08.01.12

Film•Peteback: Der Gott des Gemetzels


Hallo ihr Streithähne und Hühner da draußen. Ich komm an diesem wunderbar-sonnigen Sonntag mit einem brandfrischen Peteback zu euch. Die Sonne scheint mir auf den Rücken, der Himmel ist blau und die Katze pennt in meiner Papierkiste. :D

Legen wir los mit...
Der Gott des Gemetzels

"Der Gott des Gemetzels" ist eine Filmkomödie basierend auf dem gleichnamigen Theaterstück von Yasmina Reza. Regie führte hierbei Roman Polanski und schick dabei vier Hollywoodgrößen ins Wortgefecht.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Carnage
Deutscher Titel: Der Gott des Gemetzels
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 75 Minuten
Regie: Roman Polanksi
Drehbuch: Roman Polanski, Yasmina Reza
Produktion: u.a. Oliver Berben, Martin Moszkowicz


Wir befinden uns in New York der Gegenwart. Auf einem Spielplatz in Brooklyn streiten sich zwei elfjährige Jungen. Einer der beiden schlägt zu mit einem Stock zu. Das Ende der Geschichte ist, das der andere Junge gleich zwei Schneidezähne verliert. Die Eltern des Opfers, Penelope (Jodie Foster) und Michael (John C. Reilly), laden die Eltern des Täters, Nancy (Kate Winslet) und Alan (Christoph Waltz), zu einem Gespräch in ihre Wohnung ein. Zuerst sind alle mehr oder weniger bemüht, sich zu einigen, indem sie den Vorfall bedauern und missbilligen. Aber schon bald eskalieren leichte Meinungsverschiedenheiten zu gegenseitigen Beschimpfungen. Alkohol fließt, die Hemmungen fallen, Ehekrisen kommen zum Vorschein, die Nerven liegen blank...
Kurze knappe Geschichte oder?

Roman Polanski hat bereits einige spannende und meisterhafte Thriller zu verantworten. Erst letztens zeigte er mit seinem atmosphärisch Spannungslehrstück "Der Ghostwriter", dass er nach wie vor noch einer der besten Regisseure seines Fachs ist. Doch nun überrascht  Herr Polanski uns mit seiner humorvollen Interpretation des Theatererfolg " Der Gott des Gemetzels". Ein voyeuristisch-komischer Showdown zwischen vier Schauspielgrößen, die mit viel Enthusiasmus die Mauern der bürgerlichen Gesellschaft einreissen und dort den blanken Irrwitz des Seins bloslegen. Oder so. Roman Polanski hat das Drehbuch gemeinsam mit der Autorin des gleichnamigen Theaterstücks Yasmina Reza verfasst und auch ansonsten merkt man, dass der Meisterregisseur sehr großen Wert auf das Originalwerk gelegt hat. Filmisch gesehen ist "Der Gott des Gemetzels" sehr zurückhaltend: Der Film spielt abgesehen von Prolog und Epilog ausschließlich in einer Wohnung (und am Gang vor dieser Wohnung), dabei kommt man auf höchstens 5 Räume. Der Fokus liegt klar auf den Darstellern und den Dialogen und man kann eigentlich zu keinem Zeitpunkt vergessen, dass hier ein erfolgreiches Theaterstück als Grundlage diente. Aber obwohl man die Handschrift von Polanski auf Grund der zurückhaltenden Inszenierung kaum wahrnehmen kann, ist dieser Film ein Großartiger geworden, den man nicht verpassen sollte.

Dies liegt zu großen Teilen an den grandiosen Darstellern, die sich durch die Bank von ihrer besten Seite zeigen. Besonders Christoph Waltz glänzt mit seinem feinsinnigen Gespür für Komik und zeigt die beste Leistung seit seiner zurecht oscarprämierten Vorstellung in Tarantinos neustem Werk "Inglouriouse Basterds". Er bringt die Situationskomik mit diebischem Humor auf den Punkt und genießt es sichtlich seine Rolle zwischen besserwisserischem Yuppieverschnitt , gleichgültigem Ehemann und ständig beschäftigtem Geschäftsmann auszupendeln. Jodie Foster hingegen verzweifelt mit großer Leidenschaft am Versuch ihre liberalen Ansichten zu verkaufen, während Kate Winslet still in sich hineinleidet, bis sie schließlich wie ein Vulkan explodiert. Um all dieses Chaos herum kreist noch John C. Reilly, der sich in allen Kategorien zuhause fühlt und dabei ebenfalls für prächtige Unterhaltung sorgt und oft eher unbeteiligt wirkt.

Aber man muss auch sagen, dass die Vorlage den Schauspielern immer wieder perfekte Stilvorlagen liefert. Man sollte sich aber bewusst sein, dass Roman Polanski weder dem Mainstream gefallen will, noch in pseudointellektueller Satire versinkt, stattdessen schafft er es sehr gut einen komischen Film zu überzeugen, der einen passenden, wenn nicht sogar perfekten Mittelweg findet und zur ebenfalls perfekten Unterhaltung für denkende Kinogänger wird. Es hat schon etwas höchst Eindrucksvolles wenn man die Spielfreude der Darsteller erkennt während sie gerade mit Eifer an der Sache das Kind im Erwachsenen ans Tageslicht zerren und uns vor Augen führen, dass die Welt in Wirklichkeit auch nur von trotzigen Egomanen regiert wird, die sich eigentlich gar nicht so sehr von Kindern unterscheiden - nur eben andere Möglichkeiten zum Abreagieren und Anfeinden haben.

Dabei hat "Der Gott des Gemetzels" kein Gramm Fett am Fleisch, nichts ist zu viel und nichts ist zu wenig. Der Film wirft uns ins kalte Wasser, endet abrupt und in seiner kurzen Laufzeit von rund 75 Minuten erlaubt sich der gut Polanski keinerlei Durchhänger. Der Unterhaltungswert bleibt über die gesamte Laufzeit hoch, der Humor bissig und so gut wie alle Gags zünden. Der Film kann sich zwar nicht mit den ganz großen Filmen Polanskis messen - dazu ist der Film einfach viel zu sehr eine Fingerübung, aber wer auf der Suche nach gehobener Unterhaltungs ist, die sich nicht im Kreist dreht, der sollte "Der Gott des Gemetzels" nicht verpassen. Denn unterhaltsamer werden sich vier Topdarsteller dieses Jahr wohl nicht mehr vor der Kamera,ja...zur Sau machen.
Dan pack ich nochmal ein Fazit aus.
Der Film ist eine temporeiche, höchst unterhaltsame Fingerübung, getragen von mitreißenden Wortgefechten und brillanten Darstellern die sich in bester Spiellaune zeigen. Zwar hält sich Roman Polanski vornehm zurück und rückt stattdessen seine Schauspieler und das Ausgangsmaterial ins Rampenlicht, aber dem Filmgenuss tut dies keinen Abbruch. Denn er besitzt kein Umschweife und kein Filmlängengezerre, sorgt durchgehend für großartige Unterhaltung und versteht es dabei auch noch ausgezeichnet die geordneten Mauern des Bürgertums einzureissen und vorzuzeigen, dass respektable Erwachsene in Wirklichkeit auch nur kindische Egomanen sind. Der Film ist somit absolut empfehlenswert und man sollte sich den Spaß auf keinen Fall entgehen lassen. Außerdem bleibt es einem noch selber überlasser, wer nun in diesem Streit gewonnen hat und wer nicht, für mich ist es klar. :)


Dann wünsch ich viel Spaß beim anschauen und empfehle mich und den Film.


Bis dahin - Tschödeldö

Kommentare:

  1. Ich hüpfe eine Quadratähnliche Form auf dem Boden hoch 2! Mann, bin ich craaaazy.

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  2. Ich finde du solltest deine Brote fotografieren Herr Loarp ;). Achja ich gehe heute in die CineSneak und werde dir morgen berichten, was für eine Vorpremiere kam, auch wenn es dich nicht interessieren sollte :D

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