05.04.12

Film•Peteback: Midnight in Paris


Willkommen willkommen. Das letzte Film•Peteback ist schon ne Weile her und deshalb komm ich hier mit einer kurzen, knackigen Review zu einem Film, der mir wirklich, wirklich, wirklich, wirklich gut gefallen hat.

Dehalb machen wir heute einen Abstecher nach Paris, in
Midnight in Paris

"Midnight in Paris" ist eine Filmkomödie aus dem Jahr 2011 von Regiesseur Woody Allen. Allen schrieb auch das Drehbuch zu seinem Film und lässt hier das Paris der 20er Jahre neu aufleben.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Midnight in Paris
Deutscher Titel: Midnight in Paris
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 95 Minuten
Regie: Woody Allen
Drehbuch: Woody Allen
Produktion: u.a. Letty Aronson, Stephen Tenenbaum


Ein Wunschtraum geht für den Amerikaner Gil (Owen Wilson) in Erfüllung, als er mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams), ein Mädchen aus wohlhabendem Hause, seinen Urlaub in Paris verbringen kann. Seit seiner Jugend schwärmt Gil von der dortigen Künstlerszene der Zwanzigerjahre. Wenn er nur damals hätte leben können! Hemingway, Fitzgerald, Gertrude Stein - das sind die Idole des erfolgreichen Hollywood-Drehbuchautoren, der sich sehnlichst wünscht, als ernst zu nehmender Schriftsteller zu reüssieren. Inez hat kein Verständnis für seine Schwärmerei. Eines Abends bricht Gil alleine auf und verirrt sich bei seinem Streifzug durch die Straßen der Stadt der Liebe. Punkt Mitternacht geschieht etwas Wundersames: Gil wird von einer Limousine aufgelesen, die ihn geradewegs in die Roaring Twenties transportiert, zu all den legendären Künstlern, die er immer schon bewundert hat! Mit einem Mal ist nichts mehr so, wie es vorher war... via.

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Ich kann man zu Anfang sagen, das ich kein besonders großer Fan von Woody Allen bin, also von dem Mann an sich schon, weil er mir sehr sympathisch erscheint, aber nicht unbedingt seine Filme. Dennoch hat er hier zum ersten mal einen Film hervorgebracht, der mich wirklich interessiert und mitgerissen hat.

Das erste was einem trotzdem an einem Woody Allen Film verwundern könnte, ist die Zusammenarbeit mit Owen Wilson in der Hauptrolle. Ist der Hollywood star doch eher als wenig ausdrucksstarkt und trottelig verschrien, bringt dieser Film endlich mal wirklich schauspielerisches Talent zum vorschein. Genau wie der Film, entwickelt sich Wilson in seiner Hauptrolle sehr schnell von einem kleinen Licht zu einer strahlenden Sonne und wächst an Ausdruck und Selbstbewusstsein. Doch nun muss ich wohl das sagen, was alle Kritiker in dem Film sehen; Eine Liebeserklärung an Paris. Und da muss man einfach zustimmen, denn Alles, aber auch Alles zielt auf diese Thematik ab. Und es ist eine wunderschöne Thematik, die uns da vorgestellt wird. Woody Allen hat es geschafft das Paris um 1920 in einem warmen und beeindruckenden Scheinwerferlicht darzustellen.  Alles wirkt so harmonisch und die Figuren die auftreten so perfekt und sinnvoll platziert, das man meinen könnte, man lese einen guten Roman oder ein modernes Märchen. Wie schon gesagt, trifft Owen Wilson in der Rolle des Autos Gil, auf bekannte Personen dieser Jahre. Sei es Ernest Hemingway (Corey Stoll), F. Scott Fitzgerald (Tim Hiddelston), Josephine Baker (Sonia Rolland), Pable Picasso (Marcial Di Fonzo Bo) und auch bekannte Künstler wie den Surrealisten Salvador Dali (Adrien Brody) und Luis Bunuel (Adrien de Van) und auch eine mehr. Man kann sie glaube ich gar nicht bei einem Ansehen des Film erkennen. Gerade das ist eine interessante Herangehensweise, denn man wartet als Zuschauer nur darauf, wer als nächstes vor die Kamera tritt und mit Gil ein Gespräch beginnt. Mein Herz schlug schon höher, als da plötzlich und unerwartet Salvador Dali in einem Kaffee saß und Gil auf ein Glas Wein einlud. Es ist ein Bekenntnis an die kreative Bohemien der vergangenen Epoche, die als so erfüllend bezeichnet wird. Literatur, Musik, Kunst und Philosophie, Woody Allen lässt hier alles hoch leben und verpackt es in eine traumhafte Geschichte in die sich jeder interessierte Zuschauer hineinwünscht.
Anders als in seinen anderen Filmen, zielt Allen nicht direkt auf die Tiefe und Aussagekraft der Dialoge, sondern lässt hier die Bilder und Handlungen sprechen. Und viele der Bilder die eingefangen werden könnte man wirklich auf Postkarten drucken. Der Zuschauer reist mit Gil durch zwei Welten, die Welt um 1920 und die Gegenwart, wo seine Verlobte ihre Eltern und sein Schriftstellerisches Leiden auf ihn warten. Der Film bewegt sich also zwischen zwei Ebenen und leider ist das auch das einzige, größere Manko an dem Film. Wie schon bei "Julie&Julia" aus dem letzen Peteback haben wir das Problem, dass beide Ebenen nicht gleich gewichtet sind. Man interessiert sich mehr auf die Story in der Vergangenheit, mit all den schildernden Persönlichkeiten. Die Gegenwart hingegen wird mehr und mehr langweilig und unterinteressant, obwohl sich ja dort das richtige Leben von Gil anspielen sollte. Gegen Ende gleicht sich das ein wenig an, aber dennoch will man lieber wieder in das "alte" Paris zurück.

Fazit.
"Midnight in Paris" will genossen werden, wie ein gutes Essen oder ein guter Wein. Es braucht keine Eile es braucht nur eine gute Stimmung und die macht der Film schon selber. Er ist keine schwere Kost die einem im Magen liegt, sondern die Art von Kost wo man sagt "Ich hätte das gerne nochmal, bitte!". Der Film weckt Fernweh in unser Nachbarland und ich verspürte bei dem Film auch gerne mal das Verlangen nach einem leckeren Rotwein und einer netter Unterhaltung in guter Gesellschaft. Es ist nicht Woody Allens größte Regiearbeit, aber doch schon einer seiner besseren wie ich finde. Darüber lässt sich aber bekanntlich streiten. Ich kann diesen Film wirklich nur empfehlen und das allen, die mit den oben genannen, auftretenden Figuren etwas anfangen können. 




Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Midnight_in_Paris
             http://www.moviepilot.de/movies/midnight-in-paris#
Bilder: http://de.paperblog.com/french-flair-midnight-in-paris-paris-mon-amour-221862/
            http://www.moviepilot.de/movies/midnight-in-paris/images/5424346
            http://ellysart.blogspot.de/2011/09/midnight-in-paris.html
            http://www.moviepilot.de/movies/midnight-in-paris/images/5424416

Kommentare:

  1. Midnight in Paris habe ich gern gesehen :) Ich fand es war ein schöner Film für Zwischendurch, der irgendwie auch eine gewisse Ruhe verbreitet hat. Paris hat die Liebeserklärung wirklich verdient würde ich gerne sagen, aber ich kenne diese Stadt leider auch nur aus Filmen. Werde wohl bei einen wirklichen Besuch total dellusioniert, aber ich würde die Reise dennoch einmal wagen.

    Du meinst den Zeichentrick, oder? Hmm... den hätte ich wirklich erwähnen sollen :) ich hab ihn leider erst nach der Realverfilmung gesehen. Ja zu so einem Post sollte man lieber nichts sagen xD mir auch ein bisschen Spaß gönnen.

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  2. Midnight in Paris steht auch noch auf meiner Liste. Kennst du "Die letzte Nacht des Boris Gruschenko"? Eine schwarze, satirische Komödie, in welcher ein schmächtiger Mann wider Willen zum Kiegsheld wird, in seine Cousine verliebt ist und mit dieser philosophische Gespräche führt und durch diese getrieben, Napoleon ermorden soll. Bereits in seiner Kindheit führte er Gespräche mit dem personifizierten Tod und fühlte, dass sein Leben ungewöhnlich werden würde.

    Hier sind die ersten Minuten des Films:
    http://www.youtube.com/watch?v=vRAeMr1bob4

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    1. Sieht auf jeden Fall interessant aus, werd ich mal auf meine Liste setzen :) Danke!

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  3. Ach verdammt, immer noch nicht dazu gekommen, den Film zu gucken. Wird echt endlich mal Zeit. Allein wegen Paris. Und Woody.

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