08.04.12

Film•Peteback: Charlie Bartlett


Hach ja der Sonntag, als eher Ostersonntag. Ich wünsche euch frohe Oster! Komme aber mit keinem sehr österlichen Film daher. Es gibt auch eigentlich nicht so viele sehenswerte Osterfilme, also belassen wir es bei einem guten, verträglichen Film.

Heute gucken wir
Charlie Bartlett

"Charlie Bartlett" ist eine US-amerikanische Teenykomödie von 2007 unter der Regie von Jon Poll. In dem Film begleitet man den jungen Charlie Bartlett, der sich an seiner neuen Schule einen Namen machen will.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Charlie Bartlett
Deutscher Titel: Charlie Bartlett
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2007
Länge: ca. 95 Minuten
Regie: Jon Poll
Drehbuch: Gustin Nash
Produktion: u.a. William Horberg, Jay Roach
Musik: Christophe Beck


Angepasste, folgsame Schüler sind ja allgemein der Traum eines jeden Lehrers. Dennoch gibt es genug Schüler der ganz anderen Sorte und bei Charlie Bartlett (Anton Yelchin) haben wir wirklich einen hartneckigen Vertreter der zweiten Art. Charlie Bartlett ist ein regelrechter Experte darin, durch allerleih krumme Touren, wobei er es eigentlich nur gut mit seinen Mitschülern meint, von den besten Hoch- und Privatschule geworfen zu werden. An dem Geld soll es ihm allerdings nicht liegen, denn Charlie kommt aus bestem Hause und so macht seine Mutter auch selten einen Hel daraus, dass ihr Sohn ein Anarchist der feinsten Sorte ist. Sie weiß sich aber nicht mehr zu helfen und lässt ihren Sohn durch allerlei Psychologenhände wandern. Letzen Endes landet Charlie auf keiner Privatschule, sondern auf einer öffentlichen Schule. Ist ja mal was anderes. Klar kommt der Junge nicht besonderns gut mit den Mitschülern klar und lässt sich auch gleich am ersten Tag zum Toilettentauchen hinreißen und legt sich mit dem Schulschläger an. So kann es ja auch nicht weitergehen. Als sein Psychologe ihm probeweise Retalin verschreibt und Charlie die schönsten Höhenflüge durchlebt, sieht er in den kleinen Pillen eine super Geschäftsidee. Er macht das selbe wie sein Psychologe, nur halt auf der Schultoilette. Eine mehr oder weniger kompetente Beratung für Probleme aller Art und dazu noch ein paar Muntermacher. Klar das die Jugendliche mit der Idee schnell anfreunden und Charlies Geschäft floriert richtig gut. Eine super Idee, bis der Schuldirektor (Robert Downey Junior) auf seine Machenschaften aufmerksam wird...


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Wir nennen das Kind beim Namen und das hier ist wirklich eine knallharter Teeny Film und die sind eigentlich nicht unbedingt meine Sache. Allerdings war ich auf der Suche nach deinem Film mit Robert D. Junior, ja ich mag den Mann halt. Da bin ich dann auf dieses kleine Werk gestoßen.

Als erstes wird einem die Unbekümmertheit des Films augezeigt, wo schon Charlies Mutter (Hope Davis) es nicht für nötig hält, ihren Sohn angemessen zu bestrafen: Sie ist eher verblüfft darüber, dass er für seine Mitschüler in der Privatschule 1A Führerscheine gefälscht hat, die von den echten wirklich kaum zu unterscheiden sind. Wie bekannt ist, folgen aus Handlungen die jeweiligen Konsequenzen, nur bei Charlie scheint das Leben allemal eine Ausnahme zu machen, denn er kommt mit allen was er anstellt durch. Seine Familie hat dabei aber auch die nötigen Geldsäcke um eine Vielzahl von Sachen ohne Probleme zu regeln. Charlie ist kein Schüler oder besser Mensch der sich anpasst, ganz im Gegenteil. Er hat es dahin perfektioniert, dass er seine Umgebung zu seinen Gunsten manipuliert und darauf läuft es im Film auch hinaus. Dabei hat man aber die obligatorische Verzweiflungstat des Außenseiters vor Augen, sich durch Gefälligkeiten bei den Anderen ein Stein im Brett aufzubauen. Unser Hauptcharakter distanziert sich aber in jeglicher Weise von diesem Verhalten, denn man merkt das er ein reiner Überlebenskünstler ist, der auch gut alleine klarkommt, aber doch lieber in Gesellschaft ist. Er zieht sein Ding durch und die anderen ziehen mit. Somit kommt er dann an seiner neuen Schule auch auf die Idee mit den Tabletten und Pillen, die er wie selbstgebackene Kekse an die Schüler ausgibt, damit sie mit ihren Problemen klarkommen. Die Idee ist meiner Meinung nach doch eher zweifelhafter Natur und wird in dem Film auch ein wenig zu sehr glorifiziert, ob das wirklich im Sinne von Regiesseur Jon Poll ist, ist fraglich. Auch folgen fatale Konsequenzen aus seinem Kleindrogenhandel, diese wirken aber zu vorhersehbar. Es ist unterhaltsam sowie sehens wert, dennoch will man die Dinge die dort offentsichlich falsch laufen nicht hinterfragen und man wird auch nicht dazu angereizt. Hier kommen wir dann zu dem Punkt wo der Film leicht zwischen einem Teenyfilm und einem kleinen Drama schwankt und das Schwanken zieht sich durch die ganze zweite Hälfte des Films. Durch die Interaktion der verschiedenen Charaktere ist der Film angefüllt mit viel Witz und Satire, wobei oft doch schon der Tiefgang fehlt. Um natürlich auch die jungen, weiblichen Zuschauer abzuholen, gibt es eine absehbare romantische Entwicklung zwischen Charlie und der Tochter des Schulleiters (Kat Dennings). Oh oh Romeo und Julia...

Für die Rolle von Charlie wurde Anton Yelchin allerdings perfekt besetzt und ich könnte mir auch nur wenige andere Schauspieler vorstellen, die es hätten besser machen können. Er hat Spaß an der Rolle, spielt sie so souverän wie vielschichtig, denn Charlie ist ein Charakter den man wirklich gerne kennenlernen möchte. Er wirkt selbstbewusst, unerschrocken, intelektuell und emotional, kommt aber in der zweiten Hälfte nicht sehr gut mit den Schwächen von Charlies Charakter klar. Es wirkt etwas aufgesetzt und uneinsichtig. Neben Yelchin ist der zweite große Name hier natürlich die von R. D. Junior in der Rolle des gebrochenen Schulleiters. Er ist in seiner Rolle sehr leidenschaftlich, genau wie seine Rolle seinen Beruf ausüben sollte. Er ist zynisch, verantwortungsvoll ist er genau so vielschichtig wie die Rolle von Charlie.

Fazit.
"Charlie Barklett" wirkt wie gesagt, sehr berechnend und vorhersehbar ist aber meiner Meinung nach eine der besseren, amerikanischen Teenykomödien, mit nem leichten Schliff von Drama. Charlie ist ein Charakter den man gerne sieht und der Film weiß den Zuschauer über die mehr als 90 Minuten zu unterhalten, wenn auch nicht auf höchstem Niveau. Ich empfehle den Film denen, die Teenyfilme mögen und aber auch dennen, die mal einen netten Film für zwischendurch suchen, mit netten Charakteren, einer netten und fließenden Story und nicht allzuviel Moral.


Bis dahin - Tschödeldö und frohe Ostertage





 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Charlie_Bartlett
             http://filmzeugnis.blogspot.de/2011/01/dvd-kritik-charlie-bartlett.html
Bilder:  http://www.webwallpapers.net/09/23-charlie-bartlett-movie-wallpaper/cb_day14_03535/

             http://www.xjuggler.de/product/1695130-Charlie-Bartlett/
             http://it.wikipedia.org/wiki/File:Charlie_Bartlett_-_Film.jpg
             http://goldbergblog.com/movies/reviews/charliebartlett.html

Kommentare:

  1. Frohe Ostern, Herr PeteBack :D

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  2. Kann man diesen Laidback-Look auf eine Verwandschaft zu 80er TeenComs zurückführen?

    Dir auch schöne (Rest-)Ostern. :)

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    1. Ja...vielleicht. Ich würde es dem Regiesseur nicht andenken, dass er die Intentionen gehabt hat, aber es wirkt schon leicht so. Obwohl die 80er da noch ne andere Mentalität haben.

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