31.08.11

Film•Peteback: The Last House on the Left

Hallo und guten Tag ihr Fische!
Ich begrüße euch zu einer weiteren Folge mit nem gar wunderbaren Peteback :)
Heute wird es düster, denn es geht um einen Film der erstens; Wirklich zu schockieren weiß
und zweitens; Von seinem eigenen Regiesseur als Remake rausgebracht wurde.

Er geht dabei um
The Last House On The Left

"The Last House on the Left" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2009. Es ist das Remake des gleichnamigen Films von 1972 der ebenfalls von Wes Craven stammt.

Trailer

Fakten
Originaltitle: The Last House on the Left
Deutscher Titel: The Last House on the Left
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2009
Länge ca. 110 Minuten
Regie: Dennis Iliadis
Drehbuch Adam Alleca, Carl Ellsworth, Wes Craven (1972)
Produktion: Wes Craven
FSK: geschnitten ab 18


Die 17-jährige Mari Collingwood (Sara Paxton) ist immer noch nicht über den Tod ihres Bruders Ben hinweg. Um diesen Schicksalsschlag endgültig zu überwinden, planen ihre Eltern John (Tony Collingwood) und Emma (Monica Potter) einen Familienurlaub im idyllischen Ferienhaus, welches an einem abgelegenen See steht. Als Mari erfährt, dass ihre Jugendfreundin Paige auch dort ist, willigt sie sofort ein mitzukommen. Als Mari Paige in dem Laden besucht, in dem sie arbeitet, treffen die beiden auf den schüchternen Justin (Spencer Treat Clark), der unter anderem Zigaretten kaufen möchte. Da Paige seinen Ausweis verlangt, den er nicht hat, bietet er den Mädchen als Gegenangebot Haschisch an, welches in seinem Motelzimmer ist. Als plötzlich Justins Vater Krug (Garret Dillahunt), der aus der Gefangenschaft entflohen ist, unerwartet mit seiner Freundin Sadie (Riki Lindhime) und seinem Bruder Francis (Aaron Paul) auftaucht, endet die gute Stimmung abrupt. Die Gangsterbande nimmt die beiden Mädchen aus Angst, diese könnten sie verraten, als Geiseln. Während der anschließenden Autofahrt ins Nirgendwo, lotst Mari die Gangster in die Nähe des Ferienhauses ihrer Eltern, in der Hoffnung das sie doch noch geschickt entkommen kann. Bei diesem Fluchtversuch gerät das Auto allerdings ins Schleudern und prallt gegen mehrere Bäume. Alle sechs Insassen überleben jedoch. Aus Wut stechen die Brüder brutal auf Paige ein und verletzten sie schwer. Mari wird danach von Krug vergewaltigt. Sie verliert dabei ihre Halskette mit einem Anhänger ihres verstorbenen Bruders. Als sie einen weiteren Fluchtversuch antritt, springt sie in einen See. Krug schießt auf sie und eine Kugel trifft sie ins Schulterblatt. In der Annahme, das Mädchen getötet zu haben, sucht die Gangsterbande aufgrund eines starken Sturms Zuflucht im nächstgelegenenen Haus, das ausgerechnet das Ferienhaus der Collingwoods ist...

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 Backround-Info!
Tjaja...die Realität kann manchmal ganz schön grausam sein, wie ein Fall beweist, der sich laut Überlieferung im Schweden des 14. Jahrhunderts zugetragen haben soll - und der erstmals in Ingmar Bergman`s “Die Jungfrauenquelle” (1960) verarbeitet wurde. Damals sollen drei Schäfer eine Bauerntochter brutal vergewaltigt und anschließend umgebracht haben, bevor sie sich ausgerechnet im Haus der Eltern des ermordeten Mädchens verirrten. Richtig hellhörig auf diese Sage wurde das breite Publikum allerdings erst durch die Version Cravens, der aus dem dramatischen Stoff einen bitterbösen Terror- Reißer strickte, der in der ungeschnittenen Fassung schleunigst vom Markt genommen wurde. Dennis Iliadis verfremdet in seinem “Last House”- Remake das Thema abermals und nimmt entscheidende Skript- Änderungen vor. Es gibt da natürlich die Frage, ob es sich hier nicht um eine unsachgemäße Instrumentalisierung handelt, die wirklich stattgefundene Tragödie zum selbstzweckhaften Suspense-Stück auszuschlachten, erübrigt sich somit, dass das Kino ein Ort der Fantasie ist, an dem (fast) alles erlaubt ist, solange der Respekt vor den realen Vorbildern gewahrt wird. Außerdem bleibt zu ergänzen, dass es sich bei der von den Drehbuchautoren aufgegriffenen Geschichte um eine Legende handelt, die meines Wissens nach historisch nicht hundertprozentig belegbar ist.

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Aber kommen wir zum Film selbst. 
Die Mission, die Iliadis angeht, Wes Craven`s psychologisch geerdeten Brutalo- Schocker adäquat in das neue Jahrtausend zu transportieren, ist zwar keine unlösbare, aber zumindest gewagt, gilt die Vorlage doch als unumstößlicher Monolith im Horrorgenre und eines der ersten Werke überhaupt, die es sich trauten, die Schmerzgrenzen, und die wird ganz sicher erreicht, der Zuschauer kategorisch auszuloten. Dem Kultstatus des Originals hält der griechische Newcomer, dessen “The Last House On The Left” den Geist der Moderne inhaliert, rabiat- grimmigen Remake-Charme, unumstößliche Härte und eine spannungsgeladene, professionelle Inszenierung entgegen.

Wie seinerzeit Großmeister Craven hantiert Iliadis mit der Frage nach Schuld und Sühne und dem Recht auf Selbstjustiz und spielt mit Sympathie- und Antipathiewechseln beim Zuschauer. Die Ausgangslage, welche ein ländliches Idyll beschreibt, das urplötzlich in einem verstörenden Sumpf aus menschenverachtender Gewalt versinkt, ist zwar einerseits nicht unbedingt ein Novum und der erfahrene Fan braucht ab und an lediglich sein breit gefächertes Horror- Allgemeinwissen abzurufen, um das Story-Konstrukt zu erfassen, andererseits gleicht sich dieser Schwachpunkt aber dadurch aus, dass Iliadis diese Disziplin einfach spielend beherrscht und er sich handwerklich auf hohem Niveau bewegt. Beispielhaft hierfür ist die Szene, in der die besorgten Eltern von Mari dem unheimlichen Klopfen, das von draußen zu vernehmen ist, instinktiv auf die Veranda folgen und dort ihre von erheblichen körperlichen Wundmalen gezeichnete Tochter vorfinden, die vollkommen durchnässt und entkräftet vor einem Schaukelstuhl liegt, mit welchem sie gegen die Tür geklopft hat, um auf sich aufmerksam zu machen. Durch die fantastische Kameraführung in der verregneten Nacht wird diese Sequenz zum Gänsehautmoment. Bei mir hat es auf jeden Fall funktioniert.

Dass die personifizierten Teufel in Gestalt der vier Schwerverbrecher zu diesem Zeitpunkt bereits Unterschlupf bei dem unwissenden Ehepaar gefunden haben, erhöht den Adrenalinpegel von nun an natürlich noch weiter. Obendrein schürt Iliadis die Spannung durch das Sichtbarwerden einer Hierarchie innerhalb der Psycho- Gang, so dass der unterdrückte Sohn, den sein sadistischer Vater zur Vergewaltigung der Mädchen zwingen wollte, gegen die Autorität und Gewalt-bereitschaft seines Erzeugers rebelliert und auf einmal die Fronten wechselt. Ob diese Wendung in Anbetracht des Gesamtbildes nun glaubwürdig und logisch nachvollziehbar ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.

Dennis Iliadis jedenfalls ist ganz gewiss kein Chorknabe. Er nimmt seine Zuschauer, die unbedingt über ein stabiles Nervenkostüm verfügen sollten!, ausgesprochen hart ran. So schocken die krassen, mit der Kamera unverblümt eingefangenen Vergewaltigungsszenen dank wirkungsvoller, wenn auch knapp gehaltener Figurenexposition, auch anno 2009 noch, so dass selbst beim beißenden Sarkasmus einiger leicht augenzwinkernder Szenen, in denen Schlitzohr Iliadis eindeutig den Schalk im Nacken sitzen hatte, das Lachen im Halse stecken bleibt (John Collingwood, ein Arzt, flickt die Nase eines der Täter in penibler Kleinarbeit zusammen, nur um sie ihm später, nachdem er hinter das düstere Geheimnis seines “Patienten”- und der übrigen Gäste- gekommen ist, wieder zu brechen). Das Ende ist dann jedoch ein wenig zu ausufernd geraten. Auch wenn Iliadis im Grande Finale noch einmal alles auffährt, was der gut sortierte Baumarkt hergibt, hätte man die Handlung im Schlussakt doch etwas straffen können. Dass er hier sein anvisiertes Ziel erreichen wollte, das Original, welches sogar den ausgekochtesten Bluthunden schwer im Magen lag, zu toppen, wird immer offensichtlicher. 

Was bei Horrorfilme ja nicht imm so sahnig abläuft, ist die Schauspielerei. Dennoch...
Auf der schauspielerischen Ebene läuft bei “The Last House On The Left” alles im grünen Bereich ab. Der bekannteste Name auf der Besetzungsliste dürfte wohl Monica Potter sein. Die Mimin, die hier als Mutter mit Beschützerinstinkt rot sieht, ist Fans des Genres vor allem durch den ersten Film der "Saw" -Reihe ein Begriff. Tony Goldwyn als Vater Collingwood sowie Garret Dillahunt als Psycho- Dad auf der Gegenseite vermögen mit starken Auftreten beim Zuschauer Eindruck zu schinden. Sara Paxton und Martha MacIsaac (letztere war im schlüpfrigen Gagfeuerwerk “Superbad” als Highschool- Schülerin mit von der Partie) fallen in der ersten Hälfte, bevor sie von Iliadis auf ihren brutalen Leidensweg geschickt werden, vor allem durch ihr entzückendes Erscheinungsbild und einigen “Körpereinsatz” auf. Damit erfüllt der Regiesseur leider das übliche Horrorklischee mit den hübschen Frauen die hier durch die Hölle gehen, aber...mein Gott, manche Klischees sind einfach sehenswert :D


Was für ein Fazit zieht man denn da?
“The Last House On The Left”, die Neuauflage von Wes Cravens kontroversem Terrorfilm aus den 70ern, ist zwar kein Genre- Glanzlicht und erfindet das Rad garantiert nicht neu, hebt sich aus der neumodischen Remake- Flut aber dennoch ziemlich heraus und ist der selbstverliebten “Saw”- Reihe, die mittlerweile zum Auslaufmodell verkommen ist, in vielerlei Hinsicht um einiges voraus. Dennis Iliadis Film überzeugt mit dichter Atmosphäre, viel Spannung und einem ordentlichen Punch und ist somit auch für Kenner des Originals interessant. :)






Das war das Peteback für diese Perle und nun verabschiede ich mich und empfehle mich vorallem!
Tschödeldö!






P.S.: Was haltet ihr eigentlich von dieser Art von Horrorfilmen, mit explizieter Gewaltdarstellung wie halt "The Last House on the Left" oder er "SAW"-Reihe?

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