01.03.12

Fim•Peteback: Boy A


Ich bin neuerdings irgendwie im Filmrauch. Das geht ganz schön auf meinen kleinen Geldbeutel, aber was tut man nicht alles um seiner Sucht Futter zu geben. Jedenfalls habe ich in letzter Zeit ein gutes Polster an potenziellen Peteback-Kandidanten angelegt. Da profitiert jeder von. Hm...potenZiell oder potenTiell, mit Z ists richtig oder? :D

Heute sehen wir

 
"Boy A" ist ein britisches Drama von John Crowley,aus dem Jahre 2007. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Jonathan Trigell. Der Film handelt von einem Jungen der als Kind einen Mord begangen hat und nun Jahre später aus der Haft entlassen wird und ein neues Leben beginnen möchte.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Boy A
Deutscher Titel: Boy A
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2007
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: John Crowley
Produktion: Lynn Horsford


Für Eric (Andrew Garfield) von nun an ein ganz neues Leben, mit neuem Namen, neuen Dokumenten und einem neuen Job. Ausgesucht hat sich Eric sind den namen Jack, als seine neue Identität, denn wurde grade frisch aus dem Gefängnis entlassen. Jack ist nun 24 Jahre alt und hat ca. die Hälfte seine bisherigen Lebens im Gefängnis verbracht, klar das man da nicht ganz auf der Höhe der Zeit ist. Doch der junge Mann kriegt dabei tatkräftig Unterstützung von seinem Bewährungshelfer Terry (Peter Mullan), da Jack genug anstand und Willen zeigt, sein Leben ändern zu wollen. Als 14-Jähriger hat nämlich ein schweres Verbrechen begangen, was ihm die Höchsstrafe für sein Alter einbrachte. Nun ist er wieder auf freiem Fuß und weiß noch nicht recht, was er mit der Freiheit anfangen soll. Erstmal in eine neue Stadt ziehen und auf das Einstellungsgespräch vorbereiten. Der Chef seiner Firma steht ihm offen und positiv gegeüber und versichtert ihm, dass seine Vergangenheit hier keiner Rolle spielt. In seinem Arbeitskollegen findet er einen sehr guten Freund, den er aber über seine Taten in der Vergangenheit belügt. Nach einer Party fägt er eine Beziehung mit Michelle (Katie Lyons) an, die in der Buchhaltung der Firma arbeitet. Jack trägt aber weiter die Wahrheits seiner Tat als Geheimnis mit sich umher, was natürlich auch nicht lange gut gehen kann, denn er ist ein zu guter Mensch um die Person die er liebt zu belügen. Ein einschneidendes Erlebnis wird die Wahrheit ans Licht bringen.
(Man gibt anscheinend jugendlichen Straftätern in den Medien den Decknamen "Boy A", um die Identität  der Tätet zu wahren, so viel konnte ich herausfinden. Im Film wird es nämlich nicht erklärt.)


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Auch hier bei "Boy A" haben wir eine filmische Adaption eines Romans vor uns, es hört einfach nicht auf. Und ich will jetzt nicht wieder hören, dass der Roman besser ist! :DSo basiert der Roman aber auch auf einer wahren Begebenheit, aus dem Jahr 1993. Also ein Film zu einem Buch zu einer Begebenheit, allerdings soll es keine Autobiografie sein. Die Geschichte um Jack, den "Jungen A" befasst sich mit dem Leben eines jungen Mannes, nach einer zehn Jährigen Haft und seiner Wiedereingliederung in der Gesellschaft. Das ganze ist dabei in England angesiedelt. Hier wird weniger die Schuld oder die Tat thematisiert, sondern es geht um den Menschen hinter der Tat und seinem neuen Leben in einer Welt, die er ein Jahrzehnt lang verpasst hat.

Jack hat eine zweite Chance verdient und darf nun sein Leben in die eigenen, etwas unbeholfenen Hände nehmen. Doch zeigt dieser Film auch den Zwiespalt dazwischen, wer eine zweite Chance verdient und wer nicht. Und außerdem thematisiert er die angebliche Stellung derer, du darüber Entscheiden wollen. Man muss sich da allerdings klar machen, dass nach geltenden Recht der gute Jack eindeutig schuldig ist. Er war bei einem Mord beteiligt und das ist nunmal das rechtlich schlimmste Verbrechen ist, was man begehen kann. Mal die ganzen Erweiterungen der Tat ausgenommen, die stehen hier nicht zur Debatte. Grandios ist die Verkörperung des Charakters von Jack. Andrew Garfield bricht sich hier natürlich keinen Zacken aus der Krone, denn die Rolle passt auf den Jungschauspieler, wie die Faust aufs Auge. Schon seine Statur und sein Gesichtsausdruck lässt vermuten, dass er nie ganz davon überzeugt ist was er tut. Leicht unbeholfen durch sein eues Leben stolpernd, verkörpert er einen kindlich-naiven Jungen und man nimmt es ihm auch vollkommen ab. Trotzdem wächst er einem stehts ans Herz, weil er vom Wesen her, sanft wie ein Lamm ist und selten die Beherrschung verliert. Selbst in der Kindheit war Eric eher zurückhaltend und eher eine Art mitläufer, der sich unter seinem besten Kumpel unterordnet. Zur Seite steht ihm dabei wie gesagt, sein Bewährungshelfer, der eine sehr väterliche Rolle in seinem Leben einnimmt und das anscheinend auch gerne selber so hätte. Er steht ihm mit Rat und Tat zur Seite und scheint richtig Interesse an diesem schweigsamen Jungen zu haben, der ihn wirklich beeindruckt. Dabei bildet der Plot mit Terrys eigenen Sohn, der nicht so fleißig, strebsamen und engagiert ist, wie sein Schützling den er betreut. Dieser Nebenplot sollte aber nicht außer Acht gelassen werden, denn er bietet einen interessanten Einblick in das Leben des Bewährungshelfers.
Was wir über Jacks Vergangenheit erfahren, erfahren wir durch Rückblenden in seine Jugend vor dem Verbrechen, die er zusammen mit sienem besten Kumpel verlebt. Diser stammt aus einem nicht so behütetem Zuhause wie Jack und ist ein wenig härter auf Draht. Er spiegelt eigentlich das komplette Gegenteil von Jack wieder, doch irgendwie ist es grade das, was sie zusammenschweißt. Die Rückblenden kommen eher weniger chronologisch daher, als sie sein sollten. Es gibt Zeitsprünge von Erinnerung zu Erinnerung und diese sind nicht immer gut in die gegewärtige Handlung eingebunden. Dies kann für leichter Verwirrung beim Zuschauer sorgen. Wenn man aber aufmerksam der Handlung dürfte das kein Problem sein. Trotzdem arbeitet die Handlung darauf hin zu zeigen, dass der Täter seine Tat nie wirklich verbüßen kann. Mörder sind in der öffentlichen Wahrnehmung schon sehr schlecht charakterisiert, sodass man sich nichtmal an sie rantrauen möchte. Es ist ein ständiges negatives Bewusstsein, das diesen Menschen entgegengeschleudert wird. Dabei ist Jack nicht der grauenvoll-böse Menschen, für den ihn alle halten. Charakterisiert wird er als leidendes Opfer und das nimmt man ihm auch vollkommen hab.

Was den Film wohl gut beschreibt, sind die Schlagwörter "gemächlich" und "zurückhaltend". Der Film überstürzt nichts und will den Zuschauer auch nicht mit zu vielen Informationen füttern, als nötig ist. Dennoch wirkt es etwas gekünstelt, wie sehr auf die Wendung in der Geschichte hingearbeitet wird. Das wirkt auf den ersten Blick schon etwas klischeehaft, doch beweist sich durch eine Konsequenz in der Ästhetik des Films. Mich hat der Film mit sehr gemischen Gefühlen zurückgelassen. Ich finde es immer sehr bedrückend, wenn einem Menschen etwas vorgeworfen wird, was vor Jahrzehnten geschehen ist und erst recht, wenn einem die Menschen deswegen auch noch Hass engegenbringen. Leidend geht jeder Zuschauer mit diesem Schicksal so um, vorallem, wenn man noch so einen durch und durch lieben Charakter wie Jack vor sich hat. Klar steht in diesem Drama auch die Frage und die Schuld der Medien auf dem Kritikzettel, weswegen die Menschen, die rehabilitiert werden, selten wieder ein normales Leben führen können.


Hier ein Fazit für den Film.
"Boy A" präsentiert sich als ein eindringliches Drama, das zwar nicht an allen Ecken und Enden überzeugt, aber dafür im größten Maße sehr intelligent und einfühlsam abläuft. Leicht gesehen wirkt der Film wie ein Zeugnis eines Opfers der modernen Medien, was aber zu kollektiv gedacht wäre. Trotzdem wird den Medien hier eine nicht nur gewisse, sondern recht große Schuld zugesprochen. Im Endeffekt ist dies ein Drama, welches mich seit langen mal wieder richtig mitgenommen hat, was auch vorallem der Story zuzuschreiben ist. Wer ein Drama mit einem tollen Hauptdarsteller und einer gut durchdachten Geschichte und Moral sehen möchte, der darf hier gerne zugreifen.


Bis dahin - Tschödeldö





P.S.: Ich wurde letztens mal gefragt, wieso ich kein Bewertungssystem für die Filme habe, wie andere Blogs und Seiten. Ehrlich gesagt, hat sich mir nie die Frage gestellt nach einem System dafür, ich find Zahlen so ein bisschen nichts sagend und ich müsst mir dann überlegen, wie ich die Filme, Spiele etc. dann bewerten müsste und nach welchen Kriterien. Da wollte ich mal fragen was meine geneigte Leserschaft davon hält und ob das sinnvoll wäre, so ein Bewertungssystem einzuführen? Bei meiner Rubrik "Epic Flashgames" habe ich ja schon sowas ähnliches. Wäre nett, wenn ihr mir da Feedback gegeben könntet. :)



Bilder:  http://filmjunkie25.blogspot.com/2011/02/rewind-boy.html
             http://outnow.ch/Movies/2007/BoyA/Bilder/movie.fs/06
Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Boy_A
             http://www.moviemaze.de/filme/2538/boy-a.html

Kommentare:

  1. Ich finde ein Bewertungssystem hauptsächlich praktisch, weil ich mir während des Filmeguckens dann immer schon ausmalen kann, welche 'Note' der Film wohl bekommen würde, vom jetzigen Zeitpunkt aus gesehen. Für große Übersichten ist es auch ziemlich einfach, allerdings.. ungenau. Ich meine, was genau bewertet man dann? Den Gesamteindruck? Die filmtechnische Basis? Oder den Plot? Alles etwas schwammig. Irgendwie finde ich es bei dir sehr gut, dass du wirklich viel über deine Eindrücke schreibst und dich weniger an so einem Notensystem aufhängst - viele Filmreviews bestehen ja hauptsächlich aus einer Nacherzählung, und das tust du eben nicht.
    Ich finde ein Bewertungssystem praktisch, aber nicht unbedingt nötig, da es bei den meisten Bloggern die wirkliche "Kritik" ersetzt uns sie sich dadurch kaum noch begründen.
    Den Film hier übringens finde ich weniger interessant, schon weil die Leute in den Screenshots alle so unfreundlich gucken xDDD

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    1. Ich meine eigentlich auch das meine ausschweifenden Texte schon genug Bewertung sind. Je nach dem müsste ich dann die Bewertungskriterien den Filmgenres anpassen um ein respektables Ergebnis zu erhalten und gegenüber dem jeweiligen Film fair zu bleiben.

      Die Leute in den Screenshots gucken unfreundlich? :D
      Mit was für Grinsebacken hängst du denn sonst so rum, das die Darsteller dir da unfreundlich vorkommen? xD

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