20.05.12

Film•Peteback: The Box


Heute machen wir ein kleines Experiment mit

The Box


"The Box" ist ein US-amerikanische SiFi-Thriller aus dem Jahr 2009 von Regiesseur Richard Kelly. Der Film basiert auf der Kurzgeschichte "Button, Button" von Kultautor Richard Matheson.


Trailer

Fakten: 
Originaltitel: The Box
Deutscher Titel: The Box - Du bist das Experiment
 Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2009
Länge: ca. 115 Minuten
Regie: Richard Kelly
Drehbuch: Richard Kelly, Richard Matheson (Kurzgeschichte)
Produktion: u.a. Richard Kelly


Wir befinden uns in den amerikanischen 70ern. Arthur Lewis (James Marsden) ist Techniker bei der NASA und seine Frau Norma (Cameron Diaz) und ihr Sohnemann Walter (Sam Stone) sind knapp bei Kasse, das Geld fehlt an allen Ecken und Enden. Arthur hofft aber durch seine Mitarbeit an einem neuen Projekt eine Beförderung zu bekommen. Da Arthur die berufliche Weiterbildung zum Astronauten allerdings verwehrt. Außerdem gibt es Probleme in der Schule ihres Sohnes, die die Vergünstigungen für Bedürftige Familien streicht. Der Haussegen hängt also mehr als schief. Eines morgens steht plötzlich ein Paket auf der Türschwelle der Familie. In den Paket ist ein Holzkasten mit einer Glaskuppel darauf. Unter der Kuppel ist ein roter Knopf, ähnlich einem Buzzer. Am nächsten Tag steht der mysteriöse Arlington Steward (Frank Langella) vor der Tür und erläutert die Funktionsweise der mysteriösen Box. Der geheimnisvolle, aber stehts höfliche Mann mit dem stark vernarbten Gesicht erläutert den Beiden, dass es sich um eine Art Experiment handelt. Wenn Arthur und Norma in den nächsten 24 Stunden den Knopf drücken, geschehen zwei Dinge: 1. Irgendwo auf der Erde stirbt ein Mensch, den sie nicht kennen. 2. Die Familie erhält eine Million Dollar in bar…Kann man dem Mann glauben? Für was sollen sie sich Entscheiden?


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Richard Kelly sollte bei Freunden des SiFi- und Mystry Genres nach seinem Kultfilm "Donnie Darko" bestens bekannt sein. Somit war ich auch auf sein nächsten Film "Southland Tales" sehr gespannt. Dieser hat mich aber mit eher gemischten Gefühlen zurückgelassen und sogar streckenweise sehr enttäuscht. Mein Interesse an dem Regiesseur ging weitestgehend verloren, sein Kulterfolg "Donnie Darko" bliebt aber immer einer meiner liebsten Filme des Genres. Erst 2 Jahre nach dem Erscheinen von "The Box" wurde ich wieder auf den Regiesseur aufmerksam. Ich habe mir vorgenommen ohne viel Erwartungen an den Film heranzugehen, was bei einer Verfilmung einer Geschichte von Richard Matheson schon sehr schwierig ist.

Kelly ist ein ziemlich Querdenker, dass hat man schon bei "Donnie Darko" erkennen können.  Er hat nicht die vornehmliche Intention Filme für die Massen zu produzieren und den Geschmack der Masse zu treffen. Der normale Filmfreund wird hier von seinen Werken enttäuscht werden. Wichtig hier natürlich der namensgebende Gegenstand, die Box. An sie sind die zwei Folgen des Drückens geknüpft. Der Tod eines unbekannten Menschens und der hohe Geldgewinn. Dabei stellt diese kleine unscheinbare Box mehr das kleine Drehrad der Moral dar. Wie schon im Garten Eden müssen Mann und Frau über ihren Schatten springen um etwas, von der Gesellschaft, als verboten anerkanntes zu tun, um sich selber zu bereichern. Soll man für sein eigens Glück jemand anderes opfern? Die Thematik ist mehr als fragwürdig, vorallem für den Zuschauer. Man stellt sich automatisch selber die Frage ob man den kleinen Knopf drücken sollte. Das Für und Wider ist hier der Knackpunkt. Man könnte nun den Sachverhalt weiter ausbreiten und ein philosphisches Kammerspiel aufführen, doch Richard Kelly hatte wohl Anderes im Sinne. So kann man den Film grob in zwei Hälften aufteilen. Die erste Hälfte beschäftigt sich mit der Familie, den Problemen und dem Für und Wider der Box. Hier seht vorallem die Personen  im Vordergrund. In der zweiten Hälfte kümmert sich Kelly mehr um die sich häufenden, skurrilen Ereignisse, die mit dem Erscheinen der Box zu tun haben, gerade in diesem Part häufen sich die Elemente aus Thriller, Horror, SiFi und Mystery sehr stark. Man würde sich mehr Philosophie wünschen, mehr Auseinandersetzungen mit den Fragen. Denn, wer sagt denn, das man nachdem man mit der Box in Berührung kam, nicht der Nächste sein kann der stirbt. Falls der nächste mit der Box den Knopf drücken sollte?
 Da Kelly aber seine Filme lieber komplex und kryptisch aufbaut und ausführt. Hier könnte man den Leitspruch der Assassinen aus "Assassin's Creed" anbringen, "Nichts ist wahr und alles ist erlaubt". So verhält sich der Film auch. Er macht so viele Sprünge, Einschübe, Rückblenden, Überleitungen, dass der Zuschauer zwar die Ideen erkennt, aber das Gerüst aus den Augen verliert. Dabei gibt es reichlich Momente die einem sehr spanisch vorkommen und es gibt Dinge die einfach mal im Raum stehen gelassen werden. Das ist von der Regiearbeit her natürlich ziemlicher Murkz, weil man dann den Leuten alles als "ziemlich pfiffig" vorspielen kann. Auf der anderen Seite soll der Film im Nachhinein noch zum Nachdenken anregen. Beim besten Willen kann ich nur sagen, dass man "The Box" mindestens zwei Mal anschauen sollte.

Hier muss man vorallem Frank Langella ein Lob für sein Schauspiel ausprechen, denn er verköpert den mysterösen älteren Herrn Arlington Steward wirklich ausdrucksstark und authentisch. Er gibt einem ein Gefühl von Sicherheit, aber dennoch stellt er einen vor lebensentscheidende Probleme. Auf der anderen Seite wirkt er irgendwie gefährlich, weil er der Einzige ist, der wirklich mehr weiß. Auch James Marsden spielt seine Rolle als NASA-Techniker und vorallem Ehemann und Familienvater souverän und glaubwürdig. Allein Cameron Diaz hat in diesem Film einen ziemlichen Durchhänger. Zu ihr passen nunmal eher die postiveren Rollen, anstatt der sorgenvollen Mutter und Ehefrau. Dennoch spielt sie Rolle recht solide.


Fazitzeit.
Was "The Box" vorallem bietet sind eine interessante Inszenierung, eine solide Schauspielleistung aller Beteiligten und ein wirklich netten 70er-Jahre-Flair. Der Film ist einer von der Sorte, auf den man sich wirklich einlassen muss, sonst wird man schnell die Lust und den Überblick verlieren. Wer allerdings noch nicht mit den Vorgängerfilmen von Richard Kelly in Berührung gekommen ist, sollte sich vielleicht ersteinmal die zu Gemüte führen. Wer allerdings schon mit "Donnie Darko" etwas anfangen konnte, der sollte hier man einen Blick riskieren. In jeden Fall ist man um eine Erfahrung reicher.




Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Box_%E2%80%93_Du_bist_das_Experiment
             http://www.filmstarts.de/kritiken/90672-The-Box.html
Bilder:  http://rezensiolo.wordpress.com/2011/04/28/the-box-2009/
             http://seite360.de/2010/02/08/mystery-in-moll%E2%80%93-rezension-zu-richard-kellys-%E2%80%9Ethe-box/

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