18.05.11

Film•Peteback: Waking Life (Träumen ist Schicksal...)

Gott zum Gruße!
Und willkommen zu meinem ersten Beitrag zum Thema 
"Über den Teller gerannt"
In dieser kleinen Rubrik werde ich kurze bis lange Reviews zu Filmen, Serien und Spielen machen,
die schon als Geheimtipp gelten, aber auch nicht für jeden etwas sind. :]

Und schon kommen wir zum ersten Schmankerl. Es ist ein Film der;
Erstens: Ein Film ist für den man sich ein bisschen Zeit nehmen sollte
und zweitens: Ein Film mit einer interessanten Optik ist.

Und hier kommt
Waking Life
"Waking Life" ist ein animations-ähnlicher Film aus dem Jahr 2001, der viele philosophische Fragen und Gedanken aufnimmt und sie in interessanten Dialogen versucht zu klären.

Original Träiler!



Fakten zum besseren Verständnis:
Originaltitel: Waking Life
Deutscher Titel: Waking Life
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2001
Länge: ca. 99 Minuten
Regie: Richard Linklater
Drehbuch: Richart Linklater

Seit ihr auch schonmal von einem Nickerchen aufgewacht und habt euch die Frage gestellt, warum sich der Traum den ihr grade hatten, so unglaublich real angefühlt hat?
Der Protagonist in "Waking Life" hat so ein ähnliches Problem, nur noch ein bisschen verschärfter. Er kann nämlich nich mehr aus seinem Traum aufwachen. "Waking Life" erzählt die unfreiwillig tragische Geschichte eines jungen, namenlosen Mannes, der träumt. Oder nicht? Oder doch? Mhh...
Während seines Traumes trifft er auf viele andere Charaktere, die alle sehr redselig sind und über Themen wie: Den freien Willen, die menschliche Existenz, die Wahrnehmung der Realität und viele andere philosophische Themen diskutieren und den Protagonisten daran teil haben lassen wollen.
Doch warum?
Die Antwort - Keine Ahnung
Es wird dabei sehr viel über den Existentialismus und vorallem die Interpretationsversuche geredet. Der Hauptcharakter rutscht mehr oder minder freiwillig in diese Themen hinein, hört sich alles aber immer brav an, nimmt aber nie wirklich an den Diskussionen teil. Schlussendlich kommt er auf seiner Reise dahinter, dass er wirklich träumt und nicht aufwachen kann. Oder ist vielleicht doch alles Realtität? Der Film lässt da sehr viel Raum für Interpretationen.
Okay ich bin mal ehrlich. Die Story ist wirklich mal pille palle. Allerdings bildet sie ein solides Fundament für die Themen die der Film anschneidet. Es ist mal ganz nett das man einen Film sehen kann, wo Namen keinerlei Rollen spielen. Denn keiner hat in dem Film einen Namen, angefangen beim Protagonisten.
Dennoch seh ich darin ein kleines Problem. Man kann sich mit den Leuten in dem Film nicht wirklich anfreunden, es entsteht keine Sympathie, keine Abneigung, kein Mitleid. Selbst der Hauptcharakter wirkt so, als würde er nur eine Nebenrolle spielen und das die Dialoge und die Themen die eigentlichen Hauptpersonen sind. Auch kommen Szenen vor, wo der eigentlich Hauptcharakter gar nicht dabei ist und die nur weniger zum weiteren Verlauf des Films beitragen. Die Schauplätze ändern sich rasand von der Straße, in eine Kneipe, zu einem Paar im Bett, zu einem Café oder einer Fernsehsendung. Wie schon gesagt steht hier die Pholosophie im Vordergrund, das nicht natürlich nichts für jeden, aber man wird sachte an die ganzen Themen herangeführt und wird nicht sofort zugeschwallt mit Fachbegriffen und komplexen Gedankengängen. 
Mir ist allerdings aufgefallen, dass die Überleitungen doch etwas schwammig sind und die Dialoge wirkten stellenweise etwas langweilig und schleppen sich ein wenig. Trotzdem kann man immer gespannt sein, was als nächstes passieren wird.

Ich komme jetzt mal zur Optik. Ein sehr wichtiger Punkt. Der Film ist nämlich eine sogenannte Rotoskopie. Das bedeutet, dass der Film zwar komplett mit Schauspielern gedreht wurde, aber dann nach dem Drehschluss am PC mittels Effekten und und Animationen nachbearbeitet wurde. Das verleiht dem Film einen Touch von Animationsfilm, wirkt aber viel grober und verdrehter, weil viele verschiedene Stilmittel der Zeichenkunst verwendet werden. Von Weichzeichner, über Farbverschiebungen, bishin zu verzerrten Bildern und den Charakteren die wirken, als wären sie aus einzelnen Schnippseln zusammengesetzt.
Jedes Setting wirkt dabei wie ein kleines Gemälde. Das ist sehr erfrischend und weckt vorallem das Interesse des Zuschauers. Also jedenfalls bei mir.

Dieses kleine Kommentar von Andreas Platthaus aus der FAZ fasst es nochmal nett zusammen:
"Es gibt kein Werk der Animationsgeschichte, das sich so wenig um die klassische negative Definition des Metiers schert, die bezeichnenderweise von Max Fleischer stammt:  "Wenn es im richtigen Leben passieren kann, dann ist es kein Zeichentrick ." Alles, was  " Waking Life " erzählt, kann im richtigen Leben passieren. Mehr als das: Das, was in diesem Film geschieht, ist jedem schon einmal passiert. Seine Protagonisten unterhalten sich hundert Minuten lang über Leben und Tod, sie entwickeln ihre individuellen Zugänge zur condition humaine, oft banal, manchmal tiefschürfend, in Monologen oder Zwiegesprächen, auf Kinoleinwänden und im Fernsehen, in der Kneipe oder im Bett""

Es bleibt außerdem zu sagen, dass die Synchronisation wirklich sehr schön gelungen ist. Die Lippensychronität ist nahezu perfekt. Die Stimmen wurden gut für die einzelnen Personen gewählt.
Darunter sind bekannte Sprecher wie Nana Spier (Stimme von Drew Barrymore und Sarah Michelle Gellar), Nicolas Artajo als der Hauptcharakter (Stimme von Jamie Bell und Micheal Cera) und Andreas Fröhlich als sein Kumpel Jesse (Stimme von John Cusack und Ethan Hawke)
Schlussendlich ist ein "Waking Life" etwas für alle die sich gerne mit philosophischen Themen auseinander setzten, oder gerne daran teil haben. Philosophiemuffeln würde ich den Film nicht unbedingt empfehlen, weil da das Interesse nicht so groß ist um dem Film anständig zu folgen.
Es muss als jeder selber entscheiden. Mir hat er gut gefallen, obwohl ich nicht sher viel diskutieren, sondern lieber zuhören :)

Und nun machts gut, danke für die Aufmerksamkeit! Soll ich vielleicht mit dieser Rubrik weitermachen? Gebt mir doch ein Feedback wenn ihr den Film gesehen habt. Wäre nett :)
Also empfehle ich mich also und Tschödeldö alle da draußen!

P.S.: Pssst! :-o Keinem weitersagen, aber...  Waking Life  :3

Kommentare:

  1. Ich muss sagen, als ich dein Peteback dazu gelesen habe, war ich direkt an dem Film interessiert und musste ihn mir sofort ansehen.
    Die Optik ist doch wirklich sehr interessant, wie du schon in deiner Kritik erwaehnt hast. Interessant aber doch gut gewaehlt, es ist nicht zu realistisch und auch nicht zur animiert, das ist eine gute Mischung finde ich.
    Die Musik gefaellt mir auch sehr gut, wobei das wohl eher Nebensache ist.
    Um zu den Charakteren zu kommen: Ich finde, durch das was die Leute sagen, was sie machen, wie sie auftreten, welche Mimik und Gestik sie benutzen und durch die Stimmenwahl der Synchronsprecher kann ich fuer mich persoenlich doch Sympathien aufbauen. Nicht zu allen versteht sich und auch waren einige Unsympathien dabei aber ich finde Namen sind nicht noetig, sie waeren ohnehin fuer diesen Film ueberfluessig und nicht relevant.
    Was mir nicht gut gefallen hat sind die Uebergaenge, wie du auch schon erwaehnt hast. Sie sind doch sehr abgehackt und zu Anfang hatte ich das Gefuehl einfach in das naechste Gespraech, in den naechsten Dialog geworfen worden zu sein.
    Insgesamt muss ich aber sagen, dass dies ein wirklich interessanter und außergewoehnlicher Film ist, den sich Philosophen, Selbstdenker und solche, die es werden wollen mal ansehen sollten.
    Wie schon erwaehnt, finde ich solche Dialoge sehr spannend. Tiefgruendige Gedanken in Worte zu kleiden, darueber nachzudenken und zu diskussieren. Ich mag den Film sehr.
    Vielen Dank dafuer, dass du mich wieder einmal auf einen tollen Film aufmerksam gemacht hast !

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  2. neben a scanner darkly mein lieblings film! <3

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    1. Auch ein interessanter Film, aber war für mich nie so interessant. Von daher habe ich ihn leider noch nie ganz gesehen. :/

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    2. werde mir jetzt a Scanner darkly anschauen da Waking Life auch mein Lieblingsfilm zumindest in diesem Filmgenre ist :)

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