15.04.12

Film•Peteback: L'auberge espagnole - Barcelona für ein Jahr


Heute zeig ich euch
L'auberge espagnole - Barcelona für eine Jahr

"L'auberge espagnole" ist eine spanische-französische Komödie aus dem Jahr 2002 von Regiesseur Cédric Klapisch. Der Film zeigt die erlebnise des jungen Studenten Xavier auf seinem ersten Auslandsstudienjahr in Spanien.

Trailer

Fakten
Originaltitel: L'auberge espagnole
Deutscher Titel: L'auberge espagnole
Originalsprache: Französisch, Spanisch, Englisch
Erschienen. 2002
Länge: ca. 120 Minuten
Regie: Cédric Klapisch
Drehbuch: Cédric Klapisch
Produktion: Bruno Levy


Hauptperson in diesem Film ist der 25-Jährige Wirtschaftsstudent Xavier (Romain Duris), der bisher in Paris studierte. Für die spätere Berufswahl bietet es sich aber als sehr förderlich ab, wenn man Spanisch sprechen kann und so beschließt er an einem Austauschprogramm teilzunehmen um sein letztes Studienjahr in Barcelona zu verbringen. So verlässt er seine Familie und seine Langzeitfreundin Martine(Audrey Tautou). Bis dahin läuft auch alles glatt und die Mitbewohner seine WG scheinen auch ganz nett zu sein, denn diese sind eine wirklich buntgemischter Haufen aus verschiedenen europäischen Ländern. England, Berlgien, Dänemark, Deutschland, Spanien, Frankreich, Italien, alles dabei. Dabei verfolgen die jungen Leute das "typische" Studentenleben mit leben, freiern, lieben und auch mal studieren, aber auch nur wenn's denn sein muss. Xavier lernt in Barcelona ein ganz anderes Lebensgefühl kennen und zweifelt nun stark an seinen Zukunftsplänen.

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Verschiedene Kulturen sind ja immer eine feine Sache und laden regelrecht dazu eine ein paar Klischeewitze zu reißen. Sieht so aus als hätten wir nach "Charlie Bartlett" aus dem letzten Peteback, wieder einen Teeny Film vor aus. Oder etwas doch nicht? Wir werden es sehen.

Die gesamte Story wird hier in der Retrospektive präsentiert, also als eine reine Nacherzählung, wo Xavier den Off-Sprecher gibt und von seiner Zeit in Barcelona erzählt. Bei den Kommentaren ist er aber genau so trocken, wie die spanische Mittagshitze und dazu noch furchtbar emotionslos, ganz so, alsob ihm der Trip gar keinen Spaß gemacht hätte. Hier spricht Xavier im besten Deutsch mit leichten, französischen Akzent. Die Dialoge laufen aber entweder in Englisch, Spanisch, Französisch oder Katalanisch ab und werden stets deutsch untertitelt. Das sorgt in erster Liene für den natürlichen Sprachwitz der Charaktere und lässt den Film sehr authentisch wirken, was bei einer üblichen Synchronisation kaputt gemacht worden wäre. Wie ich bereits gesagt habe, kommt der Film in seiner multikulturellen Bandbreite nicht ohne die typischen Klischeebilder der einzelnen Landesmänner - bzw. frauen aus. Leider bezieht der Film ein etwas zu großen Teil seines Humors aus dieser Konstellation. Da haben wir die verklemmte, fußballliebende Engländerin, den gewissenhaften und ordentlichen Deutschen, den chaotischen und hitzigen Italiener, den kühlen und zurückhaltenden Dänen und die nationalstolze und temperamentvolle Spanierin. Da prallen schonmal Charaktere aufeinander wo es hier und da schon mal knistert und funkt. Xavier als neuster Zugang zu der WG Familie macht in der gesamten Zeitspanne seines Austausches eine Wandlung durch, erst zurückhaltend und schüchtern, wird er zum gelassenen und coolen Draufgänger. So wird "L'auberge espagnole" zu einer Komödie die einen gewissen Charme versprüht und einen gewissen Witz hat. Da wir hier aber einen Studentenfilm haben, muss es zwangsläufig auch um das Studentenleben gehen. Das heißt auch hier in klischeehafter Weise, das die drei wichigsten Begriffe fallen müssen.
Sex - Drogen - Alkohol. Dabei geht Regiesseur Klapisch nicht so vor, wie man es aus den amerikanischen Studentenkomödien wie "American Pie" kennt. Die reizvollen, sexuellen Szenen balancieren sich gut mit den Szenen der Partynächten aus und es geht da viel mehr um das Zusammenleben der Leute als um ihre Bettgeschichte. Dennoch wikt alles darauf hingespielt, dass man hier "richtige" Studenten mit Lebensgefühl vor sich hat. Dabei wird natürlich auch gerne mal hier und da gegen die jeweils andere Kultur schwungvoll ausgeholt und ein guter Seitenhieb platziert.

Nun kommt doch noch das "Aber". So wie ich es erlebt habe, fehlt es den Figuren, so multikulturell und treffsicher ausgesucht sie auch seien mögen, sehr viel an Tiefe und dem letzten Schliff. Die Charaktere wirken sehr roh und unausgereift, was die Story an sich auch leider ist. Die Menschen um Xavier leben in einer kleinen Wohnung, kein Wunder, dass man sich da nicht wirklich entfalten kann. Hier und da ein paar Klischeewitzchen, aber über mehr geht es in dem Film auch nicht hinaus. Die Charaktere werden einem dann ziemlich egal und sind leider allesamt austauschbar. Man kann zwar hier und da ein bisschen sympathisieren, aber es bleibt immer so ein fades Gefühl, das man einen eher leeren Charakter vor sich hat. Schwer enttäuscht hat mich hier auch Audrey Tautou in der Rolle von Xaviers Freundin. Sie kommt einem wie ein eben schnell eingeworfener Charakter vor, der ein bisschen rumweinen darf und mit ihren großen Augen klimpern darf. Mehr bleibt ihr leider nichts zu tun.

Fazit.
Cédric Klapisch schafft es in diesem Film viele Kulturen in einem Film zu bündeln und sie miteinander agieren und leben zu lassen. Die Charaktere wirken interessant und witzig, glänzen allerdings leider auch mit Unausgereiftheit. Der Film schafft es sicher hier und dort dem Zuschauer einen Schmunzler abzuluchsen, wirklich witzig wird es allerdings nur für die Zuschauer, die den Humor mögen. Wer eine kleine, nette Studentenkomödie sehen möchte, mit einer Vielzahl unterschiedlicher Charaktere und das auch noch unter der spanischen Sonne, der darf hier gerne mal zugreifen. Allen Freunden von Filmen wie "American Pie", würde ich eher abraten.



Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/L%E2%80%99auberge_espagnole
Bilder:  http://film-ab.axserver.de/movie/0828765955997/l-auberge-espagnole.html
             http://blog.localnomad.com/de/2012/02/10/erasmus-in-barcelona-lauberge-espagnole/
             http://outnow.ch/Movies/2002/AubergeEspagnole/Bilder/movie.fs/03

             http://imatgies.blogspot.de/2012/01/lauberge-espagnole.html

Kommentare:

  1. Diesen Film habe ich vor Jahren gesehen. Mir kommt er vor, als wäre er in der Tat viel zu enttäuschend was manche Schauspielern und Charackteren angeht. Ich habe vor allem den Eindruck gehabt, der Regisseur wollte zu viel zeigen.
    Jedoch hat der Film einen grossen Erfolg gehabt. Er bleibt in meiner Generation sehr beliebt.

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    1. Der Film ist auch schon so etwas zu lange geraten, wes die Handlung leider überhaupt nicht tragen kann. Ich kann mir aber vorstellen, dass der Film in dem Jahr wo er rauskam wirklich gut ankam, ich habe ihn zum ersten Mal 2005 gesehen im Französischunterricht.

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