11.12.11

Film•Peteback: The Help

Hallo! Ich komme heute mal wieder mit einem Peteback für euch und das, wer würde es vermuten, zu einem aktuellen Film, der grade erst in die Kinos kam. :)

Heute gibt es
The Help

"The Help" ist eine US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2011 basierend auf dem gleichnamigen Roman von Kathryn Stockett. In dem Film geht es um die junge Euhenia Phelan (Emma Stone) und ihre Beziehung zu zwei afroamerikanischen Dienstmädchen während der 60er Jahre im Süden Amerikas.

Trailer

Fakten
Originaltitel: The Help
Deutscher Titel: The Help
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 145 Minuten
Regie: Tate Taylor
Drehbuch: Tate Taylor
Produktion: u.a. Chris Columbus, Brunson Green
Musik: Thomas Newman



Wir befinden und in den Südstaaten der 1960er Jahren, genau genommen in Jackson, Mississippi: Aibileen (Viola Davis) und Minny (Octavia Spencer) sind schwarze Dienstmädchen, die im Haushalt weißer Frauen arbeiten, was zu der Zeit oft die einzige Arbeit war die sie verrichten konnten. Neben kochen und putzen, übernehmen sie vor allem oft die Erziehung der Kinder ihrer Arbeitgeberinnen. In den Haushalten arbeiten sie nicht nur unterbezahlt, sondern auch unter nicht immer menschenwürdigen Umständen. Als schwarze Frauen bietet sich ihnen jedoch, wie gesagt, oft keine andere Alternative.
Die junge Eugenia Phelan (Emma Stone), die von Freunden gerne "Skeeter" genannt wird, ist selbst unter der liebevollen Erziehung eines schwarzen Dienstmädchens aufgewachsen. Gerade frisch von der Uni zurückgekehrt, fängt bei einer regionalen Zeitung als Kolumnistin für Haushaltstipps an. Durch verschiedene Ereignise in der Stadt und unter der regional agierenden Frauenrige, kann sie der Diskriminierung der schwarzen Dienstmädchen jedoch nicht mehr länger untätig entgegenblicken. Sie beschließt ihr schriftstellerisches Talent dazu zu nutzen, den schwarzen Frauen eine Stimme zu verleihen. Eugenia beschließt ein Buch über die Lebensschicksale schwarzer Frauen zu schreiben. Tatsächlich findet sie eine Abnehmerin für ihre Texte und überraschenderweise auch einige mutige Frauen, die bereit sind, ihre Lebensgeschichten zu erzählen…

Das Buch "The Help", was hier zu Lande unter dem Titel "Gute Geister" veröffentlicht wurde, war ein Bestseller und dieser Film steht dem Buch wohl in Nichts nach. Das erwartbare Gerangel um die Verfilmungsrechte blieb jedoch aus: Die hatte Stockett lange vor dem Erscheinen des Buchs bereits ihrem Jugendfreund, dem Regiesseur Tate Taylor zugesichert. Der bringt "The Help" nun mit Durchstarterin Emma Stone (*-*)  in der Hauptrolle auf die Leinwand.
Eigentlich ist es nicht ganz zutreffend, Emma Stone als Hauptdarstellerin zu bezeichnen. Denn eine zentrale Figur lässt sich in dem humorvollen Emanzipationsdrama nicht klar ausmachen. Vielmehr präsentiert Regisseur Tate Taylor, eigentlich Schauspieler und zuletzt in im Geheimtipp "Winter's Bone" zu sehen, ein halbes Dutzend aufregender Frauenzimmer, die er gleichberechtigt behandelt. So springt die Handlung gerne mal von einem zum anderen, bleibt aber durchgängig schlüssig und vorallem sehenswert. Keine Szene wirkt deplatziert oder überflüssig.
Gleichberechtigung ist überhaupt das Stichwort des Films, wie könnte es auch anders sein.
Davon ist nämlich im US-Staat Mississippi anno 1963 noch nicht viel zu sehen. Die Sklaverei wurde zwar offiziell abgeschafft, doch nun verfährt man halt auf einem etwas seriöserem Wege...

Dass ausnahmslos jeder von der College-Absolventin Skeeter erwartet, sie möge sich nun endlich einen Ehemann suchen und ihre schriftstellerischen Ambitionen aufgeben, erscheint da noch harmlos. Es wirkt grade zu wie ein bitteres Jugenddrama, was sich am Anfang abspielt, das sich die junge Skeeter endlich in die gesellschaftlichen Verhältnisse fügen solle, was vorallem ihrer Mutter sehr lieb wäre. Verstörender wirkt aus heutiger Sicht die  Bridge und Teekranzdebatte der gut situierten, jungen, weißen Damen. Nämlich die, ob die schwarzen Hausmädchen, die ihnen vom Kochen bis zur Kindererziehung alle häuslichen Pflichten abnehmen, im Haus die gleiche Toilette benutzen dürfen wie sie selbst.
Während ihre Jugendfreundin Hilly (Bryce Dallas Howard) eine Kampagne ins Leben ruft, um flächendenkend seperate Klohäuschen aufstellen zu lassen, schlägt sich Skeeter heimlich auf die Seite der Hausmädchen, angewidert vom Hass ihrer Jugendfreundin. Sie bittet Aibileen (Viola Davis), aus deren Perspektive die Geschichte erzählt wird und deren Kollegin Minny (Octavia Spencer) um ein ausführliches Interview - für ein Enthüllungsbuch über die schwarzen Hausmädchen im Süden.

Tate Taylor verzettelte sich allerdings im großen Stil, als er Kathryn Stocketts Bestseller zum Drehbuch umarbeitete - und das ist gut so. Denn die Entstehung von Skeeters Roman mag die Substanz sein, die die Handlung zusammenhält, doch es sind die vielen nebensächlichen Dinge, die dem Film seinen Charakter verleihen: etwa die perfekt getimeten, komischen Lästereien der Hausmädchen, oder Minnys deftige Machtdemonstration gegenüber ihrer ehemaligen Arbeitgeberin Hilly, sowie auch der Nebenhandlungsstang um Minnys neue Chefin Celia (Jessica Chastain), der zeigt, wie das Verhältnis von Hausherrin zu Haushälterin im Idealfall aussieht. Es ist eindeutig ein "schwarzer" Humor der in diesem Film die Hauptrolle spielt. Er lockert viele Situationen auf und macht die Handlung nicht ganz so dramatisch wie sie sein könnte, was gut ist. In dem Film wird man einer eine Emotion in die nächste geworfen, sei es Lachen, Bestürzung, Entsetzen, Trauer, Mitleid oder Freude. Jedes neue Emotionsfeuerwerk wird bis zum Schluss abgebrannt und man kann sich auf das nächste einstellen, dabei wechselt die Stimmung manchmal auch sehr plötzlich und fast schon subtil vom Schönen ins Dunkle.
Nie verliert Regiesseur Taylor daher das Bewusstsein dafür, dass die Thematik seines Films eine äußerst ernste und dramatische ist. Doch er verleiht dem Diskriminierungsdrama mit amüsanten Abschweifungen und lichtdurchfluteten Bildern eine Leichtfüßigkeit, auch die Kostüme der Damenschaft sind oft genug aufheiternd, mit bonbon rosa Kleidern und knalligen Farben, wie man sich halt dort präsentierte.

Auf der Synchronisationsseite hören wir die überzeugende Sandra Schwittau für Viola Davis,in der Rolle von Aibileen Clark, Anja Stadlober in ihrer Stammrolle als Sprecherin für Emma Stone, Manja Doering für Bryce Dallas Howard als Hilly.
Die Männer kommen in dem Film ja allgemein eher kurz, allerdings lassen sich auch hier markante Stimmen von Sebastian Schulz und dem bekannten Tommy Morgenstern erkennen.
Wo wir schonmal beim Ton sind, lässt sich der Film sowohl auf Deutsch alsauch in der Originalsprache gut anschauen und bietet in der englischen Version sogar etwas mehr Witz.
Fazit.
Für "The Help" sollte man sich auf ein Wechselbad der Gefühle einstellen. Der Film baut neben den Problemen der Hauptprotagonisten eine ganze Reihe von weiteren, tragischen Schicksalen auf, die eine ganze Gruppe von Menschen als diskriminierte Individuen dastehen lässt. Derweil ist es – ob dramatisch oder komisch – eine Wohltat Emma Stone bei ihrem Schauspiel zuzusehen. Regisseur Tate Taylor hat es geschafft, die richtigen Darsteller auf die richtige Handlung zu setzen und hat damit die Karriere der gerade einmal 23-jährigen Emma Stone in eine ganz neue Richtung gelenkt.
Wer was mit der Thematik anfangen kann, der sollte den Film auf jeden Fall genießen, für alle anderen wird das wohl eher kein Pflichtprogramm.


So und wieder einmal viel Spaß beim gucken und meine Empfehlung

Bis dahin - Tschödeldö


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