10.04.11

Film•Peteback: Rango - Tarnung ist Alles

Hallo und Willkommen zu meiner ersten Kritik, meinem ersten Peteback! :)
Nach reichlicher Überlegung hab ich mich doch für einen Film entschieden der;
erstens: Aktuell ist
und zweitens: Der mich zuletzt beeindruckt hat
Und nun geht es los mit: Rango – Tarnung ist alles


  Ich muss sagen, ich hab den Trailer zum Animationfilm "Rango" schon 2010 gesehen und war hellauf begeistert, weil der Trailer an sich schon sehr viel Witz hatte und vorallem bei Youtube in 720p schon verdammt gut aussah. Was allerdings noch wichtiger war, der Trailer brachte schon Atmosphäre mit sich was heut zu tage nicht mehr viele Trailer schaffen.
Ich werde den ersten Teaser-Trailer mal hier posten



Ich hab den Film in digitalem Bild gesehn, was meiner Meinung nach die beste Entscheidung war.
Nun die obligatorischen Filmfakten:
Deutscher Titel: Rango
Originaltitel: Rango
Originalspache: Englisch
Erschienen: 03.03.2011
Länge: ca. 107 Minuten
Regie: Gore Verbinski
Drehbuch: John Logan, Gore Verbinski, James Byrkit
Produzierende Firmen: Nickelodeon Movies, Blind Wink, GK Films
CGI-Animationen: Industrial Light & Magic (ILM)
  
Ich denke ich beginne einfach mal mit der Storyeinleitung, denn spoilern will ich hier ja nicht, weil es ja noch sicher Leuten geben wird die den Film noch sehen möchten. ;D
 
Alles beginnt in einem Terrarium. Wo ein Chamäleon, der Hauptcharakter des Films, einen inszenierten Dialog mit einer kaputten Barbie Puppe und einem Aufziehfisch hält und das mit viel Pathos und Hingabe. Die Landschaft zieht am Terrarium vorbei, da es gerade in einem Auto steht, das auf einem heißen, staubigen Highway durch die Mojave Wüste fährt. Die ersten Szenen sind dominiert von dem Dialogen die das Chamäleon führt, bis der Fahrer plötzlich das Steuer verreißt und das Terrarium samt dem Hauptcharakter als Hinhalt durch die Heckscheibe katapultiert wird.
Das Chamäleon landet am Straßenrand und versucht sich erstmal zu orientieren und versucht seine Situation zu begreifen, wobei es in einen Monolog von einem Gürteltier angesprochen wird, dessen Bauch von einer Autoreifenspur durchschnitten wurde, aber dennch lebt. Zweifelsohne ist dieses Gürteltier der Auslöser für Lenkmanöver gewesen, welches unseren Hauptcharakter in diese Lage brachte.



Das Gürteltier, das Roadkill (sehr passender Name) genannt wird, erzählt dem Chamäleon vom Geist des Westens und einer Stadt wo es Wasser finden könnte, da ein Chameleon nicht ganz optimal für das Leben in der Wüste angepasst ist.
Das Chamäleon macht sich auf den Weg. Unterwegs wird es von einem Habicht angegriffen, woran man wieder merkt, dass das Chamäleon noch keine Ahnung von den Gefahren der Natur hat, es kann aber letztlich entkommen. Es übernachtet in einem Rohr, aus dem er, nach einigen wirren Träumen, unvermittelt am Morgen ausgespült wird. Hier trifft es auf die Wüstenleguanin "Bohne", die ihn erst einmal mit einem Gewehr bedroht, da sie weiß, dass jemand in der Wüste Wasser versickern lässt, um ihr das Land ihrer Familie abzunehmen.
Sie fasst sich schließlich ein Herz und nimmt das Chamäleon mit in die Stadt "Dirt". 
Hier sieht es, wie die Einwohner ihr Land verkaufen und dieselbe verlassen, da es einfach kein Wasser mehr gibt. Als Fremdling wird es von Kindern geärgert und von den Gästen des Saloons misstrauisch beäugt.

Das Chamäleon sieht aber seine Chance in der geliebten Schauspielerei. Hier kennt es niemand, es kann endlich das sein, was es schon immer sein wollte: Ein Held!
Er gibt sich den Namen "Rango", welcher auf einer Flasche Kaktusschnaps steht, und lügt das Blaue vom Himmel. 
Er erschafft souverän das Bild des furchtlosen Revolverhelden, dem er so gar nicht entspricht, doch zieht die Gäste des Saloons damit vollkommen in seinen Bann.
Unter anderem erzählt er, dass er sieben Brüder mit einer Kugel erschossen hätte und legt sich dabei prompt mit einem der ungemütlichen Revolverhelden der Stadt an.
Beim obligatorischen Duell kommt es jedoch zu einem Zwischenfall, als plötzlich der Habicht auftaucht und sich auf Rango stürzt. Nach einer wilden Verfolgungsjagd löst sich ein Schuss aus der Waffe Rangos und durchtrennt ein Seil, das einen großen Krug, gefüllt mit Sand, auf einem Wasserturmartigen Gestell hält und dieses erschlägt den Vogel. Rango ist nun der Held, hat er doch den Raubvogel mit nur einem Schuss erledigt und wird dafür vom Bürgermeister zum Sheriff gemacht. Doch die haben die Angewohnheit in Dirt nicht lange zu überleben.
An seinem ersten Tag wird er bereits Zeuge eines seltsamen Rituals. Die Uhr schlägt Mittag und alle Bewohner von "Dirt" versammeln sich mit ihren Flaschen, tanzen einen seltsamen Tanz und begeben sich zu einem Wasserhahn, der mit großem Aufwand aufgedreht wird, doch heraus kommt nur ein großer Tropfen Schlamm. Im allgemeinen Tumult, wo man unter anderem Rango die Schuld an der Dürre gibt, erzählt Bohne unbeabsichtigt allen, dass auf der Bank kaum noch Wasser liegt. Der Mob stürmt diese daraufhin und verlangt Wasser, doch es gelingt Rango die Situation zu beruhigen.
Am Abend tauchen mitten auf der Hauptstraße plötzlich drei Maulwürfe auf und unterhalten sich laut darüber, dass sie eigentlich in die Bank wollten um diese auszurauben. Doch Rango ignoriert das, schafft ihnen sogar noch Bergbaubedarf herbei und stellt ihnen eine Genehmigung dafür aus.
Am nächsten Morgen ist die Bank leer...

Soviel zum Plot der Story. Ab diesem Zeitpunkt wird die Story rasant und verworrener, aber auch mysteriöser, wodurch viel Spannung erzeugt wird. Das schöne daran ist das der Film eigentlich nie langweilig wird, weil man erstens durch die Handlung auf Trapp gehalten wird und zweitens Rango immer wieder unfreiwillig für Lacher sorgt, die aber, und das muss man wirklich betonen, gut platziert sind.
Der Spannung und Action wird nur ein Ende gesetzt, als die Stadtbewohner erfahren wer Rango wirklich ist und er in eine Sinnkrise in der es um Selbstfind geht gestürzt wird und dann erst ziellos durch die Wüste streift und wieder den Highway erreicht.
Die Story ist nicht unbedingt der Überflieger, wirkt aber stimmig, macht Spaß und fügt sich prima in eine Westernsetting ein.

Wie schon erwähnt, sind alle Protagonisten in dem Film "Tiere der Wüste", von Hase über Leguan, bis Schildkröte und Spinnen. Trotzdem vermittelt "Rango" den Eindruck eines authentischen Westerns der alten Schule, was vorallem durch die verschiedenen, meist auch klischeehaften Charaktere  bestätigt wird. Es gibt den korpulenteren Salooninhaber der ständig Gläser putzt, die ruppig aussehenden Revolverhelden, eine hübsch aussehende Füchsin als Sängerin und Blickfang im Saloon und den sargbauenden Bestatter, der durch eine alte Spinne verkörpert wird. Auch die Eulen der mexikanischen Mariachi Band tragen zur Atmosphäre bei durch gut getimete Lieder und Beiträge.
"Rango" bietet in dieser Hinsicht alles was das Westernherz braucht und wirkt in sich, obwohl es Tiere sind, so Menschlich das es einem fast Angst macht.
Hier und da fielen mir kleine Unebenheiten im Setting auf, was die Handlung nicht unlogisch macht, bei machen aber Fragen aufwerfen könnte. Zum einen gibt es in dem Film Tiere und "Tiere". Damit meine ich, dass es die Tiere gibt, die als Protagonisten dienen und die Tiere, die einfach Tiere sind. Nutztiere z.B.
Der Schmied der Stadt ist ein Wildschwein bzw. Warzenschwein und die Tiere die die Karren und Wagen der Stadtbewohner ziehen sind auch kleine Wildschweine bzw. Warzenschweine.
Zumal gelten die als Roadrunner bekannten Rennkuckucks als beliebte und schnelle Reittiere, wobei einer von Rangos Kumpanen auch ein Vogel ist und auf einem Vogel reitet...tja.
Fragen werden auch aufgeworfen, wenn man sich fragt, wer dem Habicht eigentlich seinen Eisenschnabel verpasst hat und wie der Bösewicht "Klapperschlangen Jake" eigentlich seine, am Schwanz befindende, Rapidfeuerwaffe nachläd ohne Hände o.Ô. 
Sollten wir das unter künstlerischer Freiheit verbuchen? Oder offene Fragen? Oder Denkfehler? Es bleibt dem Zuschauer überlassen.

Kommen wir nun zu den Animationen. Diese sind der vermutlich größte Pluspunkt des Films, weil, wie ich schon in der Einleitung sagte, der Film einfach fantastisch gut aussieht. Er ist sehr detailreich, was man dan den Charakteren sieht, wie Fell und Schuppen dargestellt werden. Alles zusammen mit der grandiosen Lichtatmosphäre der Wüste. Und damit sind wir auch schon bei der Umwelt die auch fantastisch real wirkt mit dem Sand, den Sandstürmen, den Steinen und Hügeln und der Vegetation der Wüste, und die Darstellung der Stadt besticht außerdem durch Detailreichtum, da sie wirklich teilweise aus dem Stegreif zusammengezimmert wirkt. Wirklich schön sieht auch das Wasser aus, was sich allerdings rar macht, aber seinen großen Auftritt am Ende hat. Ein "bildliches" Highlight war der Ritt des Suchtrupps auf den Roudrunnern vor der untergehenden  heiß-rot, glühenden Sonne und dazu schwungvolle,schnelle Gitarrenmusik. Einfach eindrucksvoll und meisterhaft atmenberaubend :)
Verantwortlich dafür war "Industrial Light & Magic". Eigentlich eine Spacial Effekts Firma die schon bahnbrechende Erfolge feierte, in Filmen wie Star Wars, Krieg der Welten, Jurassic Park. Hidalgo, Man in Black, Avatar, Iron Man und Transformers und vielen anderen. Daran kann man schon sehen das die Leute hinter den Animationen Künstler ihres Handwerks sind.

Kommen wir nun Anschließend zum Humor des Films. Dieser ist recht animationsfilm-typisch. Bedeutet, dass die Lacher vorallem durch die ungewollten bzw. gewollten Slapstick Einlagen von Rango erzeugt werden, aber auch durch die...sagen wir geistige Beschränktheit mancher Stadtbewohner. Dieses animationsfilm-typische ist zwar bewährt und funktioniert, wirkt an manchen Stellen zwar passend aber doch etwas lächerlich, weil mache Witze doch recht flach ausfallen. Ähnliche Situationen spielen sich mit Bohne ab, wenn sie ihre "geistlichen Aussetzer" bekommt, wie ich sie nenne, die durch große Aufregung hervor gerufen werden, wo sie ruhig und stocksteif da steht und sich später an nichts mehr erinnern kann. Oder auch die meist humorvollen Einlagen der Eulen-Mariachi-Band sorgen für Schmunzler.
Die Jüngeren Zuschauer dürften sich an Slapstick  aber nicht großartig stören, genau so wenig wie ich ^_^
Gut allerdings kleine Eastereggs bzw. Seitenhiebe auf andere Filme und Filmfiguren. So landet Rango bei seinem gefährlich Tanz auf dem Highway auf der Windschutzscheibe des Chevrolet Caprice, in dem Raoul Duke und Dr. Gonzo, die Protagonisten aus "Fear and Loathing in Las Vegas" sitzen.
Auch Aushängecowboy Clint Eastwood lässt sich gegen Ende des Films nochmal Blicken, als Rango in die nähe einer Menschenstadt kommt. Dieser ist grade mit einem Golfwagen auf der Suche nach Schätzen ist mit einem Metaldetektor, was allerdings auch nur eine Anspielung ist und ich weiß nicht ob er wirklich gemeint war. Aber es kam mir so vor.

Kommen wir nun zu einer film-externen Angelegenheit, die aber genau so wichtig ist wie Story und Animation sind nämlich die Stimmen hinter den Figuren. 
Den Originalsprechern wurde dazu eine echte Westernkulisse plus Kostüme geboten, um sich richtig in das Umfeld und die Rollen hinein zu versetzen. Bravo :)
Allen voran natürlich Johnny Depp der Rango seine bekannte Stimme verleiht, was alleine schon sehr viel Besucher in den USA in die Kinos gelockt hat.
Herr Depp macht seine Arbeit wie immer gut und schafft den Spagat von Rango, zwischen weichem Terrariumhocker und coolem Revolverheld. 
Im deutschen, wird sein Part von David Nathan übernommen, der ja Johnny Depps beliebte Standardstimme ist und es genauso fantastisch macht wie der große Filmstar selbst. 

(Nebenfact: David Nathan gibt im deutschen seine Stimme auch Christian Bale, Paul Walker und und Piccolo im Anime "Dragonball Z")
Bohne wird gesprochen von Isla Fisher, eine nicht unbedingt bekannte Schaupielerin, vielleicht bekannt auch dem ersten Scooby Doo Film von 2002 und Die Hochzeits Crasher von 2005.
Im deutschen leiht Angela Wiederhut der Leguanin ihre Stimme und besticht dabei durch einen zuckersüßen Tonfall, aber auch durch harte Wortgefechte in Rage. Ihre Stimme ist vorallem bekannt durch Serien wie "How I Met Yout Mother" wo sie Alyson Hannigan also Lily Aldrin spricht oder die gute Misty aus dem Anime Pokemon.
Aber auch zwei in Deutschland mehr bekannte Personen vergeben ihre Stimmen gerne. Zum einen Komedian Michael Kessler der mit viel Gezischel Klapperschlangen Jake sein düsteres und gefährliches Auftreten verleiht, was Bill Nighy (zuletzt als Rufus Scrimgeou in Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil1) im englischen auch schon gut gemacht hat. Und zum anderen Schaupieler Martin Semmelrogge der der etwas dümmlichen Warzenkröte Waffles seine Stimme gibt.
Man sieht also, der Film ist stimmtechnisch bestens besetzt und das merkt man auch, weil die Stimmen wirklich gut passen und vorallem die "Lippensynchronisation" stimmt, was bei Mäulern, Schnäbeln etc, ja nicht immer leicht ist ;D

Die Musik zum Film stammt übrigens von Hans Zimmer, der schon gute Soundtracks für Inception, The Dark Knight, Fluch der Karibik, Der König der Löwen und Gladiator komponierte. In "Rango" hat er sich gut an die Vorschriften des Western Films gehalten was die Musik angeht. Gitarren,Trompeten und Geigen kommen zum Einsatz, die vorallem durch die Mariachi Band gespielt werden. Aber auch Orchestermusik ist zu hören.

Und damit wären wir auch schon am Ende angekommen, viel bleibt mir nicht mehr zu sagen, außer ein Fazit zu ziehen.
Das fällt, wie sollte es auch sein :D, recht positiv aus. "Rango" erfindet das filmische Rad nicht neu und vorallem erfindet er story-technisch nicht das Westernrad neu, trotzdem macht er aber sehr viel richtig und das besticht. Der Film sieht gut aus, lässt sich gut gucken, ist nie langweilig und ist auf keinen Fall zu kurz oder zu lang. In dem Film steckt viel mehr als ein Kinderfilm, wie man es vielleicht bei den ganzen Animationsfilmen vermuten lassen kann.
Der Untertitel "Tarnung ist Alles" ist nicht offiziell, das muss hier nochmal gesagt werden. Und trotzdem passt er doch zum gesamten Geschehen im Film, zumal der Hauptcharakter ein Chamäleon ist und er sich auch nur in der Stadt durch sein schauspielerisches Talent tarnt.
Desweiteren sollte man immer im Hinterkopf behalten, dass nicht so ist wie es zu sein scheint. :)

Somit empfehle ich mich mal wieder und sage Tschödeldö bis zum nächsten Mal beim Peteback!

1 Kommentar:

  1. Tolle erste Kritik, gefaellt mir gut :D
    Du hast mich dazu gebracht mich fuer den Film zu interessieren und ihn zu schauen und genau das werd ich demnaechst tun und dir mitteilen, wie ich ihn fand! :D

    AntwortenLöschen