28.05.12

Film•Peteback: Deliverance


Hallo! Ja wir haben schon Montag, ich weiß schon. Aber ich war gestern einfach zu lustlos und faul und müde war ich auch und außerdem voll mit köstlichem Grillkram. Dafür gehts halt heute weiter, an diesem wunderbaren Feiertag!


Heute gehen wir auf eine Kanutour mit
Deliverance

"Deliverance" is ein US-amerikanischer Abenteuerfilm, bzw. Thriller von 1972 von Regiesseur John Boorman. Der Film handelt von vier Großstädtern die eine Kanutour durch die Flüsse und Wälder von Georgia wagen.

Trailer

Fakten
Originaltitel: Deliverance
Deutscher Titel: Beim Sterben ist jeder der Erste
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1972
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: John Boorman
Drehbuch: James Dickey
Produktion: John Boorman


Abenteurer Lewis (Burt Reynolds) animiert seinen Freund Ed (Jon Voight) und dessen Kumpels Bobby (Ned Beatty) und Drew (Ronny Cox) zu einer gemeinsamen Kanutour. Fern von ihrer Heimat wollen sich die Großstädter am wilden Cahulawassee in Georgia ihre Männlichkeit beweisen. Zusätzlicher Anreiz ist die Tatsache, dass durch den Bau eines Staudamms der reißende Fluss und seine idyllische Umgebung kurz vor der Flutung stehen. Trotz einiger Stromschnellen verläuft der Ausflug ins kühle Nass zunächst ohne besondere Vorkommnisse. Jegliche Lagerfeuerromantik ist jedoch verflogen, als Ed und Bobby, die sich von Lewis’ Boot entfernt hatten, am Ufer auf zwei verkommene Hinterwäldler treffen. Trotz seiner Beschwichtigungsversuche wird Ed an einen Baum gefesselt und muss mit ansehen, wie Bobby brutal vergewaltigt wird. Als auch Ed zum Oralverkehr gezwungen werden soll, erschießt Lewis mit seinem Bogen einen der Hillbillies. Dessen Kompagnon kann im Eifer des Gefechts fliehen. Gegen den Widerstand von Drew beschließen die Männer, den getöteten Angreifer zu begraben, den Vorfall nicht den örtlichen Behörden zu melden und die lebensgefährliche Kanufahrt fortzusetzen…   via.


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Im Horrorfilmgenre sind die sogenannten, degenrierten Hillbillies oder auch Hinterwäldler ein gerne genommenes Thema. Dabei verstrickt sich die Handlung der Horrorstreifen gerne in der 08/15 Abfolge. Im besten Falle haben wir eine Gruppe Teenager die ne Hütte im Wald gemietet haben um dort Party zu machen, oder auf nen Campingtrip gehen. Dabei machen sie schon bald Bekanntschaft mit den inzestösen, verrückten und grausamen Hinterwäldlern, die auch gerne mal zum Kanibalismus neigen. All das haben wir hier zum Glück nicht. 

Wenn man es genau nimmt, haben wir mit "Deliverance" einen Kandidaten, der dem Club der "Filme mit schlechten/unpassenden deutschen Titel" beitreten darf. Der deutsche Titel "Beim Sterben ist jeder der Erste" gibt einem das Gefühl, dass man einen guten Horrorfilm erwarten kann, dabei ist eigentlich genau das Gegenteil der Fall. Oberflächlich betrachtet wird natürlich gestorben und der Film weiß auch zu schockieren, aber die Kernaussage richtet sich doch gezielt auf eine ganz andere Thematik. 
Mit "Befreiung", was der Titel ordentlich übersetzt bedeutet, wird der Kern schon um einiges besser getroffen. Das sich die vier Männer, die unterschiedlicher eigentluch nicht sein könnten, gemeinsam auf einen Naturtrip machen ist ja schon eine sehr gute Basis für zwischenmenschliche Auseinandersetzungen, zu denen es aber weniger kommt. Schon früh bringt der Film durch die verschiedenen Personen einiges an Gesellschafts- und Zivilisationsthematik ins Spiel. Wie sollte es auch anders sein, da sie sich ja in einem Gebiet befinden, dass demnächst durch die Übernahme eines Großkonzerns durch einen Staudamm geflutet werden soll. Menschen, Tiere und der Wald werden verdrängt und vernichtet und Existenzen werden ausgelöscht. Die Konfrontations zwischen den zwei Welten, der der Städter und der der Landleute findet auch gleich am Anfang statt, als die Männer mit ihren Autos und Kanus zu der Stelle kommen, wo ihre Reise beginnen wollen. Sie bitten ein paar der dortlebenden Einheimischen, dass sie ihre Autos zum Ende des Flusses fahren sollten. Dabei ist vorallem der etwas verweichlichte Bobby von den Einheimischen nicht besonders angetan, wenn nicht sogar angekelt. Lewis behandelt die schweigsamen Hillbillies sehr herablassend und versucht sie mit immer mehr Geld zu bestechen, dass sie ihre Autos zu der vereinbarten Stelle bringen. Drew hingegen nutz die Gelegenheit und fängt mit einem einheimischen Jungen ein Banjo/Gitarren-Duell an, welches wohl als bestes. instrumentales Duell in die Filmgeschichte eingegangen ist.

Boorman behandelt hier die vier Großstädte als eine Art von Eindringlingen in eine eine Umgebung, wo sie nicht sehr erwünscht sind und wo sie gar nicht wirklich hingehören. Es prallen zwei Welten auseinander und es ist auch schon von Anfang an klar, welche Welt hier die Oberhand hat. Die Natur scheint einen kleinen Rachefeldzug gegen die Städter aufzufahren, den diese einfach nicht gewinnen können. Doch auch innerhalb der Gemeinscahft kommt es zu Reibungen, das fängt schon bei Lewis an, der sich gleich an Anführer der Expedition etablieren will. Er ist muskulös, schlagfertig und bewaffnet, ist aber im Leben nicht ganz so erfolgreich wie der Rest seiner Mannschaft. Dennoch wird sich hier durch einen geschickten Handgriff von Boorman Einiges ändern, weil Lewis schon bald eine Beinverletzung erleidet, was ihm von einer starken Persönlichkeit mit Heldenmanier zu einem Ballast für die ganze Gruppe werden lässt. Somit schafft es der Film auch kontinuirlich Spannung aufzubauen. Die Actionszenen halten sich von der Machart her gut in Grenzen, aber es wird einem genug zum Mitfiebern geboten. Mit dem Start der Kanufahrt wechselt der Film auch das Genre, vom Abenteuerfilm in den Thriller. Und keiner kann mir erzählen, dass er von der Vergewaltigungsszene von Ed und Bobby nicht angeekelt und schockiert war. Dabei sind vorallem die Verzweiflung und die geringer werdene Aussicht auf Hilfe und Zivilisation zu einem spürbaren Thema, dass zusammen mit dem Banjospiel in der zweiten Hälfte des Films mitschwingt.

Fazit.
"Beim Sterben ist jeder der Erste" oder auch "Deliverance" ist mit Abstand der beste Film, wenn es um das Backwoods Genre mit Hinterwäldlern geht, ohne dabei in die Geschmacklosigkeit abzugleiten. Ein Film, gegen die Zerstörung von Lebensräumen und der Natur und dazu eine wunderbare Kritik an der sicht ausbreitenden Zivilisations und der verbohrten Gesellschaft. Damals wie heute.  Dazu die tollen Darsteller, die kraftvollen und schönen Bilder, die brillante und fesselnde Atmosphäre macht "Deliverance"  zu einem verstörenden und dramatischen Meisterwerk, mit einem ernst zu nehmenden Kernthema.




Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Deliverance_%281972_film%29
Bilder: http://themetropolistimes.com/2011/06/11/deliverance/
             http://www.moviepilot.de/news/die-top-7-der-spannendsten-survival-filme-115206/images/7021075
             http://www.dbcovers.com/big-poster-of-defensa-1972-defensa_1972_3

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