01.07.12

Film•Peteback: Drive


Willkommen zum Sonntag!

Heute lassen wir die Reifen qualmen mit;
Drive


"Drive" ist ein US-amerikanischer Thriller von Regiesseur Nicolas Winding Refn, aus dem Jahr 2011. Es ist eine Verfilmung des gleichnamigen Romans von James Sallis und stellt außerdem das Hollywood-Regiedebüt von Refn da.


Trailer


Fakten
Originaltitel: Drive
Deutscher Titel: Drive
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: Nicolas Winding Refn
Drehbuch: Hossein Amini, James Sallis (Romanvorlage)
Produktion: u.a. John Palermo, Marc Platt
Musik: Cliff Martinez


Hollywoodgrößen kommen in gefährlichen Situationen beim Dreh ohne ihre Stuntleute nicht mehr aus. So hat auch der Protagonist, der nur Driver (Ryan Gosling) genannt wird, seine bestimmt beim Film gefunden. Am Tage ist er ein Stuntfahrer für Hollywood Produktionen. Da ihn dieser Job allerdings nicht voll auslastet, arbeitet der zurückhaltende, chronische Einzelgänger in anderen Milieus. Als Fahrer von Fluchtfahrzeugen für Raubzüge und Einbrüche. Eine bestimmte Zeit, einene bestimmten Ort. Wenn in der Zeitvorgabe niemand erschienen ist, ist er weg. Er trägt keine Waffe und mischt sich nicht in die Angelegenheiten seiner Kunden ein. Absichern tut der Fahrer sich, indem er den Polizeifunk abhört und somit seine Routen planen kann. Seine "heile" Welt wird allerdings ziemlich auf den Kopf gestellt, als er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) näher kennenlernt und sich ihn sie verliebt. Während sein Boss und Kumpel Shannon (Bryan Cranston) versucht ein Stockcar Team aufzubauen, mit doubiosen Mitteln. Kurze Zeit später wird Irene genauso doubioser Eheman Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefangnis entlassen und hat noch einige Rechnungen offen. Nun tut Driver etwas, was er noch nie getan hat. Er bricht mit seinem Grundsatz und mischt sich in die Angelegenheiten von Anderen ein...


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Als ich den Trailer vor einigen Monaten gesehen habe, habe ich mir als erstes gedacht - "Das kennst du doch irgendwie?". Und ja. Auf den ersten Blick hat man hier ein knallhartes Mashup von "Transporter" und "Fast & Furious" vor Augen. Das weckt natürlich eine extreme Vorfreude auf action-geladene Raserei, qualmende Reifen und röhrende Motoren. Doch man bekommt bei "Drive" irgendwie doch was ganz anderes.

Über den Regiesseur Nicolas Winding Refn kann ich selber nich viel sagen, da ich nie ein Film von ihm gesehen habe und mir somit keine Meinung über seine anderen Regiearbeiten erlauben kann. Dennoch ist "Drive" Refns Start in die Hollywood Welt und kommt mit einer schon recht eigensinnigen Mischung aus verschiedenen Stilen daher. 

Klar haben wir durch den Job von Driver eine klare Action-Komponente, gepaart mit dem Anteil an Romanze, zusammen mit dem Mafiamilieu in das Driver hineinrutscht und zur Abrundung den leichten Art-House-Stils des Storytelling. Dabei macht "Driver" allerdings keine halben Sachen und legt gleich zu Anfang richtig los. Was "Driver" nun sein möchte, weiß der Film anscheinend aber selber nicht genau. Der Film schafft es allerdings den Zuschauer durch ein Wechselbad der Emotionen und Eindrücke schwimmen zu lassen. Da hat man die Actionsequenzen des Fahrens, wenn Driver nachts seinem Zweitjob nachgeht. Diese sind rasant, schnell geschnitten und mit der perfekten Musik unterlegt und können mit einigen Zeitlupeneindrücken zum Staunen anregen. Hingegen folgen auf solche Sequenzen gemächliche Sequenzen der Ruhe, die die Handlung nur bedingt oder gar nicht vorran bringen und die Geschwindigkeit der vorherigen Szenen auf null reduzieren und dann noch Keile unter die Reifen klemmt, damit sich ja nichts bewegt. Dementsprechend schwer kommt die Handlung nach solchen Einlagen auch wieder in Fahrt. Die Teile des Films, wo sich die Romanze zwischen Driver und Irene entwickelt, sind wirklich klasse in Szene gesetzt und gehen wirklich unter die Haut. Und wenn ein Romance-Muffel wie ich das schon sagt, dann kann das schon was heißen. Leider sind diese ganzen vielversprechenden Elemente etwas zu lose zusammengemixed worden, was beim Zuschauer etwas schwer im Magen liegen wird. Etwas mehr Storykonsistenz, hätte da wirklich nicht schaden können.

Kommen wir mal flink zum interessanten Cast des Films. Allen voran natürlich Ryan Gosling, der den wortkargen, leicht melancholisch wirkenden "Lone Wolf" Driver gibt. Er hat die Charakterzüge von Driver wirklich konsequent verinnerlicht und fällt zu keinem Zeitpunkt aus der Rolle. Man merkt, dass man hier einen Charakter vor sich hat, den man sehr schlecht einschätzen kann und Gosling kann hier mit reinen Blicken aus dem Augenwinkel den Zuschauer an seiner Einschätzung zweifeln lassen. Doch irgendwie blieb bei mir das Gefühl zurück, dass man ein wenig mehr aus Gosling hätte rauskitzeln können, da er für mich leider noch in keinem Film richtig überzeugen konnte. Er scheint sich aber mit jedem Film weiter zu entwickeln. An seiner Seite Cary Mulligan in der Rolle der Mutter Irene. Sie spielt solide und glaubhaft, wirkt aber über die gesamte Strecke des Films zu naiv und durchschaubar, was sie leicht stereotyp-weiblich erscheinen lässt. Bryan Cranston in der Rolle von Drivers Kumpel hat eine etwas zu austauschbare Nebenrolle abgegriffen, versucht aber das beste aus dem Charakter Shannon raus zu holen. Dabei hat er doch in "Breaking Bad" eindeutig gezeigt, dass er sich auch auf der kriminellen Seite wohl fühlt.


Fazit.
"Drive" ist eine B-Movie im leichten Art-House-Stil, der sich seinen Rang und Namen verdient hat. Kein wirklich gradliniger Actionfilm, sondern viel mehr ein Mashup verschiedener Genres, die hier etwas zu lose zusammengefügt wurden. Der Soundtrack ist leicht trancing, aber geht ins Ohr und passt perfekt zu den Stimmungen und kann hier und dort für einen kleinen Überraschungseffekt sorgen. Wer hier schnelles Popcornkino erwartet, wird enttäuscht, denn Refn gibt dem Film die Zeit die er will. Das der Film in Cannes überzeigen konnte, kann ich sehr gut nachvollziehen und ich erhoffe mir von Nicolas Winding Refn in nächster Zeit was Neues zu sehen.





Bis dahin - Tschödeldö






 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Drive_%282011%29
Bilder: http://www2.tboextra.com/mgmedia/image/0/354/144626/FXNEWSO3-gosling-oozes-cool-stoic-detachment-in-dr/
            http://movieskyline.blogspot.de/2012/04/drive-ganz-starkes-schauspielkino.html
            http://filmkinotrailer.com/film/drive/
            http://www.pro2koll.de/2012/02/07/film-drive/

Kommentare:

  1. Der Film interessiert mich nur wegen dem Hauptdarsteller :D

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    1. Och...das ist doch immerhin was. Muss man nicht so viel lesen, wenn man sich nur den Cast anschaut. :D

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