29.04.12

Film•Peteback: Gespräche mit Gott


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Gespräche mit Gott

"Gespräche mit Gott" ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2007 von Regiesseur Stephen Deutsch. Der Fim basiert auf der gleichnamigen Biografie von Neal Donald Walsch.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Conversations with God
Deutscher Titel: Gespräche mit Gott
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2007
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: Stephen Deutsch
Drehbuch: Eric DelaBarre, Neale Donald Walsch


Bei jedem Menschen komm es im Leben einmal mehr dazu, dass etwas mal nicht so spitze läuft, wie es eigentlich laufen sollte. So passierte es auch unserer Hauptperson Neale D. Walsch (Henry Czerny). Durch eine Unachtsamkeit beim Autofahren, was mit einer hübschen Frau zutun hatte, hat er einen schwere Autounfall. Bisher erfolgreich im Leben, überschlagen sich nach diesem Unfall die Ereignisse. Erst natürlich die Folgen des Unfalls, einen gebrochenen Halswirbel, dann wird ihm auch noch Steuerhinterziehung angeschuldet, wodurch seine Karriere als Journalist und Verleger mehr oder weniger beendet wird und zum Schluss kann er dann nicht mal mehr seine Miete zahlen und landet auf der Straße. So muss er nun bei Obdachlosen, die in einem Park in einer Zeltstadt leben unterkommen und hält sich mit dem Sammeln von Pfandgut über Wasser. Doch schon bald gibt es Lichtblick! Er bekommt einen Job als Radiomoderator. Von da an scheint es wieder aufwärts zu gehen.Er kann sich ein kleines Häuschen kaufen und lebt zumindest materiell abgesichert. Bis eines Tages der Radiosender bankrott geht. Neal hat nun die Faxen dicke und geigt dem verdammten Gott, über den er so viele Jahre geredet hat mal ordentlich die Meinung und verlangt Antworten. Neale scheint verzweifelt, doch mitten in der Nacht hört er plötzlich eine Stimme: „Hast du endlich genug?“.


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Nach der Aussage von Neal Donald Walschs handelt es sich bei dieser Verfilmung seines Werks zu 98 Prozent um die reine Wahrheit und gerademal zwei Prozent sind künstlerischer Ausdruck des Regisseurs. Schauen wir mal.

Was wir hier vor uns haben ist von der Story her natürlich ein klassisches Drama, bzw. auch eine Tragödie. Ein Mann verliert durch negative Umstände alles und jeden. Aber dieser Film soll ja eine postive Botschaft haben, also ist es auch nicht verwunderlicht, dass sich unser Hauptcharakter wieder ganz nach Oben wühlen muss. Schön ist auch zu sehen, das in der Folge des Verlustes auch die Probleme aufgezeichnet, die das Fehlen eines anständigen sozialen Netzes oder Systems in den USA mit sich bringt. Keine Krankenversicherung, kein Arbeiterschutz, kein Arbeitslosenvergütung, keine soziale Hilfe. Dafür das die Amerikaner alles haben, haben sie im Ernstfall oft recht wenig. Auch erlebt man hier auch mal das Leben von der anderen Seite. Neal wird nun von seinen Mitmenschen als Dosensammler so mitleidig und abwertend betrachtet, wie er es vermutlich selbst mal getan hat. So von der reinen Thamtik her, liegt natürlich der Vergleich zu "Das Streben nach Glück" mit Will Smith nahe. Was man aber hier unterstreichen muss, sind die etwas zu kitschigen und gestellten Momente, die es in "Das Streben nach Glück" nicht gibt. Da haben wir den Fall des Presslufthammers, der glücklicherweise aufhört zu funktionieren, damit Neal das Telefon hört, weil er einen wichtigen, (vermutlich einmaligen) anruf erwartet. Es ist aber nicht unbedingt das, was den Kitschfaktor ausmacht. Er ist eher die aufkommende Glorifizierung die Regiesseur Stephen Deutsch seinem Hauptcharakter zukommen lässt. So wirkt er am Ende wie ein geläuterter Menschen, wie ein besser Mensch, der dann auch der Kellnerin ein großzügiges Trinkgeld gibt und dann davonschreitet wie ein guter Samariter. Sowas wirkt doch etwas zu überzogen. Trotzdem geht der Regiesseur in diesem Film auch mit viel Raffienesse vor. So gibt es während des Films immer wieder Einspieler aus Vorträgen, die er Neal in seiner Zukunft geben wird. Dabei kommen vorallem die Zuschauer, oder auch die Teilnehmer der Seminare zu Wort und stellen Fragen. Sie lassen absichtlich zu Beginn all jene kritischen Fragen stellen, die sich auch das Kinopublikum stellen würde: Hat er wirklich mit Gott gesprochen? Wie passt das zu seiner vorherigen, alles andere als gottesfürchtigen Lebensweise? Geht es ihm in Wahrheit doch nur ums Geld? Natürlich werden all diese Fragen durch den Hauptdarsteller schnellstens vom Tisch gefegt.  Die Macher haben sich hier auf jeden Fall nicht allzu dumm angestellt, nur ist diese Herangehensweise  hochgradig manipulativ. Hier kommt es einem dann vor wie eine Werbeaktion für den Mann selbst und natürlich auch für sein Werk. Und sowas stört leider und hat in einem Film nichts zu suchen. 

Aber kommen wir mal zurück zu Henry Czerny. Denn mit ihm kann der Film seine vorhandenen Stärken perfekt ausspielen: Henry Czerny als Neale Donald Walsch.Er weiß besonders in den Szenen, in denen er scheitert ein hervorragendes Gefühl beim Zuschauer zu vermitteln. Neale ist einer der sympathischeren Verlierer, mit Ecken und Kanten, der nette Typ von nebenan, ein Mensch, der Charakterzüge in sich trägt, die wir alle kennen. Man hat Mitleid mit ihm, möchte nicht, dass ihm das Schicksal so übel mitspielt. Die Struktur des Films, die die eigentliche Geschichte in Form von Rückblenden erzählt, trägt dem zwar nicht unbedingt positives hinzu, da selbst der Zuschauer, der das Buch und die Geschichte seines Autors nicht kennt, bereits mit dem "Happy End" konfrontiert wird. Man ist die meiste Zeit des Film mit Neal alleine und lernt ihn kennen. Alle anderen Menschen wirken dafür sehr passiv und mal eben eingestreut, aber hier geht es ja auch eher nur um eine Person. Hier und dort wird durch leichte Slapstick einlagen auch Humor eingestreut, so zerschlägt Neal auf die Nachricht, das sein neues Skript verlegt wird, mit einem nach oben gestrecken Victory Zeichen die Deckenlampe seiner Küche. Oder auch torkelt ein betrunkener Pennergenosse in ein Vorstellungsgespräch, das Neal gerade führt und versaut ihm damit eine Jobmöglichkeit. Diese Witzchen tragen sehr zur Auflockerung der Thematik ein. 

Aber kommen wir mal zu der Szenerie, die dem Film den Titel gibt, die Gespräche mit Gott. Diese kommen geballt in der letzten Hälfte des Films vor, das kann ich schonmal im Vorraus sagen. Die Gespräche mit Gott sind an sich keine Gespräche. Neals innere Stimme, also Gott, spricht halt zu ihm und hält ihm einen Vorträg, während Neal hier und dort mal Fragen stellt. Dabei ist Gott eigentlich schon ne coole Sau und kommt einem nicht wirklich als höheres, unbegreifliches Wesen vor. Er macht sich selbst klein und gibt Informationen und erklärt Sachverhalte, die in der Welt eindeutig falsch laufen und in Bezug auf ihn, also Gott, falsch ausgelegt werden. Die "Gespräche" mit Gott sind doch recht interessant, aber auch irgendwie ein wenig flach. Es bleibt einem nicht viel im Gedächtnis von dem, was Gott dort sagte. Dennoch spielt hier Henry Czerny wieder gradios als "Mensch", der es mit einer höheren Intelligenz konforntiert wird. Er ist etwas ratlos und verunsichert und kann es natürlich gar nicht glauben, dass Gott gerade zu ihm spricht und ihm nun wirklich Rede und Antwort stehen will. Gott spricht aber nie ganz eindeutig, sondern regt in vielen seiner Vorträge sind selber nachdenken an. Neal geht damit dann auf einer Seite sehr entspannt um und schreibt natürlich geistesgegewärtig alles auf um das in ein Buch zu verwursten. Ist klar...

Fazit.
"Gespräche mit Gott" ist auf der einen Seite ein wirklich nettes Drama, mit einem leicht religiösen Bezug, aber macht auf der anderen Seite auch sehr viel Werbung für die Person Neal Donald Walsch. Ich habe den Film vor einiger Zeit im frühen Nachtprogramm von "Arte" gesehen, so beim Durchzappen. Trotzdem hat er der Film geschafft mich über die fast zwei Stunden gut zu unterhalten bzw. mitzunhemen und der Film ist wirklich mal einen Blick wert, schon wegen dem tollen Hauptdarsteller. Ich kann ja so mit Gott-Thematiken nicht wirklich was anfangen, aber bei "Gespräche mit Gott" ist das ganze Thema in einer wirkliche nette, sehenswerte Geschichte verpackt worden. Wenn man mal über die etwas zu kitschigen Moment hinwegsieht. Wer das Buch kennt, wird den Film mögen und alle die beides nicht kennen, kann ich sagen, dass wenn man den Trailer gut fand, man den Film auch ganz gut finden wird.



Bis dahin - Tschödeldö




 Fakten: http://www.kino.de/kinofilm/gespraeche-mit-gott/91528
Bilder:  http://www.a-zip.com/conversations%20with%20god%20movie
             http://www.kinomorgen.de/film/gott07.html

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