22.04.12

Film•Peteback: Das geheime Fenster


Diesen Sonntag gibt es
Das geheime Fenster

"Das geheime Fenster" ist ein Psychothriller von Regiesseur David Koepp aus dem Jahr 2004. Das Drehbuch basiert auf der Novelle "Das geheime Fenster, der geheime Garten" von Stephen King. In diesem Film muss sich Johnny Depp in der Rolle des Autors Mort Rainey, gegen einen mysteriösen Mann names Shooter erwehren, der steif und fest behauptet, Rainey habe ihm seine Idee für eine Geschichte gestohlen.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Secret Window
Deutscher Titel: Das geheime Fenster
Oiginalsprache: Englisch
Erschienen: 2004
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: David Koepp
Drehbuch: David Koepp, Idee: Stephen King
Musik: Philip Glass

Mort Rainey (Johnny Depp) ist eine bekannter Schriftsteller und hat sich nach der Trennung von seiner Frau Amy (Maria Bello) in seine Sommerhaus am See zurückgezogen. Dort will er vorallem seine Schreibblockade zu überwinden. Mit ihm dort, nur sein Hund und seine Haushälterin, die alle Tage zum Saubermachen kommt. Eines Tages, als Mort wiedermal planlos an seinem PC sitzt und nichts verwendbares zu Stande bringt, steht ein Fremder namens John Shooter (John Turturro) vor der Tür und beschuldigt Rainey, eine seiner Geschichten gestohlen zu haben. Der Mann scheint etwas gefährliches an sich zu haben, doch Rainey geht auf diese Anschuldigung gar nicht ein. Er ist zu sehr mit seinem Selbstmitleid beschäftigt, als dass ihn ein dahergelaufener Irrer, vermutliche sogar ein Fan, aus seiner Lethargie befreien könnte. Es dauert jedoch nicht lange bis er begreifen muss, dass Shooter sich zu einer echten Bedrohung entwickelt. Dabei wird es nicht nur für Rainey selbst gefährlich, sondern auch für die Leute in seiner näheren Umgebung.

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Ein Thriller? Und dann auch noch einer auf der Basis eine Geschichte von Stephen King? Da reibt sich der geneigt Filmfan von Thriller und Mysterie natürlich schon freudig die kleinen Händchen. So ich natürlich auch.

Yo ho, yo ho! Piraten haben's gut. Wir plündern und rauben und stehlen. Trinkt aus Piraten, yo ho! 
Ehm...ne Quatsch, falscher Film. Trotzdem haben wir hier Hobby-Pirat Johnny Depp mal auf Landgang. Er hat keine Lust mehr auf rauben und segeln und macht nun einen auf Schriftsteller. Gekleidet in einen schmuddeligen, fledderigen Morgenmantel und einer zerzausten Out of Bed Frisur, verköpert Herr Depp hier den blockierten Schriftsteller Mort Rainey. Und dabei wirkt er so sympathisch wie sein Alter Ego Captain Sparrow. Was er die meiste Zeit in seinem einsamen, kleinen Sommerhaus tut ist Chips futtern, mit seinem Hund reden und sich über seine Haushälterin aufregen und natürlich auch ein paar Schreibversuche wagen. Dabei spielt Depp den lethargischen Schriftsteller sehr authentisch und mit Bravour. Er lässt sich gehen, er zweifelt, er meckert, er bemitleidet sich selbst. Dabei möcht man selbst in den Fernseher steigen um dem Mann ein Sandwich zu machen und beim Schulterklopfen zu sagen -"Hey komm, das wird schon wieder!".
Dabei fängt der Film ganz rasant an. Rainey sitzt bei dichtestem Schneetreiben in seinem Auto, mit sich selbst redent. Bricht dann in eine kleines Hotel an einer Landstraße ein, bewaffnet, nur um seine Frau mit einem anderen Kerl im Hotelbett zu erwischen. Schreien, Heulen und Gebrüll, bis die Kamera dann langsam über das Haus am See fährt. Das ist ein Anfang den man so gar nicht erwarten würde und ich war selbst sehr überrascht, so reingeworfen in eine turbolente Szenerie.

Aber so kennt man es ja auch von Stephen Kind, es ist nicht immer alles so wie man es erwarten würde. Dabei orientiert sich diese Verfilmung doch schon recht nah an der Novellenvorlage und das ist auch gut so. Dabei hat David Koepp wirklich ein gutes Händchen mit den Schauspielern gehabt.  Neben Johnny Depp ist natürlich John Turturro als John Shooter eine sehr ausdrucksstarke Figur. Mit dem Aussehen eines einfachen Farmers, entwickelt dieser unscheinbare Mann eine latente Gefahr und eine Kraft, was man anfänglich nicht für möglich hält. Mit dem Auftauchen von Shooter beginnt das Verwirrspiel mit dem Zuschauer. Es häufen sich mysteriöse Ereignisse und Ungereimtheiten. Dabei ist man genau so unwissend wie der Hauptdarsteller selber. Koepp setzt in diesem Film nicht auf die knalligen Schockeffekte, sondern glänzt eher mit erzeugter, unterschwelliger Angst und kurzen Schockerszenarien, schnelle Bildfolgen, soetwas. Dabei wirkt aber alles recht traditionell, vom Aufbau der Beziehung von Rainey mit Shooter, bis zur Auslösung der Konflikte. Die Geschichte steigert sich ständig und macht immer einen Schritt nach vorne und nie zurück.  Dabei ist das Ende nicht ganz unvorhersehbar wie man sich das wünschen würde, denn es gibt im Film genug Hinweise. Dennoch schafft es der Film den Zuschauer leicht paranoid zu machen. Man erwartet hinter jeder Ecke, hinter jeder Tür schon die nächste Schockszene. Ob sie kommt, ist natürlich eine andere Sache.
Dennoch weiß der Koepp nicht über die ganze Länge des Films die Spannung aufrechtzuhalten. Hier und da mal kleine Einbrüche, die aber dann auch wieder ausgebügelt werden. Den größten und wichtigsten Anteil an dem Film hat aber Johnny Depp. Der Film legt fast alleine durch ihn und auch zum Teil durch John Turturro. Die anderen Charaktere wie Maria Bello als Raineys Frau Amy,  Timothy Hufton als der Geliebte von Amy und Charles Dutton als Raineys Manager und Anwalt, sind leider sehr austauschbar. Ich hätte mir da ein wenig mehr Anteil gewünscht. Depp hebt halt jeden Film aus der großen Masse heraus, was nicht alleine an seinem Namen liegt, sondern auch an seiner fesselnden Austrahlung und seinem tollen Spiel. Er weiß es so auch in seiner Rolle den Film mit leichten Witzchen aufzulockern, denn als der kautzige Mort Rainey ist er immer etwas gelangweilig, bis müde und dazu auch ein Hauch missmutig. Seinen Witz schlägt der Film aus seinen Wortgefechten, zwischen Mort und Ted, dem neuen Lover seiner Frau, oder dem gealterten Sheriff des Ortes, der lieber strickt anstatt sich um Morts Probleme zu kümmern.

Fazit.
Es gab schon viele Versuche einen Stephen King Roman umzusetzen und dabei gibt es viele gute, einige schlechte und eine Hand voll wirklich gelungene. Hier haben wir einen Vertreter der guten bis gelungenen Art und jedem King Fan möcht ich diese Verfilmung ans Herz legen, denn mir hat er sehr gut gefallen, wie die Novelle damals selbst.


Bis dahin - Tschödeldö



 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_geheime_Fenster
             http://www.artechock.de/film/text/kritik/g/gefens.htm
Bilder:  http://www.follow-me-now.de/html/body_das_geheime_fenster.html

             http://outnow.ch/Movies/2004/SecretWindow/Bilder/movie.fs/01
             http://www.mediatainment.biz/dmm/showProduct/kat/DVD/titel/Das-geheime-Fenster/film/7158/page/1/moviestar

Kommentare:

  1. Mir gefällt "Das geheime Fenster" ebenfalls gut. Er reicht zwar nicht an die besten Verfilmungen wie "Die Verurteilten" "Dolores" "Stand by me" oder "Dead Zone" heran, aber er bietet eine nette Unterhaltung und wird zu Unrecht von vielen Kritikern zerrissen.

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    1. Ja so von den Wertungen dümpelt er ja immer so zwischen 50 und 70 Prozent herum, was schon komplett unterschätzt ist. Wie du schon sagtest, ist kein Meisterwerk, aber dafür von vorne bis hinten solide. :)
      Ich würde außerdem noch "Misery", "The Stand" und "Carrie" hinzufügen. Und "Stand by Me" hatte nen klasse Soundtrack!

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