20.12.11

Film•Peteback: 30 Minuten oder weniger


Grüßt euch Freunde der Sonne!

Heute geht es um
30 Minuten oder weniger

"30 Minuten oder weniger" ist eine US-amerikanische Komödie aus dem Jahe 2011. Regie führte hier Ruben Fleischer und setzt dabei mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle, genau wie in seinem Vorgängerfilm "Zombieland", nocheinmal auf dessen Charme.

Trailer

Fakten
Originaltitel: 30 Minutes Or Less
Deutscher Titel: 30 Minuten oder weniger
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: 83 Minuten
Regie: Ruben Fleischer
Drehbuch: Michael Diliberti, Matthew Sullivan
Produktion: u.a. Ben Stiller, Stuart Cornfeld


„30 Minuten oder weniger" ist der Werbespruch der Pizzeria, für die der Taugenichts Nick (Jesse Eisenberg) als Fahrer jobbt. Wenn er es nicht schafft, die bestellte Ware innerhalb einer halben Stunde aus der Küche zum Kunden zu chauffieren, geht das Essen aufs Haus. Und da kein Chef gerne etwas gratis vergibt, zählt jede Sekunde. Klar, dass Nick sich im Laufe der Zeit zu einem tollkühnen Fahrer gemausert hat. Bald wird er all seine Fähigkeiten auch dringend benötigen, wobei es um Leben und Tod gerht. (Dramatisch oder?) Der durchtriebene Tunichtgut Dwayne (Danny McBride) will seinen reichen, kratzbürsigen Vater (Fred Ward) umbringen lassen, kann sich aber keinen Killer leisten. Also versucht er den arglosen Pizzaboten zu zwingen, eine Bank auszurauben und steckt ihn in eine Weste voller Sprengstoff - sollte Nick nicht innerhalb von neun Stunden einen Batzen Geld auf den Tisch legen, fliegt er in die Luft. Dem Drangsalierten bleibt gar nichts anderes übrig, als sich auf Diebeszug zu begeben. Gemeinsam mit seinem ehemals besten Kumpel Chet (Aziz Ansari) begeht er seinen ersten Banküberfall. Das ist es im Großen und Ganzen.

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In kürzester Zeit hat sich Ruben Fleischers Zombie-Streifen "Zombieland" zum Kultfilm gemausert. Kein großes Wunder, denn das Verhältnis zwischen derben Humor und stimmigen Schockeffekten stimmt und das sympathische Star- und Newcomeraufgebot zeigt sich in guter Form. Seit dieser spaßig-lässigen Zombiejagd hat sich für zwei der Beteiligten einiges geändert: Jesse Eisenberg ist mit David Finchers "Social Network" in die erste Riege amerikanischer Jungstars aufgestiegen und für Ruben Fleischer war „Zombieland" die Visitenkarte. Drum sollte es als nächstes wohl eine Action-Komödie à la „30 Minuten oder weniger" auf dem Drehplan und auch Eisenberg ist wieder dabei. Ein wenig wirkt die erneute Zusammenarbeit der beiden Hollywood-Aufsteiger wie ein tiefes Luftholen vor der nächsten teuren Megaproduktion: In jeder Sekunde ist „30 Minuten oder weniger" anzumerken, dass er für alle Beteiligten nur eine Fingerübung war und sie sich einfach einen Spaß zwischendurch erlauben wollten. Diesem Schuss aus der Hüfte fehlt dabei allerdings einiges an der Lässigkeit von „Zombieland" und so ist er auch für den geneigten Fan und Zuschauer allenfalls eine Zwischenmahlzeit ohne besonderen Nährwert.

Bis die actionreiche Erpressungs- und Bankraub-Party endlich anfängt, ziehen erst einmal 20 fast komplett misslungene Minuten ins Feld. Wenn die Freundschaft zwischen Nick und Chet am Scheideweg zwischen spätjugendlichem Rumhängen und erster Karriereplanung auf die Probe gestellt wird, was aber nicht wirklich zünden kann, denn der Grund für den handfesten Streit ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Die gezwungen vulgären Dialoge sind oft zahn- und witzlos – wo „Zombieland" originell war, ist „30 Minuten oder weniger" schablonenhaft: Hier zeigt sich, dass sich ein Kult kaum am Reißbrett entwerfen lässt. Je länger der Film dauert, desto mehr ähnelt er jenen zahlreichen Kiffer-Filmen, bei denen der Rausch, die dem Genuss des grünen Elbenkrauts entspringt, nur für dessen Konsumenten wirklich komisch ist.

Den Darstellern kann man kaum die Schuld geben. Sie bekommen viel zu wenige Möglichkeiten, ihre Rollen auszugestalten. Jesse Eisenberg tut sein Bestes, sich von seiner Paraderolle als verschrobener Nerd mit Sozialphobie zu emanzipieren, doch so recht schien Fleischer dazu nichts einzufallen, außer ihm eine Freundin und Sex-Zoten ins Drehbuch zu schreiben. Wobei er auch ähnlich agiert wie in Zombieland, es könnte auch sein Leben vor der Zombieapokalypse sein. Aziz Ansari, bekannt aus "Wie das Leben so spielt" und der Kultserie "Scrubs" bleibt dabei komplett austauschbar, ihm wird nicht viel mehr erlaubt, als  nervtötende Variationen alter Inder-Klischees und den typischen Buddy zu spielen. Mehr als ein müdes Schmunzeln vermögen diese Albernheiten kaum auszulösen. Den Vogel schießt jedoch Danny McBride in der Rolle des schmierigen Strippenziehers Dwayne ab. Weit entfernt von seinen Glanzleistungen in der super Sitcom „Eastbound and Down" hat er hier nur krampfhaftes Rumgefluche zu bieten. Seine mit schmierigen Sexfantasien vollgestopften Auftritte sind in ihrer selbstzweckhaften Schlüpfrigkeit schnell langweilig und meist auch reichlich einfallslos und belanglos.

Auch mit den zahlreichen Actionszenen kann Fleischer das Ruder nur bedingt herumreißen. Die Inszenierung ist dafür einfach zu locker. Das ist natürlich auch der Spannung abträglich und wenn sich dann neben einem mexikanischen Killer auch noch Fred Ward als Dwaynes Vater ins Getümmel stürzt, dann wird selbst die Handlung unübersichtlich. Die Ereignisse überschlagen sich hektisch und der Showdown gerät entsprechend eher zu einem holprigen Rumgewusel als zu einem angemessenen Finale. So sorgt hauptsächlich der sich redlich mühende Jesse Eisenberg für ein wenig Zusammenhalt zwischen den mal mehr und öfter weniger lustigen Einzelheiten.Die Verfolgungsjagd nach dem Banküberfall und die Handhabung der beiden Jungs damit, ist allerdings wirklich sehenswert und gut gemacht, wobei auch kleine, aber belanglose 3D-Effekte zum Einsatz kommen.
Fazitzeit.
Die insgesamt leider nur überschaubar lustige Action-Komödie „30 Minuten oder weniger" ist so etwas wie die filmische Entsprechung zu einer 5-Minuten-Suppe: Beim schnellen Verzehr mag das Ganze noch munden, aber sehr rasch stellt sich neues Hungergefühl ein und oft auch ein fader Nachgeschmack. Auf DVD kann man sich den Film aber gerne Mal anschauen, wenn man ein treuer Fan von Jesse Eisenberg ist, oder genug Gras im Haus hat


Damit wieder viel Spaß beim anschauen und ich empfehle mich und auch halbwegs diesen Film!

Bis dahin - Tschödeldö


Kommentare:

  1. Ich hab den Film damals in der Sneak gesehen. Fand ihn ok. Aber ich geb dir und deinem Fazit recht. Irgendwie dümpelte der Film nur so vor sich hin.

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  2. Ganz ehrlich? Ich bin begeistert von deinem Blog. Gaming und Kino *Thumbs up*! Sonic war schon immer ganz kuhl, obwohl ich Crash immer kuhler fand :D

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  3. Den Film will ich sehen! Schenkst du mir die Tickets dafür? xD haha. Man, echt. Wieso muss der Film neu sein? Wenn er alt wäre würde ich ihn mir sofort ausleihen. Solch seichte Unterhaltung brauch ich gerade.

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  4. Ich finde deinen Blog einfach toll! Er ist wirklich professionell trotz einiger Rechtschreibfehler und du bewertest und kritisierst jeden Film, jede Serie, jedes Spiel, jeden Anime immer gleich, neutral, objektiv und das finde ich so toll bei deinem Blog. Ich fände es natürlich auch cool, wenn du vielleicht noch mehr Auftritte bei größeren YouTuber hättest wie bei dem einen Live-Stream von Trash und KittyErdbeer, durch den ich auch auf dich gekommen bin.

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    1. Freut mich, dass dir mein Blog so gut gefallt. :)
      Was nicht mit Youtube ist, kann ja noch werden :D

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