18.03.12

Film•Peteback: Kikujiros Sommer


Willkommen zum Sonntag, diesem sonnigen Sonntag. Und weil dieser sonnige Sonntag so sonntag...äh...sonnig ist, gibts auch ein sommer-sonniges-Sonntags-Peteback! :)

Heute gehen wir auf Reisen in
Kikujiros Sommer

"Kikujiros Sommer" ist eine japanische Roadmovie-Komödie/Abenteuerfilm/Drama von Regiesseur Takashi Kitano aus dem Jahr 1999. Der zeigt auf interessante Weise, wie zwei unterschiedliche Charaktere, ein Kind und und ein Taugenichts, zusammen eine Reise erleben.

Trailer

Fakten
Originaltitel: 菊次郎の夏, Kikujirō no Natsu
Deutscher Titel: Kikujiros Sommer
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 1999
Länge: ca. 120 Minuten
Regie: Takeshi Kitano
Drehbuch: Takeshi Kitano
Produktion: u.a. Masayuki Mori
Musik: Joe Hisaishi (! ! ! !)


Der achtjährige Halbwaise Masao (Yusuke Sekiguchi) wächst bei seiner Großmutter auf. Während der Sommerferien beschließt er, sich auf die Suche nach seiner Mutter, die er nie gesehen hat, zu machen. Begleitet wird er dabei vom Nichtsnutz Kikujiro (Takeshi Kitano), dem Mann einer Bekannten seiner Großmutter. Nachdem dieser zuerst sein eigenes Geld und dann auch Masaos Reisebudget auf der Rennbahn verspielt, setzen sie die Reise zu Fuß fort. In der Folge müssen der grob auftretende Tunichtgut Kikujiro und der stille Masao eine Vielzahl von abenteuerlichen und mitunter auch absurden Situationen meistern. via


-------------------------------------------


Ein Roadmovie, oder doch eher ein Abenteuerfilm, oder doch schon eher ein Kinderfilm, vielleicht auch ein bisschen Drama und Heimatfilm? Ehrlich gesagt bin ich nicht ganz sicher, was ich hier nun genau gesehen habe und ich kann mich da auch schwer festlegen.

"Kikujiros Sommer" ist Takeshi Kitanos achter Film und hier kommt der Allrounder, der nebenbei Moderator ist und wie gesagt Regiesseur, aber auch Sänger und Comedian, endlich mal aus dem "Böser Bube"-Image seiner Vorgängerfilme raus. Auch für diesem Film hat sich Kitano das Drehbuch selber geschriebe und vielleicht hat er auch ein wenig Charakter aus anderen Filmen in seine Rolle als Kikojiro einfließen lassen. Das ist auch so eine Sache die mich kurz nach dem Anfang des Film überraschte, dass nämlich der kleine Junge gar nicht Kikujiro heißt. Kikujiro ist der ältere Mann, der Masao auf der Reise zu seiner Mutter begleitet. Das hat mich ein wenig verwirrt, weil ich dachte, dass das Augenmerk mehr auf dem Jungen liegen würde. Dennoch merkt man schnell, dass hier zwei Charaktere gleichermaßen im Vordergrund stehen und so soll es auch sein. Hierbei entdeckt man auch sehr schön die Tiefe der Charaktere. Man lernt sie nach und nach kennen, sowie die beiden erstmal ungleichen Hauptfiguren sich kennenlernen. Dabe ist vorallem Kikujiro interessant, weil er im Schnitt sehr wenig sagt, aber wenn er was sagt, ist es auch nicht immer hilfreich und intelligent. Man merkt schon aus welcher Richtung der Mann kommt. Er ist verschlagen, teils hinterhältig, fordernd, vorlaut, rechthaberisch, egoistisch und schon so ein kleiner Gauner. Dennoch hat er, wie sollte aus auch sonst sein, das Herz auf dem rechten Fleck und trumpft durch Bauernschläue auf, denn er hat in seinem Leben gelernt, wie man sich am besten durchschlagen kann. Die Tricks die er dabei anwendet, sind dann doch manchmal fragwürdig.

Masao hingegen ist auch kein Junge der vielen Worte. Er möchte einfach nur zu seiner Mutter und gerät dabei in eine Abenteuer hinein, dass er sich anfangs nicht einmal ausdenken könnte. Dennoch folgt er seinem Reisepaten auf Schritt und Tritt und macht auch bei seinen Tricks wortlos und mehr oder minder engagiert mit. Dabei wird er dem Kikujiro immer offener gegenüber und er entwickelt Sympathie für den Mann, der ihn da in eine geldlose Situation hineingebracht hat. Die beiden Wanderer scheinen auf den ersten Blick sehr verschieden, haben doch im Kern sehr viel gemeinsam, auch wenn das nicht immer ausgesprochen wird. Vermutlich sieht sich Kikujiro in Masao wieder, weil er als Kind es auch nicht einfach hatte und auch keinen Vater hatte. So übernimmt er im Verlauf der Handlung immer mehr die Rolle eines Vaters, was ihm selber gar nicht so auffällt.

Der Film zeichnet sich eindeutig durch die Bilder und Handlungen der Personen aus, wodurch auch die Komik entsteht. Die Dialoge sind hier reine Nebensache und auch nicht immer sehr aussagekräftig. Das liegt vermutlich daran, dass Takeshi Kitano vor seinem Regiedebut eher als Komiker bekannt war und man diesen Film mit fetzigen und lustigen Dialogen nicht wirklich ernst genommen hätte und die Aussage damit verschwimmen würde. Wie schon erwähnt kommt die Komik durch die Bilder. Dabei spart Kitano in seiner Rolle als Kikujiro nicht an gut platzierten Slapstick-Einlagen, die den geneigten europäischen Zuschauer nicht ganz zum lachen bringen dürften, aber dennoch unterhalten. Slapstick wird auf der Welt als Komik überall verstanden und so hat sich Kitano ein gutes Werkzeug für den Humor im Film ausgesucht.
Wie oben in den Fakten rot angestrichen, ist die Musik sehr ausgeprägt und ausschlaggebend in diesem Film. Kitanos und auch Studio Ghiblis Hofkomponist Joe Hisaishi hat die musikalische Untermalung des Films in die Hand genommen. Dabei schwanken die Tracks zwischen Freunde und Melancholie, zwischen Piano und Streichern, zwischen ruhig und langsam und laut und schnell.

Hier das musikalische Hauptthema des Films mit dem passenden Titel "Summer"


Fazit.
Mit "Kikujiros Sommer" haben wir hier einen speziellen Film, der nicht jedem auf Anhieb gefallen wird. Der Film braucht seine Zeit sich zu entwickeln, damit sich der Zuschauer mit ihm anfreunden kann, sowie die beiden Hauptcharaktere. Wer einen schönen Roadmovie im japanischen Stil sehen möchte, kommt hier voll auf seine Kosten. Man sieht hier auch wirklich viele Schauplätze und bekommt einen Eindruck von Japan Ende der 90er. Die Charaktere sind interessant und haben ihr e Tiefe und die Handlung weiß sich auch zu entwickeln und wie gesagt, der Film spricht durch seine Bilder. Wer Lust auf den Film bekomme hat, darf ihn sich gerne mal zu Gemüte führen. Alle anderen, die mit der Thematik nichts anfangen könnnen lassen lieber die Finger davon.



Bis dahin -Tschödeldö




 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Kikujiros_Sommer
Bilder: http://www.wirsindmovies.com/?m=201106
            http://www.waydoo.de/item/10/de/4291
            http://www.buecher.de/shop/komoedie/kikujiros-sommer/takeshi-kitano/products_products/detail/prod_id/31072891/

Kommentare:

  1. Kikojiro no natsu gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen! Ich habe ihn vor Jahren mal beim Japanischen Filmfest gesehen und mich sofort verliebt. Das Titellied ist mein Handyklingelton und ich verschenke den Film wahllos zu Geburtstagen. Es ist ein sehr ruhiger Film, aber absolut empfehlenswert. Ach ja! <3 :-D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich hatte den Film schon länger auf dem Zettel, war aber irgendwie nie ganz in der Stimmung mir ihn anzuschauen. Der Film ist wirklich sehenswert. :)
      Darf ich dann annehmen, dass du zu Hause einen riesen Stapel an DVDs hast, damit dir der Film zu Geburtstagen nie ausgeht? :D

      Löschen
    2. Natürlich! ...nicht. xD
      Das Problem ist ja auch, dass man den Film Menschen ja auch nur einmal schenken kann. ;-)

      Löschen