22.07.12

Film•Peteback: High Fidelity


Es ist Sonntag und wir legen auch gleich mal los mit der Sonntagsreview. Heute wieder weg vom aktuellen Kinoprogramm und hin zu einem meiner Lieblingsfilme. 


Heute zeig ich
High Fidelity

"High Fidelity" ist eine Komödie aus dem Jahr 2000 von Regiesseur Stephen Frears. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller Roman von Nick Hornby.

Trailer


Fakten
Originaltitle: High Fidelity
Deutscher Titel: High Fidelity
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2000
Länge: ca. 113 Minuten
Regie: Stephen Frears
Drehbuch: u.a. John Cusack, Nick Horny (Romanvorlage)
Produktion: Tim Bevan
Musik: Howard Shore


Protagonist des Films ist der Plattenladenbesitzer Rob Gordon (John Cusack), der dem Zuschauer gleich zu Anfang, brühwarm seine Top 5 der in die Brüche gegangenen Beziehungen darlegt.  So resümiert er auch ober sein gesamtes Leben und vorallem über sein Liebesleben. Auslöser für Offenheit von Rob ist die gerade erst in die Brüche gegangene Beziehung mit seiner Freundin Laura (Iben Hjejle). So wird einem vorallem Robs Alltag nah gebracht, den Rob schon seit längerem nicht mehr wirklich leiden kann, aber es auch nicht schafft etwas zu ändern. Im Plattenladen ist er dann geplagt von den ewigen Auseinandersetzungen seiner zwei Kollegen Dick (Todd Louiso) und Barry (Jack Black). Diese zwei Typen könnten unterschiedlicher nicht sein, nicht nur was den Charakter angeht, sondern auch in ihrer Auffassung von guter Musik. Das ist es auch, was diese drei Männer vereint, ihre fachidiotistische Auffassung hinsichtlich Muisk. Der Laden läuft auch nicht wirklich gut, was Rob zu seinem öden Leben, seinem gestörten Liebesleben, auch noch in eine finanzielle Misere bringt. Einziger Lichtblick in diesen düsteren Zeiten ist seine neue Bekanntschaft zu der Sängerin Marie de Salle (Lisa Bonet), wobei er aber immernoch an seiner Ex Laura hängt.


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Eine Romanverfilmung eines Nick Horny Romans? Da erwartet man schon einiges. Die Verfilmungen seiner Werke gehören für mich schon seit langem zu meinen Lieblingen. Ob "About a Boy" oder "Fever Pitch" und auch "A Long Way Down" auf dessen Verfilmung ich schon ewig warte. Und auch hier haben wir wieder eine ordentliche Umsetzung vor uns.

Schön zu sehen ist, dass man hier versucht hat, mit dem Drehbuch möglichst nah an der Vorlage zu bleiben. Aus dem Handlungsort im Buch, London, ist im Film Chicago geworden, aber so ist das halt in den amerikanischen Verfilmungen. Gleichmaßen gut ist die Wahl des Regiesseurs, denn Stephen Frears ("Mein wunderbarer Waschsalon" u. "Ein ganz normaler Held") versteht es, wie man in Filmen nicht nur die Handlung ansprechend zu präsentieren, sondern auch die Charaktere thematisiert, aber auch relativiert.

Da auch John Cusack seine Finger mit im Drehbuch hatte, konnte er seine Darstellung des Musikliebhabers Rob Gordon perfekt abstimmen. Er gehört zu meinen Lieblingsschauspielern und hier hat er, im Gegensatz zu einigen seiner neueren Produktionen, sich noch viel mehr mit den Charakter den er spielen soll auseinander gesetzt und das merkt man deutlich. Die Rolle scheint ihm wie auf dem Leib geschrieben und man nimmt ihm den verkappten Plattenladenbesitzer auch vollkommen ab. "High Fidelity" ist auch einer dieser Filme, der einen Großteil seiner Komik und seines Humors aus dem Charakteren bezieht, nicht direkt aus ihren Handlungen, sondern aus ihren Eigenarten. Dabei werden die Charaktere vorallem in ironischer Art und Weise beleuchtet und möglichst ungekünstelt dargestellt. Beispielhaft ist da natürlich Rob Gordens eigener Erzählstil, wie er aus seinem Leben berichtet und dabei immer wunderbar zynismusgeladen und leicht melancholisch wirkt. Er wirkt dabei ehrlich und gleichzeitig charmant und kann in treffender Art und Weise seine kaputten Beziehungen reflektieren. Der Film thematisiert die Unvollkommenheit des Hauptcharakters und des Menschen an sich, der auch immer wieder Fehler macht und sich am Ende fragt, wie es eigentlich verdammt nochmal dazu kommen konnte.


Wie Ernst Theodor Amadeus Hoffman einst sagte: "Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an". Da hier einer der Hauptschauplätze ein Plattenladen ist und unser Protagonist und seine Kumpel Musiknerds sind, darf passende Musik nicht fehlen. Zu jeder passenden Situation gibt es hier das passende Lied, oder sogar eine Top 5, welche Lieder passen würden. Dabei steht die Musik nicht direkt im Vordergrund. Die Musik schwingt einfach mit. Bester Ort dafür natürlich der Plattenladen, wo die Musik mit den drei Chaoten dir dort arbeiten in Symbiose steht. Robs Kollegen Dick und Barry tragen hier viel zum Humor des Films bei. Der eher extrovertierte, vorlaute, leicht cholerische Barry und der introverierte, schüchterne und zurückhaltende Dick sind zwei so gegensätzliche Charaktere, dass es da einfach zu humorvollen Reibereien kommen muss. Jack Black verkörpert hier den Charakter den er am besten kennt, einen Musikjunky. Alles kommentiert und dokumentiert von Rob selber, in seinen an den Zuschauer gerichteten Erklärungen.

Dreh- und Angelpunkt, also der Lade, ist auch der Punkt bei dem alles diskutiert wird. Die drei Männern reden über das Leben, das Lieben und das Leiden, dabei immer auch in Hinblick auf Musik, was auch sonst. Dabei immer leicht ironisch, was vorallem durch Barry beigetragen wird.


Fazit.
"High Fidelity" ist angefüllt mit klugen Humor, bietet interessante Charaktere, einen tollen Erzählstil und eine wunderbar-flüssige Handlung, die einfach so dahinfließt. Wer eine nette und gut inszinierte Liebes-Freundschafts-Lebens-Komödie sehen möchte, der ist hier genau richtig und Fans von John Cusack sollten hier auf jeden Fall zugreifen. Im Cast ist außerdem seine Schwester Joan Cusack dabei, die eine seiner Exfreundinen spielt. Außerdem sollte man sich auch mal den Soundtrack zu Gemüte führen, der ist wirklich gelungen!






Bis dahin - Tschödeldö






 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/High_Fidelity_%28Film%29
             http://www.filmstarts.de/kritiken/35599-High-Fidelity.html
Bilder:  http://www.pocki.co.uk/2011/09/26/last-nights-movie-15/
             http://movies.zap2it.com/movies/high-fidelity/photo-gallery-detail/25039/1192535
             http://grizzlybomb.com/2010/11/

             http://www.yianniscove.com/film-of-the-day-high-fidelity-2000-dir-stephen-frears/

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