23.06.11

Film•Peteback: Letters from Iwo Jima

Hallo liebe Freunde der medialen Unterhaltung! :D
Nach langer Zeit melde ich mich mal wieder zurück auf meinem Blog. Lange lange wars still, was eigentlich daran lag, dass ich viel um die Ohren hatte, dann war das das Hurricane Festival und ich hab in letzter Zeit auch nicht viele Filme gesehen. Doch es geht nun weiter mit ein paar Leckerbissen aus meiner Sammlung und wir legen auch gleich mal los :)
Und es geht geht in diesem Peteback um einen Film der;
Erstens: Im Zweiten Weltkrieg spielt
und zweitens: Sich mit dem Kriegsgeschehen aus einer ganz anderen Sicht beschäftigt.

Ich präsentiere
Letters from Iwo Jima
  "Letters From Iwo Jima" ist ein US-amerikanischer Kriegsfilm von (man höre und staune) Clint Eastwood aus dem Jahre 2006. Er schildert die Ereignisse die sich während des Zweiten Weltkriegs bei der Schlacht um die japanische Insel Iwojima zugetragen haben, aus der Sicht der dort stationieren, japanischen Soldaten.

Trailer

Filmfakten:
Originaltitel: Letters from Iwo Jima
Deutscher Titel: Letters From Iwo Jima
Orignalsprache: Japanisch, Englisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 141 Minuten
Regie: Clint Eastwood
Drehbuch: Iris Yamashita
Produktion: Clint Eastwood, Steven Spielberg

Der Film beginnt damit, dass eine Gruppe von Wissenschaftlers die sehr weitläufigen Höhlensysteme der japanischen Insel Iwo Jima erforschen, die während des Zweiten Weltkriegs von japanischen Soldaten angelegt wurden. Bei Untersuchungen finden sie im Boden einer Höhle einen merkwürdigen Gegenstand und die Handlung wechselt in des Jahr 1944 während des Zweiten Weltkriegs.
Die japanischen Soldaten sind gerade dabei sich und vorallem den Stand der Insel Iwo Jima, gegen den bevorstehenden Angriff der amerikansichen Streitkräfte vorzubereiten. Hier treffen wir auch auf die erste Hauptperson des Films, den Gefreiten Saigo einen ehemaligen Bäcker, der grade mit anderen Soldaten Schützengräben aushebt. Zeitgleich trifft Generalleutnant Tadamichi Kuribayashi (Ken Watanabe) als neuer befehlshabender Kommandeur der Inselstreitkräfte auf der Insel ein. Er beginnt sofort mit einer Inspektion der Verteidigungsanlagen. Unterdessen hat sich Saigo mit einer defätistischen Äußerung gegenüber eines anderen Soldaten in große Schwierigkeiten gebracht, sodass er vom Hauptmann Tanida körperlich gezüchtigt wird. Kuribayashi trifft am Ort des Geschehens ein und unterbindet die Bestrafung mit der Begründung, das man keinen Mann demoralisieren und verletzen darf, denn es wird jeder gebraucht.
Auf der Insel und vorallem unter den Soldaten sowie den Befehlshabern läuft aber nicht alles so ab wie es eigentlich sollte...
Zumal ist Kuribayashi davon überzeugt, dass es aussichtslos ist die Amerikaner schon am Stand zu bekämpfen. Im Gegensatz zu Konteradmiral Osugi und Generalmajor Hayashi, sieht er die Lage der Japaner eher schlecht, denn sie sind zahlenmäßig und vorallem waffentechnisch unterlegen. Was ihnen bleibt wäre der Heimvorteil. Er will den Feind ins Innere der Insel vorrücken lassen, um ihn aus den Schießständen, Bunkern und Höhlen heraus zu bekämpfen. Außerdem muss Kuribayashi feststellen, dass ihm für den Krieg wichtige Informationen vorenthalten werden. Er wurde nicht davon in Kenntnis gesetzt das die japanische Flotte komplett zerstört wurde. Zumal zweifeln seine Untergebenen an seinen Qualitäten als Stratege und verfolgen hinter seinem Rücken eigene Pläne. Eine weitere wichtige Person trifft auf der Insel ein. Oberstleutnant Takeichi Nishi, ein berühmter und hochgeschätzter Stratege. In der Vergangenheit war er Springreiter und hat an den Olympischen Spielen teilgenommen. Er hatte bis zum Krieg gute Verbindungen in die USA weil er im Auswärtigen Amt als Militärattaché tätig war.

Schon nach der Ladnung der Amerikaner spitzen sich die Zustände dramatisch zu. Nishi kann keinerlei Unterstüzung aus Tokio erwarten, desweiteren gehen die Vorräte und vorallem das Wasser zur neige und Munition wird auch Mangelware. Doch der Kampf um die Insel Iwo Jima wird nicht aufgegeben. Saigo und viele andere Soldaten schreiben Briefe an ihre Freunde und Familie und sammeln diese fürs erste in einer Tasche, weil der Ausgang von Post erstmal unterbunden wurde. Als ein wichtiger Stützpunkt am Mount Suribachi verloren ist, begeht die Truppe unter Hauptmann Tanida der Ehre halber Selbstmord, was allerdings dem Befehl von Kuribayashi widerspricht. Einzig Saigo und ein Gefreiter namens Shimizu, ein ehemaliges aber degradiertes Mitglied der Geheimpolizei überleben und fliehen in den nördlichen Teil der Insel...
Euphorische Begeisterungen stiegen in mir auf, als ich von Clint Eastwoods Projekt hörte – die Kriegshandlungen auf der Insel Iwo Jima in zwei Filmen, sowohl aus amerikanischer als auch aus japanischer Perspektive zu erzählen. Dennoch  stellte sich nach dem ersten Teil "Flags Of Our Fathers" schon eine gewisse Ernüchterung ein. Das Kriegsdrama um die amerikanischen Soldaten die die amerikanische Flage bei Iwo Jima aufgestellt haben, war in Bezug auf ein Kriegsdrama dramaturgisch nur ein gutes Mittelmaß. Mit dem zweiten Teil „Letters From Iwo Jima“, der die japanische Sicht auf die Ereignisse vorstellt, legt Eastwood nach dem hervorragenden Drehbuch von Iris Yamashita jetzt allerdings einen Film vor, bei dem das historische bzw. deprimierende Konzept und dessen emotionale Dimension  zusammenpassen.

Wie auch „Flags Of Our Fathers“ beruht „Letters From Iwo Jima“ auf schriftlichen Zeugnissen. (Letters...schriftliche Zeugnisse...höhö :D) Während von Clint Eastwood als Grundlage für den Film über die amerikanische Perspektive, deren Dreh- und Angelpunkt Joe Rosenthals Pulitzer-Preis prämiertes Foto war, stützt sich der zweite Teil doch  auf die Jahrzehnte nach der Schlacht gefundenen Briefe der japanischen Soldaten an ihre Familien. Man darf aber mit Fug und Recht behaupten, dass "Letters From Iwo Jima" doch sehr gradlinig ist, wenn man den im Gegensatz den Vorgänger betrachtet. Abgesehen von einigen kurzen Rückblenden ist der Schauplatz des Films die pazifische Vulkan-Insel Iwo Jima, die sich ca. 1000 Kilometer südlich von Tokio befindet.

Beispielhaft stellt Eastwood das Schicksal einiger Soldaten vor. Alle ahnen, dass es sich bei der Verteidigung der Insel um ein Selbstmordkommando, ja ein wahres Himmelfahrtskommando handelt. Darunter sind Saigo (Kazunari Ninomiya), der junger Bäcker, der unbedingt überleben will, Oberstleutnant Nishi (Tsuyoshi Ihara), der siegreicher Reiter der letzten olympischen Spiele, der Idealist Shimizu (Ryo Kase) und der überzeugte Soldat Ito (Shidou Nakamura).


„Wir Soldaten graben uns ein...In diesem Loch werden wir kämpfen und auch sterben”

Das erste Drittel des Films stellt die Figuren vor und macht mit den unwirklichen Gegebenheiten der Insel vertraut. Steinige Landschaften aus erkaltäter Lava, Staub, Dreck und keine Vegetation. Dazu auch noch unzureichend versorgt mit Nahrung, Wasser, Waffen und Werkzeugen, erzählt der Film von den aufopfernden Anstrengungen aber auch vom eisernen Willen und der Opferbereitschaft der japanischen Soldaten, die nach Plan ihres Kommandanten Tadamichi Kurubayashi tiefe Gänge in das Vulkangestein der Insel treiben, anstatt sich in Schützengräben auf die Verteidigung der Küsten zu konzentrieren. Aufgrund dieser anfangs belächelten Kriegstaktik wurde aus dem erwarteten schnellen Sieg der Amerikaner, die ja zahlenmäßig und vorallem auch waffentechnisch im Vorteil waren, ein blutiger Kampf. Er dauerte rund 40 Tage und 7000 amerikanischen Soldaten das Leben kostete. Von den über 21 000 japanischen Soldaten auf der Insel starben fast alle. Wobei man da auf beiden Seiten nicht von einem Sieg reden kann, meiner Meinung nach.

Um die Geschehnisse auf Iwo Jima darzustellen, findet Altmeister Clint Eastwood beeindruckende Bilder. Ähnlich, wie man es schon in „Flags Of Our Fathers“ gesehen hat, sind die Farben ausgewaschen, so dass das Ganze mehr oder weniger Ähnlichkeit mit einem Schwarz-Weiß-Film aufweißt. Das ist der Handlung und dem Setting sehr zuträglich, weil dieser Effekt nochmal die Emotionen und vorallem die Stimmung untermalt.
Obwohl, oder vielleicht sogar gerade weil das Ende bekannt ist, bleibt der Film über seine ganzen 142 Minuten spannend und hoch dramatisch. Man lernt die Figuren immer besser kennen und nimmt Anteil an ihrem aussichtslosen Schicksal. So sehr sich die Amerikaner von den Japanern kulturell unterscheiden wie man im Zwillingsfilm sehen konnte, so ähnlich sind sie ihnen in anderen Dingen. Wenn man bei „Flags Of Our Fathers“ einen roten Faden benennen will, dann ist es sicher Reflektion über Wahrheit und Lüge – in „Letters From Iwo Jima“ ist es die Auseinandersetzung mit dem Fremden und dem Bekannten. Auch der Begriff der Ehre auf japanischer Seite wird, wird stark kritisiert und angeprangert. Es gibt in dem Film immer wieder Stellen der Annährung, Momente, die deutlich machen, dass es durchaus Berührungspunkte zwischen den Kriegsparteien gibt. Der Kommandant der Japaner liebt Amerika. Voll Stolz trägt er immer noch die Pistole, die ihm bei einem Amerikabesuch geschenkt wurde. Auch genießen Nishi und Kuribayashi gemeinsam eine Flasche Johnnie Walker-Whiskey. Auch die Soldaten unterscheiden sich in ihrer Todesangst nicht voneinander, genauso wie in ihrer Grausamkeit gegenüber dem Gegner. Ein emotionaler Höhepunkt des Films ist die Szene, in der der verwundete GI Sam bei den Japanern in Gefangenschaft gerät. Als ein Soldat den Verletzten töten will, interveniert Generalleutnant Tadamichi Kurubayash und lässt ihn pflegen. Doch genauso wie manche Szenen des Films die Gemeinsamkeiten herausstellen, machen andere die unglaubliche Distanz zwischen den Kulturen deutlich. Vor allem die Sequenzen, in denen die Offiziere samt ihren Untergebenen gegen den Willen ihres Kommandanten Seppuku (die ritualisierte Form der Selbsttötung) begehen, lassen den Zuschauer schaudern. 

Die Geschichte wird ja – laut einem Sprichwort – von Siegern geschrieben. Umso wichtiger, dass Clint Eastwood mit sein Team die Geschichte der Sieger mal relativieren und auch den Unterlegenden ein Stimme verschafft. Wie auch in „Flags Of Our Fathers“, in dem er Schicht um Schicht die amerikanische Wahrheit abträgt und die aktuell salonfähige Kriegspropaganda seines Heimatlandes anprangert, dekonstruiert er auch in seinem neuen Film die Idee des Heldentums – nur wesentlich mitreißender. „Letters From Iwo Jima“ war für vier Oscars nominiert. Außerdem wurde Eastwood für das Doppelprojekt „Flags of Our Fathers“ und „Letters From Iwo Jima“ mit dem Friedenspreis „Cinema for Peace Award“ ausgezeichnet. Die Filme werden sich ihren Platz in der Hall Of Fame des Antikriegfilms erobern.

 Ich empfehle daher "Letters from Iwo Jima" allen Liebhabern von Kriegsfilmen bzw. Antikriegsfilmen, denn dieser Film legt wieder eine Meilenstein in diesem Filmgenre, wie schon Filme wie "Platoon", "Band of Brothers" oder "Wir waren Helden" vor ihm. Wer aber mit dem Kriegsfilmgenre überhaupt nichts anfangen kann, wird mit dem Film vermutlich nicht warm werden. Auch empfehle ich seinen Zwillingsfilm "Flags of our Fathers", der aber für das Verständnis von "Letters from Iwo Jima" nicht wirklich wichtig ist. Er zeigt nur die andere Kriegsseite und sollte daher vielleicht auch angesehen werden.

So und nun verabschiede ich mich wieder und empfehle mich und werde auch schon bald wieder mit einem neuen Peteback bereitstehen. Tschödeldö!

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