06.05.12

Film•Peteback: Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse



Boah, tut euch auch alles so weh wie mir? Vermutlich nicht, ist auch nicht wünschenswert. Dafür gibts an diesem Sonntag auch leichte Kost für die Filmsammlung. Biddeschön! :)

Heute erleben wir eine Geschichte von
Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse 

"Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" ist eine Romanverfilmung der ersten drei Bücher der gleichnamigen Reihe aus dem Jahr 2004. Regie führte Brad Silberling.

Trailer


Fakten
Originaltitel: Lemony Snicket's - A Series Of Unfortunate Events
Deutscher Titel: Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2004
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: Brad Silberling
Drehbuch: Robert Gordon
Produktion: u.a. Walter F. Parks
Musik: Thomas Newman

Die Baudelaire Kinder Violet (Emily Browning), Klaus (Liam Aiken) und Sunny (Kara und Shelby Hoffman) haben ein hartes Schicksal: Ihre Eltern sterben bei einem Brand des antiken Familienanwesens und die Vormundschaft geht an den erfolglosen und kautzigen Schauspieler Graf Olaf (Jim Carrey), den die Kinder noch nie zuvor gesehen haben. Er hat nur Eines im Sinn, er will die Kinder so schnell wie möglich beseitigen, um an ihr riesiges Erbvermögen zu gelangen. Dabei muss das natürlich wie ein Unfall aussehen. Nach dem ersten Mordversuch können die Baudelaires fliehen und bei ihrer Tante Josephine (Meryl Streep) unterkommen. Doch Graf Olaf ist sehr einfallsreich und schleicht sich immer wieder in den aberwitzigsten Verkleidungen an die Kinder heran, um sein Ziel endlich zu erreichen. via.

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Zu dem Film muss ich sagen, dass mich der Trailer damals im Kino schon nach den ersten fünf Sekunden am Haken. Ich steh einfach auf gute Erzählstimmen in Trailern. Ihr nicht?

Was einem gleich zu Anfang klar sein sollte ist, dass man hier eine wirklich einfallsreiche, irgendwie magische und dann doch bitter böse und düstere Geschichte hat. Dabei richtet sich der Film doch vorallem dan das jüngere Publikum, wo es eigentlich nicht zum guten Ton gehört, Kinder von einem Mordversuch in den nächsten zu schicken. Man könnte da wirklich meinen das Tim Burton diesen Film gedreht haben könnte, denn man kann doch eine Handschrift von ihm erkennen. Naja...dann hätte in den Film aber noch Johnny Depp mitspielen müssen. Brad Silberling hier einen guten Kniff gefunden auch ältere Zuschauer mit an Bord zu holen. Das Düstere, das Böse, das Makabere und das was zwischen den Zeilen geschied, sowas bleibt den jüngeren verborgen und es bleibt das übrig was für sie wichtig ist. So war es schon bei "König der Löwen". Sowas wird dann als "Film für die ganze Familie" betitelt, was nichts anderes bedeutet als den kunstvollen Kniff, das alle den gleichen Film sehen, aber doch jeder seinen eigenen sieht. Kommen wir aber zurück zum eigentlichen Film.

Wie oben in der Kurzbeschreibung schon erwähnt, haben wir hier drei Bücher in einem Film. Da muss man kein filmtechnisches Genie sein, um sich aufzumalen, dass da verdammt viel von der eigentlich Story untergeht. Ich kenne die Buchvorlagen nun nicht, aber dennoch merkt man das man hier eigentlich drei Kurzgeschichten vor sich hat. Das stört im Allgemeinen nicht viel, wenn sie gut miteinander verwoben sind. Hier ist das allerdings weniger der Fall. Brad Silberling hat die Übergänge zwischen den Geschichten nicht so fließend hinbekommen, wie man es sich wünschen würde. Da endet dann die eine Storyline sehr abrupt, während die andere schon etwas zu lange braucht. Wenn man aber mal darüber hinwegsieht, dann hat man eine wirklich schöne, böse Geschichte mit wirklich fantastischen Hauptdarstellern. Wer denkt das man hier ein 100 Minuten Jim Carry Spaßfeuerwerk bekommt, der wird enttäuscht. Herr Carry übernimmt in diesem Film mal eine Nebenrolle, was ihm auf weite Sicht gar nicht so gut tut. Er spielt den kautzigen, verschrobenen Grafen Olaf wirklich hingebungsvoll und mit der richtigen überwürzten Note "Jim Carry". Jim Carry bleibt halt Jim Carry. So merkt man auch, das er auf weite Strecken nicht ganz so böse sein kann, wie er tun sollte. Er ist halt eher der Spaßvogel. Dennoch passen seine Grimassen sehr gut zu den Charakterzügen des Grafen. Auch seine Verkleidungsversuche seiner Seits um sich unerkennt in die Nähe der Kinder zu begeben sind sehenswert und vom typischen Carry'schen Schauspieltalent geprägt. Klar im Vordergrund stehen hier natürlich die drie Kinder, wo eines besser spielt als das andere. Höhepunkt ist dabei vermutlich die kleine Sunny, die von zwei Zwillingen gespielt wird und obwohl sie nicht spricht sondern nur beißt, sehr viel Authentizität austrahlt. Meryl Streep ist wie immer fantastisch, hier in ihrer Rolle als pedantische, zwanggesteuerte Frau, die sehr viel wert auf Rechtschreibung legt. Zu erwähnen wäre da noch Billy Connolly in der Rolle von Onkel Monty, bei dem ich bis zu dieser Review dachte, dass er von John Cleese gespielt wird. Die beiden sind sich in den Film so zum Verwechseln ähnlich...

Wie schon gesagt ist die Geschichte von Storytelling her eher besseres Mittelmaß, denn die Story, so wie sie für den Film geschrieben wurde, kann nicht ganz über die gesamte Länge des Films unterhalten. Man hätte doch besser zwei Filme draus gemacht und die Story richtig zu würdigen. Dabei kommt er vermutlich aber auch auf den Zuschauer an und wie er sich mit der Geschichte auseinander setzt. Vermutlich gibt es genau so viele, die schon nach der ersten "Geschichte" kein Interesse mehr haben. Für die die bis zum Ende durchhalten, gibt es dabfür aber ein interessantes Ende, das vorallem für Interpretationen offen bleibt. Belohnt wird man als Zuschauer aber mir einem sehr eigenwilligen Setting und vielen tollen Kulissen. Schon die Welt an sich wirft viele Fragen auf. Sie ist so vertraut und doch fern von jeder Realität, man fühlt sich fast in die Zaubererwelt aus den Harry Potter Romanen versetzt. Alles wirkt sehr vertraut und normal und hat doch den gewissen Charme von etwas Andersartigen und etwas Magischem.
Fazit.
"Lemony Snicket - Rätselhafte Ereignisse" ist ein Film für Freunde von skurrilen Kulissen einer etwas düsten, aber doch fantsievollen Geschichte. Überzogenen Humor wird man hier vermissen, dafür punktet Jim Carry mal in der Rolle des Bösewichts, kann aber doch seine gewohnten Späße im Rahmen der Figur durchziehen. Für alle Liebhaber von Tim Burton Filmen kann ich eine Empfehlung ausprechen und wer den Trailer schon sehr ansprechend fand, darf hier gerne mal zugreifen.



Bis dahin - Tschödeldö





 Fakten: http://www.filmstarts.de/kritiken/37703-Lemony-Snicket-R%C3%A4tselhafte-Ereignisse.html
            http://de.wikipedia.org/wiki/Lemony_Snicket_%E2%80%93_R%C3%A4tselhafte_Ereignisse
Bilder: http://painfroi.blogspot.de/2012/02/lemony-snickets-series-of-unfortunate.html
            http://www.monstersandcritics.de/artikel/200808/article_62649.php/Bunt-blutig-bl%C3%B6d
            http://www.cineclub.de/filmarchiv/2005/lemony-snicket.html
            http://filme-der-woche.blogspot.de/2010_12_01_archive.html

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