15.02.12

Film•Peteback: Hard Candy


Da bin ich schon wieder. Die letzten Tage sind richtig schön warm, nurnoch plus Grade, selbst in der Nacht. Ich kann den Sommer schon riechen. :) Und das nehme ich gleich mal zu Anlass um mal wieder ein Peteback zu machen. Ich hab in letzter Zeit einige Filme gesehen, über die es sich wirklich lohnt zu schreiben. Ihr könnt gespannt sein.

Heute gibt es für euch
Hard Candy

"Hard Candy" ist ein US-amerikanischer Psychothriller/drama von Regiesseur David Slade aus dem Jahr 2005. Die Geschichte dreht sich dabei um einen 32-jährigen Fotografen und ein 14-jähriges Mädchen, die sich im Internet kennen lernen. Doch wo sich ihr erstes Treffen hinentwickelt, hätte er sich niemals vorstellen können.


Trailer


Fakten
Originaltitel: Hard Candy
Deutscher Titel: Hard Candy
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2005
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: David Slade
Drehbuch: Brian Nelson


Jeff Kohlver (Patrick Wilson) ist ein sehr attraktiver und erfolgreicher Modefotograf Anfang 30 und lernt im Internet die 14-jährige Hayley Stark (Ellen Page) kennen. Bei ihrem ersten Treffen in einem Coffeeshop ist Jeff äußerst überrascht: Zum einen, weil ihm ein gegenüber ein charmantes, kluges und sexuell aufgeklärtes Mädchen sitzt, zum anderen, weil Hayley sofort und ohne Umschweife mit ihm nach Hause gehen will. Nach anfänglichem Zögern willigt Jeff schließlich ein, zumal er vom selbstbewussten Auftritt seiner blutjungen Internetbekanntschaft mehr als angetan ist. In seinem stylischen Luxus-Appartment angekommen, stürzt sich Hayley sofort auf die Bar und beginnt, sich hochprozentige Cocktails zu mixen. Wenig später bietet sie Jeff an, für erotische Fotos zu posieren und beginnt sich auszuziehen. Jeff wird von Hayleys Reizen immer mehr gefangen genommen. Seine kühnsten Träume scheinen plötzlich alle in Erfüllung zu gehen. Bis ihm plötzlich schwarz vor Augen wird und er in seinem ganz persönlichen Alptraum wieder zu sich kommt. Er wacht wieder auf, gefesselt an einen Stuhl und fragt Hayley, die sich inzwischen umgezogen hat, ob das auch noch zu ihrem Spiel gehört. Diese Antwortet nur kühl "Das Spiel ist vorbei Jeff, du weißt es nur noch nicht..."

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(Achtung! Diese Kritik könnte die Spannung im Film senken)

Selbstjustiz ist ja gerade in amerikanischen Actionfilmen oft ein beliebtes Thema. Da wird die Familie des Helden gemeuchelt und schon zieht er los und bringt eben alle um die Ecke um sich zu rächen. Moralisch gesehen ist das ganze natürlich fragwürdig, ob man wirklich das Gesetz in die eigene Hand nehmen darf. Allerdings könnte man sich auch die Frage stellen, wie man selber in so einer Situation handeln würde. Eine sehr heikle Sache, das mit der Selbstjustiz. In "Hard Candy" jedenfalls dreht es sich auch um diese. Ein 14-jähriges Mädchen trifft sich übers Internet mit dem 30 jährigen Fotografen Jeff, um sich stellvertretend für alle misshandelten Mädchen an ihm zu rächen. Und das tut sie auch. Sie setzt ihn mit Drogen ausser Gefecht, fesselt ihn und nimmt seine ganze Wohnung auseinander um Beweise zu finden und ihn als Kinderschänder und Pädophiler zu outen und vorallem zu entlarven.

Das interressante an dem Film ist, dass man eigentlich gar nicht genau weiß, wer hier Opfer und wer Täter ist und auf welcher Seite man als Zuschauer denn nun stehen soll oder stehen sollte. Wer Gut und wer Böse ist, wird hier nicht klar definiert. Natürlich bietet es sich an, auf der Seite des Mädchens zu stehen, da Jeff ja vermutlich ein Pädophiler ist. Allerdings geht sie so kalt und gnadenlos mit ihm um, dass er einem fast Leid tun kann; besonders in einer Szene, in der eine unschöne Operation an ihm durchgeführt werden soll. Es gibt kaum richtige Hinweise auf seine angeblichen pädophilen Neigungen und so ist man als Zuschauer selber gefragt, wem man mehr Glauben schenkt. Denn Jeff hat sich in dem Film selber nichts zu schulden kommen lassen. Man erfährt nie die ganze Wahrheit, man wird im Halbwissen gelassen und das nagt am Zuschauer. Der Zuschauer mag es nicht unwissend zu sein. Ich selbst saß gebannt vor meinem Bildschirm und habe den Film mit kritischem Blick verfolgt um festzustellen, wer nun eigentlich wer ist.

Da der Film nur auf sehr kleinen Raum spielt und es auch nur die beiden Hauptpersonen gibt, müssen natürlich die Schauspieler überzeugen. Die Hauptdarsteller machen ihre Sache in der ständig wechselnden Täter-Opfer Rolle nahezu perfekt. Denn sonst würde dieses Psychospielchen nicht funktionieren. Und Ellen Page und Patrick Wilson sind wirklich richtig gut. Page spielt die 14jährige, kaltherzige und intelligente Hayley wirklich super und man bekommt wirklich Angst vor ihr. Sie sagt von sich selber sie sei verrückt, aber so ganz kann man ihr das nicht abnehmen, aber irgendwie doch. Page's Leistung als der kleine Racheengel ist jedoch auf einem noch größeren Level. Sie bringt die Klugheit und Gerissenheit von Hayley erst richtig zur Geltung und wird wahrscheinlich lange mit dieser Rolle in Verbindung gebracht werden. Auch Wilson bringt die Verzweiflung von Jeff gut rüber. Die Anstregungen sich aus Fesseln zu befreien oder die Schmerzen wenn Heyley ihn mal wieder zum schweigen bringen muss. Vom schauspielerischen Standpunkt hatten die Macher, wie gesagt, wirklich ein glückliches Händchen. 

Auch an der Inszenierung gibt es nichts auszusetzen. Der Film ist durchgehend unterhaltsam, fesselnd und spannend. Ich hab mich eigentlich keine Sekunde vom Bildschirm abgewandt.


Dazu ein Fazit.
"Hard Candy" ist ein intensives Psychospielchen mit zwei super Darstellern und einer spannenden Handlung. Das Ende ist ziemlich bitter und da muss jeder Zuschauer selbst entscheiden, ob es für ihn nun ein Happy End ist oder nicht. Wie gesagt, ist man als Zuschauer wirklich nur Zuschauer und nicht allwissend. Einem wird nicht mehr verraten als die Personen preisgeben und grade das da macht diesen Film so spannend. Wer einen guten Psychothriller sucht, der ist hier genau an der richtigen Adresse.



Dann viel Spaß beim anschauen und meine Empfehlung für den Film.




Bis dahin - Tschödeldö



Kommentare:

  1. Du riechst Sommer? Ich glaube, ich hab nicht die richtige Nase. xD

    Aber der Film sieht ganz gut aus. Schräge Konstellation.

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  2. Es liegt auch viel an der Einstellung die man hat :)

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