13.05.12

Film•Peteback: Ich habe keine Angst


Heute sehen wir
Ich habe keine Angst


"Ich habe keine Angst" ist ein italienisches Drama aus dem Jahr 2003 von Regiesseur  Gabriele Salvatores, der auch auf dem gleichnamigen Roman von Niccolò Ammaniti beruht.


Trailer


Fakten
Originaltitel: Io non ho paura
Deutscher Titel: Ich habe keine Angst
Originalsprache: Italienisch
Erschienen: 2003
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: Gabriele Salvatores
Drehbuch: Niccolò Ammaniti, Francesca Marciano
Produktion: u.a. Maurizio Totti, Giovanni Stabilinbi


Wir befinden uns in Süditalien, vermutlich in der Toskana der 70er Jahre. Hier begegnen wir auch unserer Hauptperson Michele (Guiseppe Cristiano) der mit seiner Schwester Maria (Giulia Matturo) und ein paar Freunden durch die Kornfelder der Umgebung streift, auf dem Weg zu einem alten, verlassenen Haus. Also er auf dem Rückweg nach Hause bemerkt, dass er die Brille seiner Schwester verloren hat, geht er alleine nochmal zu Haus zurück um sie zu suchen. Im Erdboden entdeckt er dabei ein tiefes Loch, das mit einem Wellblech abgedeckt ist. Er schaut neugierig hinein und macht in der Dunkelheit eine blasse, menschenähnliche Gestalt aus. Michele erschrickt und sucht das Weite, doch das Wesen im Loch geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. So kehrt er wieder alleine zu dem Haus zurück und stellt fest, dass in dem Loch ein kleiner Junge lebt, der wie ein Hund in der Grube gefangen gehalten wird. Der Junge spricht wirr und ist der festen Überzeugung, bereits tot zu sein. Finsternis, Isolation und Angst haben ihm arg zugesetzt. Fürsorglich versorgt Michele den Jungen mit Wasser und kauft ihm von seinem Geld Brot. Als er der furchtbaren Wahrheit auf die Spur kommt, muss er all seinen Mut zusammennehmen, um dem Opfer zu helfen. Ein lebensgefährliches Unterfangen...


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Hach ja, wieder ein Drama mit Kindern. Ich mag sowas immer sehr gerne. Wenn Kinder in Dramen vorkommen und dann auch noch die wichtigen Rollen spielen, ist es immer besonders fesselnd.

Wie schon gesagt, handelt es sich hierbei um einen intalienischen Film. Das ist schonmal etwas Positives, weil es keine amerikanische Produktion ist und sich somit auch ganz anders anfühlt. Es mag sich komisch anhören, aber europäische Filme fühlen sich von der Story, dem Schauspiel und der Atmosphäre ganz anders an. So gibt es in "Ich habe keine Angst" auch keine überzogenen Momente, kaum unnötige Szenen und das Tempo hält sich auch in Grenzen. Wichtig ist hier auch die Umgebung. Wie schon erwähnt bewegen wir uns in den weiten Feldern Süditaliens. Hier sind vorallem Bauern ansässig und die Lebensverhältnisse sind einfach und trotzdem gesittet. Auch Michele und seine Schwester Maria stammen aus einfachen Verhältnissen, ihre Mutter ist Hausfrau und was ihr Vater genau macht, erfährt man nicht. Während der Handlung des Films, scheinen die Kinder Ferien zu haben, weil es keine einzigen Szenen in der Schule gibt. So kommen die Kinder, getrieben von Langeweile in den heißen Sommertagen auch zu dem verlassenen Haus, wo Michele seine Entdeckung macht. Hier muss man vorallem das Schauspiel der Kinder loben, die wirklich brilliant ist. Natürlich steht hier Michele immer im Vordergrund und man nimmt ihn wirklich ab, dass er mit der gesamten Situation des gefundenen Kinder nicht richtug umzugehen weiß. Trotzdem wirkt er über die Hälfte des Films weitestgehend gelassen. Der Film zeichnet sich somit nicht direkt durch seine Dramatik aus, was man bei dem Plot eigentlich vermuten würde. Selbst in brenzligen Situationen stockt einem nie der Atem. Ob man das nun als negativen Kritikpunkt sehen möchte, sei dahingestellt. Es geht hier nunmal um Kinder und da sollten sich die dramatisch-gefährlichen Szenen  auch gerne in Grenzen halten. Trotzdem geht der Film in seiner Handlung immer kontinuirlich voran und baut merklich Spannung zum Ende hin auf. Das Jugend-Drama hat über weite Strecken die Kraft, seine Zuschauer mitzureißen und emotional zu fesseln. Es beginnt wie ein abenteuerlicher Kinderfilm, wandelt sich zum Krimi und endet unvermutet fast als actionlastiger Thriller
Man erlebt die gesamte Geschichte aus der Perspektive eines Kindes, man entdeckt was Michele entdeckt, erfährt das was er erfährt und lernt das was er lernt. Somit richtig sich der Film von Ablauf her eher an ein jüngeres Publikum, so düster wie sich die Story auch entwickelt. Für ältere Zuschauer ergibt sich etwas, was sich dem Hauptdarsteller oft nicht erschließt und das ist der Subtext. Man fragt sich schon gerne mal, warum der Sohn nicht einfach zur Polizei geht, als er ein Kind verwahrlost und angekettet in einem Erdloch findet. Auch das er es vor seinen Eltern geheim hält ist nicht wirklich verständlich. Er kann sich sichtlich auch keinen erklärbaren Reim darauf machen, wieso man einen Jungen in einem Loch wohnen lässt, oder wieso der Junge das überhaupt macht. Man merkt das man hier ein einfach Kind vor sich hat, obwohl Michele eigentlich schon neun Jahre alt ist und eigentlich solche logischen Schlüsse ziehen können sollte. Vielleicht liegt es aber auch an der Erziehung seiner Eltern, man erfährt es auch nicht wirklich.
Fazit.
"Ich habe keine Angst" ist ein erstklassiges Drama aus der Sicht eines Kindes, das seines Gleichen sucht. Die Charaktere sind alle sehr gut gestalltet und sich vorallem alle sehr unverbraucht, weil sie uns gänzlich unbekannt sind. So assoziiert man keine Rollen der Schauspieler aus anderen Filmen. Ein weiterer Pluspunkt ist hier die Kulisse Süditaliens, die sehr authentisch ist und dazu noch fesselnd im Rahmen der Handlung. Wer Lust auf ein "leichtes" Drama hat ohne viel Action, aber dafür mit mehr Raum für Spannung und Interpretation, der darf hier gerne mal zugreifen.



Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Ich_habe_keine_Angst
Bilder: http://www.cinema.de/film/ich-habe-keine-angst,1294736,ApplicationGallery.html
            http://www.events.at/static/binaries/pics/2011-02/14/
            http://www.tvbutler.at/tv-programm/sendung/?bcast_id=9530416
            http://www.movie-infos.net/news_detail.php?newsid=30711

Kommentare:

  1. Einer meiner Lieblingsfilme. Eine solche intelligente Inszenierung aus der Sicht eines Kindes, habe ich zuletzt bei "Stand by Me" oder "Let The Right One In" gesehen. Schönes Review und ein guter Filmgeschmack. "The Spirit of the Beehive" könnte dir ebenfalls gefallen: http://leon-filmrezensionen.blogspot.com/search/label/The%20Spirit%20Of%20The%20Beehive

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    1. Okay ich behalt den Film mal im Hinterkopf. Danke für den Tipp :)

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  2. Normalerweise mag ich keine Filme, in denen Kinder die Hauptfiguren sind. Zu schnell werden sie zu alleskönnenden Klugscheißern, die für mich einfach nicht mehr realistisch sind. Aber dieser Film hört sich interessant an. Schon allein, weil ich nun selbst gerne wissen will, wieso dieses Kind in dem Loch ist!

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    1. Alleskönnende Klugscheißer? In welchen Filmen ist denn das so? "Die Goonnies"...nee.

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    2. Ist natürlich übertrieben. ;-) Aber es gibt Filme, wo mir Kinder durch ihre Art auf den Keks gehen. Zum Beispiel "Reel Steel", wovon ich nur einen Teil sehen konnte. Und ich mag auch den jungen Anakin Skywalker nicht. xD

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    3. Och mich regen Kinder in Actionfilmen auch immer auf. In 2012...gaaaanz fiese Sache.

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