22.05.11

Anime•Peteback: Pale Cocoon

 So und da wären wir schon wieder mit einem neuen Peteback!
Heute mach ich mal eine neue Folge aus der Rubrik "Über den Teller gerannt" und diesmal wird es um einen Film gehen der;
Erstens: Was für Animeliebhaber ist und 
zweitens: Zeigt, dass meist in der Kürze die meiste Würze steckt.

Ich präsentiere von meiner Seite aus
Pale Cocoon

"Pale Cocoon" ist eine CG-Anime von dem Regiesseur Yashuhiro Yoshiura aus dem Jahr 2006. Der Film spiel in einer endzeitähnlichen Epoche, wo die Menschheit geszwungen war die Erde zu verlassen und nun in der Vergangenheit nach Antworten suchen.

Trailer für das grandiose Schauspiel

Filmfakten:
Originaltitel: Peiru Kokūn
Deutscher Titel: Pale Cocoon
Orignalsprache: Japanisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 23 Minuten
Regie: Yasuhiro Yoshiura
Studio: Studio Rikka

Wie sieht die Zukunft der Menschheit aus? Diese Frage ist allgegenwärtig und auch „Pale Cocoon“ stellt sich jener Thematik. Dabei schafft es Studio Rikka, eine packende Stimmung zu erzeugen, die den Zuschauer mit allerlei Fragen konfrontiert und ihn am Ende nachdenklich zurücklässt.
Die Welt ist nicht mehr die, die sie einst war und befindet sich im anzunehmenden Stillstand. Flora und Fauna, so wie wir sie heutzutage kennen, gibt es aus vielerlei Gründen schon lange nicht mehr. Die Oberfläche der Erde scheint unbewohnbar und die Menschen leben unterirdisch und versuchen die Vergangenheit, aufgrund von Video-, Text- und Bilddateien zu archivieren. So macht sich auch der Hauptprotagonist " Ura" auf die Suche nach der Vergangenheit einer ihm unbekannten Welt, wobei er auf eine Datei stößt, die sein bisheriges Dasein komplett verändern wird.

Die Handlung wird lediglich von 2 Personen getragen — nicht mehr, aber auch nicht weniger. Auf der einen Seite ein junger Mann namens Ura, Mitarbeiter des „Archive Excavation Department“, der für die Archivierung von Relikten aus längst vergangenen Zeiten zuständig ist, um so die Fehler der damaligen Menschheit besser nachvollziehen zu könnnen. Auf der anderen Seite steht seine Kollegin Riko, die bereits jegliche Hoffnung in die Zukunft aufgegeben hat, wie bereits so viele Menschen vor ihr. Sie sind die letzten Menschen die in der Abteilung arbeiten wollen. Für die anderen Menschen hat es keinen Sinn mehr in der Vergangenheit zu wühlen.
Dialoge zwischen den beiden sind rar gesät. Hier der enthusiastische Forscherdrang der eigenen, tristen Realität zu entfliehen und dort die Resignation in Anbetracht der ausweglosen Situation und der Unrühmlichkeit der menschlichen Taten sorgen für zusätzliche Spannung und tragen maßgeblich zur Unterhaltung bei.
Ansprechende CG–Effekte und die meist sehr dunkle und futuristisch anmutende Optik verleihen dem ganzen einen sehr ungewöhnlichen, aber durchaus melancholischen Touch. Auch die musikalische Untermalung passt sehr gut zum Ambiente und endet mit einem Song, der geschickt in die Story eingebunden wird und hier eine entscheidende Rolle spielt. Ruhig erzählt und mit eindrucksvoller Optik präsentiert sich der Anime und erzeugt dabei eine sehr nachdenkliche Stimmung.
Das Studio spielt hier sehr viel mit den Lichteffekt. Das sieht sehr schön und gleichzeig einsam aus.
Man muss sich wirklich auf diese kleine Perle einlassen um zu sehen was da wirklich drin steckt. Denn durch die oft triste Optik wird der Film nicht unbedingt für Jeden interessant. Doch man sollte wirklich "hinter" das Grau blicken.
Vorallem in seiner Kürze ist der Anime interessant, wie er es schafft eine Botschaft so eindrucksvoll und nachdenklich rüberzubringen, wie es sonst nur ganze Serien oder Spielfilme schaffen.
Der Titel selbst stellt ein großes Rätsel dar. Es ist unklar, wen oder was genau „Pale Cocoon“ wirklich darstellen soll und es es ist. Der rostfarbene Kokon, der die Erde symbolisiert, den Mond wo die neuen Kollonien sind oder die Menschen, die nur noch als eine Art Hülle in einsamer Monotonie ihrem tristen Alltag nachgehen? Im Gegensatz dazu steht der Song „Aoi Tamago“ am Ende des Animes, dessen Titel übersetzt soviel bedeutet wie „bläuliche Kugel“, was wiederum auf unsere Erde schließen lässt und dabei ein Gefühl der Hoffnung, zumindest beim Hauptcharakter, aufkommen lässt. Fragen über Fragen...
Einige davon werden beantwortet und mit manchen wird der Zuschauer alleingelassen, um für sich selbst die Antworten finden, wobei der Anime am Ende jedoch eine Überraschung zu bieten hat. 
Die zwei Sprechen werden einem wohl bekannt vorkommen. Für Ura hat man Dirk Meyer verpflichtet dessen Stimme z.B aus "One Piece" als Lysop und Fry aus "Futurama" bekannt ist. Den weiblichen Part der Rico übernimmt Shandra Schadt. Ihre Stimme ist auch bekannt aus der Serie "Futurama", dort spricht sie die Amy. Außerdem ist sie die feste, deutsche Stimme von Miley Cyrus, Jassica Alba und Anne Hathaway.


Kommen wir mal zum Fazit.:
Müsste man "Pale Cocoon" beschreiben, so kann man das auf verschiedenste Weise tun. Von einer kurzweiligen, atmosphärisch dichten Science-Fiction-Geschichte, einer postapokalyptschen Zukunftsvision, einer Gesellschaftskritik bis hin zu einer modernen Interpretation von Platons Höhlengleichnis. Doch die Frage ist vielmehr, wie sehr man sich auf die Thematik einlassen möchte und wie viel man in das Werk hineininterpretiert. Mir selbst gefiel die Präsentation der Story außerordentlich gut und ich bin sogar der Meinung, dass das Werk Pale Cocoon eben genau diese Zeit von 23 Minuten braucht, um sein Potenzial vollends entfalten zu können. Meiner Meinung nach ein Muss für jeden Animefan mit erhöhtem Niveauanspruch! :]

Also empfehle ich mich dieses Mal und sage Tschödeldö und möchte doch gerne wieder ein Feedback sehen, wenn ihr den Film gesehen hab! Ich bin gespannt :)

1 Kommentar:

  1. Genial. Der Film klingt klasse! (Wieso habe ich bisher noch nicht auf die Filmplakate rechts in der Navi geklickt?) Danke für die Rezension! (:

    AntwortenLöschen