22.02.12

Film•Peteback: Extrem laut und unglaublich nah


Hey willkommen bei diesem Post und danke das du das hier liest. Auch dieses mal geht es nach dem letzten aktuelleren Film "Hugo Cabret" um einen Film der erst vor kurzem in den deutschen Kinos gelandet ist. Was diese beiden Filme gemeinsam haben ist, dass ein kleiner Junger die Hauptrolle übernimmt. Ich weiß das viele diesen Film schon erwartet haben, also schauen wir doch einfach mal rein! :)

Heute folgen wir Oscar in
Extrem laut und unglaublich nah

"Extrem laut und unglaublich nah" ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2011 von Regiesseur Stephen Daldry. Der Film ist eine Adaption den gleichnamigen Romans von Jonathan Safran Foer.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Extremely Loud & Incredibly Close
Deutscher Titel: Extrem laut und unglaublich nah
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011 (2012 in Deutschland)
Länge: ca. 130 Minuten
Regie: Stephen Daldry
Drehbuch: Eric Roth, Romanvorlage von J.S. Foer
Produktion: Scott Rudin
Musik: Alexandre Desplat


Wir befinden uns in New York im Jahr 2001. Oskar Shells Vater hatte einen Termin im World Trade Center am Morgen des 11. September. Sechsmal sprach Thomas Schell (Tom Hanks) auf den Anrufbeantworter daheim. Den letzten Anruf erlebte sein kleiner Sohn, Oskar (Thomas Horn), mit. Unfähig sich zu rühren und den Hörer abzunehmen, hörte er neunmal das „Bist du da?“ des Vaters. Bis der Anruf abbrach. Sein Vater hat er nicht aus dem brennenden und einstürzenden Gebäude geschafft. Ein ganzes Jahr später erst, geht der traumatisierte Junge auf einer Mission durch New York. Im Schrank seines Vaters fand er in einer Vase die er kaputt gemacht hatte, einen Schlüssel. Jetzt sucht er das Schloss dazu. Dieser Schlüssel, so glaubt er, sei eine Hinterlassenscahft seines Vaters für ihn, mit dem er ihm irgendetwas sagen möchte. Doch ganz alleine ist er nicht. Zur Seite steht ihm hier der Untermieter seiner Großmutter (Max von Sydow). Der alte Untermieter der ihm immer schon sehr merkwürdig vorgekommen ist und vor dem ihm auch seine Großmutter gewarnt hatte.Er spricht nicht und kommuniziert nur mit den Worten "Ja" und "Nein" die in jeweils eine Handfläche geschrieben sind. Oskar begibt sich nun also auf eine Suche, nach dem Schloss für den Schlüssel in einer Stadt, wo es mehr Menschen und noch viel mehr Schlösser gibt. Zu fast führt der Schlüssel und was hat der Name "Black" damit zu tun?
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Regiesseur Stephen Daldry hat es im Jahr 2000 geschafft, einen unbekannten Jungen namens Jamie Bell in seinem Film "Billy Elliot" zu Höchstleistungen anzuspornen und hat damit einen erfolgreichen Schauspieler entstehen lassen. Oskar ist das Herz und die Seele von "Extrem laut und unglaublich nah" und der Newcomer Schauspieler Thomas Horn hatte die nicht einfache Aufgabe, diesem Jungen aus dem Roman von J.S. Foer ein Gesicht zu verleihen. Die Figur die er hier glaubhaft vertreten muss, ist sehr eigensinnig, verschroben, oft egoistisch, zynisch, ehrlich und noch vieles mehr, allerdings auch aufrichtig, warmherzig und redegewandt. Das Drehbuch von Eric Roth der unter anderem die genialen Werk "Forrest Gump", "Der seltsame Fall des Benjamin Button" für die Leinwand zurechtschnitt, hält aber auch die genau richtigen Mittel bereit, um  Horn und seiner Figur die genau richtigen Worte und Anweisungen zukommen zu lassen um ihn authentisch wirken zu lassen. Die Dialoge sind mit viel Können ausgearbeitet und die Auseinandersetzungen sind so emotionsgeladen wie nur möglich und wiessen den Zuschauer zu berühren.

Filme in denen Angehörige sterben und diese auch noch einen besonderen Status bei Kindern erfüllen, wirken immer etwas daraus ausgerichtet sehr sentimental und aufwühlend zu wirken. Gefühle wie Verlust, Trauer, Wut Verständnislosigkeit kommen dabei auf. Die emotionalen Regungen wohnen dieser Thematik schon von Natur aus inne.  Foer hat in seinem Roman ein Konstrukt erfunden, um mit dem Thema umzugehen und dabei auch noch den schwersten Schicksalschlag in der der Geschichte der USA zu thematisieren und zu versuchten sie zu bewältigen. Daraus einen Film zu machen der das alles in Bilder umsetzt,ist keine leichte Aufgabe, wobei dennnoch das Mittel der Sprache durch Bilder es einem viel leichter macht mitzufühlen und zu verstehen. Daldry hat es dennoch gewagt, und das Ergebnis ist in seiner Emotionalität und Atmophäre nicht grade weit von seinem früheren Filmen "Billy Elliot" und "Der Vorleser" entfernt. Für amerikanisches Publikum trifft Daldry jedoch voll ins Schwarze. 9/11 ist in diesem Land bis heute ein Trauma, welches eine Vielzahl von Reaktionen auslöst. Von Verlust und Zorn bis zur Verinnerlichung der Erkenntnis, dass die als selbstverständlich empfundene Sicherheit Amerikas ein für alle Mal dahin ist. Da ist wohl irgendwo eine Seifenblase geplatzt...

„Wenn jetzt die Sonne explodieren würde, würde es noch acht Minuten dauern, bis wir es bemerken. So lange braucht nämlich das Licht, um auf der Erde anzukommen.“ -Oskar Shell

Der am Asperger Syndrom leidende Oskar Shell, mit seinem ausgeprägten Talent für Organisation macht sich auf die Suche nach einem Hinweis, wie er seinem bei dem Anschlag ums Leben gekommenen Vater nahe sein könnte. Er tut auf kindliche Art und Weise, was jeder nach dem Verlust eines nahen Verwandten tun würde. Er sucht nach Möglichkeiten, die es ihm erleichtern, mit seiner Trauer fertig zu werden. Der Film führt dazu ein vielleicht etwas zu offensichtliches Symbol ein, indem er Oskar einen Schlüssel finden läss. Es soll nun schließlich das Schloss zu finden, zu dem der Schlüssel passt, und mit dieser Entdeckung die Antwort auf alle bedrängenden Fragen. Ähnlich wie bei "Hugo Cabret", der auch einen geheime Botschaft in dem kaputten Automatenmenschen seines Vaters vermutet.
Wenn man genau drauf achtet, findet man immer noch Hinweise dafür, dass sich der Regiesseur bemüht, 9/11 in Beziehung zu Katastrophen im Leben eines Menschen zu setzen. Dabei sind es gerade die Menschen in New York, die Oskar auf seiner selbstgewählten Mission trifft. Jeder von ihnen bringt ihn zwar nicht direkt auf seiner Suche weiter, aber gibt ihm doch etwas mit auf den weiteren Weg. Viele haben Schicksalsschläge erlitten, die sie im Leben beeinträchtigt haben, aber trotzdem haben sie genug Kraft ihr Leben weiter zu leben und nicht zum Stillstand zu kommen. Ich verlier mich selten in Filmen in Gefühlsduseleien und irgendwie wirkt "Extrem laut und unglaublich nah" doch ein wenig manipulativ auf die Gemüter der Zuschauer. Schließlich begleitet man einen kleinen Jungen durch eine riesen Stadt auf der Suche nach einem letzten Zeichen seines Vaters. Das ist Zusammenspielt mit der Thematik von 9/11, da kann man schonmal denken, dass es klein bisschen zu viel auf die Tränendrüse gedrückt wird. Der Junge, der so auf seinen Vater fixiert ist, wird für einen Lebensabschnitt einschneidend geprägt und verliert den größten Halt den er im Leben hat. Bis dann die Mutter der neue Halt wird und der Junge allmälich lernt auf den eigenen Füßen zu stehen. Das klingt natürlich hart, aber stört den normalen Zuschauer in keinster Weise und zerstört einem auch nicht den Filmgenuss.

Mit der Zeit wird klar, dass hier ein Querschnitt der Bewohner von New York aufgezeigt wird. Eine Stadt die durch ein schwerwiegendes Ereignis in den Grundfesten des Glaubens an eine heile Welt erschüttert wurde. Dennoch funktioniert die Stadt und die Bewohner weiter wie gehabt und das unermüdlich. Die Parallelen zu "Hugo Cabret" aufweisende Story entfaltet sich im Film komplett aus der Perspektive von Oskar. Er steuert auch das fast konstant zu vernehmende Offkommentar bei. Während seiner Odyssee durch New York City wird Oskar von dem stummen alten Mann begleitet, der ihm lediglich als der Mieter seiner Oma bekannt ist. Es sind aber die Schauspieler, die die Emotionen des Publikums erreichen. Thomas Horn agiert beispiellos und tut so, als würde er ständig neben Oscarpreisträgern spielen. Mit unglaublich viel Selbstvertrauen tritt er Tom Hanks, der hier zur Abwechslung mal in einer Nebenrolle zu sehen ist, und Sandra Bullock entgegen und scheut auch vor der Konfrontation mit ihnen nicht zurück. Besonders Sandra Bullock schafft es, mit ihrem Spiel den Zuschauer zu erreichen und zu berühren. Auch wenn sie auch nur eine Art Nebenrolle vertritt sind die Szenen, in denen sie auftritt und wirklich zu Wort kommen kann fantastisch eingefangen worden.

Fazit dazu.
Wer ein emotionales Drama sehen möchte, sollte sein Kinogeld wirklich in diesem Film anlegen. Die spannende Reise des jungen Oscar durch eine der größten Metropolen der Welt ist sehenswert und mitfühlenswert. Bei mir stellte sich am Ende des Films leichte Ernüchterung ein, weil mir der Trailer viel emotionaler vorkam, als der Film es am Ende wirklich wahr. Ich weiß nicht genau woran es gelegen hat, aber das ist vermutlich nicht die Schuld des Films gewesen, sondern die des Trailers, weil der schon einige der berührensten Szenen vorwegnimmt. "Extrem laut und unglaublich nah" ist neben "Hugo Cabret" einer der Filme dieses Jahres der jungen Schauspielern als Sprungbrett in eine hoffentlich rosige Filmzukunft bietet, zu wünschen wäre es ihnen!


Dann hier auch meine Empfehlung für diesen Film und viel Spaß beim Kinobesuch.

Bis dahin - Tschödeldö





 Bilder: http://www.monstersandcritics.de/artikel/201206/article_198571.php/Extrem-laut-und-unglaublich-nah
            http://4.bp.blogspot.com/-MUmmFJcQASA/T0Ss67q-LTI/AAAAAAAAEvA/3-PeEjIQZ6c/s1600/extrem-laut-und-unglaublich-nah%2B3.jpg
            http://www.kinofans.com/Filme/Kino-DB/Extrem-laut-und-unglaublich-nah-E11469.htm
            http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/kino-kino/extrem-laut-und-unglaublich-nah-bildergalerie100.html
Fakten: http://www.movieworlds.com/filme/Extrem_laut_und_unglaublich_nah.php
             http://film-dienst.kim-info.de/kritiken.php?nr=11880
             http://www.bz-berlin.de/berlinale/extrem-laut-und-unglaublich-nah-article1384823.html

Kommentare:

  1. Ich war da ja auch drin und er war ganz gut :) aber an's Buch kommt er nicht dran und es wird mal langsam Zeit, dass du in Therapie gehst wegen deiner Kleptomanie!

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    1. Das kann ich nicht genau sagen, da ich das Buch nicht gelesen habe. Aber irgendwie ist das Buch immer besser als der Film :D
      Und btw., versuch nicht mich zu ändern :<

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    2. Ich änder' jeden auch dich und deine Wortspiele!

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    3. Wieso willst du mir meine Wortspiele nehmen? ;__;

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  2. Wir konntest du nur, pete! Ich bin enttäuscht von dir :p
    Lies lieber das Buch!
    ( < / qualitativ unnötiger kommentar ende > )

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    1. Ich will das Buch nicht lesen! Das ist viel zu theatralisch :D

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    2. Stimmt, ist es. Und sentimental! Und taschentuchtastisch! xD Ich hab einfach Vorurteile gegenüber Buchverfilmungen, nimm es mir nicht übel. ;P
      NUR Blaubeermuffins? Wie ÜBERLEBST du? xD

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    3. `Vorurteile sind nie was gutes! :o Sie machen nur Probleme ._.
      Ich sag ja nicht nur Nlaubeermuffins, aber ...es sind schon die Besten :9

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  3. danke dir, Nummer 900 :D

    hey, den wollt ich auch demnächst eigentlich mal gucken. :)

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