27.09.11

Film•Peteback: Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht

Tritra Trullala und schon bin ich wieder da!
Hallo und herzlich willkommen zu einen neun Peteback zu einem Film, ohja. :)
Heute spare ich mir mal die "Erstens/- Zweitens"-Nummer und komme einfach mal gleich zum Punkt, es kann ja auch nicht immer nur das selbe sein. :D

Heute präsentiere ich 
Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht

"Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht" ist ein Teeny-Komödie von 2008. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller Buch von Rachel Cohn und David Levithan.

Trailer

Fakten:
Original Titel: Nick and Norah's Infinite Playlist
Deutscher Titel: Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2008
Länge: ca. 89 Minuten
Regie: Peter Sollett
Drehbuch: Rachel Cohn, David Levithan


Es ist nicht einfach, hetero zu sein. Ja echt mal. Für Nick (Michael Cera) den einzigen Nicht-Schwulen der Queercore-Band „The Jerk-Offs“, bedeutet das vor allem eine monogamische Fixierung auf seine Ex Tris (Alexis Dziena), der er mit großer Begeisterung liebevoll gestaltete Mix-CDs schenkt. Er ist Musikfanatiker und natürlich auch Musiker, mit seinen „Road To Closure“-Scheiben, von der sogar Vol.1 bis Vol.12 existieren, will er natürlich nicht über sie hinwegkommen, sondern seine Ex-Freundin zurückerobern. Doch schon der Titel verrät, das Paar um das es hier gehen soll, das sind Nick und Norah (Kat Dennings). Beide jagen eine Nacht ihrer Lieblings-Band hinterher, die die Konsequenzen der Download-Ära verinnerlicht hat und komplett aufs Event setzt. Niemand weiß, wo „Where’s Fluffy?“ am Abend spielt. Während die beiden Hardcore-Fans der davonhoppelden Band hinterherjagen, machen sich Nicks schwule Freunde daran, die beiden zu verkuppeln, gegen den Widerstand von Nicks Ex und Norahs Ex-Freund-Noch-Freund Tall, der tatsächlich deutlich größer ist als der verschrobene Protagonist.

Die Besetzung von Michael Cera aus bekannt aus dem Teeny-Schwangerschafts-Musik-Komödien-Drama "Juno", liefert den ersten Hinweis auf das Genre. Man braucht ihm bloß in der ersten Filmszene beim altklug-unsicheren Anrufbeantworter-Aufsprechen zuhören, um zu wissen: hier handelt es sich erneut um eine Romantic Comedy mit Nerd-Einschlag. Uncool sein ist doch mal ehrlich genommen die neue Coolness. Ihre Bestätigung erfahren Nerds im Kino von heute nicht nur retrospektiv, aus der Erwachsenen-Perspektive, etwa wegen ihrem späteren Erfolg als Computer-Experte oder Künstler. Nein – vorallem Woody Allenwird’s freuen – Nerds sind im Mainstream angelangt.
Nerds gibt es in unterschiedlichen Gestalten, im Hollywood-Kino sind sie derzeit allgegenwärtig. Von "Napoleon Dynamite" von 2004 über "Beim ersten Mal" aus dem Jahr 2006 bis zum Kracher "Superbad" von 2007. Eine passende Übersetzung für die Typen-Bezeichnung gibt es nicht, Nerds können Streber sein, meist sind sie aber einfach nur introvertierte Menschen, die sich zu Spezialisten in einem eingegrenzten Gebiet ihrer Vorliebe entwickelt haben. Sie sind alles andere als beliebt und in Highschool-Komödien waren sie bis dato das hässliche Entlein vor der Wandlung zur Prom-Queen oder zum Football-Quarterback, alla "Made" - wenn man die Mtv Serie kennt. Nicht so in den sich rapide vermehrenden Komödien, in denen Loser Loser bleiben dürfen, gar müssen, um als Helden zu bestehen. Halt jemand mit dem man sich anfreunden kann, jemand von dem man es nicht erwartet. Musik fällt in den meisten Highschool-Komödien nicht in die Kategorie der nerdigen Beschäftigungen – außer es betrifft das Schulorchester. Und tatsächlich hat Nick bis auf seine leicht schrullige Art und seine Obsession für Musik, wie der Soundtrack nahelegt vorzugsweise kleiner lokaler Bands, tatsächlich recht wenig vom klassischen Nerd. Außenseiter ist er aber allemal und als Hetero in einer Schwulen-Gruppe sogar doppelt. „We’re not all gay“ protestiert Nick leise, um sich gegen Tall zu behaupten. Norah braucht er aber gar nicht zu überzeugen. Sie ist ihm von Anfang an erlegen, nicht nur aufgrund der genannten „Closure-Tapes“, den Mixtapes die sie einsammelt wenn Tris sie wegwirft. Mit Weichzeichner und warmen Farben wird Michael Cera immer wieder als Objekt der romantischen Begierde in Szene gesetzt, der nicht trotz, sondern aufgrund seiner Macken liebenswert ist.Eigentlich total kitschig, wenn mans bedenkt. :-/
Nick und Norah macht daraus aber keine große Plotwendung. Denn eigentlich ist Nick mit seiner ultracoolen Frisur, seinem samtweichen Haar und seiner enganliegenden Hose vom klassischen Highschool-Liebling gar nicht so weit entfernt. Nur dass er eben voll und ganz Nerd sein darf. Damit landet er erst beim aufgetakelten, später beim unscheinbaren Mädchen. Das ist von Anfang an klar. Denn es lässt einem als Zuschauer dieses Musterbeispiels einer gut geölten romantischen Komödie jede Menge Zeit, um die Situationskomik und sarkastischen Verbal-Orgien zu genießen. Dabei vermittelt Nick und Norah treffsicher die Spannung zwischen jugendlichen, nächtlich Spaß und Sich-Erwachsen-Fühlen, zwischen dem Gefühl der Welterfahrenheit und der Unsicherheit, die die Adoleszenz mit sich bringt. Der titelgebende Soundtrack, der diese Zeit für Nick und Norah prägt, tönt unablässig. Keine Minute vergeht ohne musikalische Untermalung. Die „unendliche Playlist“ des Originaltitels rückt aber entgegen der Thematisierung durch die Protagonisten überraschend in den Hintergrund. Was auf der einen Seite schade ist, auf der anderen Seite aber dem Film zuträglich. Einen erinnerungswürdigen Auftritt hat sie aber allemal, in einer fast schon fantastischen Szene gegen Ende des Films kommt es schließlich zum musikalischen Orgasmus. Der ist romantisch und verspielt zugleich, irgendwie aber auch ganz schön nerdig.
Alles in allem ist "Nick and Nora - Soundtrack einer Nacht" ein netter Film für einen  DVD-Abend. Leider ist der Film kein Meisterstück geworden und man wird ihn auf weite Sicht aus dem Gedächtnis löschen, da er keine großartigen Szenen besitzt, die sich einem ins Gedächtnis einbrennen. Man wird aber alle mal gut unterhalten und man kann am Ende sagen, dass man seine Zeit nicht verschwendet hat und doch irgendwie, irgendwo etwas mitgenommen hat. Wenn man auf Musik steht und sich mal ganz dem Nerd sein hingeben will, ist der Film ein Paradebeispiel, dass in einer dementsprechenden DVD-Sammlung nicht fehlen darf. :)

 Ich empfehle mich dann wiedermal!
Bis dahin - Tschödeldö


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