08.03.12

Film•Peteback: Super - Shut Up Crime!


Es scheint wie eine Art Zeitverschiebung zu sein. [52 Games] kam nun am Mittwoch, das Mittwochs-Peteback am Donnerstag. Die Woche spielt verrückt, ich kann schon gar nicht mehr schlafen. Welcher Tag ist morgen? Nein Spaß, los gehts! ;)

Heute gibt's
Super - Shut Up Crime!

"Super - Shut Up Crime!" ist eine US-amerikanische Actionkomödie von Regiesseur James Gunn aus dem Jahr 2010. Der Film dreht sich um eine realistisch bis überzogene Superheldengeschichte, in der ein Burgerbrater "seinen" Weg der Gerechtigkeit einschlägt.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Super
Deutscher Titel: Super - Shut Up Crime!
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2010
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: James Gunn
Drehbuch: James Gunn
Produktion: Miranda Bailey, Ted Hope
 Musik: Tyler Bates


Die Hauptperson in diesem Film ist Frank (Rainn Wilson). Ihr kennt Frank nicht? Kein wunder, denn Frank ist ein niemand. Frank ist Burgerbrater in einem kleinen Imbiss an der Ecke und kann so grade mal seinen Lebensunterhalt verdienen, wobei ihm der Job nicht wirklich zusagt. Aber was hält ihn am Laufen? Es sind genau zwei Sachen. Ersteres ist, seine Frau Sarah (Liv Tyler) und die Erinnerungen an die Hochzeit. Das Zweite ist die Erinnerung daran, dass er mal einen Polizisten den Weg gewiesen hat, der grade einen Räuber verfolgt hat und ihn aus den Augen verloren hatte. Das sind die zwei einzigen Momente in seinem Leben wo er, seiner Meinung nach, wirklich glücklich war. Die Szenen hat er sogar gezeichnet. Das Eheleben läuft auch nicht mehr so wie es einmal war. Alles läuft wie gewohnt für Frank, bis Sarah in die Arme des Drogen- und Unterweltbosses Jacques (Kevin Bacon) gerät. Frank versucht sie zurück zu holen, doch leider strecken ihn Jacques Gorillas zu Boden, anscheinend ist seine Frau in einer Art Delirium. Frank hat sich schon beinahe mit der Situation abgefunden, er kennt es ja nicht anders. Dann spricht die Heldenfigur des Holy Avenger zu ihm, eine Heldenfigur auf dem christlichen Fernsehkanal. Frank glaubt das eindeutig Gott ihm ein Zeichen geben will und beschließt als Superheld die Stadt von allem Bösen und Schlechte zu säubern und vielleicht so Sarah zurück zu gewinnen.


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Meine ersten Gedanken bei dem Film waren: "Ohja...Kick-Ass. Nur irgendwie erwachsener, ein bisschen trashiger, aber realistischer. Und der Held sind nicht aus wie ein Fruchtzwerg, sondern eher wie eine billige Version von Daredevil, so vom Aussehen her..." - Ich nehme an, das noch mehr Leute die den Film gesehen haben, genau das, oder etwas ähnliches dachten. Seid ehrlich.
Wer hier nach einem Holywood-fähigen Klon von  Mark Millars "Kick-Ass" sucht ist leider an der falschen Adresse. "Super" ist nämlich eher der bitterböse Bruder. Der Film kommt mit einer knallharten, politisch unkorrekten, ungeschönten Boshaftigkeit daher, das man bei manchen Szenen am liebsten wegsehen würde. Holywood würde sowas ganz sicher nicht in den Kram passen, das ist mal klar. Und doch ist "Super" viel näher an dem Superheldentum der Realität als irgendein anderer Heldenfilm. Schon die Anstifftung, die Frank von der ach so ordentlichen und heroischen Figur des christlichen Holy Avenger, ist eine Kritik an sich. Das einfache Gemüt wird von der Religion beeinflusst, wobei der Holy Avenger das repräsentiert, was das dogmatische, fundamentalistische, amerikanische Bibelfernsehen zu bieten hat. Alles natürlich weit überzogen, aber doch einleuchtend. Frank selber ist überzeugt von einer göttlichen Eingebung, wie all die Anderen vergeblich Erleuchteten, nur das er nicht mit einem Schild auf der Straße steht, sondern durchgreift. Es gibt im Film dazu eine seeeehr schöne Szene wo Frank der Kopf geöffnet wird und Gottes finger auf sein Hirn herabsinkt. Ehrlich gesagt eine Szene wie ein Vorschlaghammer um es auch dem letzten, begriffsstutzigen Zuschauer zu verdeutlichen.

Frank als solcher ist klar das Bild des amerikanischen Bürgers, der grade mal so an der Grenze des Mittelstandes kratzt. Passend dazu wurde Briann Wilson gewählt, der die Rolle des in sich gekehrten, schüchtenden, aber auch mit im Inneren brodelnder Wut Frank sehr glaubhaft vertritt. Es mag an seinem Schauspieltalent liegen, oder an seinem Erscheinungsbild. Man nimmt ihm den Charakter einfach ausnahmslos ab. Stille Wasser sind ja bekanntlich tief. Frank vertritt hier im Film den Inbegriff des satirischen, amerikanischen Traums. Das zu machen was man möchte, das zu tun was man für richtig hält, seine Träume zu verwirklichen und Geschichte zu schreiben. Die Dinge selber in die Hand zu nehmen und niemals auzugeben. Frank greift hier zu den harten Bandagen und lebt das, was er immer sein wollte. Er will etwas verändern, er will Respekt und er will das richtige tun. Was das angeht, schaukelt sich Frank mit der Zeit etwas zu hoch. Wie man im Trailer sehen kann, sucht sich Frank für sein Alter Ego "Der blutrote Blitz (The Crimson Bolt)" Vorbilder in der Comicwelt, wo er auch seinen späteren Sidekick Libby (Alan Page) kennenlernt. Seine Wahl fällt da auf eine Rohrzange. Einfach aber effektiv und kann nicht so leicht kaputt gehen und es ist leicht Ersatz beschafft. Wie Frank dann als Held vorgeht ist fraglich, das ist klar. Frank und Libby begeben sich in eine Gewalt- und Absurditätsspirale, die schließlich auch in einem ganz großen Knall endet. 
Libby als Franks Sidekick, die sich dann "Boltie" ist angesichts der Schmerzgrenze noch abgebrühter als Frank. Ellan Page spielt hier die vorlaute, vor Lebensfreude sprühende und offene Libby mit viel Hingabe auch aber auch mit dem nötigen Augenzwinkern, ihr macht die Rolle sichtlich Spaß. Sie ist der Teenie Sidekick, wie Batman Robin hat, ist sie für Frank die rechte Hand, kann aber Job und Realtität nicht wirklich trennen. Sie lebt in der Comichelden-Welt in der alles glorifiziert wird, was der Held tut. Das Superheldentum macht sie regelrecht geil auf ihre zweite Identität, legt aber sehr viel Wert darauf, WIE etwas gemacht wird und nicht DAS es gemacht wird.
Böser Gegenspieler ist hier Jacques, der von Kevin Bacon so schön überzogen Dargestellt wird, wie es der Bösewicht in einem Comic nur sein darf. Er parodiert den Drogenboss sichtlich genussvoll und das mit allem drum und dran.

Was in "Super" ein Trumpf ist, ist die Musik. Hier ist Tyler Bates am Werk, der schon Filmgrößen wie "300", "Dawn of the Dead" und "Watchmen" mit den passenden Musiktracks ausgestattet hat. Hier geht es von ruhig bis hardcore ist alles vertreten und das immer passend und die Szenen untermalend. Der Soundtrack ist wirklich eine Wonne und sollte in jeder guten OST-Sammlung zu finden sein. Einigen Zuschauern könnte nach dem Film ein fahler, säuerlicher Nachgeschmack bleiben, denn "Super" wirkt in seiner Gesamtheit doch schon etwas roh und unausgereift. Man merkt das der Film, ein Film der Marke "Independent" ist und so fühlt es sich auch zeitweise an. Von Zeit zu Zeit etwas experimentell und doch irgendwie scharfsinnig und auf den Punkt gebracht. Das Ende wird nicht jeden zufrieden stellen, doch es bleibt bei dem Plot die einzig richtige und nötige Option.

Fazit.
Ich habe im Vorfeld nicht viel von "Super" gehalten, schon vom Trailer her. Ich wurde dann aber eines besseren belehrt und fand den Film im nachhinein noch besser als "Kick-Ass" es sein könnte. Ich will "Kick-Ass" hier nicht schlecht machen, aber "Super" zeigt, was das reelle Superheldentum angeht, eine authentischere Realtität, jedenfalls auf den ersten Blick. Wer schwache Nerven hat, sollte sich auf ein paar fragwürdige Einstellungen gefasst machen, vorallem wenn The Crimson Bolt mit seiner Rohrzange austeilt. Jeder der mal einen etwas anderen Superheldenfilm sehen möchte, mit reichlich Action, One-Linern und mehr bis minder Interessanten Charakteren, der sollte hier auf jeden Fall mal zugreife um mal zu sehen, wie Batmans Arbeit wirklich mal aussehen können.

Meine Empfehlung für diesen Film.


Bis dahin - Tschödeldö



 Bilder: http://thelageeks.com/2011/03/08/shut-up-crime/
             http://tonightatthemovies.com/indexhold/?p=8910
             http://www.libro.at/film/action/super-shut-up-crime-1.html
             http://brightcove.vo.llnwd.net/d14/unsecured/media/37795279001/37795279001_816554982001_vs-816553092001.jpg?pubId=37795279001
Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Super_%E2%80%93_Shut_Up,_Crime!
             http://www.filmstarts.de/kritiken/103721-Super/kritik.html

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