01.05.11

Film•Peteback: Silent Killer

Hallo ihr Liebhaber von Meeresfrüchten und Blut, es ist wieder an der Zeit ein Peteback zu schreiben.
Also auf los geht's los, der Beckenstoß!
Heute gibt's mal einen Film der;
Erstens: Aus Asien kommt
und zweitens: Wirklich zu überraschen weiß.

Ich präsentiere daher
Silent Killer

"Silent Killer" ist ein Film von dem südkoreanischen Regisseur Cheol-hie Park um einen Auftragskiller mit einem Traum, der zeigt, dass die innere Stimme doch manchmal viel wichtiger sein kann.

Trailer für alle! :
(Der Trailer ist nicht auf Deutsch, erfüllt aber seinen Zweck und ist gut gemacht)

Filmfakten:
Originaltitel: Yeui-Eomneun Geotdeul
Deutscher Titel: Silent Killer
Originalsprache: Koreanisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 108 Minuten
Regie: Cheol-hiePark
Drehbuch: Cheol-hie Park
Produktion: Amazia

"Silent Killer" ist mal wieder ein Film wo der Name auch Programm ist. Es geht in dem Film nämlich um den "stummen" Auftragskiller "Killa" (Shin Ha-Kyun). Das ist natürlich nicht sein richtiger Namen, aber den richtigen erfährt man leider nicht, weil unser Hauptcharakter ja stumm ist. Sein synonym bildet sich also aus der Summe seiner Handlungen. Obwohl "stumm" kann man ihn auch nicht nennen, denn er könnte eigentlich reden. Doch durch einen Sprachfehler der anscheinend mit seinen Stimmbändern zu tun hat, will er nicht sprechen um sich nicht zu blamieren.
Er spricht nicht und ist somit einer der beliebtesten Auftragskiller im Lande, schließlich stellen Stumme keine überflüssigen Fragen. ;D
Killa möchte nun Geld verdienen um sich eine Operation leisten zu können, die nach Aussage des Arztes 100.000 Dollar kosten wird. Er war eigentlich ein sehr guter Koch, der sehr geschickt und flink mit dem Messer umgehen kann. Da sich anscheinend mit Auftragsmorden mehr Geld verdienen lässt, wechselt er kurzum seinen Beruf und schließt sich einen Auftragskillerring an. Seine favorisierte Waffe ist natürlich das Messer.
Ist alles erledigt und das Geld beschafft,  will er seine alte Freundin wieder treffen und am liebsten noch ein berühmter Stierkämpfer werden. Manche Aufträge füllt er nur mit der Hilfe von seinen besten Kumpel Ballett (Kim Nin-yin) aus. Dieser war mal Tänzer und kann so perfekt und im optisch wunderbar zu betrachtenden Stil töten!
Als sich allerdings eines Tages die scheinbar durchgeknallte aber hübsche Frau She (Yoon Yi-hye) und ein obdachloses Kind bei ihn einnisten bekommt unser stummer Killer langsam Probleme. 
Er will seinen Job natürlich geheim halten. Plötzlich häufen sich aber die Probleme und einige Ereignisse überschlagen sich, sodass Killa selbst in Gefahr gerät...


Ich müsste zuerst mal sagen, dass ich asiatische Filme zwar mag, aber kein wirklich großer Fan davon bin. Vielleicht liegt es an der Art wie sich die asiatische Filmkunst von der europäischen oder amerikanischen Unterscheidet. Von Zeit zu Zeit entdeckt man doch echte Perlen, wenn man mal auf dem Independent-Grabbeltisch wühlt. "Silent Killer " war da wirklich eine Überraschung für alle die einen gepflegten Thriller mögen, der sich aber nicht zu ernst nimmt und auch teils als Komödie durchgehen kann.

Der Film bietet wirklich Interessante Charaktere die man nach und nach kennenlernt, angefangen natürlich mit Killa selbst. Der stumme Antiheld lebt vornehmlich alleine, liebt Meeresfrüchte so sehr das er dafür töten würde, was er auch im Prinzip tut, schreibt merkwürdige Gedichte über Kühe, mag Stierkämpfe und will selber mal ein Torero werden. Da Killa nicht selber spricht, kommt seine innere Stimme zum Einsatz. Alle Handlungen und Gedanken werden von Killa aus dem Off beschrieben und das funktioniert so erstaunlich gut, dass Sprache wirklich unnötig ist. Killa wirkt dabei auch sehr sympathisch, in seiner Art zu "reden" und zu denken. Stellenweise wirkt er auch naiv und scheint auch nicht unbedingt der Hellste zu sein, weil er es ich schwierige Wörter nicht merken kann und bei komplexen Texten nicht mehr so recht mitkommt.
Dazu gesellen sich noch Killas Freunde die anderen Auftragskiller. Dazu käme "Ballett", der seinen Namen deshalb trägt weil er mal Balletttänzer war, aber nach einer schweren Knieverletzung nicht mehr tanzen kann und nun Auftragskiller ist. Und "Der Meister", ein Karatemeister dessen Schule pleite ging und nun sein Lebensunterhalt mit Genickbrüchen verdient.


Zwar sieht man auf dem DVD-Cover Killa mit einer Schusswaffe, im Film selbst benutz er allerdings fast ausschließlich sein Messer. Schusswaffen benutzt er nur dann wenn's sein muss.
Der Film hat einige brutale Stellen, vorallem im Finale, aber auch er ist auch lustig. Alleine schon die Kommentare die sich im Kopf des Protagonisten abspielen sind Gold wert. Dazu kommt viel Situationskomik. Wie z.B "Der Boss", der irgendwie ne Schraube locker hat. Die FSK 18 hat der Film wohl vor allem deswegen, weil Killas Job kein bisschen kritisch betrachtet wird. Stattdessen hört man nach einen blutige Mord noch meistens einen schwarzhumorigen Spruch. Unweigerlich komisch sind auch die Reaktionen von Killa, wenn er in Situationen geworfen wird, die er nicht kennt und im normalen Leben eigentlich eher meiden würde. Beziehungen. Frauen, Sex und Kinder z.B.
Zum Ende hin wird der Film allerdings immer ernster und auch anspruchsvoller. Man hat sich für eine gelungene Mischung entschieden. Man steht mit dem Protagonisten vor der Entscheidung was ihm in seinem Leben wirklich wichtig ist und wie er das erreichen soll, was er will.

Die Synchronisation?
Besonders positiv fällt die Stimme von Killa auf. Für seine Stimme wurde Philipp Moog an Land gezogen. Er ist bekannt als Standardsprecher von Owen Wilson, Ewan McGregor und Guy Pearce. Außerdem bekannt durch die Stimme von "Jesus" in der US-Kultserie "South Park". Und da Killa ja keine Lippenbewegungen macht ist die Synchro erst recht sehr gut geworden.
Seine Stimme hat was Warmes und Gefühlvolles. Er spricht immer in einem ruhigen Ton, ohne viele Gefühlsregungen, was anscheinend auch Killas Art ist.
Die restlichen Sprecher leisten meist durchschnittliche Arbeit, was bei asiatischen Film ja leider so üblich ist. Die schnellen Lippenbewegungen der Asiaten lassen sich nur schwer mit deutschen Texten kombinieren. Doch alles in allem ist die Synchro doch ganz ordentlich geworden.


Zum Schluss möchte ich "Silent Killer" doch jedem ans Herz legen, der asiatische Filme mag, Thriller mag, schwarzen Humor mag, oder die Kombination aus allem mag. :D
Besser kann man es nicht beschreiben. Aber auch Jemand der nicht so viel mit dem Genre Thriller anfangen kann, könnte an dem Film seine Freude haben, weil die Charaktere wirklich interessant sind und die Story in sich doch sehr originell. Ein Ausleihen in der Videothek wäre auf jeden Fall mal drin! :]

Und wieder mal ein herzliches Tschödeldö und bis zum nächsten Peteback ihr Klippfische!

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