweichen und bewegen enorm, es gibt auch die Möglichkeit manuell ein Ziel anzupeilen, oder sich einfach umzugucken. Laras Sprünge sind im Gegensatz zur alten Tomb Raider Version viel präziser und nicht mehr timing-bedingt, sodass man nicht unbedingt zum Braunbär in die Grube fällt.

Eine sehr nette neu Funktion ist sind die "Adrenalin-Moves". Wenn Gegner in Raserei bzw. Wut verfallen und Lara angreifen, kann man mit einem Ausweichmanöver dem Angriff ausweichen und gleichzeitig einen finalen Schuss auf den Kopf abgeben, der den Gegner entweder ausschaltet oder kurzzeitig in seiner Bewegung beeinträchtigt.
Was mir in Bezug auf die Rätsel auffiel war, dass Tomb Raider Anniversary leichter ist, als damals auf der Playstation. Die Areale sind einfacher gestaltet und die Rätsel doch recht selbsterklärend, oder werden von Lara hilfreich kommentiert. Es kann schonmal dazu kommen das man nicht weiter weiß, aber nur weil man seine Umgebung nicht richtig analysiert hat. Somit ist das Spiel zu keiner Zeit unfair, sondern fordert nur die Aufmerksamkeit des Spielers, vor allem wenn es um das besorgen der Artefakte und Relikte geht um die Bonus Features freizuschalten. Lara sammelt wie bekannt Gegenstände die sie an anderen Stellen verwenden kann, wie Zahnräder, Seile, Steine etc. Auch neue Waffen und Munition und Medipacks werden durch Aufheben gefunden, wer immer sie auch dort verteilt hat. Ein neues Gadget von Lara ist der Enterhaken, womit sie sich über Abgründe schwingen kann, an Wänden entlanglaufen kann und mit Türen oder Ähnlichem agieren kann um sie zu aufzuziehen oder etwas anderes damit zu machen. Die Benutzung wird immer durch ein aufleuchtendes X dort er eingesetzt werden kann angezeigt.

Tomb Raider Anniversary hat sich da stellenweise bei Adventure Kollegen wie "Prince of Persia" bedient, vorallem mit den akrobatischen Einlagen an Stangen und in der Wand steckenden Speeren, beim an der Wand laufen und über Pfähle zu springen. Mir hat Tomb Raider Anniversary sehr gut gefallen. Es hat mir viel Spaß gemacht mal wieder das erste Tomb Raider in neuem Glanz zu sehen, auch wenn der Glanz hier und dort etwas rieselt :D

Im Großen und Ganzen ist es immer noch ein klasse Spiel für alle Tomb Raider Freunde und die die es noch werden wollen, denn Tomb Raider Anniversary ist für jeden Spielertyp gut zugänglich und bietet auch den jungen Spieler über 12 Jahren ein gutes Adventure. Ich war erstaunt, dass mich ein Adventure wie Tomb Raider auf einem Handheld so begeistern konnte, da ich eigentlich dachte das es auf einem kleinen Bildschirm nicht funktionieren würde. Aber das tut es auf jeden Fall, wodurch meine Sorge unbegründet war. Also Kaufen! Oder Leihen!

Ich werde mich nun mal auf die Jagd nach dem Schatz des vergessenen Königs machen und sage Tschödeldö bis zum nächsten Peteback-Abenteuer.

22.04.11

Film•Peteback: Dogtooth

Yupi Yupla Karapata! Zeit für ein neues Peteback :)
Heute behandeln wir einen Film der;
Erstens: Auf den ersten Blick irgendwie komisch ist
und zweitens: Auf den zweiten auch...

Ich präsentiere daher in gewohnter Weise
 Dogtooth
"Dogtooth" ist eine Drama von Yorgos Lanthimos, einem griechischen Regisseur über einen Mann, der seine Kinder und seine Frau auf dem eigenen Grundstück gefangen hält bis die Kinder erwachsen sind.

Trailer liebe Freunde:

Filmfakten:
Originaltitel: Κυνόδοντας (Kynodonatas)
Deutscher Titel: Dogtooth
Originalsprache: Griechisch
Erschienen: 18.05.2009
Länge: ca. 96 Minuten
Regie: Yorgos Lanthimos

Wo fängt man bei dem Film am besten an...?
Die Abschottung von der bösen Welt, der Rückzug ins Private und die totale Isolation ist für Diktaturen oft der letzte Weg, um das Unrechtsregime gegen das Gift des Niedergangs zu wappnen. Das kann man derzeit im Iran ebenso beobachten wie in Nordkorea. In Giorgios Lanthimos verstörendem Film "Dogtooth", der in Cannes den Hauptpreis der Reihe "Un certain regard" erhielt, ist die Diktatur, um die es dabei geht. Eine private, die die Mitglieder einer Familie vor den Anfechtungen der Außenwelt beschützen soll.
Kaum etwas erfährt man über die Familie, um die es in diesem Film geht. Weder fallen der Namen des Vaters (Christos Stergioglu), der Mutter (Michelle Valley) oder der drei nahezu erwachsenen Kinder (Aggeliki Papoulia, Mary Tsoni und Hristos Passalis) noch den Wohnort. Und ebenso wenig erklärt wird das seltsame Verhalten der Eltern, die ihre Kinder in einer Art Gefangenschaft halten. Um ihre Kinder von allen schädlichen Einflüssen der Außenwelt abzuschirmen, dürfen die Kinder das Haus nicht verlassen. Sie lernen über Kassetten eine eigene Sprache, die nahezu allen Dingen neue Namen und Bezeichnungen gibt, z.B "Zombie" ist eine kleine gelbe Blume. Gemeinsam vertreiben sich die Kinder die Zeit mit merkwürdigen, teils perversen Spielen wie "Wer kann länger am Chloroformlappen riechen ohne in Ohnmacht zu fallen" oder Doktorspielen. Und sie leben in der Hoffnung, das Gefängnis verlassen zu dürfen, wenn sie einen Eckzahn verlieren, den sogenannten Hundezahn – so wurde es ihnen von ihren Eltern versprochen.
Der Vater ist der einzige der das Gelände des Familienhauses verlassen darf und kann weil er das Auto fahren kann. Auf Anfragen nach der Familie lügt er, dass seine Frau im Rollstuhl sitzt und einer Lebenskrise erliegt und das Haus nicht mehr verlässt. 
Die einzige Verbindung zur Außenwelt besteht in Christina, einer Sicherheitsangestellten in der Firma des Vaters, die sich dazu bereit erklärt hat, den erwachenden sexuellen Regungen des Sohnes Abhilfe zu schaffen. Doch was als Triebabfuhr und –regulierung gedacht ist, untergräbt langsam das Gefüge der Familie. Denn durch Christina bahnt sich die Außenwelt den Weg in den Familienverbund. Und als Christinas Besuche enden, suchen die "Kinder" nach einem Ausweg aus der Gefangenschaft. Denn obwohl sie kaum etwas von der Welt da draußen wissen, spüren sie, dass ihr Leben kein normales ist...

"Dogtooth" wirkt auf der einen Seite beklemmend und auf der anderen Seite rätselhaft. Charakteristisch für den Film sind dabei die starren Kameraeinstellungen, der emotionale Kälte und Regungslosigkeit, mit der der Film vom Inzest unter den Geschwistern, von der radikalen Unterwerfung der Kinder unter den Willen der Eltern, von Manipulation und seelischer Grausamkeit in ihrer perfidesten Form nüchtern berichtet, der grimmige Humor, der immer wieder die Absurdität der Situation in grotesken Szenen einfängt. All dies ist eigentlich denkbar spröde eingefangen und übt doch eine ganz eigene Faszination aus, der man sich nicht entziehen kann.
Ich muss zugeben das ich den Film erst unterschätzt habe und ich ihn hab laufen lassen, während ich PlayStation 3 gespielt habe. Doch schon nach den ersten 20 Minuten war Battlefield: Bad Company 2 passé und ich hab mich voll auf den Film konzentriert.

Wie schon gesagt wirkt der Film sehr perfide und verstörend und das ist der Reiz daran. Meine Reaktionen gingen von Erstaunen, über Entsetzen, über Verwunderung, über Verständnislosigkeit bis hin zu Ekel und Belustigung. Die Charaktere sind so unglaublich uneinschätzbar und die Handlungen die sie als nächstes treffen nicht vorhersehbar. Zum Beispiel hat der Sohn etwas falsch gemacht und die ältere Tochter rennt ins Haus um es der Mutter zu sagen. Ihr Bruder rennt ihr natürlich hinterher um sie aufzuhalten. Als er im Haus ankommt taucht seine Schwester um die Ecke mit einem Messer auf und schneidet ihm eine tiefe Wunde in den Arm. Daraufhin wird sie von der Mutter verprügelt.
Nach dieser Szene war ich erstens überrascht und zweites entsetzt, weil ich so etwas von den Kindern die so wohlerzogen scheinen, nicht erwartet hätte. So viel zum Thema "stille Wasser sind tief".

Der Film ist aber kein wirklich Thriller und auch kein Horrorfilm. Es wird einem zu keiner Zeit Angst gemacht, sondern es wird Spannung erzeugt. Die Spannung wird einfach damit erzeugt, dass sich der Zuschauer fragt, was wohl als nächstes passieren wird.

Merkwürdiger Weise ist "Dogtooth" stellenweise lustig, obwohl der Humor doch eher von der schwarzen Seite ist. Ins Lachen wird man vermutlich nicht verfallen, aber Schmunzler konnte ich bei mir schon feststellen. Zum Beispiel bei der Szene wo die Kinder draußen die Zeit totschlagen, bis der Vater den Kindern erzählt das ein Flugzeug im Garten abgestürzt ist. Die Kinder rennen sofort los weil, wer das Flugzeug findet darf es behalten. Es handelt sich dabei allerdings nur um ein Spielzeug.
Eine andere Szene ist die, wo die Familie auf der Terrasse das Bellen übt um Katzen zu vertreiben, die nach Aussage des Vaters die gefährlichsten Tiere der Welt sind und ihren Bruder getötet haben der das Haus schon verlassen hat, den sie Kinder aber nie gesehen haben.
An einem Abend fragt der Vater die Kinder ob sie ihren Großvater singen hören wollen. Er legt eine Platte in den Plattenspieler und Frank Sinatras Version des Jazzklassikers "Fly Me To The Moon" erklingt. Der Vater sitzt dabei am Plattenspieler und übersetzt für die Kinder das Englische ins Griechische. Wer das Original kennt muss nun lachen, weil der Vater das Lied in eine Lobeshymne auf die Gehorsamkeit der Kinder und die Wichtigkeit der Familie umwandelt.


"Dogtooth" war ein Film wo ich mal wieder im Nachhinein überlegt habe, was ich von ihm halte. Und nach reichlicher Überlegung fand ich ihn doch ziemlich gut für das was er darstellen möchte. Es ist kein Blockbuster, aber ein Film den man sich mal gönnen kann, wenn man Lust auf was Außergewöhnliches hat, wo der Zuschauer komplett im Dunklen gelassen wird, was die Handlungen und die Intentionen der Darsteller angeht.
Ich spreche jeden eine Empfehlung aus, der auch den Film "The Village - Das Dorf" gut fand, denn "Dogtooth" schlägt da in eine ähnliche Kerbe um eine geschaffene Welt, in einer Welt, die viel zu schlecht ist um Kinder in ihr aufwachsen zu lassen.

Dieses mal verabschiede ich mich mit einem mulmigen Gefühl ob diese Kritik nun Sinn gemacht hat. :D
Wie auch immer. Ich empfehle mich und geh nun ein paar Zombies pflücken. Tschödeldö!

18.04.11

Film•Peteback: Skyline( -Was tut der Film? Er leuchtet blau...)

Moin moin und hallo zu einem erneuten, fruchtigen Peteback!
Ohne Umschweife komm ich gleich mal zum Punkt.
Heute geht es um einen Film der;
Erstens: Viel mit Licht arbeitet
und zweitens: Ein Film ist wo der Schein trügt...

Ich präsentiere daher
Skyline

"Skyline" ist ein US-amerikanischer Si-Fi Film aus dem Jahr 2010, in dem Aliens auf der Erde landen und jagt auf Menschen machen um....tjaaa. Regie führten dabei die Gebrüder (Greg und Colin) Strause und produzierten ihn auch.

Trailer bitteschön:

Filmfacts:
Deutscher Titel: Skyline
Originaltitel: Skyline
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 23.11.2010
Länge: ca. 94 Minuten
Regie: Greg Strause, Colin Strause
Produktion: u.a. Strause Brüder, Brett Ratner
Musik: Matthew Margeson

Wir finden uns wieder in der wunderschön-sonnigen Metropole Los Angeles. Es ist eine Nacht wie jede andere, als Jarrod (Eric Balfour), Elaine (Scottie Thompson) und ihre Freunde plötzlich von einem seltsamen blauen Licht, mit nachfolgenden Erschütterungen des Hochhauskomplexes geweckt werden. Alle Freunde sind ratlos und teilweise auch verängstigt, vor allem die Frauen. Trotz massigen Alkohlkonsum am Abend, bekommen sie bald herraus, dass diese Lichterscheinungen nur auf Außerirdischer zurückzuführen sind. Das blaue Licht hat einen ganz besonderen Effekt, den die Freunde vereinzelnd zu spüren bekommen. Es leuchtet nämlich blau (höhö Filmzitate. Wer's errät woher, bekommt nen Preis :)). Nein mal ehrlich. Das Licht scheint eine enorme Anziehungskraft auf die Bewohner der Erde zu haben. Wenn man hineinsieht wird man magisch davon angezogen und kann sich auch nur mit viel Willenskraft wieder abwenden. Zumal läuft der Bereich um die Augen und die Augen selber Blutrot an und tiefdunkle Adern sind zu sehen. Die Freunde verschanzen sich erstmal in ihrer Suite und beobachten wie mehr blaue Lichtsäulen aus dem Himmel auf die Erde treffen und die Menschen wie mit einem Staubsauger nach oben saugen. Es ist nun klar das man in der Stadt nun längst nicht mehr sicher ist und wie man durch die Nachrichten im Fernsehen erfährt, auch auf der ganzen Welt nicht mehr.
Die Außerirdischen greifen an!

Auf die Menschen die noch nicht eingesaugt wurden, wird jetzt von den Aliens persönlich Jagd gemacht. Dabei kristallisieren sich schon zwei Feinde raus: Zum einen raumschiffarte Sonden mit Tentakeln die anscheinend von innen heraus gesteuert werden und fliegen könnnen und zum anderen haushohe Kolosse die durch die Stadt stapfen und alles zerstören was nach Leben aussieht.

Die gewaltigen Invasionsraumschiffe haben sich mittlerweile aus den Wolken in Erdnähe begeben und senden ihre Truppen aus. In einer weiteren Nacht bekommen die Menschen im Hotel mit das in der Stadt etwas vor sich geht. Es sind Schüsse und Explosionen zu hören und die Freunde kommen darauf, dass nun Gegenmaßnahmen ergriffen wurden. Am kommenden Tag werden die Leute Zeuge wie die US Army und die US Airforce einen Gegenschlag unternimmt und die außerirdischen Aggressoren mit Kampfjets, Helikoptern und Drohnen aufs Korn nimmt, was zuerst auch Wirkung zeigt, als eine Drohne einen nuklearen Marschflugkörper auf eines der Invasionsschiffe abfeuert und es damit vom Himmel holt.
Doch Pustekuchen! Die Kriegsmaschinerie der Aliens fügte anscheinend über eine Art Regenerationsfähigkeit, welche jeden Schaden mit der Zeit beheben kann. Bei einem Ausbruchsversuch aus dem Hotel wird die Zahl der Freunde stark dezimiert bis eigentlich nur noch Jarrod, Elaine und Oliver (David Zayans) übrig bleiben. Jarrod und Elain haben aber jeweils ein Geheimnis voreinander, was am Vertrauen in der Gruppe nagt. Jarrod bemerkt, dass das blaue Licht eine Veränderung in seinem Körper hervorruft wodurch er z.B über größere Körperkraft verfügt. Elaine verschweigt ihrem Freund dagegen vehement das sie von ihm schwanger ist. Gegen Ende kommt es zum Showdown zwischen den Überlebenden und den Aliens und Truppen der Army, außerdem wird zum kleinen Teil klar, warum die Aliens die Erde angreifen und was sie mit den Menschen machen. Und diese Erkenntnis schlägt den Protagonisten doch ziemlich aufs Gehirn (kleiner Tipp! :-x).


Klingt alles ganz geil und voll actionreich oder? :)
Ist es auch! Doch jetzt mal Tentakel auf den Tisch. Die Actionszenen in dem Film sind auch schon das BESTE an dem Film. Okay, mal vom schönen blauen Licht abgesehen. Ich mag blaues Licht. Die Action- und CGI-Szenen lassen sich wirklich sehen. Sie sind toll animiert und toll in die Realität umgesetzt. Mir klappte teilweise die Kinnlade runter als ich den Dogfight der Airforce gegen die Invasoren gesehen habe. Auch der Absturz des Raumschiffes sah grandios aus. Auch die körperliche Veränderung der Menschen wenn sie in das Licht sehen, ist schön dargestellt und wirkt sehr real und irgendwie schmerzhaft.
Der Film ist daher für Leute die Animationen, Special Effects und CGI lieben, auf jeden Fall ein Muss.

Kommen wir mal zur Story. Diese wirkt recht solide und gut durchdacht, schleppt sich stellenweise allerdings ganz schön. Und das erzeugt Langeweile und ein Film der ein Augenmerk auf Action und Si-Fi setzt, darf nicht in die Langeweile abdriften. Eine Story um Außerirdische die die Erde attackieren ist oft eine gute Idee, wenn sie auch korrekt umgesetzt wird. "Skyline" wirkt hier schon genau so wie damals "Krieg der Welten" 2005. Alles beginnt recht ordentlich und schön, ein ganz normales Leben mit Alltagssituationen, bis dann irgendwas Merkwürdiges passiert. Es läuft erst schleichend ab und dann kommt der große Knall. So wird gut Spannung und eine Rätselstimmung aufgebaut.

"Skyline" hat im Gegensatz zu "Krieg der Welten" doch noch zwei starke Probleme. Und das sind zum einen die Schauspieler und zum anderen die Dialoge. Und das kotzt richtig an.

Die Schauspieler sind alles Schauspieler die nie wirklich in großen Filmen mitgespielt haben, dass ist natürlich keine Regel, weil auch Indepentendschauspieler gute Beiträge leisten können. In "Skyline" kommen die meisten Schauspieler wie Eric Balfour, Scottie Thompson, Brittany Daniel, David Zayas und Donald Faison aus dem Fernsehen und sind alles Serienschauspieler und nur selten in Spielfilmen zu sehen. Das merkt man ihnen auch an, wie sie spielen und man merkt es vor allem daran, wie sie die Dialoge umsetzen. Damit wären wir auch schon beim größten Manko. DIE DIALOGE. Mein Gott! Es ist wirklich hart es so auszudrücken, aber jeder schlichte Horrorfilm hat interessantere und besser Dialoge als Skyline! Meiner Meinung nach, bewegt sich die Dialogtiefe in dem Film auf der Ebene von "Warum liegt hier eigentlich Stroh? Warum hast du ne Maske auf?...etc." Das klingt hart, ist aber die Wahrheit und das schmerzt. Denn der Film hat eigentlich verdammt nochmal Potential und dann reißt ihn eines der wichtigsten Kriterien so runter und das auch noch berechtigt. Schwache Leistung! Zum anderen muss man sagen, dass dem Zuschauer die Charaktere sonst wo vorbei gehen. Man entwickelt kein Gefühl für die die auf der Leinwand rumhüpfen. Die Charaktere interessieren nicht und ihr Schicksal auch nicht. Mir war es relativ egal wer nun das Zeitliche gesegnet hat, weil die Charaktere wirklich alle austauschbar und verzichtbar sind. Schwache Leistung!

Da gibt es noch ein-zwei Facts die das ganze erklären könnte: 
1. Die Dreharbeiten für die schauspielerische Teile fanden von Februar 2010 bis Ende März 2010 statt. *hust*
2. Des weiteren wurden für die Dreharbeiten ein Budget von einer halben Millionen Dollar bereitgestellt. Für die Special Effects wurden hingegen 10 Millionen Dollar ausgegeben.
Man merkt also schon sehr woran gespart wurde. Schwache Leistung! :(

Was bleibt da noch am Ende, fragt man sich??
Ein Film der viel Potential verspielt, wenn man aber auf solche Filme ohne wichtige Dialoge und viel Effect-Geballer mit Außerirdischen und Raumschiffen steht, dann kann man schon mal einen Blick riskieren. Aber da empfehle ich doch eher die Transformers Filme. Die bieten auch zeitweise schwache Dialoge aber immerhin noch bessere als die in "Skyline". Ich hab den Film nicht im Kino gesehen und das ist auch gut so, denn ich hätte mir fünf Mal in den Hintern gebissen wenn ich für den Streifen 9.50€ hingelegt hätte.

Also für Fans kein MUSS aber ein KÖNNTE und für Si-Fi-Muffel ein LAUFT!

Und damit verabschiede ich mich diesmal vom ersten negativen Peteback! Ich empfehle mich, wie es im Buche steht und sage Tschödeldö bis zum nächsten Mal! :)

16.04.11

GamePeteback: Machinarium

Hallo liebe Freunde aus Zinn und Stahl! Heute gibt es eine Premiere!
Ja ich werde heute meine erste Kritik zu einem Spiel zum Besten geben. Applaus! Applaus! Applaus!
Ich habe mich dabei für ein Spiel entscheiden das;
Erstens: Auf PC spielbar ist
und zweitens: Etwas zum knobeln bietet.

Ich präsentiere
Machinarium
"Machinarium" ist ein skurriles 2D Point-and-Click-Adventure um den kleinen Roboter Josef und wurde von dem tschechischen Entwicklerstudio Amanita Design gemacht.

Hier ein kleiner Trailer:

Und wie die ein paar Facts:
Entwickler: Amanita Design
Publisher: Daedalic Entertainment
Erschienen: Oktober 2009
Plattformen: Windows, Linux, Mac OS XGenre: Adventure
Altersfreigabe: USK 0

Die Story beginnt doch recht ernüchternd. Auf einem Maschinenplaneten irgendwo in den Weiten des Weltalls, findet sich der kleine Roboter namens Josef auf einem Schrottplatz wieder. Er liegt in Einzelteilen auf einer Deponie außerhalb der Roboter Hauptstadt die im Hintergrund in den Himmel ragt. Nachdem er seine Einzelteile wieder zusammengesucht hat, macht sich der kleine Recke auf den Weg zurück in die Stadt. Dies gestaltet sich schwierig weil die Tore der Stadt gut bewacht werden und der Roboterförtner ihn nicht durchlassen will. Durch einen kleinen Trick schafft es der kleine Kerl doch über die Zugbrücke, rutscht aber durch seine Tollpatschigkeit auf einer Ölpfütze aus und stürzt von der Brücke, in die industriellen Eingeweide der Stadt. Auf der Suche nach der Antwort, was geschehen ist, kommt Josef den Vorbereitungen eines Bombenanschlags auf die Spur. Klar das der kleine Roboter sich nicht lumpen lässt und sich aufmacht den Bösewichten ich die Ölsuppe zu spucken. Denn eine bösartige Robotergemeinschaft sorgt in der Stadt für Unheil und versucht den Turm des Bürgermeisters zu zerstören, der als eine Art Hauptcomputer der Stadt im Turm sitzt. Vermutlich wollen sie so die Macht über die Stadt an sich zu reißen.

Die Storyline wirkt auf den ersten Blick sehr einfach gestrickt und das ist sie auch. Allerdings fällt das kaum ins Gewicht, weil eine einfach Geschichte mit ein bisschen Dramatik, Heldentum und Romantik immer noch besser ist, als eine verworrene Story mit haufenweise Twists hier und da. Wie gesagt ist der Hauptcharakter in diesem Point-and-Click-Adventure der kleine Roboter Josef, mit dem die Amanita Design Studios einen putzigen und liebenswerten Charakter erschaffen haben, den man auch gerne spielt, egal ob jung oder schon etwas älter. Meiner Meinung nach richtet sich das Spiel wiedermal an die etwas jüngere Generation, was der Charme dieses Spiels auch vermuten lässt. Es gibt keinerlei überzogene Gewaltdarstellung und es wendet sich alles immer zum Guten. Allerdings hatte ich mit meinen 21 Jahren auch sehr viel Spaß mit dem Spiel, erstens weil ich ein großer Adventure Fan bin und mit Spielen wie "Monkey Island", "Simon the Sorcerer" und "Sam & Max" aufgewachsen bin. Die ja in die gleiche Point-and-Click-Kerbe schlagen. Und zweitens, weil ich ein Freund der Kunst bin und auf sehr aufs grafische Setting achte.

Und grade dazu kommen wir auch gleich mal. Zum nächsten Punkt auf meiner Liste, das Leveldesign. Das ist nämlich wirklich eine Augenweide, da jeder neue Abschnitt den man betritt komplett handgezeichnet ist und großartig aussieht. Vor allem die Detailverliebtheit der Entwickler sticht heraus. Man sieht Kabel, Schrauben, Kleinteile, Apparaturen, Schalter, Schweißnähte, Rostflecken, Ölspritzer, Leuchtreklamen im Hintergrund und noch vieles mehr und das vor allem deutlich. 10 Daumen hoch! :)

Man kann "Machinarium" vorwerfen, dass es doch sehr steril und düster wirkt mit den gedrückten Farbtönen, aber reißen die Bewohner der Stadt auf jeden Fall wieder raus. Man trifft in dem Spiel auf zahlreiche Artgenossen des kleinen Josef und deren Design ist auch immer wieder verschieden und immer individuell.

Kommen wir mal zu den Rätseln, die ja wohl das wichtigste bei einem Point-and-Click-Adventure sind. Die Rätsel sind gut in das Setting "Maschine" eingebaut. Es gibt viele Schalter, Knöpfe und Apparaturen mit denen Josef hantieren kann um sich seinen Weg durch die Stadt zu bahnen.

Ein Rätsel davon sieht man schon Oben auf dem eingefügten Bild. Das ist der Rätsel mit der Band. Denen wurden von den Schurken ihre Instrumente kaputt gemacht oder entwendet und nun liegt es an Josef ihnen neue zu besorgen. Dazu nehmen wir ein altes Rohr, ein Lautsprecher, ein altes Ölfass und ein paar Kleinigkeiten zu Hand, die wir in der Umgebung finden und zimmern daraus ein Didgeridoo, ein Saxophon und eine Trommel. Und schon ist wieder alles tutti und die Band kann wieder Straßenmusik machen. Doch wofür? Im oberen Stock des Hauses geht ein Fenster auf und ein Roboter wirft ein Geldstück raus (soweit ich mich erinnere...) um die Band zu entlohnen. Mit diesem Geldstück können wir dann in der Spielothek, in einem anderen Abschnitt, an den Automaten spielen. An viele Sachen kommt man nur ran, wenn man Josefs zwei Spezialfähigkeiten nutzt. Er kann sich nämlich strecken oder stauchen. Damit kommt er an höher gelegene Orte, oder kann durch kleine Passagen wackeln.

Alle gesammelten Gegenstände verschwinden im Bauch unseres Helden und warten dort auf ihren Einsatz.Das Instrumenträtsel ist doch noch eins der leichteren Rätsel, aber mit der Zeit wird es doch schon kniffeliger und man muss seine Umgebung auch schon genau untersuchen und vor allem die richtigen Schlüsse ziehen. Meistens bekommt man da Hinweise was zu machen ist von den Bewohnern.

Das Spiel kommt komplett ohne Sprachausgabe aus, was aber auch nicht sonderlich stört. Alles was man durch Sprache ausdrücken würde, wird halt in kleinen Denkblasen über den Figuren mit einer kleinen Animation dargestellt, wenn man sie anspricht.

Was bleibt hier noch zu sagen? Achja! Die Spieldauer und der Preis. Ich hab mir "Machinarium" an einem Wochenende ausgeliehen und es an diesem auch durchgespielt. Das ist so ne Sache, weil "Machinarium" nur eine Spieldauer von ca. 5-7 Stunden hat, wenn man gut in solchen Spielen ist, oder es schon kennt, sogar nur 1-2 Stunden. Das ist für den Preis von 15€ auf der Internetseite eindeutig zu wenig. Man kann auf der Seite mit Kreditkarte oder PayPal zahlen. Bei Amazon hab ich das Spiel für 13€ gefunden, in der Collectors Edition. Zu dem Spiel gibt es aber noch ein anderes Spiel (Samorost 2/ Point-and-Click) + ein Poster in A3 + den Soundtrack (der sich wirklich hören lassen kann :) ) + ein Booklet mit Concept Art + einen gedruckten Walkthrough. Da bekommt man ja noch wirklich was für sein Geld. Lohnt sich!


Zum Schluss bleibt mir nur noch das Fazit und das ist wie schon erwartet doch recht positiv.

Machinarium ist ein solides, spaßiges, skurilles und mit Liebe gemachtes Adventure eines Independent Studios. Es ist für echte Gamer doch etwas zu kurz und vielleicht etwas zu knuffig geraten, aber wer sich wirklich für Point-and-Click-Adventures begeistern kann, sollte auf jeden Fall mal einen Blick drauf werfen. Man wird nicht enttäuscht werden.Es ist für Kinder ein riesen Spaß und für Ältere eine nette Spielerei und wer bei Youtube mit sogenannten "Let's Plays" arbeitet, wird hier ein nettes Nebenprojekt finden, dass Spaß macht und wo wenig Frust aufkommt.

Und noch etwas! :)

Für die die auf den Geschmack gekommen sind; Auf der Internetseite der Entwickler gibt es eine kleine Demo des Spiels wo schon gezeigt wird in welche Richtung das Spiel geht und man kann schonmal ein bisschen der Musik lauschen. Also! Ausprobieren!


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15.04.11

Film•Peteback: 127 Hours

Meine Damen und Herren es ist mal wieder soweit!
Es ist Weihnachten? Nein! Es gibt wieder ein Peteback! :)
Nach einer eher kurzen Kritik vom letzten Mal, nun wieder eine etwas längere von einem Spielfilm.
Diesmal geht es um einen Film der;
Erstens: Nichts für Schwache nerven ist >:D
und zweitens: Jemanden zeigt der an seine Grenzen gegangen ist.

Ich präsentiere
127 Hours

"127 Hours" ist ein biographischer Film von Danny Boyle. Die Geschichte wurde von Boyle adaptiert und basiert auf dem autobiographischen Buch " Between a Rock and a Hard Place" von Aron Ralston (gespielt von James Franco).

Hier der wunderbare Kinotrailer:


Filmfacts ab!:
 Deutscher Titel: 127 Hours
Originaltitel: 127 Hours
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 04.09.2010
Länge: ca. 94 Minuten
Regie: Danny Boyle
Produktion: u.a. Christian Colson & Danny Boyle
Musik: A.R. Rahman

Was tun, wenn man alleine, ohne sonderlich viel Proviant, ohne Verbindung zur Außenwelt – kurz, ohne jede Chance auf Hilfe in einer Felsspalte gefangen ist und ein Arm von einem unbeweglichen Felsen zerquetscht wird? Die verstörende und zugleich inspirierende Antwort liefert "127 Hours".

Aron Ralston ist ein begnadeter Kletterer, Mountainbiker und Bergsteiger, kurzum ein richtiger Naturbursche. An dem Tag der wo "127 Hours" einsetzt, macht sich Aron auf in die Canyonlands-Nationalparks in Utah. Beim aus dem Haus gehen ignoriert er den Anruf seiner Schwester und macht sich, ohne eine Nachricht zu hinterlassen, auf den Weg. Damit nimmt das Unglück auch schon seinen Lauf.
Aron freut sich sehr auf die Tour. Nur Er , die Canyons und die Musik. Er lässt sein Auto auf einem verlassenen Gelände stehen und fährt mit dem Mountainbike weiter ins Innenland.
Nachdem er mit den zwei Anhalterinnen Kristi und Megan, die er unterwegs getroffen hat, in einer Kaverne voll mit klaren Wasser einen auf Wasser-Spaßparadies gemacht hat, geht er zu Fuß weiter in die Canyons. Teile davon filmte er mit seiner Kamera.
Beim durchklettern, hält er sich an einem Felsbrocken fest, der sich daraufhin löst und nach einem kurzem Fall seinen rechten Arm an einer Felswand einklemmt.
Die unglaubliche Ironie daran ist, dass er den Fels vorher mit dem Fuß auf seine Stabilität geprüft hatte. 

Nachdem es ihm nicht gelingt den Stein zu bewegen, versucht er vergeblich, diesen mit seinem Taschenmesser zu zerkleinern. Nebenbei bemerkt, ein asiatisches Billigprodukt, das wie er resigniert feststellt ein totaler Fehlkauf war. Sein improvisierter Flaschenzug funktioniert nicht wirklich, da das Kletterseil zu elastisch ist. Nach einem Tag stellt er verbittert fest, dass seine Hand mangels Blutzirkulation bereits abgestorben ist. 
Bald beginnt Ralston unter Wasser-, Nahrungs- und Schlafmangel zu halluzinieren. Er überdenkt sein Leben und ruft sich Erinnerungen an seine Freunde und Familie ins Gedächtnis, für die er Abschiedsvideos mit seiner Kamera dreht.
Die einzige Möglichkeit die er noch sieht ist sich mit den wenigen Mitteln die im bleiben den Arm zu amputieren.



So viel zum Inhalt. Da dieser Film ja nun existiert, greife ich nicht wirklich vor, wenn ich sage das Aron seine Amateuraputation durchgezogen hat und noch am Leben ist und das quietschfidel.

Der Film beginnt sehr rasant und temporeich. Und das schon mit schnellen Bildfolgen im Intro. Ein Autofahrt mit Musik untermalt, eine Mountainbike Tour mit einem Sturz, Sprünge aus 5 Meter höhe in eine mit Wasser gefüllte Kaverne.
Das Tempo wird jedoch beendet, durch den Sturz. Schlagartig schlägt die Stimmung von lockerer Freefun Action in eine deprimierende, verstörende und vorallem ausweglose Situation um.
Nach klassischer McGuyver-Art versucht Aron die Situation mit klarem Kopf zu überblicken und so schnell wie möglich eine Lösung für seine Lage zu finden.
Ab dem Zeitpunkt wird der Film zum Kammerspiel.
Es spielt sich nun alles in der Felsspalte ab und wegen des geringen Platzes, klebt die Kamera formlich an Arons Gesicht und fängt vor allem seine Mimik ein, aber auch seine Gestik.

Ich spreche hier die ganze Zeit von Aron, dabei sollte ich eigentlich viel mehr von James Franco (Harry Osborn in den Spiderman Filmen und Scott Smith in "Milk") sprechen.
Er spielt die Rolle des "gefangenen" Aron Ralston wirklich authentisch und vor allem für den Zuschauer nachvollziehbar. Seine gesamten Handlungen basieren auf reinem Denken und Handeln aus der Not heraus, wie es jeder versuchen würde.
Es wirkt alles in sich schlüssig. Von der Anstrengung, sich mit den Utensilien in seinem Rucksack aus der Klemme zu manövrieren, über die vage Hoffnung doch noch von Wanderern gefunden zu werden, bis zur totalen Verzweiflung, dem Tod ins Auge schauend. 
Franco überzieht nicht und agiert immer angemessen. Eine Oscar-Nominierung war eigentlich nur noch reine Formsache. :)

Die Szenen die Aron im Film mit der Kamera aufzeichnet, kommen nicht aus der kreativen Vorstellungskraft Boyles. Er und Franco durften, wie nur weniger Menschen, Aron Ralstons echte Filmaufnahmen einsehen und sie wurde zu 100% in den Film übernommen. Besser kann eine Recherche kaum laufen!

Um nochmal auf die Handlung einzugehen - es ist kein reines Aussitzen in der Felsspalte. Man wird mitgenommen auf die Ablenkungsversuche von Aron. Zum Beispiel wo er sich auf die Party denkt, zu der er von den beiden Anhalterinnen Kristi und Megan eingeladen wurde. Eisgekühltes Bier, Softdrinks, rote Pappbecher, Musik, viele Leute und allerbester Stimmung bei einem leuchtenden Scooby-Doo Aufsteller.
Ein Einspieler "Scooby-Dooby-Doo, Where Are You? We got some work to do now [...].
Na wenn man das nicht auch auf die aktuelle Lage beziehen kann weiß ich auch nicht. ;)
Auch die Aufnahme, die sie für ihn gemacht haben während sie schwimmen waren, gab ihm wieder Kraft. Doch sind es viel mehr die Erinnerungen an seine Familie und die Vision einer eigenen Familie die ihm Kraft geben, das er auf keinen Fall alleine sterben will.
Aron wirkt aber in keinster Weise wie jemand der sich grade aufgibt. Nach einer Nacht wo ein Wolkebruch seine Felspalte durchspült und ihm wieder Wasser zum trinken liefert, hat er am Morgen nichts besseres zu tun, als eine Pseudo-Morning Show aufzunehmen mit sich selbst als Moderator und Anrufer.
In der Szene merkt man sehr schön wie er langsam resigniert und einsieht, das seine Lage nicht ganz so, beschissen (ja genau!) wäre, wenn er mal ein Zettelchen zu Hause gelassen hätte, oder ans Telefon gegangen wäre.

Regisseur Boyle bleibt zwar konsequent innerhalb der Handlung im Canyon, mischt Ralstons Todeskampf aber stilistisch mit Kindheitserinnerungen und Tagträumereien, wenn der Havarierte immer stärker zu halluzinieren beginnt. An dieser Stelle wirkt „127 Hours" genauso knallbunt und überbordend wie Boyles Meisterwerk „Slumdog Millionär". 
Bis die unausweichliche Szene kommt, die sich wohl die wenigsten herbeisehnen. Boyle zieht das auch hier knallhart durch und erspart seinem Publikum nichts. GAR NICHTS! :- /


So ist der Film auf diesem Höhepunkt der Amputation ungeheuer effektiv – selbst wenn der Ausgang für jeden Zuschauer schon vordefiniert ist. Wer sich noch nicht mit der Hauptfigur verbunden fühlte, den holt Boyle allerspätestens hier an Bord.
Ich musste schon verdammt schlucken als Aron sich die stumpfe Klinge im Affekt in den Arm rammt und mit dem Schmerz ringt.
Von daher sorgte der Film auf dem Filmfestival von Toronto für Furore, als bei einigen Vorführungen von Ohnmachtsanfällen unter dem Publikum berichtet wurde. Diese sollen insbesondere der haarstäubenden Amputationsszene zugrunde liegen.
Um bei dieser Szene ein möglichst hohes Maß an Authentizität zu erreichen, arbeitete Special-Effect Designer Tony Gardner mit medizinischen Experten zusammen. Angesichts der dramatischen Publikumsreaktionen scheint sich die Mühe gelohnt zu haben. 100% Nervenkitzel! :)
Nervenkitzel ist hier das richtige Wort. Wenn Aron den Nerv erreicht ertönt plötzlich ein Ton den man kennt wenn man beim Spiel "Der heiße Draht" mit den Kontakten an den Draht kommt.
Das ist ein grandios eingesetztes Mittel, wodurch der Zuschauer instinktiv zusammenzuckt, genau wie James Franco auf der großen Leinwand.
Man ist erleichtert wie der Hauptdarsteller selbst, als Aron einen Schritt zurück macht und nun weiter vom Fels entfernt ist, wie in den  letzten 5 Tagen nicht.

Vorwerfen lässt sich Boyle und Franco nur wenig. Wer weiß schon, wie es sich anfühlt, wenn ein Arm tagelang abgeklemmt und  taub an einem Körper hängt? Der erste Gedanke: "Das muss ungeheuer weh tun! >.<"
Auf diesen Aspekt geht „127 Hours" aber kaum ein. Ralston nimmt die demolierte Hand relativ klaglos hin. Auch erfährt der Betrachter wenig von Aron selbst. Erst nach und nach fügt Boyle ein grobes Bild seines Protagonisten zusammen. Das verhindert zu Beginn ein wenig die Identifikation und Anteilnahme, ist aber im weiteren Verlauf kein Problem.

Synchronisiert wird James Franco wie gewohnt von Markus Pfeiffer, der ja nebenbei noch die Stimme von Adrien Brody, Colin Farrell und Luke Wilson im deutschen darstellt. Die Synchro ist perfekt abgemischt und auf "Höhle" getrimmt. Top!
Außerdem gibt Markus Pfeiffer die Emotionen sehr gut wieder und wirkt zu keinem Zeitpunkt Lippenasynchron.

Fazit Time!
Danny Boyles berauschend und überragend gespieltes Überlebens-Drama „127 Hours" ist ein erschütterndes Drama, das den manchmal minimalen Spielraum zwischen Leben und Tod stilistisch elegant und effektiv darstellt. Es ist lebensbejahend und ich habe selten einen Film gesehn, wo man so stark mit der Hauptfigur mitfühlen kann. Aron Ralston hat es gezeigt; "Nichts auf der Welt ist stärker als der Wille zu Überleben" :)

Und wiedermal war es das mit den Peteback und ich empfehle mich in gewohnter Weise und sage Tschödeldö bis zum nächsten mal! 

12.04.11

Film•Peteback: HOME

Ein Film über unsere Erde. Damals und heute. Ein Blick in die Vergangenheit und ein Blick in die Zukunft. Wie hat der Mensch das Bild der Erde in seiner kurzen Lebensspanne verändert und wie sind die Aussichten. Antworten bietet;

HOME
 
"HOME" ist ein freier Dokumentarfilm, der den größten Schauspieler angestellt hat den man kennt. Unsere Erde. Mit der Erde als Hauptdarsteller und Billiarden von Nebendarsteller die auf ihm Leben, bietet "HOME" ein einzigartiges Dokumentarspektakel.

Trailer

Link zum Film:

Ich hab den Film erst auf Youtube gesehen und dann nochmal auf DVD, weil ich die die eindrucksvollen Bilder nocheinmal auf einem größeren Bildschirm genießen wollte

Filmfacts:
Deutscher Titel: Home
Originaltitel: Home
Originalsprache: Französisch
Erschienen: 05.05.2005
Länge: ca. 93 Minuten
Regie: Yann Arthus-Bertrand
Produktion: Dennis Carot, Luc Besson
Musik: Armand Amar

"Darf Ich um ihre Aufmerksamkeit bitten? Sie Alle sind wie Ich ein Homo Sapiens, ein vernunftbegabtes Wesen [...]" Das ist der einleitende Satz der vom deutschen Offsprecher gesagt wird, als sich in der ersten Minute unser Planet, die Erde, aus dem Schatten des Weltalls erhebt.


 
"HOME" ist ein freier Dokumentarfilm des französischen Fotografen Yann Arthus-Bertrand. Bertrand machte Luftaufnahmen mit einer hochauflösenden Digitalkamera in über 50 Ländern der Erde. Man kann mit dieser Doku in sprichwörtlich 90 Minuten um die Welt reisen. Die Bilder die gezeigt werden sind in hoher wie in normaler Auflösung wirklich ein Blickfang und reicht vom tropischen Regenwald, über die arktischen Tundra, bishin zu den von Menschen gemachten Megastädten wie Tokyo, Dubai und New York. Der Off-Sprecher thematisiert dabei, zu den passenden Bildern, wichtige Probleme unserer Zeit, seien es soziale oder ökologische. Darunter Probleme wie globaler Erwärmung, Überbevölkerung der Städte, Bodenerosion, Ausbeutung von Ressourcen, Wassermangel und der Schutz der Arten. In dem Film wird die Rolle des Menschen in Bezug auf die Natur sehr kritisch dargestellt, was auch die Hauptintention des Films ist. Das klingt alles sehr negativ was es auch ist, dennoch werden am Ende noch viele positive Aspekte genannt, darunter der Naturschutz, Nutzung von erneuerbaren Energien und ökologischen und sozialen Umdenken.


 
"HOME" ist dabei aber immernoch eine Hommage (Wortspiel höhö :D) an die natürliche und funktionsfähige Schönheit der Natur, die aber dennnoch so verletzlich ist, dass wir Menschen, die wir ja nur ca. 200.000 Jahre auf der Erde existieren, sie in der relativ kurzen Zeitspanne grundlegend verändern konnten.

Die Doku besticht am meisten durch vier Aspekte; erstens Die Bilder, zweitens die Kommentare, drittens die Musik und viertens die Symbiose von Allem.Der Film wirkt in sich so stimmig und gut geplant, das man regelrecht auf eine Reise mitgenommen wird, bei der man über die Erde fliegt und das sieht was man im Leben niemals alles sehen könnte. Er schafft dabei mehr Atmosphäre als andere Dokumentarfilme.


 
Da dies ein freier Dokumentarfilm ist, sind die Produzenten und die Sponsoren von großer Bedeutung. Wie oben in den Filmfacts erwähnt war einer der Produzenten Luc Besson der ja schon in der Regie von "Das fünfte Element" Erfolge feierte und bei der Regie von Blockbustern wie "The Transporter + nachfolgende Teile", " Kiss Of The Dragon" und "96 Hours" mitwirkte. Die Sponsoren des Films werden im Intro des Films gezeigt und bilden dann den Titel. Unter anderem sind Lables wie Fnac, Gucci, Yves Saint Laurent, Puma und Bottega Veneta zu sehen. Diese Firmen gehören alle zum Luxusgüter-Konzern PPR und haben den Film mit ca. 10 Mio. Euro finanziert.

Off-Specher in diesem Film ist im deutschen übrigens Helmut Gauss, der auch Synchronsprecher für Liam Neeson, Kevin Pollak und Samuel L. Jackson in den neuen Star Wars Episoden ist. In der Krimiserie "Monk" sprach er Ted Levine in der Rolle von Capt. Leland Stottlemeyer. Er macht die Rolle als Offsprecher wirklich gut und wirkt in seiner Rolle sehr authentisch und angenehm. Im englischen wird der Film von einer weiblichen Off-Sprecherin gesprochen von der ich den Namen leider nicht kenne. Sie macht ihre Arbeit aber nicht minder schlecht .


 
Zu kritisieren gibt es nicht allzu viel an dem Film. Außerdem das mich die Musik in den ersten 5 Minuten etwas genervt hat, weil es für mich infernalisches Gejaule ist. Außerdem fällt trotzdem auf, dass der Film der so kritisch wirkt, eigentlich keine klare Argumentation liefert und keine konkreten Handlungsvorschläge bietet, sondern sie nur anreißt. Ein weiterer kritischer Aspekt ist, dass die genannten Sponsoren am Anfang sowie am Ende des Films gezeigt werden. Es lässt daher den Eindruck vermuten, dass dies schon eine reine Werbemaßnahme ist "HOME" zu sponsern, um eine große Zuschauergruppe zu erschließen und vorallem den eigenen Ruf des PPR Konzern zu verbessern. Zu dem muss ich aber sagen, dass der Film bei mir doch einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat. Außerdem kann man sich den Film auf jeden Fall einmal bei Youtube ansehen, denn er ist es wirklich wert. Außerdem; Einem geschenkten Gaul schaut man ja bekanntlich nicht ins Maul!

Und auch hier empfehle ich mich wieder und sage Tschödeldö bis zum nächsten Peteback!

10.04.11

Film•Peteback: Rango - Tarnung ist Alles

Hallo und Willkommen zu meiner ersten Kritik, meinem ersten Peteback! :)
Nach reichlicher Überlegung hab ich mich doch für einen Film entschieden der;
erstens: Aktuell ist
und zweitens: Der mich zuletzt beeindruckt hat
Und nun geht es los mit: Rango – Tarnung ist alles


  Ich muss sagen, ich hab den Trailer zum Animationfilm "Rango" schon 2010 gesehen und war hellauf begeistert, weil der Trailer an sich schon sehr viel Witz hatte und vorallem bei Youtube in 720p schon verdammt gut aussah. Was allerdings noch wichtiger war, der Trailer brachte schon Atmosphäre mit sich was heut zu tage nicht mehr viele Trailer schaffen.
Ich werde den ersten Teaser-Trailer mal hier posten



Ich hab den Film in digitalem Bild gesehn, was meiner Meinung nach die beste Entscheidung war.
Nun die obligatorischen Filmfakten:
Deutscher Titel: Rango
Originaltitel: Rango
Originalspache: Englisch
Erschienen: 03.03.2011
Länge: ca. 107 Minuten
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: John Logan, Gore Verbinski, James Byrkit
Produzierende Firmen: Nickelodeon Movies, Blind Wink, GK Films
CGI-Animationen: Industrial Light & Magic (ILM)
  
Ich denke ich beginne einfach mal mit der Storyeinleitung, denn spoilern will ich hier ja nicht, weil es ja noch sicher Leuten geben wird die den Film noch sehen möchten. ;D
 
Alles beginnt in einem Terrarium. Wo ein Chamäleon, der Hauptcharakter des Films, einen inszenierten Dialog mit einer kaputten Barbie Puppe und einem Aufziehfisch hält und das mit viel Pathos und Hingabe. Die Landschaft zieht am Terrarium vorbei, da es gerade in einem Auto steht, das auf einem heißen, staubigen Highway durch die Mojave Wüste fährt. Die ersten Szenen sind dominiert von dem Dialogen die das Chamäleon führt, bis der Fahrer plötzlich das Steuer verreißt und das Terrarium samt dem Hauptcharakter als Hinhalt durch die Heckscheibe katapultiert wird.
Das Chamäleon landet am Straßenrand und versucht sich erstmal zu orientieren und versucht seine Situation zu begreifen, wobei es in einen Monolog von einem Gürteltier angesprochen wird, dessen Bauch von einer Autoreifenspur durchschnitten wurde, aber dennch lebt. Zweifelsohne ist dieses Gürteltier der Auslöser für Lenkmanöver gewesen, welches unseren Hauptcharakter in diese Lage brachte.



Das Gürteltier, das Roadkill (sehr passender Name) genannt wird, erzählt dem Chamäleon vom Geist des Westens und einer Stadt wo es Wasser finden könnte, da ein Chameleon nicht ganz optimal für das Leben in der Wüste angepasst ist.
Das Chamäleon macht sich auf den Weg. Unterwegs wird es von einem Habicht angegriffen, woran man wieder merkt, dass das Chamäleon noch keine Ahnung von den Gefahren der Natur hat, es kann aber letztlich entkommen. Es übernachtet in einem Rohr, aus dem er, nach einigen wirren Träumen, unvermittelt am Morgen ausgespült wird. Hier trifft es auf die Wüstenleguanin "Bohne", die ihn erst einmal mit einem Gewehr bedroht, da sie weiß, dass jemand in der Wüste Wasser versickern lässt, um ihr das Land ihrer Familie abzunehmen.
Sie fasst sich schließlich ein Herz und nimmt das Chamäleon mit in die Stadt "Dirt". 
Hier sieht es, wie die Einwohner ihr Land verkaufen und dieselbe verlassen, da es einfach kein Wasser mehr gibt. Als Fremdling wird es von Kindern geärgert und von den Gästen des Saloons misstrauisch beäugt.

Das Chamäleon sieht aber seine Chance in der geliebten Schauspielerei. Hier kennt es niemand, es kann endlich das sein, was es schon immer sein wollte: Ein Held!
Er gibt sich den Namen "Rango", welcher auf einer Flasche Kaktusschnaps steht, und lügt das Blaue vom Himmel. 
Er erschafft souverän das Bild des furchtlosen Revolverhelden, dem er so gar nicht entspricht, doch zieht die Gäste des Saloons damit vollkommen in seinen Bann.
Unter anderem erzählt er, dass er sieben Brüder mit einer Kugel erschossen hätte und legt sich dabei prompt mit einem der ungemütlichen Revolverhelden der Stadt an.
Beim obligatorischen Duell kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, als plötzlich der Habicht auftaucht und sich auf Rango stürzt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd löst sich ein Schuss aus der Waffe Rangos und durchtrennt ein Seil, das einen großen Krug, gefüllt mit Sand, auf einem Wasserturmartigen Gestell hält und dieses erschlägt den Vogel. Rango ist nun der Held, hat er doch den Raubvogel mit nur einem Schuss erledigt und wird dafür vom Bürgermeister zum Sheriff gemacht. Doch die haben die Angewohnheit in Dirt nicht lange zu überleben.
An seinem ersten Tag wird er bereits Zeuge eines seltsamen Rituals. Die Uhr schlägt Mittag und alle Bewohner von "Dirt" versammeln sich mit ihren Flaschen, tanzen einen seltsamen Tanz und begeben sich zu einem Wasserhahn, der mit großem Aufwand aufgedreht wird, doch heraus kommt nur ein großer Tropfen Schlamm. Im allgemeinen Tumult, wo man unter anderem Rango die Schuld an der Dürre gibt, erzählt Bohne unbeabsichtigt allen, dass auf der Bank kaum noch Wasser liegt. Der Mob stürmt diese daraufhin und verlangt Wasser, doch es gelingt Rango die Situation zu beruhigen.
Am Abend tauchen mitten auf der Hauptstraße plötzlich drei Maulwürfe auf und unterhalten sich laut darüber, dass sie eigentlich in die Bank wollten um diese auszurauben. Doch Rango ignoriert das, schafft ihnen sogar noch Bergbaubedarf herbei und stellt ihnen eine Genehmigung dafür aus.
Am nächsten Morgen ist die Bank leer...

Soviel zum Plot der Story. Ab diesem Zeitpunkt wird die Story rasant und verworrener, aber auch mysteriöser, wodurch viel Spannung erzeugt wird. Das schöne daran ist das der Film eigentlich nie langweilig wird, weil man erstens durch die Handlung auf Trapp gehalten wird und zweitens Rango immer wieder unfreiwillig für Lacher sorgt, die aber, und das muss man wirklich betonen, gut platziert sind.
Der Spannung und Action wird nur ein Ende gesetzt, als die Stadtbewohner erfahren wer Rango wirklich ist und er in eine Sinnkrise in der es um Selbstfind geht gestürzt wird und dann erst ziellos durch die Wüste streift und wieder den Highway erreicht.
Die Story ist nicht unbedingt der Überflieger, wirkt aber stimmig, macht Spaß und fügt sich prima in eine Westernsetting ein.

Wie schon erwähnt, sind alle Protagonisten in dem Film "Tiere der Wüste", von Hase über Leguan, bis Schildkröte und Spinnen. Trotzdem vermittelt "Rango" den Eindruck eines authentischen Westerns der alten Schule, was vorallem durch die verschiedenen, meist auch klischeehaften Charaktere  bestätigt wird. Es gibt den korpulenteren Salooninhaber der ständig Gläser putzt, die ruppig aussehenden Revolverhelden, eine hübsch aussehende Füchsin als Sängerin und Blickfang im Saloon und den sargbauenden Bestatter, der durch eine alte Spinne verkörpert wird. Auch die Eulen der mexikanischen Mariachi Band tragen zur Atmosphäre bei durch gut getimete Lieder und Beiträge.
"Rango" bietet in dieser Hinsicht alles was das Westernherz braucht und wirkt in sich, obwohl es Tiere sind, so Menschlich das es einem fast Angst macht.
Hier und da fielen mir kleine Unebenheiten im Setting auf, was die Handlung nicht unlogisch macht, bei machen aber Fragen aufwerfen könnte. Zum einen gibt es in dem Film Tiere und "Tiere". Damit meine ich, dass es die Tiere gibt, die als Protagonisten dienen und die Tiere, die einfach Tiere sind. Nutztiere z.B.
Der Schmied der Stadt ist ein Wildschwein bzw. Warzenschwein und die Tiere die die Karren und Wagen der Stadtbewohner ziehen sind auch kleine Wildschweine bzw. Warzenschweine.
Zumal gelten die als Roadrunner bekannten Rennkuckucks als beliebte und schnelle Reittiere, wobei einer von Rangos Kumpanen auch ein Vogel ist und auf einem Vogel reitet...tja.
Fragen werden auch aufgeworfen, wenn man sich fragt, wer dem Habicht eigentlich seinen Eisenschnabel verpasst hat und wie der Bösewicht "Klapperschlangen Jake" eigentlich seine, am Schwanz befindende, Rapidfeuerwaffe nachläd ohne Hände o.Ô. 
Sollten wir das unter künstlerischer Freiheit verbuchen? Oder offene Fragen? Oder Denkfehler? Es bleibt dem Zuschauer überlassen.

Kommen wir nun zu den Animationen. Diese sind der vermutlich größte Pluspunkt des Films, weil, wie ich schon in der Einleitung sagte, der Film einfach fantastisch gut aussieht. Er ist sehr detailreich, was man dan den Charakteren sieht, wie Fell und Schuppen dargestellt werden. Alles zusammen mit der grandiosen Lichtatmosphäre der Wüste. Und damit sind wir auch schon bei der Umwelt die auch fantastisch real wirkt mit dem Sand, den Sandstürmen, den Steinen und Hügeln und der Vegetation der Wüste, und die Darstellung der Stadt besticht außerdem durch Detailreichtum, da sie wirklich teilweise aus dem Stegreif zusammengezimmert wirkt. Wirklich schön sieht auch das Wasser aus, was sich allerdings rar macht, aber seinen großen Auftritt am Ende hat. Ein "bildliches" Highlight war der Ritt des Suchtrupps auf den Roudrunnern vor der untergehenden  heiß-rot, glühenden Sonne und dazu schwungvolle,schnelle Gitarrenmusik. Einfach eindrucksvoll und meisterhaft atmenberaubend :)
Verantwortlich dafür war "Industrial Light & Magic". Eigentlich eine Spacial Effekts Firma die schon bahnbrechende Erfolge feierte, in Filmen wie Star Wars, Krieg der Welten, Jurassic Park. Hidalgo, Man in Black, Avatar, Iron Man und Transformers und vielen anderen. Daran kann man schon sehen das die Leute hinter den Animationen Künstler ihres Handwerks sind.

Kommen wir nun Anschließend zum Humor des Films. Dieser ist recht animationsfilm-typisch. Bedeutet, dass die Lacher vorallem durch die ungewollten bzw. gewollten Slapstick Einlagen von Rango erzeugt werden, aber auch durch die...sagen wir geistige Beschränktheit mancher Stadtbewohner. Dieses animationsfilm-typische ist zwar bewährt und funktioniert, wirkt an manchen Stellen zwar passend aber doch etwas lächerlich, weil mache Witze doch recht flach ausfallen. Ähnliche Situationen spielen sich mit Bohne ab, wenn sie ihre "geistlichen Aussetzer" bekommt, wie ich sie nenne, die durch große Aufregung hervor gerufen werden, wo sie ruhig und stocksteif da steht und sich später an nichts mehr erinnern kann. Oder auch die meist humorvollen Einlagen der Eulen-Mariachi-Band sorgen für Schmunzler.
Die Jüngeren Zuschauer dürften sich an Slapstick  aber nicht großartig stören, genau so wenig wie ich ^_^
Gut allerdings kleine Eastereggs bzw. Seitenhiebe auf andere Filme und Filmfiguren. So landet Rango bei seinem gefährlich Tanz auf dem Highway auf der Windschutzscheibe des Chevrolet Caprice, in dem Raoul Duke und Dr. Gonzo, die Protagonisten aus "Fear and Loathing in Las Vegas" sitzen.
Auch Aushängecowboy Clint Eastwood lässt sich gegen Ende des Films nochmal Blicken, als Rango in die nähe einer Menschenstadt kommt. Dieser ist grade mit einem Golfwagen auf der Suche nach Schätzen ist mit einem Metaldetektor, was allerdings auch nur eine Anspielung ist und ich weiß nicht ob er wirklich gemeint war. Aber es kam mir so vor.

Kommen wir nun zu einer film-externen Angelegenheit, die aber genau so wichtig ist wie Story und Animation sind nämlich die Stimmen hinter den Figuren. 
Den Originalsprechern wurde dazu eine echte Westernkulisse plus Kostüme geboten, um sich richtig in das Umfeld und die Rollen hinein zu versetzen. Bravo :)
Allen voran natürlich Johnny Depp der Rango seine bekannte Stimme verleiht, was alleine schon sehr viel Besucher in den USA in die Kinos gelockt hat.
Herr Depp macht seine Arbeit wie immer gut und schafft den Spagat von Rango, zwischen weichem Terrariumhocker und coolem Revolverheld. 
Im deutschen, wird sein Part von David Nathan übernommen, der ja Johnny Depps beliebte Standardstimme ist und es genauso fantastisch macht wie der große Filmstar selbst. 

(Nebenfact: David Nathan gibt im deutschen seine Stimme auch Christian Bale, Paul Walker und und Piccolo im Anime "Dragonball Z")
Bohne wird gesprochen von Isla Fisher, eine nicht unbedingt bekannte Schaupielerin, vielleicht bekannt auch dem ersten Scooby Doo Film von 2002 und Die Hochzeits Crasher von 2005.
Im deutschen leiht Angela Wiederhut der Leguanin ihre Stimme und besticht dabei durch einen zuckersüßen Tonfall, aber auch durch harte Wortgefechte in Rage. Ihre Stimme ist vorallem bekannt durch Serien wie "How I Met Yout Mother" wo sie Alyson Hannigan also Lily Aldrin spricht oder die gute Misty aus dem Anime Pokemon.
Aber auch zwei in Deutschland mehr bekannte Personen vergeben ihre Stimmen gerne. Zum einen Komedian Michael Kessler der mit viel Gezischel Klapperschlangen Jake sein düsteres und gefährliches Auftreten verleiht, was Bill Nighy (zuletzt als Rufus Scrimgeou in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil1) im englischen auch schon gut gemacht hat. Und zum anderen Schaupieler Martin Semmelrogge der der etwas dümmlichen Warzenkröte Waffles seine Stimme gibt.
Man sieht also, der Film ist stimmtechnisch bestens besetzt und das merkt man auch, weil die Stimmen wirklich gut passen und vorallem die "Lippensynchronisation" stimmt, was bei Mäulern, Schnäbeln etc, ja nicht immer leicht ist ;D

Die Musik zum Film stammt übrigens von Hans Zimmer, der schon gute Soundtracks für Inception, The Dark Knight, Fluch der Karibik, Der König der Löwen und Gladiator komponierte. In "Rango" hat er sich gut an die Vorschriften des Western Films gehalten was die Musik angeht. Gitarren,Trompeten und Geigen kommen zum Einsatz, die vorallem durch die Mariachi Band gespielt werden. Aber auch Orchestermusik ist zu hören.

Und damit wären wir auch schon am Ende angekommen, viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer ein Fazit zu ziehen.
Das fällt, wie sollte es auch sein :D, recht positiv aus. "Rango" erfindet das filmische Rad nicht neu und vorallem erfindet er story-technisch nicht das Westernrad neu, trotzdem macht er aber sehr viel richtig und das besticht. Der Film sieht gut aus, lässt sich gut gucken, ist nie langweilig und ist auf keinen Fall zu kurz oder zu lang. In dem Film steckt viel mehr als ein Kinderfilm, wie man es vielleicht bei den ganzen Animationsfilmen vermuten lassen kann.
Der Untertitel "Tarnung ist Alles" ist nicht offiziell, das muss hier nochmal gesagt werden. Und trotzdem passt er doch zum gesamten Geschehen im Film, zumal der Hauptcharakter ein Chamäleon ist und er sich auch nur in der Stadt durch sein schauspielerisches Talent tarnt.
Desweiteren sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass nicht so ist wie es zu sein scheint. :)

Somit empfehle ich mich mal wieder und sage Tschödeldö bis zum nächsten Mal beim Peteback!