02.12.11

Anime•Peteback: Arrietty - Die wundersame Welt der Borger

Heyo da bin ich schon wieder!
Just wurde ich gestern daran erinnert, dass es ja wieder einmal eine neue Filmperle des sagenumwobenen Studio Ghibli gibt. Die Chance lass ich mir natürlich nicht nehmen und werde gleich einmal darüber berichten. :)

Also hier haben wir
Arrietty - Die wundersame Welt der Borger

"Arrietty - Die wundersame Welt der Borger" ist ein Anime des Studio Ghibli aus dem Jahr 2010. Der Film basiert auf dem Roman "Die Borger" und greift dessen Figuren auf.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Karigurashi no Arietti
Deutscher Titel: Arrietty - Die wundersame Welt der Borger
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2010
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Hiromasa Yonebayashi
Drehbuch: Hayao Miyazaki
Produktion: Toshio Suzuki


In den Vororten von Tokio, versteckt unter dem Boden einer alten Villa, inmitten eines riesigen Gartens, lebt die winzig kleine Borgerin Arrietty mit ihrer Familie. Die Dinge, die sie zum Leben benötigen, borgen sie sich von den Menschen und dabei gilt es, so Manches zu beachten. Arrietty kennt die Regeln: geborgt wird nur, was benötigt wird und auch nur so wenig, dass die Bewohner des Hauses es nicht merken – und vor der Katze muss man sich in Acht nehmen. Am wichtigsten jedoch ist es, nicht von den Menschen gesehen zu werden, denn die dürfen nichts von Arrietty und ihresgleichen wissen. Denn sie sind nach ihrer Auffassung schon die letzten ihrer Art. Sollten sie entdeckt werden, müssten sie ihr Heim samt Hab und Gut für immer verlassen. Arrietty weiß all dies, und doch, als der Menschenjunge Sho ins Haus einzieht, spürt sie, dass alles anders werden wird. Und so beginnt eine verbotene Freundschaft zwischen dem aufgeweckten, neugierigen Mädchen und dem kranken, geschwächten Jungen und ein unvergessliches Abenteuer, das das Leben beider für immer verändern wird.

In ‚Arrietty‘ geht es für die Borger einmal mehr darum friedlich und vor allem unentdeckt in der Welt der Menschen zu leben. Als der kleine Junge Sho in das Haus seiner Großtante einzieht, wo er sich erholen soll, weil er bald aufgrund seines Herzfehlers operiert werden soll. Dort entdeckt er aber schon bei der Ankunft die kleine Arrietty. Diese lebt mit ihrem Vater Pod und ihrer Mutter Homily unter den Dielen des Hauses. Alle Gegenstände und die Nahrung die sie benötigen, „borgen“ sie sich von den Menschen, indem sie sich an deren Vorräten bedienen. Oberhalb der Dielen scheint alles überdimensional groß zu sein und es lauern viele Gefahren auf die kleinen Borger. Dass Sho Arrietty entdeckt hat, scheint für sie und ihre Eltern alles zu verändern. Sie müssen ihr Zuhause für immer verlassen, denn nun sind sie im Haus von Shos Großtante nicht mehr sicher.

Regisseur Yonebayashi setzt bei seiner Inszenierung nicht voraus, dass wir bereits mit dem Leben und Treiben der Borger vertraut sind. Er gewährt uns durch die Augen Arriettys einen unwissenden Einblick in die Welt der winzigen Menschen. Wir begleiten die vierzehn-jährige Arrietty bei ihrer ersten Borger-Tour. Hier wollen einige nötige Sachen borgen, darunter Taschentücher und auch Zucker, was unter den Borgern anscheinend schon eine Kostbarkeit ist. Eine lehrreiche Stunde für Arrietty, die von ihrem Vater beigebracht bekommt, welche Dinge man borgen darf – die, deren Verschwinden nicht auffällt – und welche nicht. Womit auch wir die kleine Einführung in die Welt und das Verhalten der Borger erfahren.
Fernab von der uns bekannten Menschenwelt, wirft der Film viel öfters einen Blick aus einer ganz anderen Perspektive auf das uns bekannte Umfeld. Es ist die einfallsreiche Interaktion zwischen den Borgern und menschengroßen Alltagsgegenständen, die einen Teil der interessanten Aspekte des Filmes ausmachen. So fließt für die Mini-Menschen das Wasser nicht aus den Hähnen, sondern die zähflüssig wirkenden Tropfen wirken weitaus träger als wir es wahrnehmen. Mit einem Blick auf die Tierwelt, erscheinen bei ‚Arrietty‘ sogar die Kellerasseln als süße Kreaturen mit denen man auch schonmal Ball speilen kann und die verniedlichten Grashüpfer und quietschenden Ameisen stehen ihnen in Nichts nach.
Diese Tiere, aber natürlich auch die Figuren des Filmes, bewegen sich durch eine detailreiche, hübsch bebilderte Pflanzenwelt, die farbenfroh für ein sommerliches Ambiente sorgt. Dabei erkennt man aber auf allzu stark einen Kontrast zwischen den Figuren und dem Hintergrund, was sie Figuren schon leicht trist wirken lässt. Hinzu kommt das Haus der Borger, welches sich unter den Dielen des Menschenhauses befindet, welches als gemütliches Heim einen einzigartigen Schauplatz bietet. Hier lebt Arrietty mit ihren Eltern, die sich fürsorglich um ihre Tochter kümmern. Das steht im kompletten Kontrast zum jungen Sho dessen geschieden sind und beide Elternteile viel auf Geschäftsreise sind und sich nur bedingt um ihren Sohn kümmern können. Desweiteren lebt Sho in reichen Verhältnissen aber dennoch arm an Fürsorge, bei Arrietty ist es hingegen anders. Da fragt man sich was mehr zählt...
Aber dieser Gegensatz bildet nicht die Hauptaussage hinter der Ghibli-Produktion. Wer sich mit bisherigen Werken des Zeichentrickstudios auseinandersetzt, wird wissen, dass ein Hauptaugenmerk immer auf der Gesellschaft und der Natur liegt – Hayao Miyazaki kreidet uns gerne den falschen Umgang mit der Natur an und kritisiert die bestehenden Gesellschaftsmodelle. Hier ist es die aussterbende Lebensform der Borger, die in den Fokus gerückt wird. Eine Kultur, die sich nicht den schnell verändernden Lebenssituationen anpassen kann und somit kurz vor der Ausrottung steht. Schwache Geschöpfe bleiben auf der Strecke, nur noch wenige Menschen, in diesem Fall Sho, kümmern sich um sie.

Dabei kommt bei "Arrietty – Die wundersame Welt der Borger" diese Nachricht aber erst gegen Ende wirklich zur Sprache, ansonsten wird uns ein unterhaltsames Werk präsentiert, welches für einen Studio Ghibli Film mit unnatürlich viel Gesang daherkommt, was aber nicht weiter störend ist. Die farbenfrohe Welt und die Verspieltheit Arriettys machen auch diese Ghibli-Produktion zu einem sehenswerten Film, der sich nicht unbedingt nur an das junge Publikum richtet. Im Vergleich zu seinem Vorgänger "Ponyo - Das große Abenteuer am Meer" wirkt Arrietty viel erwachsener und weniger kindlich, was vorallem durch den detailreichen Zeichenstil ausgedrückt wird. 

Ein kleiner Dämpfer bekommt der Film dadurch das es nicht sehr japanisch wirkt. Der Film könnte auch in den Vororten von London, Paris oder Berlin spielen, denn der Stil ist doch sehr westlich orientiert, was der Romanvorlage natürlich zuträglich ist. Denn fehlte mir da der gewisse Flair des japanischen.Ein weiteres Manko, ist ein beim Studio Ghibli schon bekanntes Problem. Nämlich das Figuren-Recycling. Man hat in viel Filmen einfach das Gefühl das man die Figuren schonmal gesehen hat, nicht undingt vom Charakter her, aber dafür vom Erscheinungsbild. Es fehlt einfach an Innovation und mehr Mut zu neuen Figuren.

Fazit.
Im Großen und Ganzen ist "Arrietty - Die wundersame Welt der Borge" aber ein klasse Animefilm der Ghibli-Schmiede geworden und wird Fans und auch Gelegenheitsguckern, ob jung oder älter viel Spaß beim anschauen bringen. Die Charaktere sind ghibli-typisch gut gezeichnet und die Story ist wie immer gut durchdacht und macht Spaß. :)


Also wünsch ich viel Spaß beim gucken und empfehle mich.

Bis dahin - Tschödeldö

Kommentare:

  1. Seit Jahren kein Adventskalender?? Da wirds aber mal wieder Zeit! Nächstes Jahr kriegst du einen von mir :D

    Zuletzt habe ich von diesen Konsorten Chihiros Reise geguckt. Fand ich sehr, sehr abgefahren. Wies aussieht, ist dieser Film hier noch abgefahrener. Welchen ich klasse fand, war das wandelnde Schloss. Der war nicht ganz so überdreht :D

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  2. Ich muss den Anime unbedingt noch sehen! Ghibli-Filme sind sowieso immer Pflicht! XD

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  3. Ja, ich habs mir notiert. Nächstes Jahr kannst du dich dann freuen. Wenn ich bis dahin deine Adresse erstalkt habe :D

    Ja, Christopher Walken IST einfach der kopflose Reiter :D

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  4. Ich bin geboren um die Menschen zu enttäuschen. Hab ich mich schon lange mit abgefunden.. Es tut mir leid.

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