15.01.12

Film•Peteback: Der Junge im gestreiften Pyjama


Hallo zusammen!
Heute hab ich mal ein Peteback dabei über ein eher kritisches Thema...

Heute gibt es
Der Junge im gestreiften Pyjama

"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist ein Drama aus dem Jahr 2008. Regie führe Mark Herman und der Film basiert auf dem gleichnamigen Romanvorlage von John Boyne, in dem während der 40er Jahre im deutschen Reich ein Junge Freundschaft mit einem jüdischen Jungen in Gefangenschaft schließt.

Trailer


Fakten
Originaltitel: The Boy in the Striped Pyjamas
Deutschter Titel: Der Junge im gestreiften Pyjama
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2008
Länge: ca. 94 Minuten
Regie: Mark Herman
Drehbuch: John Boyne, Mark Herman
Produktion: David Heyman


Deutschland, Anfang der 40-er Jahre: Zu seiner großen Enttäuschung muss der achtjährige Bruno (Asa Butterfield), Sohn eines Nazioffiziers (David Thewlis), vom geliebten Haus in Berlin in ein trostloses Gebäude auf dem Lande umziehen. Da die Eltern beschäftigt sind und er mit seiner zwölfjährigen Schwester nichts anfangen kann, beginnt der gelangweilte Bruno trotz Verbotes die Gegend seiner neuen Heimat zu erkunden. Seine Schwester folgt hingegen eifrig den gesellschaftlichen Standard und versucht so Erwachsen zu wirken wie möglich, weshalb sie auch in den BDM eintritt. Die Gebäude, auf die Bruno hinter dem Wald stößt, hält er für einen Bauernhof, auch wenn er sich keinen Reim auf die einheitliche gestreifte Kleidung der Menschen an diesem Ort machen kann und es dort keine Tiere gibt. Obwohl sie durch einen hohen Stacheldrahtzaun getrennt werden, schließt er Freundschaft mit Shmuel (Jack Scanlon), der dort lebt, und im Verlauf vieler Besuche beginnt der bis dato wohl behütete Bruno langsam zu verstehen, dass an diesem Ort etwas Schreckliches passiert und sein Vater damit etwas zu tun hat. Trotzdem entschließt er sich, seinem Freund zu helfen und mogelt sich in das Lager, als der Vater von Shmuel auf einmal verschwindet.

 "Der Junge im gestreiften Pyjama" basiert auf dem gleichnamigen Jugendbuch des irischen Autors John Boyne und greift die Thematik des Holocausts sehr sensibel und von einem neuen Blickwinkel aus auf. Nicht das Leiden einer ganzen Religionsgruppe steht hier im Fokus, sondern die persönliche Geschichte eines Kindes, welches mit seiner Unschuld und Offenheit kein Konzept für die Tragödie hat, die sich um ihn herum abspielt. Durch die Beschränkung der Geschichte auf die Familie und insbesondere auf die zwei Jungen werden die, bis zuletzt immer indirekt dargestellten, Schrecken des Holocaust und der KZ unglaublich persönlich und für den Zuschauer, insbesondere junge Kinogänger, sehr greifbar.

Dazu baut Mark Herman stark auf das Vorwissen seines Publikums, bis zum Ende wird die Geschichte zum Großteil aus der Perspektive der Kinder erzählt, die beide nicht wissen, was vor sich geht und viele offensichtliche Hinweise nicht verstehen können oder falsch deuten. Immer wieder greift der Film auf das Thema der Unschuld zurück, verkörpert durch die beiden Jungen, und zeigt wie schwer das Ausmaß der Ereignisse dieser Zeit für sie zu begreifen war. Die Darstellungsweise der Geschichte und ihrer Auswirkungen auf die Charaktere und ihre Umwelt ist sehr gut gelungen. Sei es der Wechsel vom mit Holz ausgekleideten Haus in Berlin zum kalten Steinbunker in der Nähe des KZs oder der langsame Verfall Elsas, die sich nicht mehr um ihre Aussehen schert und immer mehr verzweifelt, nachdem sie zufällig erfährt, was ihr Mann eigentlich macht. Abgerundet wird der Film durch sehr gute darstellerische Leistungen aller Schauspieler, wobei Asa Butterfield in der Rolle des Bruno und David Thewlis als sein Vater besonders hervorzuheben sind. Ersterer einfach durch die grundsolide Leistung, die er trotz seines Alters abliefert, nie zweifelt man an Brunos Naivität, Angst oder Freude. Und Thewlis schafft es, seinen Charakter nicht als Schwarz-Weiß-Karikatur eines “typischen” Filmnazis darzustellen, sondern zeichnet ein detailliertes Bild des liebevollen und besorgten Familienvaters, der aber täglich mehrere hundert Leben auslöscht.

Dann gönn ich mir mal ein Fazit.
“Der Junge im gestreiften Pyjama” belehrt nicht und zeigt auch nicht mit dem Finger auf etwaige Schuldige; er zeichnet ein Bild aus der Alltagswelt von Kindern, die in einer Zeit aufwachsen, die für Kinder nicht zu begreifen ist. Er ist ein Film, der mit sanften Bildern eine schreckliche Zeit wiedergibt, ohne dabei Grausamkeiten zu zeigen oder auf exzessive Gewaltszenen zurückgreifen zu müssen. Dadurch ist er auch für eine jüngere Zielgruppe geeignet als beispielsweise ‘Schindlers Liste’, wobei er aber in seiner Wirkung nicht unterschätzt werden sollte. Für Kinder ist der Film insofern geeignet, wenn sie das nötige Hintergrundwissen besitzen.


Damit empfehle ich mich mal wieder und diesen Film dazu.


Bis dahin - Tschödeldö


Kommentare:

  1. Ich hab nur das Buch davon gelesen und konnte mir nicht recht vorstellen, wie der Film dazu sein soll.. deswegen habe ich ihn auch noch nicht geguckt. Aber vielleicht sollte ich das mal nachholen.

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  2. Ich werde ihn mir nicht anschauen, da ich ehrlich gesagt wirklich ZU viel emotionale Erinnerungen an das Buch haben.. :(
    Buchverfilmungen sind böse!

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  3. ps. Das der Film gut war, beweist natürlich dass das Buch umso besser war. ;P

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  4. Meine Freundin hat mir mal von dem Film erzählt und dabei angefangen zu weinen, da hab ich beschlossen, dass ich den nicht unbedingt gucken will. :/

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