27.02.12

[52 Games] - Wer durch die Kammern des Todes will geh'n, muss die Räume mit Portalen verseh'n


Willkommen abermals zum Projekt [52 Games]!
Neue Woche, neues Glück, neues Thema und dieses mal wird nicht ganz so knifflig werden wie letztes Mal. Im nachhin muss ich sagen, dass der Beitrag über "N+" nicht gut war, denn ich hab wieder angefangen das Spiel zu spielen und, nunja, ich bin schon wieder in die Sucht abgerutscht. Verdammt, verdammtes Spiel... Dann wollen wir mal.

#5 - Prüfung
- Portal -


Ich schätze mal, ich werde mit dieser Idee bei dem Thema "Prüfung" nicht ganz alleine sein. Doch ist "Portal" ein prima Beispiel dafür. Sicher gibt es sehr viele andere Spiele die das Thema auch auf den Punkt bringen oder es besser umschreiben, aber "Portal" ist mir nunmal zuerst eingefallen. Wenn ich in Prüfungen an Filme denke, dann fällt mir als allererstes das Brückenrätsel aus "Die Ritter der Kokosnuss" ein. "Wer über die Brücke des Todes will geh'n, der muss drei mal Rede und Antwort stehen. Erst dann darf er die andere Seite seh'n." Lässt sind in gewisser Weise auch auf "Portal" anweden...komisch.

Ich glaube zu Portal muss man eigentlich nicht mehr viel sagen, was Gameplay und Story angeht. Man spielt die junge Frau Chell und wacht in einer Plexiglaszelle auf. Eine Computerstimme verkündet das sich ein Portal öffnen wird und ZOOM, ist ein ovales Loch in der Wand. Wenn man hinduch geht, kommt man aus der Zelle heraus. Die Computerstimme bezeichnet einen als Testsubjekt und möchte Test durchführen. Und da geht der Spaß auch los. Bewaffnet mit einer Portalkanone, mit dem man selber Portale erzeugen kann, geht es nun durch Testräume die "GLaDOS", das Genetic Lifeform and Disk Operating System für den Spieler bereit hält. Die Räume enthalten Knobel- sowie Geschicklichkeitsaufgaben und Jump'n Run Einlagen. GLaDOS ist dabei immer darauf bedacht Chell durch immer kniffligere Räume zu schicken um Informationen zu sammeln. Der Schwierigkeitsgrad der Prüfungen steigt stetig und man muss das anwenden, was man gelernt hat. Dabei sind die Prüfungen nie ganz ungefährlich. Es warten bodenlose Löcher, Säurebecken, Raketenwerfer, Stand-MGs und merkwürdige Energiekugeln auf einen, die Chell schneller das Leben auspusten können als sie "piep" sagen kann. Viele sagen das Portal im Schnitt zu einfach war und ich muss auch sagen, dass nicht wirklich harte Kopfnüsse unter den Prüfungen waren. Es lag nur oft am Blickwinkel das man nicht weiter gekommen ist, oder einfach daran, dass man zu kompliziert gedacht hat. Ich jedenfall stand gerne mal mit nem prüfenden Blick im Raum um überhaupt erstmal eine Fläche zu finden, wo man ein Portal setzt könnten, dabei immer die Kommentare von GLaDOS im Ohr. Doch es liegt nicht daran das die Prüfungen schwer sind oder nicht. Jeder Testraum bringt einen weiter und den Spieler weiter voran, vorallem in der Story. Und das macht den Ehrgeiz und die Motivation aus, die das Spiel auf den Spieler ausübt, man will es schaffen, egal was der nächste Test für einen bereithält. "Portal" ist auf jeden Fall eine Knobelerfahrung die man aus Liebhaber des Genres gemacht haben sollte. Allgemein sollte man dieses Spiel gespielt haben, wenn man sich wirklich als Gamer bezeichnen möchte, denn dieses Spiel bietet irgendwie etwas Revolutionäres.



Bis dahin - Tschödeldö




P.S.: Das hier ist mein 100. Post auf diesem Blog!! Hier wird nun "Freude schöner Götterfunken" eingespielt. Als ich angefange habe, habe ich eigentlich nicht daran gedacht, dass es mal so viele Einträge werden würden, so abgedroschen das auch klingen mag. Ehrlich gesagt dachte ich, dass ich nach ein oder zwei Monaten die Lust verlieren würde, aber dem war nicht so. Ich danke wie an meinem Slivestereintrag nochmal allen Leuten, die mir nette Kommentare unter meine Reviews und den ganzen Kram den ich sonst so fabriziere setzen. Kommentare motivieren mich immer und zeigen das sich Leute für das interessieren, was ich hier zusammenkritzel. :) Naja genau genommen basiert das ganze Bloggertum darauf, dass jemand etwas macht und andere ihren Senf dazugeben, aber wir wollen es ja nicht so eng sehen. Ich bin nicht sicher ob man bei sowas ein Special oder Ähnliches macht, aber im April habe ich sowieso mein einjähriges Blogjubiläum :D Allerdings weiß ich auch noch nicht was ich da machen soll. Vielleicht habt ihr nen Vorschlag was ich machen könnten? :)

26.02.12

Film•Peteback: Ein Tick anders (zu sein, schadet nie.)


Immer wieder Sonntags kommt das Peteback und heute bewegen wir uns nach "Suicide Club", wieder im deutschsprachigen Filmraum. Warum? Weil der Film mir echt Spaß gemacht hat.

Damit kommen wir zu
Ein Tick anderes

"Ein Tick anders" ist eine deutsche Komödie von Regiesseur Andi Rogenhagen aus dem Jahr 2011. Der Film befasst sich mit dem familiären Schicksal einer etws anderen und speziellen Familie und einem Mädchen, welches ihr Leben mit dem Tourette-Syndram meistert.

Trailer

Fakten
Deutscher Tital: Ein Tick anders
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Andi Rogenhagen
Drehbuch: Andi Rogenhagen
Produktion: u.a. Stefan Schubert, Ralph Schwingel


Eva (Jasna Fritzi Bauer) ist eigentlich ja recht glücklich mit ihrem Leben, auch wenn ihre Familie etwas seltsam ist. Ihre Oma (Renate Delfs) sprengt ihren Staubsauger mit täuschend echten Dynamitstangen in die Luft um ihn zu "reparieren", ihr vollbärtiger Vater (Waldemar Kobus) sitzt in Schlips und Anzug im Wald auf einer Bank und schreibt Bewerbungen und übt Gespräche, ihre Mutter (Victoria Trauttmansdorff) ist eine ausgebildete Oniemanin, sprich Kaufsüchtige und Evas kleinkrimineller Onkel Bernie (Stefan Kurt) landet mit seiner alternativen Rockband auch keinen Charthit, der ihm das große Geld bringt. Daher die Kleinkriminalität. Und dann ist da noch Evas Tourette-Syndrom, das auch in ihrem sonstigen Alltag immer wieder für Probleme sorgt. Dennoch geht das Mädchen recht aufgeschlossen mit der ganzen Sache um, aber nur bis zu dem Punkt, wo es um wichtige Dinge geht. Im Kreise ihrer Familie, fühlt sich Eva aber sicher und vorallem verstanden und akzeptiert. Hier guckt keiner komisch oder macht schwachsinnige Kommentare. Zur Schule geht Eva schon lange nicht mehr, es ging einfach nicht mehr, eben halt wegen dem intoleranten Verhalten der Mitschüler. Zu Hause hat sie ihre Ticks einiger Maßen gut unter Kontrolle, wobei es daheim wohl am reduzierten Stressfaktor liegt, oder im Wald bei den Bahnschienen an dem See, wo Eva auf Naturexpeditionen geht und mit Molchen kuschelt. Die Situation ändert sich jedoch als Evas Vater ein Job in Berlin angeboten wird. Eva muss nun also ihre so vertraute Umgebung verlassen. Aber nicht mit ihr. Ein Plan muss da her und zwar schnell, denn eins ist für sie klar. Nach Berlin will sie auf gar keinen Fall.

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Man staunt schon allgemein nicht schlecht, wenn man von einem Mädchen grundlos als "Ficker", "Hure" oder sonst wie bezeichnet wird und erstrecht, wenn man auich noch eine Personalchefin einer Firma ist. Auch ist es nicht sehr sinnvoll, sich in einem Kfz-Betrieb mit einem freundlichen "Hitlergruß" vorzustellen. All das kann einer Jobsuchenden schon ordentlich die Tour vermasseln, auch wenn man selber dafür nichts kann, weil es nunmal eine angeborene Störung ist. Die sind nur in geringem Maße behandeln lässt.

Beim Tourette geht es um das unwillkürlichen Ausstoßen von Obszönitäten, begleitet von Muskelkrämpfen und auch Zuckungen. Das wird alles an einem sehr schönen Beispiel am Anfang erklärt. Der Film tut dies in einer locker-flockigen Art und Weise und streubt sich auch nicht dagegen mal über die Strenge zu schlagen, sodass Köpfe rollen. Vermutlich liegt es grade an dieser Hauptdarstellerin mit dem sonnigsten Gemüt von allen, dass hier nicht wirklich die negativen Seiten der Störung zur Sprache gebracht werden, sondern, dass man sehr selbstironisch mit den Ticks umgeht und kaum einen Hel daraus macht, dass man mal schief angesehen wird. Leute mit Tourette haben sich sowieso in ihrem Leben daran schon gewöhnt. Dabei stört es Eva auch wenig vor ein Talent Jury zu treten und einen Song zu performen, der aus ihren Ticks und der Band frei entstanden ist. Wen das interessiert, darf gerne mal bei Youtube danach suchen. Wohl ist dieser Film vielmehr dem jüngeren Publikum zuzuordnen, bei all den eingespielten Gags und der...sagen wir oberflächlichen Story.
Jasna Fritzi Bauer macht hier als junges Mädchen mit "Schluckauf im Gehirn", wie sie es selber nennt allerdings noch die beste Figur. Das sie so offen mit ihrer Krankheit umgehen kann, liegt an ihrem sonnigen Gemüt und an ihrem lebensfrohen Temperament und das sie stehts darauf achtet im Einklang mit der Natur und ihrer Umgebung zu sein.
Ähnlich wie die Figur der Lily im französischen Drama "Barfuß auf Nacktschnecken", über den ich ja schon etwas geschrieben habe. Es liegt aber vor allem an ihrer ebenso merkwürdigen wie auch an ihrer liebenswert-verrückten Familie. Vater, Mutter, Großmutter und Onkel haben selbst so viele Macken, dass ein paar Schimpfwörter kaum ins Gewicht fallen und sie sich also niht ganz alleine fühlt. Um ehrlich zu sein, war mir die Familie nicht ganz geheuer. Wenn man es genau betrachtet, ist eigentlich der Vater noch der Normalste der ganzen Sippe. Ein Mysterium rankt sich dabei irgendwie um Evas Großmutter, die schon etwas senil und demenzkrank daherkommt, aber doch oft genug die erste Anlaufstelle für Probleme ist. Was allerdings auffällig ist der, schon etwas einfallslose Twist in Form des Unheilst, dass der Vater ein Jobangebot in einer anderen Stadt bekommt und die Familie vom verstecken, ruhigen, ländlichen Haus nach Berlin mitnehmen möchte. Das ist ja nun das größte Unheil was passieren kann, wobei meiner Meinung nach im Laufe der Handlung zwei viel schwerere Schicksalsschläge auf das junge Mädchen zukommen. Aber hey, es liegt im Auge des Betrachters.

Regiesseur Rogenhagen hat er verstanden, wie man den Zuschauer dazu bringt, sich für die Probleme und Nöte der Protagonisten zu interessieren. Das schafft er vorallem mit dem Mitte der seichten, aber wirkungsvollen Komödie, die er um einige Gags spinnt und somit eine eher nicht so spannende Story zusammen hält. Geschildert wird alles aus der Sicht der Hauptperson Eva, was auch bedeutet, das sie sich noch als die normalste der Familie sieht. Sie erzählt dann in Off-Kommentaren von den Geschehnissen von früher und von heute. Dabei wird auch in schicken inszenierten Einspielern gezeigt, was Tourette eigentlich ist, wie Eva ihre Therapeutin sieht und was so mit bösen Menschen passieren kann. Zum schreien komisch fand ich die Szene wo Eva die These aufwirft, dass Leichen im Wald in erster Linie immer von Pilzsammlern gefunden werden. Dabei hat das ganze schon Charakter von der Serie "Mein Leben und ich", wenn man die kennt. Ich vergötter diese Serie.
Dabei bleibt es aber immer offen wohin sich die Handlung entwickelt, denn irgendwie kommt es in dem Film immer anders als gedacht.

Dazu ein Fazit.
"Ein Tick anders" ist meiner Meinung nach, eine der originellsten deutschen Komödien der letzten Zeit und kann dabei mit interessanten und liebevollen Charakteren und eine schwarzhumorigen Charme punkten. Andi Rogenhagens Film ist damit einer der deutschen Jugendfilme über eine einschneidenes Problem und sollte bei Liebhabern von Komödien nicht unter den Tisch fallen. Wer 90 Minuten Spaß und eine interessante und twist-gesteuerte Geschichte erleben möchte, der darf hier gerne mal zugreifen!


Gut damit hab ich meine Arbeit getan und empfehle mich und diesen Film, ich geh jetzt ein paar Molche streicheln. :)

Bis dahin - Tschödeldö




 Bilder: http://www.profirad.de/fahrrad-tipps/wp-content/uploads/EinTickAnders_A4_300dpi.jpg
             http://www.getidan.de/kritik/film/peter_claus/33524/ein-tick-anders-ab-07-juli
             http://www.filmreporter.de/kino/46794%3BEin-Tick-anders
Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Ein_Tick_anders
             http://www.kino-zeit.de/filme/ein-tick-anders

22.02.12

Film•Peteback: Extrem laut und unglaublich nah


Hey willkommen bei diesem Post und danke das du das hier liest. Auch dieses mal geht es nach dem letzten aktuelleren Film "Hugo Cabret" um einen Film der erst vor kurzem in den deutschen Kinos gelandet ist. Was diese beiden Filme gemeinsam haben ist, dass ein kleiner Junger die Hauptrolle übernimmt. Ich weiß das viele diesen Film schon erwartet haben, also schauen wir doch einfach mal rein! :)

Heute folgen wir Oscar in
Extrem laut und unglaublich nah

"Extrem laut und unglaublich nah" ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2011 von Regiesseur Stephen Daldry. Der Film ist eine Adaption den gleichnamigen Romans von Jonathan Safran Foer.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Extremely Loud & Incredibly Close
Deutscher Titel: Extrem laut und unglaublich nah
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011 (2012 in Deutschland)
Länge: ca. 130 Minuten
Regie: Stephen Daldry
Drehbuch: Eric Roth, Romanvorlage von J.S. Foer
Produktion: Scott Rudin
Musik: Alexandre Desplat


Wir befinden uns in New York im Jahr 2001. Oskar Shells Vater hatte einen Termin im World Trade Center am Morgen des 11. September. Sechsmal sprach Thomas Schell (Tom Hanks) auf den Anrufbeantworter daheim. Den letzten Anruf erlebte sein kleiner Sohn, Oskar (Thomas Horn), mit. Unfähig sich zu rühren und den Hörer abzunehmen, hörte er neunmal das „Bist du da?“ des Vaters. Bis der Anruf abbrach. Sein Vater hat er nicht aus dem brennenden und einstürzenden Gebäude geschafft. Ein ganzes Jahr später erst, geht der traumatisierte Junge auf einer Mission durch New York. Im Schrank seines Vaters fand er in einer Vase die er kaputt gemacht hatte, einen Schlüssel. Jetzt sucht er das Schloss dazu. Dieser Schlüssel, so glaubt er, sei eine Hinterlassenscahft seines Vaters für ihn, mit dem er ihm irgendetwas sagen möchte. Doch ganz alleine ist er nicht. Zur Seite steht ihm hier der Untermieter seiner Großmutter (Max von Sydow). Der alte Untermieter der ihm immer schon sehr merkwürdig vorgekommen ist und vor dem ihm auch seine Großmutter gewarnt hatte.Er spricht nicht und kommuniziert nur mit den Worten "Ja" und "Nein" die in jeweils eine Handfläche geschrieben sind. Oskar begibt sich nun also auf eine Suche, nach dem Schloss für den Schlüssel in einer Stadt, wo es mehr Menschen und noch viel mehr Schlösser gibt. Zu fast führt der Schlüssel und was hat der Name "Black" damit zu tun?
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Regiesseur Stephen Daldry hat es im Jahr 2000 geschafft, einen unbekannten Jungen namens Jamie Bell in seinem Film "Billy Elliot" zu Höchstleistungen anzuspornen und hat damit einen erfolgreichen Schauspieler entstehen lassen. Oskar ist das Herz und die Seele von "Extrem laut und unglaublich nah" und der Newcomer Schauspieler Thomas Horn hatte die nicht einfache Aufgabe, diesem Jungen aus dem Roman von J.S. Foer ein Gesicht zu verleihen. Die Figur die er hier glaubhaft vertreten muss, ist sehr eigensinnig, verschroben, oft egoistisch, zynisch, ehrlich und noch vieles mehr, allerdings auch aufrichtig, warmherzig und redegewandt. Das Drehbuch von Eric Roth der unter anderem die genialen Werk "Forrest Gump", "Der seltsame Fall des Benjamin Button" für die Leinwand zurechtschnitt, hält aber auch die genau richtigen Mittel bereit, um  Horn und seiner Figur die genau richtigen Worte und Anweisungen zukommen zu lassen um ihn authentisch wirken zu lassen. Die Dialoge sind mit viel Können ausgearbeitet und die Auseinandersetzungen sind so emotionsgeladen wie nur möglich und wiessen den Zuschauer zu berühren.

Filme in denen Angehörige sterben und diese auch noch einen besonderen Status bei Kindern erfüllen, wirken immer etwas daraus ausgerichtet sehr sentimental und aufwühlend zu wirken. Gefühle wie Verlust, Trauer, Wut Verständnislosigkeit kommen dabei auf. Die emotionalen Regungen wohnen dieser Thematik schon von Natur aus inne.  Foer hat in seinem Roman ein Konstrukt erfunden, um mit dem Thema umzugehen und dabei auch noch den schwersten Schicksalschlag in der der Geschichte der USA zu thematisieren und zu versuchten sie zu bewältigen. Daraus einen Film zu machen der das alles in Bilder umsetzt,ist keine leichte Aufgabe, wobei dennnoch das Mittel der Sprache durch Bilder es einem viel leichter macht mitzufühlen und zu verstehen. Daldry hat es dennoch gewagt, und das Ergebnis ist in seiner Emotionalität und Atmophäre nicht grade weit von seinem früheren Filmen "Billy Elliot" und "Der Vorleser" entfernt. Für amerikanisches Publikum trifft Daldry jedoch voll ins Schwarze. 9/11 ist in diesem Land bis heute ein Trauma, welches eine Vielzahl von Reaktionen auslöst. Von Verlust und Zorn bis zur Verinnerlichung der Erkenntnis, dass die als selbstverständlich empfundene Sicherheit Amerikas ein für alle Mal dahin ist. Da ist wohl irgendwo eine Seifenblase geplatzt...

„Wenn jetzt die Sonne explodieren würde, würde es noch acht Minuten dauern, bis wir es bemerken. So lange braucht nämlich das Licht, um auf der Erde anzukommen.“ -Oskar Shell

Der am Asperger Syndrom leidende Oskar Shell, mit seinem ausgeprägten Talent für Organisation macht sich auf die Suche nach einem Hinweis, wie er seinem bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Vater nahe sein könnte. Er tut auf kindliche Art und Weise, was jeder nach dem Verlust eines nahen Verwandten tun würde. Er sucht nach Möglichkeiten, die es ihm erleichtern, mit seiner Trauer fertig zu werden. Der Film führt dazu ein vielleicht etwas zu offensichtliches Symbol ein, indem er Oskar einen Schlüssel finden läss. Es soll nun schließlich das Schloss zu finden, zu dem der Schlüssel passt, und mit dieser Entdeckung die Antwort auf alle bedrängenden Fragen. Ähnlich wie bei "Hugo Cabret", der auch einen geheime Botschaft in dem kaputten Automatenmenschen seines Vaters vermutet.
Wenn man genau drauf achtet, findet man immer noch Hinweise dafür, dass sich der Regiesseur bemüht, 9/11 in Beziehung zu Katastrophen im Leben eines Menschen zu setzen. Dabei sind es gerade die Menschen in New York, die Oskar auf seiner selbstgewählten Mission trifft. Jeder von ihnen bringt ihn zwar nicht direkt auf seiner Suche weiter, aber gibt ihm doch etwas mit auf den weiteren Weg. Viele haben Schicksalsschläge erlitten, die sie im Leben beeinträchtigt haben, aber trotzdem haben sie genug Kraft ihr Leben weiter zu leben und nicht zum Stillstand zu kommen. Ich verlier mich selten in Filmen in Gefühlsduseleien und irgendwie wirkt "Extrem laut und unglaublich nah" doch ein wenig manipulativ auf die Gemüter der Zuschauer. Schließlich begleitet man einen kleinen Jungen durch eine riesen Stadt auf der Suche nach einem letzten Zeichen seines Vaters. Das ist Zusammenspielt mit der Thematik von 9/11, da kann man schonmal denken, dass es klein bisschen zu viel auf die Tränendrüse gedrückt wird. Der Junge, der so auf seinen Vater fixiert ist, wird für einen Lebensabschnitt einschneidend geprägt und verliert den größten Halt den er im Leben hat. Bis dann die Mutter der neue Halt wird und der Junge allmälich lernt auf den eigenen Füßen zu stehen. Das klingt natürlich hart, aber stört den normalen Zuschauer in keinster Weise und zerstört einem auch nicht den Filmgenuss.

Mit der Zeit wird klar, dass hier ein Querschnitt der Bewohner von New York aufgezeigt wird. Eine Stadt die durch ein schwerwiegendes Ereignis in den Grundfesten des Glaubens an eine heile Welt erschüttert wurde. Dennoch funktioniert die Stadt und die Bewohner weiter wie gehabt und das unermüdlich. Die Parallelen zu "Hugo Cabret" aufweisende Story entfaltet sich im Film komplett aus der Perspektive von Oskar. Er steuert auch das fast konstant zu vernehmende Offkommentar bei. Während seiner Odyssee durch New York City wird Oskar von dem stummen alten Mann begleitet, der ihm lediglich als der Mieter seiner Oma bekannt ist. Es sind aber die Schauspieler, die die Emotionen des Publikums erreichen. Thomas Horn agiert beispiellos und tut so, als würde er ständig neben Oscarpreisträgern spielen. Mit unglaublich viel Selbstvertrauen tritt er Tom Hanks, der hier zur Abwechslung mal in einer Nebenrolle zu sehen ist, und Sandra Bullock entgegen und scheut auch vor der Konfrontation mit ihnen nicht zurück. Besonders Sandra Bullock schafft es, mit ihrem Spiel den Zuschauer zu erreichen und zu berühren. Auch wenn sie auch nur eine Art Nebenrolle vertritt sind die Szenen, in denen sie auftritt und wirklich zu Wort kommen kann fantastisch eingefangen worden.

Fazit dazu.
Wer ein emotionales Drama sehen möchte, sollte sein Kinogeld wirklich in diesem Film anlegen. Die spannende Reise des jungen Oscar durch eine der größten Metropolen der Welt ist sehenswert und mitfühlenswert. Bei mir stellte sich am Ende des Films leichte Ernüchterung ein, weil mir der Trailer viel emotionaler vorkam, als der Film es am Ende wirklich wahr. Ich weiß nicht genau woran es gelegen hat, aber das ist vermutlich nicht die Schuld des Films gewesen, sondern die des Trailers, weil der schon einige der berührensten Szenen vorwegnimmt. "Extrem laut und unglaublich nah" ist neben "Hugo Cabret" einer der Filme dieses Jahres der jungen Schauspielern als Sprungbrett in eine hoffentlich rosige Filmzukunft bietet, zu wünschen wäre es ihnen!


Dann hier auch meine Empfehlung für diesen Film und viel Spaß beim Kinobesuch.

Bis dahin - Tschödeldö





 Bilder: http://www.monstersandcritics.de/artikel/201206/article_198571.php/Extrem-laut-und-unglaublich-nah
            http://4.bp.blogspot.com/-MUmmFJcQASA/T0Ss67q-LTI/AAAAAAAAEvA/3-PeEjIQZ6c/s1600/extrem-laut-und-unglaublich-nah%2B3.jpg
            http://www.kinofans.com/Filme/Kino-DB/Extrem-laut-und-unglaublich-nah-E11469.htm
            http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kino-kino/extrem-laut-und-unglaublich-nah-bildergalerie100.html
Fakten: http://www.movieworlds.com/filme/Extrem_laut_und_unglaublich_nah.php
             http://film-dienst.kim-info.de/kritiken.php?nr=11880
             http://www.bz-berlin.de/berlinale/extrem-laut-und-unglaublich-nah-article1384823.html

20.02.12

[52 Games] - Ein kluger Ninja springt nur so hoch, wie er muss.


Vorhang auf für Runde vier des Projekt [52 Games]!
Wie man sieht bin ich ich diese Woche ein bisschen früher dran als das letzte Mal. Nichts desto trotz wird des diese Woche um einiges kniffliger als die letzten Male, denn nun haben wir einen Begriff, der auf viele Genre und Spiele passt und denn man so, oder so auslegen kann.

#4 - Minimalismus
- N+ (Nintendo DS/PSP)-


Viel mit wenig Aufwand erreichen. In vielen Lebenslagen ist das ein lohnendes Prinzip und wenn man viel durch wenig Aufwand erreicht hat, fühlt man sich auch um so stolzer. Auch in der Videospielbranche ist das gerne mal ein Thema, denn mit den heutigen Highend Konsolen und Gamer PCs lächst die Gamer Community nach Spielen die grafisch, spielerisch und storytechnisch perfektioniert sind. Doch gibt es hier und dort die Programmierer die sich auf die guten alten Zeiten berufen und sagen "Hey, damals hatte man nicht viel, aber man hat das beste draus gemacht und mit ein paar Pixel ein ganzes Königreich geschaffen". Die Spielprinzipe waren einfacher, die Grafik kantiger, aber der Spielspaß maximaler.

Es soll hier um ein Spiel gehen, dass grade das alles was früher gang und gäbe war in sich vereint. Da kommen wir zu "N". "N" ist ein einfaches Score Jump'n Run bzw. Geschicklichkeitsspiel und versucht auch gar nicht eine Story aufzubauen. Es ist einfach, es ist kantig und es macht höllisch viel Spaß und ist teuflisch süchtig machend. Man steuer einen kleinen Ninja durch in einem abgegrenzen Gebiet und Ziel ist es, Schalter zu betätigen um eine Tür oder Tore zu öffnen, womit man dann das Level abschließt. Dabei gilt es eine Zeitleiste am oberen Bildschirmrand im Auge zu behalten die sich rasend gegen Null nährt. Gegenwirken kann man nur, in dem man die kleinen gelben Orbs einsammelt die die Leiste wieder füllen. Schafft man dies nicht und sind die Leiste auf Null, stirbt man. "N" steigert mit jeden Level seinen Schwierigkeitsgrad und das bei genauen 100 Leveln in der Freeware Version. Dabei entwickelt sich der Schwierigkeitsgrad vom leichten Kindergartenspaziergang zur Höllentour-kopfüber-mit-einer-Horde-tollwütiger-Mungos-im-Nacken-und-das-auf-Skischuhen-wo-man-in-beiden-sogar-noch-je-zwei-Steine-hat.

Unser Ninja ist lauf- und sprungtechnisch dennoch sehr begabt und so kann man viele Fallen wie Laser, Raketenwerfer, Stacheldinger und Hämmer schnell ausweichen. Doch das Spiel ist wirklich kein Zuckerschlecken. Aber es ist so simpel gemacht und dabei doch so fordernd und anspornend, dass man den DS oder die PSP gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Ich habe viele Spiele gesehen, die zwar viel geboten haben, aber leider keinen Wiederspielwert besaßen. "N" schafft das mühelos, vermutlich weil die heutigen Spiele nicht groß den Ehrgeiz fordern.

Es ist grade dieses Spiel, was in in den letzen Jahren wohl öfter gespielt habe als jedes andere und das will was heißen. Man hat aus ein Paar einfachen Kontrukten aus Strichen, Kreisen und Vierecken eine Map gezaubert und trotzdem ist es anspruchsvoller als der beste Hürdenlauf. Und man will es schaffen, egal wie schwer es ist.



Bis dahin - Tschödeldö



19.02.12

Film•Peteback: Apollo 18 - oder; Wieso Steine doch gefährlich sind


Hallo am Sonntag!
Gott schon wieder 19 Uhr, wahnsinn wie schnell so ein Tag rumgehen kann. Ich bin vollgestopft mit Kaffee und Kuchen, weil ich heute mit meiner Familie meinen gestrigen Geburtstag zelebriert habe. Der übliche, kuchige Standard halt. So gestärkt geht's auch gleich schon los! :)

Heute fliegen wir zum Mond mit -
Apollo 18

"Apollo 18" ist ein Science-Fiction-Horrorfilm aus dem Jahr 2011 von Regiesseur Gonzalo López-Gallego. Der Film behandelt die Thematik um die amerikanischen Mondflüge und wieso diese eingestellt wurden.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Apollo 18
Deutscher Titel: Apollo 18
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Ganzalo López-Gallego
Drehbuch: Brian Miller, Cory Goodman
Produktion: Timur Bekmambetow (Wächter des Tages/der Nacht, Wanted) 


Es geht hier um eine Mondmission.Aber nicht nur um irgendeine X-Beliebige Mondmissio. Es geht hier um den Flug von "Apollo 18". Dieser fand 2 Jahre nach "Apollo 17" statt. Der Flug von Nr. 18 fand im alleinigen Auftrag des Verteidigungsministeriums und dem Ministeriums für die innere Sicherheit der Vereinigten Staaten statt und er war so geheim, dass nicht einmal die engsten Angehörigen der Astronauten erfahren durften, wohin die Reise wirklich ging. Naja gut, bei einer Mondmission, geht es halt nunmal zum Mond. Die 3 Männer, um die es in der Mission geht, stellen sich vor dem Start in offiziellen Interviews vor, wie es so üblich ist. Nathan Walker (Lloyd Owen), Kommandant der Mission, Benjamin Anderson (Warren Christie) Pilot der Mondlandefähre, und John Grey (Ryan Robbins) Pilot des Kommandomoduls, das im Mondorbit auf die Rückkehr der Mondlandefähre warten soll. Vom Start bis zur Landung läuft alles nach Plan, doch am Morgen nach ihrem ersten Landgang wartet auf Anderson und Walker schon die erste Überraschung. Eine Gesteinsprobe der Mondoberfläche, die ursprünglich in einer versiegelten Probentüte, einer Art Zippbeutel steckte, liegt plötzlich auf dem Boden der Raumfähre. Eigentlich sollte das unmöglich sein, da es auf dem Mond keinerlei Eruptionen gibt. Doch die beiden haben einfach keine Zeit sich damit genauer zu befassen und setzen so ihre Mission fort. Dass dies ein Fehler war, merken die beiden Astronauten leider viel zu spät...

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Was wir hier haben ist ein Found-Footage Film! Ja "Apollo 18" ist mal wieder ein Wackelkamerafilm. Filme wie [REC]. Paranormal Activity, Trollhunter, Cloverfield etc..Naja und nun geht es halt ab zum Mond, das kann ja was werden...

Produziert wurde der Film vom russischen Regiesseur Timur Bekmambetov, der Verfilmer von "Wächter der Nacht", "Wächter des Tages" und "Wanted". Er will hier wohl so etwas wie seine Variante des '"Blair Witch Project" auf dem Mond vorstellen und uns totale Hilflosigkeit, beängstigende Isolation und  nackte Angst auf unserem nächsten Himmelskörper aufzeigen. Bekmambetov polarisiert ähnlich wie David Cage (Heavy Rain, Fahrenheit) in der Game Szene, die einen halten ihn für einen Visionär, die anderen für einen Dummschätzer. Auch wenn er hier nicht Regie geführt hat, merkt man doch einen spürbaren Fingerabdruck von ihm, denn der Film kommt mit schicker, visueller Kraft daher und weiß mit Bildern zu überzeugen. Was diesen Film angeht, unterscheidet er sich vollkommen, von dem was er vorher produziert hat. In diesem Fall bedeutet es auch vorzutäuschen, dass wir hier alte Videoaufnahmenaus den wilden 70er Jahren vor uns haben. Ein vielversprechendes Konzept, was schon eine kleine Erwartung wachsen lässt, das uns hier etwas außergewöhnliches erwarten könnte. Was ist "Apollo 18" aber denn eigentlich? Eine Himmel- ähm Mondfahrtskommando, oder der leuchtende Stern am Wackelfilmhimmel?

Also ehrlich gesagt, die Geschichte von "Apollo 18" ist zwar eher simpel gehalten, bietet aber Raum für viel fiktive Echtheit und wie es eigentlich für das Genre üblich ist, einen bis mehrere Twists in der Handlung. Muss man mal drauf achten, ist in allen Found-Footage-Filmen so. In diesem Fall behauptet der Film von sich selbst, der authentische Zusammenschnitt der Aufnahmen einer geheimgehaltenen NASA-Mondmission zu sein, die von einer Organisation namens "Lunar Truth" dreißig Jahre später im Internet veröffentlicht wurde. Eigentlich schon ein indirektes, schlechtes Eingeständnis an die amerikanischen Behörden, dass die Leute da drangekommen sind. Was diese Filme also beweisen sollen ist, warum die NASE nie wieder Mondmissionen angesetzt hat, wobei uns ja das Argument der Finanzierung weisgemacht wird. Ob fiktiv hin oder her, den beiden Astronauten, gelingen einige fantastische Schnappschnüsse von der Mondoberfläche. Auch das Konzept der Isolation und der Einsamkeit wird gut eingefangen. Das wäre schonmal geschafft. Leider gibt es da immernoch einen gewissen Sinn für Authentizität, der uns kein ruckeliges Flimmern, keine plötzliche Bildstörung und auch nicht das allzu bekannte Weiße Rauschen ist mit von der Partie. Horror-Szenarien im Weltall wissen meist zwar allein schon aufgrund ihres beeindruckenden Settings leicht zu begeistern, man hat aber das Gefühl, dass Regisseur López-Gallego es sich irgendwie mit "Apollo 18" selbst unnötig schwer macht.

Die grundlegende Plotidee ist an sich ne feine Sache und wir haben hier sogar eine handfeste Verschwörugstheorie. Was will man da als geneigter Wackelfilmliebhaber mehr? Was mit aber so ein wenig gegen den Strich geht, sind die absolut bösartigen und blutdrüstigen Mondmonster, sie sich in der Fomr von einer Abart von Gesteinskrebsen, die im Ruhezustand von gewöhnlichem Mondgestein nicht zu unterscheiden sind, präsentieren. Da Krebse auf der Erde ja nicht unbedingt die herrschende Rasse sind, haben sie es sich halt auf dem Mond gemütlich gemacht. Wieso auch nicht? Leider geben die kleinen Krabbler auch nicht mehr her, als ein bisschen Steinewackeln, und Krabbelbeide ausstrecken. Frage ist wovon sich die kleinen Gesellen sonst so ernähren, wenn nicht grade mal eine Mondtouristengruppe über die Mondoberfläche spaziert. Vielleicht lutschen sie Steine aus oder schnüffeln Mineralien aus dem Staub, wer weiß. Wer ein bisschen was von Physik versteht oder von Raumfahrt, der wird hier ein paar Logikfehler entdecken, die dem unwissenden Filmfreund nicht unbedingt auffallen werden.Der Film zielt darauf ab, dass man sich auf ihn einlässt und ihn für voll nimmt. Nur so kann man ihn richtig auf sich wirken lassen und so macht er auch für einen selber Sinn. Gruselt erwartet man hier vergebens, außer man ist von der extrem zart beseiteten Sorte. Dunkle Mondkrater, Blitzlicher, Störbilder und schnelle Bewegungen. Das versteht man anscheinend hier und einem packenden Nervenkitzel.

Was ziehen wir daraus für ein Fazit?
Ein Fehlschlag ist "Apollo 18" denn doch nicht so wirklich. Wer einen kleinen soliden Wackel"schocker" sehen möchte, der ist hier an der richtigen Adresse und Freunde von Verschwörungstheorien werden hier auch auf ihre Kosten kommen. Mich hat der Film über die 90 Minuten nett unterhalten und ich bereue es nicht ihn gesehen zu haben. Alle anderen, die mit Mond, Krebsen und minderen Schockmoment nichts anfangen können, nehmt euch einen der Genre Kollegen vor. :)


Dann viel Spaß beim anschauen und meine Empfehlung für diesen Film.

Bis dahin - Tschödeldö





Bilder: http://www.joblo.com/movie-news/review-apollo-18
            http://www.looki.de/gfx/product/34/34245/screenshot/113972_800.jpg
            http://www.fandomobserver.de/wp-content/uploads/2011/12/apollo_eighteen_xlg.jp
Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Apollo_18_%28Film%29
             http://www.moviesection.de/film/1220-Apollo_18

16.02.12

[52 Games] - Der Montagsaffe lebt nur für's Wochenende, das liegt in seiner Natur


Und wieder mal startet die neue Woche mit dem Projekt  [52 Games] und... Ne moment. Wir haben schon Mittwoch, ochje wie schnell die Zeit verfliegt. Nun eigentlich habe ich mir ja vorgenommen immer ein Beitrag für [52 Games] raus zu prügeln, wenn das neue Thema am Montag bekanntgegeben wird. Doch irgendwie hat es sich dieses mal ein wenig verzögert. Liegt es an der Arbeit? An der Motivation? An der Vergänglichkeit des Seins? Nein es lag einfach daran, dass ich es vergessen hab... Ich bin Montags furchtbar träge und will den Tag so schnell wie möglich hinter mich bringen und am liebsten gar nichts tun. Wie der Montagsaffe halt.

Nichts desto trotz fand ich das dritte Thema ein wenig anspruchsvoller als die beiden letzten, wo ich wirklich nicht lange überlegen musst. Doch hier habe ich ein Thema, was sich durch so viele Spiele zieht, dass man eigentlich den Überblick verliert. Nach langer, reichlicher Überlegung habe ich mich da dennoch für ein Spiel entschieden, was ich schon einmal vorgestellt habe.


#3 - Natur
- Monster Hunter Freedom Unite (PSP) -


Willommen in der aufregenden Welt von der "Monster Hunter"! Da ich wie gesagt, etwas länger überlegt habe, bin ich letzten Endes auf dieses Spiel, bzw. diese Spielreihe gekommen. Und da man ja nur über ein Spiel schreiben sollte, habe ich einfach mal den letzten Vertreter aus der Reihe genommen, der hier in Europa erschienen ist und das ist nunmal "Freedom Unite". 

Doch was ist "Monster Hunter" und was hat hat es mit dem Thema zu tun? Die Monster Hunter Spiele sind sogenannte "Grinder". Im Großen und ganzen geht es dabei darum zu kämpfen, Sachen zu erhalten, daraus neue Rüstungen und Waffen zu machen und seinen Charakter aufzuleveln. Monster Hunter ist angesiedelt in einer Fantasy Welt, fern von jeder Art von Technologie. Es gibt kaum bis gar keine Maschinen, was allerdings nahezu perfektioniert wurde, ist das erstellen von Rüstungen und Waffen und anderem Zubehör. Die angesehensten und wichtigsten Menschen in dieser Welt sind die Jäger. Sie legen sich mit den größten und gefährlichsten Kreaturen dieser Welt an und beschützen die Städte der Menschen oder menschenartigen Kreaturen. Man wird nun als ein Anfänger in diese schon feindliche Welt geworfen, denn es gibt auf Missionen nur wenig Kreaturen die einem NICHT an den Kragen wollen. Ziel von Missionen ist es ein bestimmtes Monster zu fangen oder zu töten, eine Anzahl von Monstern zu töten, etwas Bestimmtes zu sammeln, oder ein Gebiet zu erkunden.

Und da kommen wir schon zu unserem Hauptthema Natur. Die Maps auf denen man sich bewegt sind fern von jeder Zivilisation. Man ist alleine unterwegs, gut gepanzert und schwer bewaffnet. (Es gibt auch die Möglichkeit online mit Freunden los zu ziehen). Man schlägt sich durch ein eisiges Schneegebirge, zwei dichte Dschungelgebiete mit anliegendem Strand, eine ausgedehnte Wüstenlandschaft, mit Gras bewachsene Hügellandschaften und einen man bewandert sogar einen Vulkangegend. Alle Gebiete sind dabei schön ausgearbeitet und wirken authentisch. Man hat ihr eine in sich schlüssiges und funktionierendes kleines Biotop um sich herum. Pflanzen und Insekten profitieren von toten Lebwesen, Pflanzenfresser profitieren von den Pflanzen, Fleischfresser von den Pflanzenfressern und so geht die Nahrungskette weiter, nur wir als Jäger profitieren von allem, weil wir alles gebrauchen können. Abseits von den Kämpfen auf Leben und Tod, sehen wir Waldschweine nach Wurzeln und Pilzen wühlen, friedliche Mammutwesen auf frostigen Wiesen grasen und fleischliebende Raubsaurier auf Treibjagd, wenn sie nicht grade einen selbst auseinander nehmen wollen.
Entwickler CAPCOM hat hier für jedes Lebwesen sein ganz eigenes Habitat entstehen lassen und wir als Jäger dringen dort ein und müssen damit zurechtkommen. Genau wie die Natur es vorgesehen hat muss der Jäger als solcher anpassungsfähig sein und mit seine Umgebung zu nutzen wissen. Man beobachtet, probiert aus, zieht Schlüsse daraus und kann sich für jede Mission, jedes Gelände und jedes Monster seine Strategie zurechtlegen, damit die Jagd auch Erfolg hat. Man muss das Monster das man erjagend will kennen und seine eigene Natur verstehen und so das Vorgehen planen. In dieser Welt Herrscht das Gesetz der Natur, die Stärkesten und Angepasstesten werden überleben, der Mensch hat sie Natur sich noch nicht unterworfen und das ist grade ein erfrischendes Spielprinzip als Mensch nicht am längeren Hebel zu sitzen. Ich habe mich selten in einem Spiel, den Gewalten der Natur so unterlegen gefühlt, wie bei Monster Hunter.


Bis dahin - Tschödeldö


15.02.12

Film•Peteback: Hard Candy


Da bin ich schon wieder. Die letzten Tage sind richtig schön warm, nurnoch plus Grade, selbst in der Nacht. Ich kann den Sommer schon riechen. :) Und das nehme ich gleich mal zu Anlass um mal wieder ein Peteback zu machen. Ich hab in letzter Zeit einige Filme gesehen, über die es sich wirklich lohnt zu schreiben. Ihr könnt gespannt sein.

Heute gibt es für euch
Hard Candy

"Hard Candy" ist ein US-amerikanischer Psychothriller/drama von Regiesseur David Slade aus dem Jahr 2005. Die Geschichte dreht sich dabei um einen 32-jährigen Fotografen und ein 14-jähriges Mädchen, die sich im Internet kennen lernen. Doch wo sich ihr erstes Treffen hinentwickelt, hätte er sich niemals vorstellen können.


Trailer


Fakten
Originaltitel: Hard Candy
Deutscher Titel: Hard Candy
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2005
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: David Slade
Drehbuch: Brian Nelson


Jeff Kohlver (Patrick Wilson) ist ein sehr attraktiver und erfolgreicher Modefotograf Anfang 30 und lernt im Internet die 14-jährige Hayley Stark (Ellen Page) kennen. Bei ihrem ersten Treffen in einem Coffeeshop ist Jeff äußerst überrascht: Zum einen, weil ihm ein gegenüber ein charmantes, kluges und sexuell aufgeklärtes Mädchen sitzt, zum anderen, weil Hayley sofort und ohne Umschweife mit ihm nach Hause gehen will. Nach anfänglichem Zögern willigt Jeff schließlich ein, zumal er vom selbstbewussten Auftritt seiner blutjungen Internetbekanntschaft mehr als angetan ist. In seinem stylischen Luxus-Appartment angekommen, stürzt sich Hayley sofort auf die Bar und beginnt, sich hochprozentige Cocktails zu mixen. Wenig später bietet sie Jeff an, für erotische Fotos zu posieren und beginnt sich auszuziehen. Jeff wird von Hayleys Reizen immer mehr gefangen genommen. Seine kühnsten Träume scheinen plötzlich alle in Erfüllung zu gehen. Bis ihm plötzlich schwarz vor Augen wird und er in seinem ganz persönlichen Alptraum wieder zu sich kommt. Er wacht wieder auf, gefesselt an einen Stuhl und fragt Hayley, die sich inzwischen umgezogen hat, ob das auch noch zu ihrem Spiel gehört. Diese Antwortet nur kühl "Das Spiel ist vorbei Jeff, du weißt es nur noch nicht..."

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(Achtung! Diese Kritik könnte die Spannung im Film senken)

Selbstjustiz ist ja gerade in amerikanischen Actionfilmen oft ein beliebtes Thema. Da wird die Familie des Helden gemeuchelt und schon zieht er los und bringt eben alle um die Ecke um sich zu rächen. Moralisch gesehen ist das ganze natürlich fragwürdig, ob man wirklich das Gesetz in die eigene Hand nehmen darf. Allerdings könnte man sich auch die Frage stellen, wie man selber in so einer Situation handeln würde. Eine sehr heikle Sache, das mit der Selbstjustiz. In "Hard Candy" jedenfalls dreht es sich auch um diese. Ein 14-jähriges Mädchen trifft sich übers Internet mit dem 30 jährigen Fotografen Jeff, um sich stellvertretend für alle misshandelten Mädchen an ihm zu rächen. Und das tut sie auch. Sie setzt ihn mit Drogen ausser Gefecht, fesselt ihn und nimmt seine ganze Wohnung auseinander um Beweise zu finden und ihn als Kinderschänder und Pädophiler zu outen und vorallem zu entlarven.

Das interressante an dem Film ist, dass man eigentlich gar nicht genau weiß, wer hier Opfer und wer Täter ist und auf welcher Seite man als Zuschauer denn nun stehen soll oder stehen sollte. Wer Gut und wer Böse ist, wird hier nicht klar definiert. Natürlich bietet es sich an, auf der Seite des Mädchens zu stehen, da Jeff ja vermutlich ein Pädophiler ist. Allerdings geht sie so kalt und gnadenlos mit ihm um, dass er einem fast Leid tun kann; besonders in einer Szene, in der eine unschöne Operation an ihm durchgeführt werden soll. Es gibt kaum richtige Hinweise auf seine angeblichen pädophilen Neigungen und so ist man als Zuschauer selber gefragt, wem man mehr Glauben schenkt. Denn Jeff hat sich in dem Film selber nichts zu schulden kommen lassen. Man erfährt nie die ganze Wahrheit, man wird im Halbwissen gelassen und das nagt am Zuschauer. Der Zuschauer mag es nicht unwissend zu sein. Ich selbst saß gebannt vor meinem Bildschirm und habe den Film mit kritischem Blick verfolgt um festzustellen, wer nun eigentlich wer ist.

Da der Film nur auf sehr kleinen Raum spielt und es auch nur die beiden Hauptpersonen gibt, müssen natürlich die Schauspieler überzeugen. Die Hauptdarsteller machen ihre Sache in der ständig wechselnden Täter-Opfer Rolle nahezu perfekt. Denn sonst würde dieses Psychospielchen nicht funktionieren. Und Ellen Page und Patrick Wilson sind wirklich richtig gut. Page spielt die 14jährige, kaltherzige und intelligente Hayley wirklich super und man bekommt wirklich Angst vor ihr. Sie sagt von sich selber sie sei verrückt, aber so ganz kann man ihr das nicht abnehmen, aber irgendwie doch. Page's Leistung als der kleine Racheengel ist jedoch auf einem noch größeren Level. Sie bringt die Klugheit und Gerissenheit von Hayley erst richtig zur Geltung und wird wahrscheinlich lange mit dieser Rolle in Verbindung gebracht werden. Auch Wilson bringt die Verzweiflung von Jeff gut rüber. Die Anstregungen sich aus Fesseln zu befreien oder die Schmerzen wenn Heyley ihn mal wieder zum schweigen bringen muss. Vom schauspielerischen Standpunkt hatten die Macher, wie gesagt, wirklich ein glückliches Händchen. 

Auch an der Inszenierung gibt es nichts auszusetzen. Der Film ist durchgehend unterhaltsam, fesselnd und spannend. Ich hab mich eigentlich keine Sekunde vom Bildschirm abgewandt.


Dazu ein Fazit.
"Hard Candy" ist ein intensives Psychospielchen mit zwei super Darstellern und einer spannenden Handlung. Das Ende ist ziemlich bitter und da muss jeder Zuschauer selbst entscheiden, ob es für ihn nun ein Happy End ist oder nicht. Wie gesagt, ist man als Zuschauer wirklich nur Zuschauer und nicht allwissend. Einem wird nicht mehr verraten als die Personen preisgeben und grade das da macht diesen Film so spannend. Wer einen guten Psychothriller sucht, der ist hier genau an der richtigen Adresse.



Dann viel Spaß beim anschauen und meine Empfehlung für den Film.




Bis dahin - Tschödeldö



12.02.12

Film•Peteback: Hugo Cabret


Hallo zusammen!
Heute wird es mal ein wenig aktueller als sonst, denn ich habe mal einen Film parat, der erst vor kurzem in die Kinos gekommen ist. Da ich der Entwicklung zum 3D-Kino immernoch eher skeptisch gegenüber stehe, war ich von diesem Vertreter des neuen Mediums doch sehr überrascht.

Ich spreche hier von
Hugo Cabret

"Hugo Capret" ist ein US-amerikanischer 3D-Film von Martin Scorsese aus dem Jahr 2011. Der Film basiert auf dem Kinderroman "Die Entdeckung des Hugo Cabret" von Brian Salznicks.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Hugo Capret
Deutscher Titel: Hugo Capret
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 130 Minuten
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: John Logan
Produktion: u.a. Graham King, Johnny Depp, Martin Scorsese
Musil: Howard Shore


Die Waisenjunge Hugo Cabret (Asa Butterfield) nennt nach dem Tod seines Vaters (Jude Law) einen Pariser Bahnhof sein Zuhause. Alles, was ihm von seiner glücklichen Vergangenheit geblieben ist, ist eine mysteriöse, defekte Automatenfigur, die sein Vater einst aus dem Museum mitgebracht hat.
Hugos Alltag besteht darin, die Uhren im Gebäude aufzuziehen und sich vor dem hartnäckigen Inspektor (Sacha Baron Cohen) in Acht zu nehmen, der zusammen mit seinem Dobermann Jagd auf herumstreunende Kinder macht. Er hat die Arbeit von seinem Onkel übernommen, der seit Monaten nicht mehr in den Bahnhof zurückgekehrt ist. Sein Onkel nahm ihn bei sich auf, als  Hugos Vater bei einem Brand im örtlichen Museum ums Leben kam.Hugo Ziel ist es nun, sein Erbe zu reparieren und herauszufinden, welches Geheimnis das Roboter-Männchen mit dem Füllhalter in der Hand für ihn bereithält. Ist es eine letzte Botschaft seines Vaters? Der Junge lernt die Gleichaltrige Isabelle (Chloë Grace Moretz) kennen, die Tochter des grimmigen Spielzeugverkäufers (Ben Kingsley). Die Beiden freunden sich an und planen ein gemeinsames Abenteuer. Der erste Schritt führt sie ins Kino. Isabelle trägt eine Halskette mit einem herzförmigen Schlüssel daran. Einen solchen, der auch in das Schloss auf der Rückseite des Automaten passen würde. Sie versuchen ihr Glück...

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Eins sei vorneweg gesagt: Die 3D-Effekte in „Hugo Cabret“ sind absolut atemberaubend und der gelungenste Einsatz dieser Technik, den ich bisher auf der großen Leinwand erleben durfte. Auch James Cameron müsste da den Hut vor seinem Kollegen Martin Scorsese ziehen. Wichtig ist jedoch, dass das Werk sich deshalb keinesfalls nur auf seine aufwendige visuelle Umsetzung reduzieren lässt. Die Adaption von Brian Selznicks Buch "Die Entdeckung des Hugo Cabret" entpuppt sich zugleich als das warmherzige und fantastische Abenteuer eines aufgeweckten Waisenjungen, ähnlich einem wie beim Klassiker der Waisenjungen Oliver Twist, als auch als feurig-nostalgische Liebeserklärung an den Film und das Kino selbst.
Als die Brüder Lumière ihren Stummfilm "Ankuft eines Zuges in La Ciotat" um herum 1895 erstmals einem Publikum vorstellten, soll dieses ja in Panik vor dem auf der Leinwand herannahenden Zug angeblich schlagartig den Saal verlassen haben. Ob diese Überlieferung nun stimmt, oder nur eine spannende Ausschmückung des Ereignisses gewesen ist, sei jetzt dahingestellt. Fest steht, dass diese Geschichte auf sehr schöne Weise die Macht der bewegten Bilder auf den Punkt bringt: Sie können in Zuschauern extrem starke und direkte Emotionen hervorrufen. Auch Filmgroßmeister Martin Scorsese hat das verstanden und wendet in seinem neusten Meisterwerk ähnliche Thematiken an. Scorsese, inzwischen fast runde 69 Jahre jung, ist ein Name, den man vermutlich zunächst eher mit rauen Arbeiten wie "Hexenkessel" (1973), "Taxi Driver" (1976) oder "Good Felllas - Drei Jahrzehnte in der Mafia" (1990) in Verbindung bringt. Auch hat er sich hier wieder von Leonardo DiCaprio losgesagt, der ja in seinen letzten Werken wie "Gangs of New York", "Aviator", Departed" und "Shutter Island" immer die Hauptrolle abgegriffen hatte. Mit „Hugo Cabret“ schlägt der italoamerikanische Regiesseur nun gänzlich neue Töne an und beweist damit, dass er auch als Märchenonkel eine ausgezeichnete Figur macht und die ganz Kleinen nicht immer aus seinem Werk ausschließen muss. Als Kinderfilm kann man dieses Stück purer Magie allerdings nicht bezeichnen – zumindest nicht nur. Falls ja, darf ich mich jetzt auch nochmal zu den kleinen Jungs zählen, habe ich doch auch mit teilweise offenen Mund und einem Lächeln, staunend bis zum Ende des Abspanns auf die Leinwand vor mir gestarrt.

Es ist eine einfache Geschichte, in der viel Kraft steckt - angesiedelt in den Dreißigern des vorherigen Jahrhunderts. Auch wenn die Freundschaft der Kinder im Mittelpunkt des Films steht, fungiert der gesamte Bahnhof als Mikrokosmos, gefüllt mit weiteren Individuen. Der verliebte Inspektor ist ebenso ein Teil davon, wie die Blumenhändlerin Lisette (Emily Mortimer) oder der unliebsame Spielzeugverkäufer Georges Méliès, der auch ein legendärer Zauberer und Filmregisseur war. Letzterer erstrahlt mit seinem früheren Schaffen die Geschichte. Martin Scorseses große Kunst besteht darin, die ambitionierte Huldigung mit dem unterhaltsamen Märchen harmonisch in Einklang zu bringen.

„Hugo Cabret“ möchte nicht Unwissende vollends über die Anfänge des Kinos aufklären, dafür ist eine Romanverfilmung auch nicht da. Er möchte Jung und Alt begeistern und so vielleicht dazu inspirieren, sich selbst einmal mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wer eine nüchtern-detaillierte Aufarbeitung der Historie sucht, ist hier falsch. Der Film ist spannend, witzig und obendrein hochinteressant. Außerdem wird einem  vor Augen geführt, was Menschen damals am Film begeistert hat und wo es sich heute hinentwickelt hat und wo es sich noch hinentwickeln kann.
Wir treffen nicht nur einen bedeutenden Künstler, sondern wir erhalten sogar kurze Einblicke hinter die Kulissen. Werden Zeugen, wie der Zauber entsteht und zwar in diesem speziellen Fall tatsächlich hautnah. Verschiedene Werke, wie der eingangs erwähnte Film mit dem einfahrenden Zug, „Ausgerechnet Wolkenkratzer“ (1923) von Fred C. Newmeyer und Sam Taylor und vor allem die Arbeiten von Méliès (unter anderem „Die Reise zum Mond“, 1902) werden auszugsweise im Original vorgestellt und dann in späteren Szenen vereinzelt referiert.
Wenn beispielsweise ein Zug entgleist und im 3D-Verfahren bedrohlich auf die Zuschauer zurast, dann erweist Scorsese natürlich den Lumières nachträglich die Ehre und ermöglicht ihrer Eingebung eine Plastizität, von der sie ihrerzeit mit Sicherheit nicht einmal zu träumen gewagt hätten.
Das damalige Publikum wäre nach diesem Eindruck wohl nicht mehr schreiend aus der Vorführung gerannt, sondern gleich einem Herzinfarkt erlegen. Man mag sich nun fragen, wie das alles mit der eigentlichen Geschichte rund um die Kinder zusammenpasst.

Da werden Stimmen laut, die der Verbindung nicht sonderlich viel abgewinnen können und lieber eine echte Biografie über Georges Méliès gesehen hätten. Doch geht es nicht auch um ein Geheimnis? Das Geheimnis der bewegten Bilder, das die Schicksale der Figuren letzten Endes feierlich in einem riesigen Saal vereinigt. In seiner Erinnerung berichtet Hugos Vater ihm immer wieder von einem prägenden Kinobesuch: Dieser sah direkt vor seinen Augen den Mond, in den eine Kugel eingedrungen ist, auf sich zukommen. Hugo kennt den Namen des Werkes nicht, aber findet eben diese Szene auf einer Zeichnung wieder. Ist das die Nachricht, auf die er so lange gewartet hat? Das Bild führt ihn und seine neue Freundin immer weiter in ein magisches Reich, mitten in der tristen Realität. Da ist Romantik, da ist Schönheit, da sind entfesselte Ideen - und da ist das Gute, das am Ende siegen wird. Das muss es.

Gesetzt hat Scorsese auf den jungen Asa Butterfield, der uns schon in "Der Junge mit dem gestreiften Pyjama" überzeugen konnte. Zwar schafft es der junge Schauspieler auch hier, gerade in den stillen Momenten, seiner Figur Ausdruck zu verleihen, gänzlich tragen kann er die Geschichte aber nicht. Dazu reicht seine Ausstrahlung nicht wirklich. Schauspieler, wie Ben Kingsley und Jude Law sind nur Nebenfiguren und Nebendarsteller und sind nicht so oft zu sehen, als dass sie Butterfield viel abnehmen könnten. Toll ist jedoch Sacha Baron Cohen als Bahnhofsvorsteher. Er darf nicht nur richtig lustig, sondern auch emotional werden. In diesen wenigen Momenten ist der Zuschauer ehrlich ergriffen.
Ein Fazit.
„Hugo Cabret“ ist wie ein Traum über einen Traum, der noch nicht beendet ist. Der Film erzählt eine mitreißende Geschichte über Kinder und einen Bahnhof und ein großes Geheimnis und bietet wunderbare Bilder und Kulissen. Alles wirkt im Bahnhof harmonisch und man wird nur selten von der allzu harten Realität eingeholt. Wer Lust auf ein Märchen mit nicht allzu viel Tiefgang hat, auf interessante Charaktere setzt und einen tollen Soundtrack erwartet, der ist hier genau richtig. Es ist auch einer der wenigen Filme bisher, der 3D-Effekte wirklich gut umsetzt und sie nicht dadurch bedient, dass einem Sachen um die Ohren fliegen. Der Film wirkt plastischer und realer auf den Zuschauer und das ist es, was 3D heut zu Tage erreichen sollte und dafür lohnt sich auch der Eintrittspreis. Der Film ist eine Hommage an den Film selbst und so sollte er auch gesehen werden. Wer nur Filme gerne nebenbei schaut, ist hier leider falsch.


Und hier wünsche ich auch viel Spaß beim Kinobesuch und empfehle mich und vorallem diesen Film


Bis dahin - Tschödeldö


09.02.12

Anmerkung des Verfassers: !! [ Ein Schattenspiel bringt oft ganz viel ] !!


Hey Leutz!
Inspiriert durch Raine's Blogpost über das Flashgame "Pirates of the undead Sea", habe ich beschlossen auch mal wieder ein paar Tipps aus den großen Weiten des Internets geben. Willkommen zurück in der Rubrik;

EPIC FLASHGAMES

Heute habe ich das Thema "Schattenspiele" ausgewählt. Damit meine ich in Grunde die Spiele, wo die Spielfigur und vielleicht auch die gesamte Welt komplett in schwarz gehalten wird und nur durch eine einfach Hintergrund- bzw. Kontrastfarbe, wie weiß, grün, etc. eine Art Schattenspiel erzeugt wird.


Was diese "Schattenspiele", wie ich sie nenne, haben einen ganz eigenen Charme den anderen Spiele nicht haben. Es wirkt alles sehr surreal, trist und vorallem irgendwie schräg und gruselig. Schom beim kommerziellen Spiel "Limbo" aus dem Steam Onlineshop war, trotz schwarz-weiß-grau Optik, eine sehr atmosphärische und gefährliche Welt allgegenwärtig. Doch auch in nonkommerziellen Spielen kann ohne viel Aufwand so eine Stimmung geschaffen werden.



"Q" ist eine Art Spielreihe, die bisher schon zwei Spiele umfasst. Der Plot um die Spiel ist nicht wirklich klar, dem Spieler wird auch keine Story geliefert, man wird einfach in eine waldartige Welt hineingeworfen. Dieser "Wald" wird von verschiedenen Lebewesen in vielen Formen und größen bevölkert, darunter auch ein menschenartiges Volk. Man schlüpft nun in die Rolle eines dieser kleinen Menschlein und wird auf eine Art Reise geschickt, wo der Ausgang komplett unklar ist. Gemein haben die Spiele, dass dort viel gestorben wird, was den kleinen Wesen allerdings nichts ausmachen, da sie keine Gefühle zu haben scheinen. Hinter den Spiele steckt immer eine kleine Botschaft zwischen dem ganzen, schon kunstvollen Ablauf. Dieses Spiel kommt "Limbo" allerdings schon am nächsten, weil es viel von der Atmosphäre einfägt und auch thematisch passt. Man bewegt sich hier in Point und Click Manier vorwärts, muss aber keine Sachen einsammeln oder kombinieren, man interagiert einfach in Echtzeit mit der Umwelt und kommt so vorran.
Hier ist der Link zum ersten Spiel "Q - The Game"


PSF: 8/10



"Little Wheel" ist ein kleiner Star unter den Flashgames. "Little Wheel" hat als eines der wenigen Vertreter seiner Art ein paar Game Awards bekommen, darunter der MTV Game Award. "Little Wheel" ist eine Art Point and Click Adventure, wobei man hier auch nur mit seiner Umgebung interagieren kann und man keine Sachen sammeln muss. Die Story steht sich um einem Roboter Planeten. Auf diesem Planeten gibt es eine Energieeinheit, die alle Maschinen und die Roboter mit Energie versorgt. Durch einen Arbeitsunfall wird diese Energieeinheit außer Kraft gesetzt und die Maschinen und die Robter hören auf zu Funktionieren. Zehntausend Jahre später tobt ein Gewitter auf dem Planeten und ein Blitz schlägt in einem Wachturm ein und erweckt einen kleinen Roboter zum Leben. Nun liegt es an ihm, sich durch die Welt zu kämpfen um an die Energieeinheit zu kommen und seine Welt wieder zu beleben.
Das Spiel glänzt mit einer netten Story, einer tollen Optik, eines sympathischen Helden und einem gut ausgearbeiten Spielprinzip. Ähnlich wie im Spiel "Machinarium". Wer Point and Click Adventure mit dem gewissen Pfiff mag, der wird hier voll und ganz auf seine Kosten kommen. die Rätsel sind keine wirklichen Kopfnüsse, aber wissen zu unterhalten.


PSF: 10/10



"Crow in Hell" ist ein Geschicklichkeitsspiel. Durch einen Unfall wird eine Krähe in ein unterirdisches Tunnelsystem geworfen und stirbt, oder doch nicht? Nun geht es jedenfalls darum unbeschadet die Höllenhöhlen wieder zu verlassen. Dabei muss man Decken- und Bodenkontakt vermeiden und man muss Timing beweisen und auch auf Fallen achten. Das Spiel basiert ein wenig auf dem Trail an Error Prinzip, wo man erstmal in die Falle laufen muss um zu sehen, wie man sie umgehen oder austricksen kann. Dabei immer den Grundgedanken des heißen Drahts im Hinterkopf nirgendwo anzuecken. Zwischendrin kann es auch schonmal zu Wutausbrüchen kommen, aber man will es ja schaffen. "Crow in Hell" umfasst bisher drei Spiele, die alle nach dem gleichen Prinzip funktionieren und auch im Schwierigkeitsgrad einigermaßen gleich sind. Gesteuert wird die Krähe mit den Pfeiltasten und das wars auch schon. Man muss Schlüssel einsammeln, Türen öffnen und wie gesagt, nicht zu sterben.
Wer ein bisschen Lust auf Geschicklichkeitsspielchen hat, der darf sich das Spiel gerne mal zu Gemüte führen.
Hier noch einmal "Crow in Hell 2" und "Crow in Hell 3".


PSF: 7/10


So und dann wären wir auch schon am Ende. Ich wünsche viel Spaß beim anspielen und beim entdecken neuer Welten. Wenn ihr die Spiele gespielt habt, lasst doch ein kleines Kommentar da, wie ihr sie fandet. :)

Bis dahin - Tschödeldö


06.02.12

[52 Games] - Runde 2 Brrrrr


Schon wieder eine Woche rum? Ach Gott...
Gut damit starten wir dann auch in die neue Woche und gleichzeitig auch in die sage und schreibe, zweite Runde des Projekts "52 Games". Ich habe die Beiträge zum letzen Thema nicht alle gelesen, aber es gab da doch einige Neuentdeckungen für meine Zu-Lesen-Blogliste, die immer länger wird... Ich sollte da mal tote Blogs aussortieren.
Nun jedenfalls schweife ich in gewohnter Weise ab, aber ich sollte meinen Blick auf das Wesentliche richten und zwar das neue Thema, was mir schon jetzt einen kalten Schauer über den Rücken jagt und das meine ich wortwörtlich.

#2 - Kälte
- Lost Planet: Extreme Condition (PS3 Version) -


Ich meine mich zu erinnern, dass ich bei Reset the World schon in der ersten Runde was über "Lost Planet" gelesen habe. Doch nun kommt das Paradeschlagwort für das Spiel. Zu dem Bild muss ich wohl kaum sagen, dass es schon verdammt kalt ausschaut. Ein Schneesturm, alles in Eis und Schnee gehüllt und ein dick eingepackter Soldat - alleine.

Ja der Untertitel von "Lost Planet", der wie zu sehen ist "Extreme Condition" heißt ist auch Programm. Durch Kriege, Umweltverschmutzung und globale Erwärmung ist die Menschheit gezwungen neuen Lebensraum zu erschließen. Dieser neue Lebensraum ist der Planet E.D.N. III. Wobei man von Lebensraum nur schlecht sprechen kann, denn der Planet ist komplett in Eis und Schnee gehüllt und es herrschen Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt. Brrrr... Dennoch besiedeln die Menschen den Planeten, weil er wenigstens erdähnlich ist und Wasser und Sauerstoff bietet, sowie eine Atmosphäre. Was die Menschen nicht bedachten war, dass es auf dem Planeten noch andere Lebewesen geben könnten und irgendwann traten dann zum ersten mal die Akriden auf. Eine Insektenartige Spezies, die höchst aggressiv und gut an das eisige Leben angepasst ist. Sie produzieren nämlich etwas, was der Großkonzern NEVEC Thermalenergie nennt. Diese Flüssigkeit ist höchst wärmespeichernd und sollte das überleben auf dem Planeten sichern. Die Akriden fanden sowas aber nicht so prall und Angriffe auf die von den Menschen errichteten Städte wurde häufiger, bis ein regelrechter Krieg entstand, welchen die Akriden am Schluss gewannen.

Nun liegt es 150 Jahre nach dem großen Akriden Krieg an Wayne und einigen Rebellen, den machthungrigen Großkonzern NEVEC zu stürzen, die Akriden zu vertreiben und E.D.N. III bewohnbar zu machen. Kliegt Spannend, ist es auch. Nur leider friert man mit dem Charakter mit. Es gibt selten Stellen im Spiel, wo man sich nicht durch Meter hohen Schnee und Eiscavernen kämpfen muss. Es ist ein beklemmendes Gefühl sich alleine durch eine von Menschen verlassende Welt zu kämpfen, wo an jeder Ecke fiese Käfer warten, die einem den Kopf abbeißen wollen. Sie treten nämlich in vielen Formen und vorallem Größen auf. Man hat zwar ein breites Arsenal von Waffen zur Verfügugn, aber die Bedrohung bleibt die Gleiche.
Dabei immer im Blick die Schadensanzeige, die beim Gang auf null Wayne ohnmächtig werden lässt, was einem Game Over gleichkommt. Das zweite was man im Auge behalten muss, ist die Thermalanzeige, die sich stätig reduziert und das IMMER! Geht sie auf Null wird einem Schaden zugefügt und man stirbt. Punkt aus. Und das hat mich nach den Gegner gerne mal zum Verzweifeln gebracht, da man sich nicht unendlich lange aufhalten lasssen kann, sondern einem sogesehen die Zeit oder besser der Frost im Nacken sitzt, wenn man nicht zu einem Tiefkühlmenschlein für die Akriden erstarren will. Das Spiel hat sogar eine total absurde Stelle, wo man sich durch ein vulkanisches Gebiet kämpft und trotzdem erfrieren kann. Und nun fassen wir uns alle man gleichzeitig an den Kopf. Man steht...neben einer Lavaquelle...und kann erfrieren....da komm ich immernoch nicht drüber hinweg...

Ich will ja nicht sagen, dass das Spiel ein Rage Game ist, aber bei sowas stößt es einem auch schon sauer auf. Das ist als würde man neben einem Schinken verhungern, es sei denn man ist  Vegetarier...
Jedenfalls ist Wärme in diesem Spiel Mangelware und das man nur überleben kann, wenn man sich heiße Körperflüssigkeiten von Insektenaliens in den Anzug spritzt ist eigentlich eine verdammt geniale Idee, so entsteht eine Gewisse Abhängigkeit in der verschneiten Einöde des Planeten. Selten kommt auch mal die Sonne raus, meines Wissens nur in drei Missionen. Wenn sie aber scheint, dann hell und gelb-orange. Man spürt die Wärme am eigenen Leib und schaut in die Strahlen hinein, bis man sich wieder umdreht, weil die Mission ja weitergehen muss. Solche Momente sind rar und man lernt sie irgendwie zu schätzten, in der eisigen, unfreundlichen Welt. Man braucht den Feind zum überleben. Man kann auch nicht sagen, warum die Akriden so aggressiv sind, wobei der Mensch durch die Besiedlung vielleicht der Aggressor war und zuerst angegriffen hat, wie in dem Film "Starship Troopers".
Dann gibt es da noch eine "kleine" Spezies, die mich dazu gebracht hat, das Spiel auszumachen und es ganze 2 Monate lang nicht mehr anzufassen. Man stelle sich vor, man hat sich durch eine Horde von Akriden und feindlichen Soldaten gekämpft und steht nur vor einem zwei Fußballfelder großen Areal, was komplett eingeschneit ist und man durch hüfthohen Schnee stapfen muss. Aber! Man da steht ein Schneemobil. Ab gehts! auf der Häfte wird man durch einen Funkspruch darauf hingewiesen, dass Thermalenergie festgestellt wurde. Unter einem! Und da schleudert es einem schon vom Schneemobil und man steht vor einem RIESEN Wurm, der den Charakter einfach verschlucken kann. Ja...Instant Death nennt man sowas. Das hat er dreimal bei mir gemacht, ohne das ich mich richtig wehren konnte. Witzig ist, dass das Würmchen nicht mal ein Pflichtgegener ist. Da hab ich spontan dem Ausschaltkopf meiner PS3 mal die Hand gegeben.

So damit habe ich wohl alles gesagt, was ich sagen kann. Es hat für mich nie ein besseres Spiel in Schnee und Eis gegeben als "Lost Planet" und auch keins, was das Schlagwort "Kälte" besser beschreibt und ausdrückt. Vielleicht noch die Passage in "Final Fantasy VII" am Nordkrater. Aber das ist ne ganz andere Geschichte. Ich werde mir nun erstmal einen Tee machen, mir ist beim Tippen irgendwie kalt geworden. ;)


Bis dahin - Tschödeldö


05.02.12

Film•Peteback: Suicide Club


Sonntag ist Filmzeit, ich komme diesem Motto nicht immer nach, aber eigentlich sollte es schon so sein. Jedennfalls gibt es heute nach langer Zeit mal wieder eine Review zu einem deutschen Film, die hier ja sowieso eigentlich viel zu kurz kommen. Gleichzeitig haben wir hier mal wirklich einen Film für die Rubrik "Über den Teller gerannt". Los gehts!

Heute schauen wir
Suicide Club

"Suicide Club" in eine Tragikkomödie des deutschen Filmhochschulstudenten Olaf Saumer aus dem Jahr 1999, wurde aber 2010 erst veröffentlicht. Der Film dreht sich um 5 Personen, die sich über's Internet für einen gemeinsamen Selbstmord durch einen Sprung von einem hohen Gebäude entschieden haben, wobei aber nicht alles glatt läuft.

Trailer

Fakten
Deutscher Titel: Suicide Club
Originalsprache: Deutsch
Erschienen: 2010 (1999 gedreht)
Länge: ca. 96 Minuten
Regie: Olaf Saumer
Drehbuch: Olaf Saumer, Martin Saumer
Produktion: u.a. Olaf Saumer. Till Schermbeck


Bei Sonnenaufgang treffen sich fünf Menschen auf einem Hochhausdach, um gemeinsam in den Tod zu springen. Fünf völlig unterschiedliche Charaktere. Keiner weiß von dem anderen, warum und weshalb dem Leben ein jähes Ende gesetzt werden soll. Nicht einmal die Namen wissen sie voneinander. Nur der unmittelbar bevorstehende gemeinsame Suizid verbindet alle auf eine tragische und bizarre Weise. Doch durch eine absurde Verkettung von Ereignissen, müssen sie ihren Plan verschieben und gemeinsam dort oben bis zum Abend ausharren. Einer Insel inmitten des alltäglichen Trubels der Stadt, auf der die Fünf abgeschottet ganz in ihrer eigenen Welt für sich sind. Aus gegenseitiger Distanz und Ablehnung entwickelt sich eine ungeahnte Gemeinschaft. Sie erleben einen Tag, den keiner der Fünf vergessen wird.   - Offizeller Inhalt


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Fünf Fremde, ein gemeinsames Ziel: der Freitod. Das klingt zu erst nach einem melodramtisch- bis deprissiven Filmerlebnis, denn noch bietet "Suicide Club" so eiene Höhen, seine Tiefen, seine Belanglosigkeit, aber auch seinen ganz eigenen Humor.
Olaf Saumer versucht in seinem Abschlussfilm, der an Kunsthochschule Kassel entstand, deutlich, es mehreren Fronten Recht zu machen. Aber wer versucht das heut zu Tage nicht. Das Filmpublikum ist ein deinköstiger Haufen und irgendwie muss man schon auf bestimmte Sparten und Gruppen hinarbeiten um Erfolg zu habeb. Dennoch ist es dieses unentschlossene Pendeln zwischen leichter bis seichter Tragikomödie, die ein schweres Thema das selbst in Nachrichten nur mit der Kneifzange angefasst wird und einer möglichst schmerzfreien Behandlung des Themas, dazu noch mit leicht verdaulichen Arthouse-Anleihen. Es ist aber gerede dieser Spagat der das Gesamtwerk so nichtssagend geraten lässt. Die Grundidee ist recht interessant und wird auch bemüht durchgesetzt, leider aber ein wenig an der Streckung um die ganze Handlung, um als dramaturgisch effizienter Spielfilm zu funktionieren. Das Drehbuch versucht das triste Geschehen auf dem Dach mit Leuten die eigentlich kein Interesse aneinander haben, mit stark konstruiert wirkenden Plotwendungen etwas abwechslungsreicher zu gestalten. So verkommen beispielsweise die Auftritte der Polizisten zu skurrilen Lachnummern ohne gutes Timing, den schwarzhumorigen Anteilen, was den Film eigentlich einen gewissen Pfiff verleihen sollte, fehlt es dagegen an Biss und Souveränität und auch an dem nötigen Schuss Kaltschnäuzigkeit.

Der in unregelmäßigen Abständen einsetzende Off-Kommentar des 16-jährigen Fabian (Arne Gottschling) steht Sinnbildlich für das Hauptproblem des Films, der scheinbar nicht vollends auf seine Bilder vertraut. Ohne der Handlung nur den geringsten Dienst zu erweisen oder vielleicht Hintergrundinformationen zu liefern, erzählt der Junge lediglich nach, was es auf der Leinwand zu sehen gibt und was keiner weiteren Erläuterung bedarf. Es wirkt etwas so, dass man auch die in Boot holen wollte, die nicht ganz so viel mit der Interpretation von Personen und Szenenbildern anfangen können. Statt die Bilder für sich sprechen zu lassen, werden sie zu Tode erklärt. Selbiges Schicksal erleiden die Motivationen der Selbstmörder, die lange Zeit im Dunkeln bleiben, nur um letztlich doch komplett ausformuliert ihre Wirkung einzubüßen. Innerhalb kürzester Zeit verwandeln sich die anfänglich in sich gekehrten Personen zu redseligen Zeitgenossen, die sich das ganze suizidale Gedankengut mal beim gemeinsamen Flaschendrehen (hier kombiniert mit „Wahrheit oder Pflicht“) gehörig durch den Kopf gehen lassen. Begleitet wird dieser durchschaubare Entwicklungsprozess von Dialogen, die nie ein Gefühl von Spontaneität aufkommen lassen und gerade in den extremen Gefühlsausbrüchen das Unfertige und nicht zu Ende Gedachte an der von Anfang an drastisch zugespitzten Situation betonen. Ehrlich gesagt sind die Dialoge ein wenig die Paradebeispiele, wie schlecht gesprochene Dialoge sich anhören. Ich habe es teils auf RTL in "Familie im Brennpunkt" und wie sie alle heißen, schon leider besser erlebt. Wenn sich die Gemüter dann sukzessive aufhellen, kippt die Ausrichtung des Films mehr Richtung Komödie, schlägt aber immer wieder unvermittelt und das in den richtigen Momenten ernstere Töne an, was natürlich gut ist und die Thematik in der Handlung wieder aufgreift. Es ist ein Wechselbad der Gefühle, dass mehr und mehr kalt lässt, dabei außerdem das kleine Ensemble sichtbar überfordert, das so verzweifelt wie vergeblich gegen die Schablonenhaftigkeit ankämpft. Ja man muss kein Genie sein, um die Charaktere von Anfang an in Schubladen stecken zu können.

Nun täte man Olaf Saumer Unrecht, würde man seinem "Suicide Club" jeglichen Reiz absprechen: Gerade der Anfang, der sich noch wenig für die Ausmalung der Figuren interessiert, weckt wirklich Neugier und kreiert eine stark einbindende Situation, die leider aber auch schnell ihre Ziellosigkeit zu erkennen gibt. So manche malerische Einstellung verwischt kurzzeitig den Eindruck eines besseren TV-Films und lässt Saumers filmisches Talent erahnen, dass er auch durch den sauberen Schnitt belegt, den der Regisseur wie bei den meisten seiner Produktionen vermutlich selbst machte. Etwas unglücklich dagegen sind die klischeehaften Figuren geraten, mit deren eingefahrenen Rollenprofilen der Film in keiner Weise bricht: Der verzweifelte Staubsaugervertreter, die Künstlerin mit Borderline-Persönlichkeit, die esoterisch angehauchte Mittvierzigerin, der freigeistige Kiffer und zu guter Letzt der depressive Aussenseiterschüler, der sich unbeachtet und allein fühlt. Genau die Vorhersehbarkeiten, die zu solchen Typisierungen zu erwarten sind, bedient "Suicide Club" und bietet statt stark gezeichneter Charaktere, einige zurechtgeschliffene Identifikationsfiguren, die aufgrund ihrer Stromlinienförmigkeit aber ironischerweise eher eine mögliche Identifikation ausschließen. Unterschwellig ist das Prinzip lesbar, als kritischer Kommentar zu den voranschreitenden Vereinsamungsmechanismen des Internets, in dessen Untiefen der Selbstmordpakt mutmaßlich geschlossen wurde und das alle Altersstufen gleichermaßen anzusprechen weiß. Dankenswerterweise verfällt der Film nicht in eine pathetische Überhöhung des Selbstmordes, kommt in seinen lebensbejahenden Statements über Tipps aus dem Selbsthilfeschmöker aber auch kaum hinaus.


Dann ein Fazit.
Meine Erfahrung mit dem Film liest sich in erster Linie eher negativ für den Film, das muss ich zugeben, aber es sind halt die Dinge die mir so aufgefallen sind. Dennoch muss ich sagen, dass mich "Suicide Club" doch recht gut unterhalten hat und das der Film mal eine Interessante Erfahrung war, was man als Filmstudent so zu leisten vermag, denn der Film polarisiert halt. Und das ist gut, denn es ist keiner dieser "Guilty Pleasures", sondern es gibt die, die ihn mögen und dann die Gegenseite und so baut man sich schließlich eine Fan-Gemeinde auf. Man muss den Film schauen um ihn zu begreifem, man muss sich eine Meinung bilden, denn der Film funktioniert eher im Nachhinein das man sagt "Hey, der war doch eigentlich ganz gut" und er funktioniert als Ganzes, wo die Mängel die ich aufgezählt habe nicht mehr sind, als ein Sandkorn im Schuhe das keinen stört. Wer den Trailer allerdings schon nicht gut findet, der braucht es mit dem Film gar nicht erst zu versuchen. Ist leider so, denn der Trailer gibt viel vom Film wieder.
Suicide Club ist insgesamt ein interessantes Einstiegswerk von Olaf Saumer in den Spielfilm und ich hoffe das der Mann bald noch mehr auf die Leinwand bringt!


Dann wünsche ich viel Spaß beim anschauen und einen schönen Abend!


 Bis dahin - Tschödeldö