15.07.12

Film•Peteback: The Amazing Spider-Man


Seit langer, langer Zeit gibt es diesen Sonntag mal wieder etwas aus dem aktuellen Kinoprogramm.


Heute schwingen wir uns durch New York mit;
The Amazing Spider-Man


"The Amazing Spider-Man" ist eine US-amerikanische Comicverfilmung von Regiesseur Marc Webb, aus dem Jahr 2012. Der Film gilt als Reboot des Spider-Man-Franchises nach der Filmtrilogie von Sam Raimi.


Trailer


Fakten
Originaltitel: The Amazing Spider-Man
Deutscher Titel: The Amazing Spider-Man
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 136 Minuten
Regie: Marc Webb
Drehbuch: u.a. James Vanderbilt
Produktion: u.a. Avi Arad, Laua Ziskin
Musik: James Horner



Peter Parker (Andrew Garfield) ist Highschool Schüler, ein junges Genie was Naturwissenschaften angeht und dazu ein begnadeter Skater. Doch beliebt ist er leider nicht. So muss er sich in der Schule mit den typischen Raufbolden herumschlagen. Trotzdem hat er ein Auge auf die bildhübsche und kluge Gwen Stacy (Emma Stone) geworfen, die Tochter des Polizeichefs George Stacy (Denis Leary). Wenn er nicht gerade der Hobbyfotographie nachgeht, ist er zu Hause bei seiner Tante May (Sally Field) und seinem Onkel Ben (Martin Sheen), denn als Peter noch ein kleiner Junge war, wurde er von seinen Eltern verlassen, welche später bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kamen. Seine Tante und sein Onkel haben ihn bei sich aufgenommen und übernahmen seine Erziehung, wobei ihn vorallem sein Onkel sehr geprägt hat. Trotzdem gehen ihm seine Eltern nicht aus dem Kopf und vorallem nicht sein Vater, dem er ja so ähnlich sein soll. Durch den Fund der alten Aktentasche seines Vaters, kommt Peter auf die Forschungsfirma "Oscorp", wo Dr. Curt Conners (Rhys Ifans), ein früherer Kollege seines Vaters immernoch arbeitet und forscht. Dr. Conners forscht derzeit auf dem Gebiet der artenübergreifenden Gentik. Während Peter auf eigener Faust in den Labors nach Hinweisen auf seinen Vater sucht, wird er von einer genetisch veränderten Spinne gebissen. Dieser Biss führt dazu, dass sich Peter selbst genetisch verändert und nun die Fähigkeiten einer Spinne entwickelt. Im weiteren Verlauf hilft er Dr. Conners bei seiner Forschung, gerät aber immer weiter in Konflikt mit sich selbst, was vorallem sein Onkel und seine Tante zu spüren bekommen. Durch eine tragische Verkettung von Ereignissen, entwickelt Peter dann ein Alter-Ego, welches er "Spider-Man" nennt.



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Ich darf hier von vornherein klarstellen, dass ich mehr als voreingenommen von dem Film war. Ich bin ein großer Fan der Spider-Man Filme von Sam Raimi und konnte nicht wirklich nachvollziehen, warum dieses Franchise nun einen Reboot erfahren musste. Gleichermaßen verwirrt war ich, als bekannt geben wurde, dass gerade  Marc Webb für die Regie eingesetzt werden sollte. "500 Days of Summer" war ein wirklich netter Film und viele Musikvideos von ihm gehören zu meinen Lieblingen, aber ich konnte mir da keinerlei Kompetenzen ausmalen, wie er einen Spider-Man ordentlich verfilmen sollte.

Was man von dem Film als erstes sagen muss, dass er sich hingegen zu den Teilen mit Tobey Maguire anders anfühlt. Das mag zu aller erst an dem neuen Spidey Andrew Garfield liegen. Man muss ihm eingestehen, dass er es versteht einen Außenseiter ohne den Drang im Mittelpunkt zu stehen zu spielen, schon seit seinem Filmdebüt "Boy A". Trotzdem schafft er es dem Zuschauer von Anfang an zu gefallen und das liegt vorallem an seinem Auftreten und seinem guten Charakter, von dem man erst später im Film, eine ganz andere Seite kennenlernen darf. Vorallem in den Szenen wo es zu der romantischen-annährenden Konfrontation mit seiner Spielpartnerin Emma Stone kommt, ist der junge Newcomer echt zum knuddeln, so lässig und aufgesezt wie es wirkt. Wenn man 16 und weiblich ist! Mal ehrlich, ihr wisst ich bin ein Romantikmuffel, was Filme angeht, aber die Darbietung von Peter Parker und Gwen Stacy ist sowas von aufgesetzt und und teenyhaft und leider furchtbar lieblos und berechnend. Wir kennen sicher alle den Kuss zwischen Tobey Maguire und Kisten Dunst, als er als Spider-Man kopfüber hängt. Diese eine, kurze Szene hat mehr Romantik, Leidenschaft und cineatisches Verständnis, als all der Krams der einem in "The Amazing Spider-Man" geboten wird. Zur Verteidigung  muss man es der Thematik zu Gute halten, dass es sich bei den beiden Charakteren, Parker und Stacy, um Highschool Teenager handelt. Das rettet die ganze Sache aber nicht wirklich. Emma Stone spielt die Rolle von Gwen wirklich gut und nicht wie das typische Blondie, wie man es erwarten würde. Sie ist hübsch, klug und smart, aber es fehlt bei ihr irgendwie der letzte Feinschliff.

Doch da frag sich der geneigte Leser sicher, "Wie viel Spider-Man steckt in "The Amazing Spider-Man" und ist er wirklich amazing?". Die Antworten sind, "Ja zum Teil" und "Nicht zu ganz". Webb hat sich hier natürlich am Spinnebiss orientiert, der Peter Parker seiner Fähigkeiten verlieh. Doch wie er diese Fähigkeiten entdeckt ist irgendwie schon sehr seltsam und wirkt irgendwie deplatziert und lächerlich. Auch das die Spinnenfäden nicht mehr aus dem Körper selbst kommen, sondern von einer Maschine erzeugt werden, ist ungewohnt, aber nicht direkt störend. Es bringt vorallem Peters technische Fähigkeiten zum Vorschein. Trotz allem vermisse ich ein gewisses Spider-Man-Gefühl, dass er zunächst Spaß an seinen Kräften hat und diese zu entdecken. Sowas habe ich in dem Film irgendwie vermisst.

Ein wichtiger Punkt sind außerdem Peters Onkel und Tante. Sowohl sein Onkel Ben, der von Martin Sheen verkörpert wird, als auch Tante May, gespielt von Sally Field, spielen zwar solide, aber nicht direkt überzeugend. Es mag an den veränderten Charakteren im "Amazing-Universum" liegen, aber Onkel Ben ist mehr herrschend als weise, und Tante May nicht die taffe, ältere Dame, vor der sogar ihr Superheldenneffe kuscht. Es ist wohl kein Spoiler, wenn ich den Tod von Peters Onkel erwähne, der nunmal ausschlaggebend für seine Verwandlung zu Spider-Man ist. Auch hier stirbt Ben durch einen Pistolenschuss, aber die Szenerie ist so furchtbar platt dargestellt und vorallem in keinster Weise nachvollziehbar. So sieht der Tod seines Onkels nicht nach einem forciertem Verbrechen aus, sondern nach einer fahrlässigen Tötung und das hat leider nicht den selben Stellenwert, was Dramatik angeht. Außerdem scheint Peter im "Amazing-Universum" ziemlich gut damit umgehen zu können, das seine einzige Vaterfigur nicht mehr da ist.

Spider-Mans Gegenspieler ist in diesem Film Lizard, sprich Dr. Connors der zu einer gewaltigen Echse mutiert, nachdem er sich selbst genmanipuliert hat. Rhys Ifans spielt den mysteriös wirkenden Doktor wirklich klasse, bekommt allerdings als Lizard zu wenig Leinwandzeit und das ist bei über zwei Stunden Laufzeit schon echt eine reife Leistung. Es fehlt der wirkliche Konflikt zwischen dem Helden und dem "Bösen".

Von der technischen Seite gibt es allerdings nicht viel zu meckern. Die Squenzen in denen Peter als Spinnenmann durch New York streift sind ganz nett in szene gesetzt und technisch einwandfrei. Der 3D-Effekt mit dem der Film offensiv wirbt, ist bestenfalls "Okay", aber nicht direkt sehenswert. Eigentlich sehr schade, weil das die Squenzen in denen Spider-Man sich durch die Häuserschluchten schwingt eindrucksvoller gemacht hätten. Was das Schwingen angeht, bewegt sich der Film auf einer eher realitätsnahen Ebene, was leider nicht ganz so amazing ist.


Fazit.
"The Amzing Spider-Man" ist leider gar nicht so amazing geworden, wie ich es mir gerne erhofft hätte. Ich war nicht wirklich enttäuscht, aber doch schon recht ernüchtert. Vorallem, weil ich mir den Film im Doppelpack mit "The Avengers" angesehen habe. Wer die bisherige Spider-Man-Trilogie von Ramie gesehen hat und diese zu schätzen weiß, der wird mit der Neuauflage des Franchises nicht sehr viel Freude haben. Wer allerdings noch nie Spider-Man gesehen hat, für den könnte der Film wirklich ein solides Werk sein, mit netten Hauptdarstellern und einer sich etwas ziehenden Story. Ich bleibe doch lieber bei Tobey Maquire als Spidey. Allerdings bin ich schon gespannt, wie wohl der nächste Teil von "The Amazing Spider-Man" aussehen wird.





Bis dahin - Tschödeldö






 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Amazing_Spider-Man_%282012%29
             http://www.kino.de/kinofilm/the-amazing-spider-man/111246
Bilder:  http://outnow.ch/Movies/2012/Spider-Man4/Bilder/movie.fs/14
             http://www.spidermancrawlspace.com/wordpress/2012/07/05/did-the-amazing-spider-man-movie-suck/
             http://collider.com/marc-webb-spider-man-interview/177808/

Kommentare:

  1. Mir hat mal jemand gesagt, dass der neue Spiderman-Film wie für die "Generation Twilight" gemacht ist. Ehrlich gesagt hat mich das ziemlich abgeschreckt. Und auch nach deinem Fazit bleibe ich wohl dabei, dass ich mir den Film wohl nicht im Kino ansehen werde.

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    1. Dergleicher habe ich auch in einigen anderen Reviews gelesen, aber der Film scheint allgemein sehr stark zu polarisieren. Das kann ich allerdings gut nachvollziehen. Der Film fühlt sich auch in keiner Weise irgendwie "Erwachsen" an. Es ist wie ein kleines Teenydrama, mit einem schnuckeligen Hauptdarsteller und einem hübschen Mädchen, wo nabenbei gesagt wird, "Achja, er ist übrigens Spider-Man..."

      Dazu ein nettes Zitat aus der Review von fuenf-filmfreunde.de:

      "[...] Und Gerüchten zufolge waren die wichtigsten Gründe für den Reboot auch sowieso keine künstlerischen, sondern pragmatische: Raimi wollte zuviel Geld für Teil 4 und die Produzenten hatten durch Twilight erkannte, dass man mit einem noch stärkeren Fokus auf RomCom-Elemente zugleich Geld sparen und kleine Mädels ins Kino locken kann. Klar: Szenen in denen Leute herumstehen und reden sind billiger als aufwendige Effekte – von denen der neue Film gemessen an anderen Spektakelfilmen der letzten Monate ziemlich wenig zu bieten hat. [...]"

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