24.06.12

Film•Peteback: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit


Draußen geht gerade die Welt unter vor Regen und Sturm. Wenigsten kann ich hier in meiner Arche sitzen und die Sonntags-Review schreiben. :)

Heute erleben wir nackte Tatsachen mit

Larry Flynt - Die nackte Wahrheit

"Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" ist eine US-amerikanische Komödie/Satire aus dem Jahr 1996 von Regiesseur Milos Forman. Der Film beschreibt den Aufstieg und die Karriere von Larry Flynt, dem Gründer des "Hustler Magazins".


 Fakten
 Originaltitel: The People vs. Larry Flynt
Deutscher Titel: Larry Flynt - Die nackte Wahrheit
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1996
Länge: ca. 130 Minuten
Regie: Milos Forman
Drehbuch: u.a. Scott Alexnader
Produktion. u.a. Oliver Stone
Musik: Thomas Newman


Anfang der 70'er Jahre, Cincinatti, Ohio. Der Nachtclub von Larry Flynt (Woody Harrelson) geht mehr schlecht als recht. Um den Umsatz anzukurbeln, beschließt er, ein Heft herauszubringen, in dem er mit "nackten Tatsachen" Werbung für sein Lokal macht. Anfangs ist die Resonanz auf den "Hustler" recht gut, und er beschliesst, das Heft in einer großen Auflage landesweit herauszubringen. Die erste Ausgabe ist ein Flop, aber die zweite, in der Flynt Nacktfotos von Jackie O. veröffentlicht, macht ihn zu einem reichen Mann. Das Magazin macht ihn zu einem Multimillionär und er macht einen Verlag auf und verbreitet seine Palette an Magazinen noch etwas. Der Erfolg seiner Zeitschrift macht ihm jedoch nicht nur Freunde: im prüden Amerika der 70'er wird er angeklagt und zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Dieser Vorfall macht ihm zum - anfangs einsamen - Kämpfer für die Pressefreiheit und der Meinungsfreiheit allgemein in den USA.         via.


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Wie man schon erkennen kann, ist Larry Flynts Lebensweg genau so interessant, wie zwielichtig und dazu so triumphal und dramatisch. Vom Clubbesitzer zum Millionär. Milo Forman hat die Lebensgeschichte des amerikanischen Buhmanns, der eigentlich aus Kentucky stammt wirklich sehenswert in Szene gesetzt und konnte damit auch Oscar-Nomminierungen rausschlagen.

Der Films wirkt auf den ersten Blick natürlich wie eine Glorifizierung der Person von Larry Flynt, doch Forman hat es verstanden den Film nicht zu schlüpfrig und rasant ablaufen zu lassen. Die Entwicklung der Geschichte ist dabei oft angenehm trocken gehalten und kann für die Charaktere starke Sympathie aufbauen. Dazu wird auch genug Verständnis für den Protagonisten und seine Beweggründe erzaugt. Es ist allerdings doch immer eine gründliche Distanzierung vom Gezeigten zu spüren, damit der Film nicht allzu sehr Stellung bezieht. Trotz dramatischer Ereignisse vor Gericht und im Gefägnis, verliert Larry nie seinen zynischen Witz.

Es sind natürlich gerade die Charaktere und die Schauspieler, die diese Biografie zu einem sehenswerten Film machen. Alles voran Woody Harrelson in der Rolle von Larry Flynt hat sichtlich Spaß mit seiner Rolle und kann als prolliger, nölender Südstaatenraufbold mit Südstaatenslang eine gute Figur machen. Er schafft es aber irgendwie die Zuschauer in zwei Lager zu spalten, denn er weckt nicht bei jedem Sympathie. Da gerade ein Widerling, der sich selber gerne als Perversen bezeichnet, für die Rede- und Pressefreiheit einsteht, ist an sich schon reine Satire und der ironischte Punkt in der Geschichte. An seiner Seite, in der Rolle seiner Ehefrau Althea steht Courtney Love, die anscheinend die perfekte Rolle für sich gefunden hat. Denn ihr Leben mit Kurt Cobaine war wohl nicht weniger von Exzessen beprägt, als die Rolle der jungen, exzessiven und freizügigen Althea. Dennoch sticht gerade die besonders aus dem Cast hervor und bietet ein sehr ausschweifenden Blick auf ihr Selbstzerstörerisches Verhalten mit Drogen und Alkohl. Gerade in der entscheidenden Endphase des Films gewinnt ihr Charakter noch mehr an Bedeutung.
Zu erwähnen, nach dem Traumpaar Harrelson und Love, wäre da noch Flynts Anwalt Alan Issacman, gespielt von Edward Norten, den ich persönlich sehr verehre. Sein Charakter ist einer der wichtigsten des ganzen Films, denn er ist es, der Flynt jedes Mal nach Kräften aus der Scheiße zieht, die er sich immer wieder einbrockt. Er baut dabei eine Freundschaft zu dem Verleger auf, die auch durch die vielen Gerichtsprozesse auf eine harte Probe gestellt wird. Man kann aber auch nicht sagen, dass Flynt seinem Anwalt irgendwie entgegen kommt.

Wo die erste Hälfte des Films noch nach einem klassischen Aufbau einer Erfolgsgeschichte aussieht und man Larry Flynt kennen und mögen bzw. hassen lernt, bekommt der Film im zweiten Teil einen eher düsten Touch. Mit einfachen Mitteln wird Spannung und Empahtie erzeugt, wobei Forman's Charakterisierung von Larry Flynt stehts unsentimental daherkommt. Der Film nimmt sich die Zeit die er braucht, kommt in Punkto Story aber immer weiter voran. Selbst die Abschnitte in denen Flynts wachsende Abhängigkeit von Schmerzmitteln dargestellt wird, wird zwar das Elend spürbar dargestellt, aber nie so, dass es unangenehm wird. Hier wird eindrucksvoll gezeigt, das Flynt immernoch ein Mensch mit Problemen ist, die durch den großen Reichtum nurnoch größer werden. Dabei sind die Gerichtsszenen, die Larry Flynt durch seinen Zynismus immer auffrischt, eine gern gesehene Abwechslung, in denen vorallem Edward Norten glänzen darf.


Fazit.
"Larry Flynt - Die nackte Wahrheit" ist eine gelungene Biografie des Hustler-Schöpfers, die auf der ganzen länge unterhalten kann. Woody Harrelson und Courtney Love können als exzessives Paar glänzen, wären Edward Norten im Gerichtssaal seinen Trumph auspielen darf. Wer auch genau aufpasst, kann auch den echten Larry Flynt in einem Cameo-Auftritt erkennen. Sehr gut! :)
Wer den Film wirklich mit seinem gesamten Humor genießen will, sollte sich den Film in der Originalsprache anschauen. Wem das Thema zu schlüpfrig und Frauenverachtend erscheint, sollte bedenken, dass man ein Buch auch nicht nach seinem Einband beurteilen sollte. Hinter diesem Film steckt einiges mehr.





Bis dahin - Tschödeldö







 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Larry_Flynt_%E2%80%93_Die_nackte_Wahrheit
             http://www.artechock.de/film/text/kritik/n/nawahr.htm
Bilder:  http://www.waydoo.de/item/10/de/1630
             http://suckerpunchcinema.com/main/2011/01/the-people-vs-larry-flynt-politicking-porno/
             http://www.cineplex.com/News/3-Notable-Woody-Harrelson-Movies.aspx

             http://www.thefancarpet.com/ActorGalleryPicture.aspx?mga_id=121278&a_id=2329

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