26.06.11

Film•Peteback: Dogma

Dingdong die Hexe ist tot...
Ja da bin ich mal wieder und wir legen auch wieder ohne Umschweife los, denn heute geht es mal um einen Film der;
Erstens: Gott und allen Gläubigen mal so richtig ins Heck tritt
und zweitens: Vor guten Zitaten nur so trieft :D

Ich präsentiere
Dogma
"Dogma" ist eine Fantasie-Satire des US-amerkanischen Regiesseurs Kevin Smith aus dem Jahr 1999
und reiht sich ein in die Rige der "New-Jersey-Filme" von Kevin Smith. 

Gott schick mir einen Trailer!

Die geheiligten Filmfakten:
Originaltitel: Dogma
Deutscher Titel: Dogma
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1999
Länge: ca. 120 Minuten
Drehbuch: Kevin Smith
Regie: Kevin Smith
Produktion: Scott Mosier, Kevin Smith

Nachdem die zwei Engel Bartleby (Ben Affleck) und Loki (Matt Damon) vor über tausend Jahren bis zum Ende der Menschhiet auf die Erde verbannt wurden, genau genommen nach Wisconsin, aufgrund einer Säuferei und anschließendem gotteslästerlichen Verhalten, wollen sie nun durch einen kleinen Tipp einer geheimnisvollen Person wieder in den Himmel zurück. Ein Dämon namens Azrael (Jason Lee) spielte ihnen einene Zeitungsartikel zu, in dem erklärt wird, dass eine katholische Kirche in New Jersey ihre 100 Jahr-Feier abhält. Der Kardinal dieser Kirche Kardinal Ignatius Glick (Georgie Carlin) hat allen Katholiken den Generalablass versprochen, sprich: Jeder der die Kirche betritt, ist von allen Sünden reingewaschen. Das wäre die Chance für die beiden Engelskumpel legal in den Himmel  zurück zu kehren, denn die Kirche ist Gottes Wort auf Erden und Gottes Wort sei Gesetz. Wer allerdings auf dem Himmel verbannt wurde, darf nach dem dogmatischen Gesetz Gottes nie wieder zurückkehren. Im Endeffekt würde das Betreten der Kirch durch die zwei Engel aber Gottes Fehlbarkeit beweisen und alle Existenz würde vernichtet werden, denn alles Sein basiert auf dem Grundsatz das Gott unfehlbar ist.
Leider hat es sich aber zugetragen, dass Gott in der Gestallt eines Menschen nicht von einem Minigolf spiel auf der Erde zurückgekehrt ist, weil die Person in die er gefahren ist von Schlägern ins Koma geprügelt wurde. Gott steckt also auf Erden fest und kann das Vorhaben der beiden nicht vereiteln. Also müssen andere Retter der Menschheit her. Die personifizierte Stimme Gottes , der Engel Metatron (Alan Rickman), wird nun ausgesand um den letzten Nachfahren der Eltern Jesus Christus, eine junge Frau namens Bethany (Linda Fiorentino), davon zu überzeugen die Mission im Namen Gottes zu übernehmen. Sie hält das alles für nicht wirklich sinnvoll, wird aber durch verschiedene Ereignisse doch nach New Jersey getrieben. Auf ihrem Weg wird sie von den beiden Kiffern Jay und Silent Bob (Jason Mewes & Kevin Smith), die den Status von Propheten inne haben unterstüzt. Die beiden retten sie im übrigen vor den gleichen Schlägern die schon Gott saures gegeben haben. Die beiden wissen allerdings nichts von ihrer Mission und wollen nur Sex von Bethany.
Auf dem Weg nach New Jersey trifft sie noch auf den schwarzen 13. Apostel Rufus (Chris Rock) und die Muse Serendipity (Salma Hayek) die in einem Nachtclub strippt, weil ihre Karriere als Schriftstellerin gefloppt ist. Unterdessen haben Loki und Bartleby nichts besseres zu tun als auf dem Weg nach Jersey Sünder zu töten und Chaos zu verbreiten. Ihre Ansicht von Party machen, denn sie haben ja nichts mehr zu befürchten, wegen dem oben genannten Generalablassen, bis sie gestreckt bekommen das jemand unterwegs ist um sie aufzuhalten. Bis die beiden Gruppierungen endlich aufeinander treffen...
Abgefahren! Aber man sowas von abgefahren!
Das kennzeichnet Kevin Smiths Film wohl am besten.Man sollte in dem Film nicht unbedingt nach der großen Logik suchen, jedenfalls nicht, was christliche Lehre und Bibelfestigkeit angeht. Darum geht es aber dem Anschein nach aber auch nicht. Ob Engel, Menschen, Dämonen, es menschelt nur so in „Dogma“. Die beiden gefallenen Engel wirken wie vom Leben enttäuschte Menschen, die endlich ihr Glück machen wollen und nicht verstehen, wie Gott immer noch hinter einer solchen Menschheit stehen kann, die durch und durch sündenverseucht und lasterhaft durch die Weltgeschichte tanzt, während sie selbst endlich ins Himmelreich zurückkehren wollen. Soll sie doch sang- und klanglos untergehen, diese verrohte Menschheit. Der Egoismus macht sich breit, wer will es ihnen schon verdenken...

Affleck und Damon spielen diese beiden Gestalten als enttäuschte Engelskumpel, all ihrer Macht beraubt und zu Boden geschmettert sehr gut und schlüssig.  Sie sind zwischen dem Glauben an das Heilsversprechen und der Fehlbarkeit des Menschen hin und her gerissen, haben ihr Ziel aber genau vor Augen. Sie streiten sich, philosophieren und denken letztendlich an nichts anderes als an sich selbst. Quod erat demonstrandum! Auch sie sind fehlbar. Denn so sehr sie doch am gleichen strang ziehen, verfolgen sie doch mit unterschiedlichen Ansichten ihren Plan und einer scheint auch überzeugter als der andere zu sein. Sie wirken wie ein großer und ein kleiner Bruder.
Doch nun kommen wir zu den Rittern in güldener Rüstung.
Das Pärchen Jay und Silent Bob hat sich darauf spezialisiert, nur noch an einem festzuhalten: SEX! Da kennen sie keine Schranken und lassen alle moralischen Hüllen fallen, allein, das von ihnen ausgewählte Objekt ihrer Begierde, Bethany, weigert sich strikt und geschickt, ihrem permanenten Drängen nachzugeben. Trotzdem zwei irgendwie nette Kerle mit dem Herz am rechten Fleck und immer einen flotten Spruch auf den Lippen...naja, jedenfalls einer von ihnen, die Bethany immer zur Seite stehen. Alan Rickman als Stimme des Herrn ist einfach köstlich und vollgepumpt mit Ironie und Sarkasmus; er kennt alle Schwächen der Menschen, weiß, was zu tun ist und hat trotzdem seinen für einen Engel schwarzen Humor nicht verloren. Er kennt aber auch seinen Gott, den einsamen, aber lebenslustigen Gott, der ab und an in Gestalt eines Menschen unerkannt die Erde besucht, um Minigolf zu spielen: Alanis Morissette, der / die / das Gott, der / die / das schweigen muss, weil Menschen ansonsten durch ihre / seine gewaltige Stimme zerplatzen würden. 
Linda Fiorentino, die die zweifelnde Gläubige spielt, weil Bethany von ihrem Mann verlassen wurde, da sei keine Kinder bekommen kann, mimt sehenswert eine in allen Situationen mehr oder weniger standhafte Frau, die sich ihrem Schicksal als Retterin der Menschheit hingibt. Die sympathische Stimme Gottes, Metatron, verschafft ihr Mut und Vertrauen. Und das ist es, was Smiths Film durchweg, neben trockenem Humor auszeichnet. Ganz unterschiedliche Menschen bzw. Engel suchen einen Weg zwischen Orthodoxie und Dogmatik und der Unvollkommenheit menschlichen Daseins. Man mag diese Positionierung für trivial oder banal halten. Doch Smith entreißt religiöse Fragen, spirituelle Gefühlslagen und damit verbundene Konflikte. Für ihn ist Kirche nicht ein Ort der Angst oder gar des Schreckes, der devoten Haltung, der Selbstkasteiung und der Sinnes- und Lustfeindlichkeit. Gott ist vor allem Lebensfreude und als Rückbezug der Menschen auf die transzendente Frage nach dem Grund des Seins die Möglichkeit einer Erleuchtung, die nicht in den Wolken respektive im Jenseits verankert ist, sondern handfest im diesseitigen Leben. Insofern ist „Dogma“ ein durch und durch religiöser Film, der gleichzeitig die Anmaßung päpstlicher Unfehlbarkeit nicht nur anzweifelt, sondern ablehnt.

Smith hält seine Figuren stark an der Realität, was nicht ausschließt, dies mit abgefahrenem Humor zu untermauern. Aber „Dogma“ driftet eigentlich nie in die Sphären des Lächerlichen oder Dämlichen, so dämlich sich einige vielleicht manchmal verhalten mögen. Selbst das Auftauchen des „Scheiß-Dämons“ aus dem Klosett, der sich aus den Fäkalien der in Golgatha Gekreuzigten zusammensetzt, mag zwar dem guten Geschmack einiger Leute den Rest geben. Ich fand es gradezu genial und einfallsreich, wie Silent Bob ihn mit einem Raumspray ein für allemal erledigt hat. „Dogma“ ist kein „Anti-Dogma“ im Sinne einer philosophisch gelehrten Auseinandersetzung mit dem Katholizismus. Smith verortet die Auseinandersetzung auf der Ebene seiner unterschiedlichen und in sich widersprüchlichen Figuren. Und bei allem darf man nicht vergessen, dass es sich um Ironie, Sarkasmus, um eine Satire handelt, die zu allererst Freude bringen soll. Wer sich einer dogmatischen Feindschaft kirchlicher Glaubensgrundsätze und kirchlicher Politik verschrieben hat, wird diesen Film ebensowenig gut finden wie die Gralshüter der Catholic League – da treffen sich die Extremen.

In dieser Hinsicht ist „Dogma“ allerdings nicht immer überzeugend. Der schmale Grat zwischen abgefahrener Fantasy-Satire und (mehr oder weniger) ernsthafter Auseinandersetzung mit religiösen Fragen ist nicht durchweg so ausgewogen, wie Smith es vielleicht beabsichtigte. Das geht auf Kosten dieser Fragen. Manchmal versackt der Humor auch angesichts etwas gekünstelter Dialoge und umständlicher Handlungsmomente.

Alles in allem aber war „Dogma“ ein „Heiden“-Spaß! HAHAHAHA...hust...
auch für Nicht-Heiden. It works! Jedenfalls im Großen und Ganzen. Beleidigt oder in seinen religiösen Gefühlen verletzt wird hier niemand. Dazu ist der Film selbst zu religiös. Dogmatiker aller Sorten allerdings müssen sich angegriffen fühlen, weil Smith auf dem Sinn allen Religiösen – und zwar unabhängig in welcher Religion – beharrt. Zumal sollte der Film auch für alle Schnabeltierliebhaber ein Genuss werden. Warum fragt man sich? Das wird schon gleich im Intro klar. Also einfach mal reinschauen :)

Und damit kehre ich zurück in mein himmlisches Reich und empfehle mich und sage Tschödeldö und Amen :)

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