26.08.12

Film•Peteback: I'm a Cyborg, but that's OK


Willkommen.
Und da sind wir wieder am Sonntag, mit der Kritik im Zeichen des Filmprojekts mit Sailor Strawberry. Also gehts nun los!


Heute gibt es;
I'm a Cyborg, but that's OK


"I'm a Cyborg, but that's OK" ist eine südkoreanische SiFi-Liebeskomödie aus dem Jahr 2006, von Regiesseur Park Chan-wook. Der Film erzählt die Geschichte des jungen Mädchen Young-goon, die sich selber für einen Cyborg hält und deshalb in einer Nervenheilanstallt lebt.


Trailer


Fakten
Originaltitel: 싸이보그지만 괜찮아 
                       (Saibogeujiman kwenchana)
Deutscher Titel: I'm a Cyborg, but that's OK
Originalsprache: Koreanisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 105 Minuten
Regie: Park Chan-wook
Drehbuch: Park Chan-wook, Jeong Seo-Gyeong


Young-goon (Lim Su-jeong) muss als Kind miterleben, wie ihre geliebte Großmutter, die sich für eine Maus hält und nur mehr von eingelegtem Rettich ernährt, von Männern in weißen Kitteln in eine Anstalt gebracht wird. Wäre Sie ein Cyborg gewesen, wäre dies nicht passiert. Denn Cyborgs sind stark, Cyborgs sind unaufhaltsam und Cyborgs haben kein Mitgefühl. Bei ihrer Arbeit in einer Radiofabrik stellt Young-goon überraschend fest, dass sie die Stimmen der Maschinen hört. Logische Schlussfolgerung: Sie ist doch ein Cyborg, muss jedoch erst mit Energie aufgeladen werden. Die Pulsadern werden aufgeschnitten, ein Stromkabel angesteckt und mit der Steckdose verbunden. Als Young-goon wieder erwacht, findet sie sich in einer Anstalt wieder. Von da an beginnt Sie mit den Maschinen zu reden. Ihr großes Problem: Sie braucht Energie und Cyborgs vertragen aber kein normales Essen, weil sie dann von innen rosten. Ein weiterer Insasse ist Il-sun (Rain/Jung Ji-hoon). Er zeigt sich immer mehr fasziniert von Young-goon, beobachtet mit zunehmender Sorge wie sie wegen Nahrungsmangel immer schwächer wird und versucht verzweifelt eine Möglichkeit zu finden, sie wieder zu Kräften kommen zu lassen.
 via.

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Ein Film von Park Chan-wook. Er gilt ja allgemein als Kultregiesseur, habe aber bisher auch nur "Oldboy" gesehen und fand den schon ziemlich gut. Merkwürdig, aber gut. Nun ist "I'm a Cyborg, but that's OK" der zweite Film den ich von ihm sehe. Ich kann also nicht allzu viele Vergleiche zu anderen seiner Werke anstellen.

Was ich allerdings mit Sicherheit sagen kann, ist, dass dieser Film sich vollkommen zu seinen vorherigen Filmen unterscheidet. Sicher gibt es auch hier eine recht spezielle Story, aber im Gegensatz zu "Oldboy" ist hier alles bunt, niedlich und komisch. Ja 'komisch' ist dabei schon das richtige Wort und ich meine nicht nur 'haha-komisch', sondern auch 'merkwürdig-komisch'. Nun, was soll man auch erwarten von einem Film, der in einer Irrenanstalt spielt. Diese ist, ganz wie die Insassen, schon zu verrückt für eine normale Anstalt. Bodenfliesen, die abstrakte Muster bilden, grüne, gepolsterte Zellen und ein Speisesaal, der eher in einen Kindergarten passt.

Was "I'm a Cyborg, but that's OK" sein will, ist eine Liebeskomödie und dazu eine sehr skurrile. Das kommt aber auch erst wirklich in den letzten 40 Minuten richtig raus. Vorher beschäftigt sich Chang-wook in erster Linie mit seiner Hauptperson, der jungen Young-goon und ihrem Cyborgleben. Man erfährt etwas über ihre Vergangenheit und ihren Alltag, sowie um ihre Macken wissen wir auch bald bescheid. Sehr interessant dabei sind ihre leuchtenden Zehen, wenn ihre Batterien geladen sind. Nebenbei lernt man auch noch andere Patienten der Anstalt kennen, von denen jeder seine ganz eignen Macken, Schrullen und Neurosen hat. So glaubt eine Patientin, dass sie Gesangübungen machen muss, um in einem Jodelchor aufgenommen zu werden und betrachtet sich dabei immer nur in einem Handspiegel. Eine andere Patientin glaubt das ihre Socken sie fliegen lassen können, ein Patient glaubt, dass er für alle Unglücke die passieren verantwortlich ist und entschuldigt sich dafür stets und wiederum ein anderer glaubt er habe immer eine Art Gummiband um den Bauch, seit seiner Geburt. Man kann sehen, Young-goon ist nicht die Einizige, aber dennoch unter den anderen doch die Speziellste. Neben ihr ist noch Park Il-sun eine wichtige Person, weil er anscheinend Sachen, sowie Seelen und auch Talente von Leuten stehlen kann. Es sind auch gerade diese Personen, die den Humor des Films ausmachen. Allerdings ist das auch eine besondere Art von Humor die nicht bei jedem gut ankommt. So habe ich in dem Film höchstens mal geschmunzelt. Und so zieht es sich durch den ganzen Film, das kann auf die Dauer schon sehr ermüdent sein.

Ein weiteres Problem des Films sind meiner Meinung nach die Charaktere. Mir waren die Figuren die dort auftreten, egal wie schräg sie sein mögen, doch ziemlich egal. Man hat keinerlei Motivation sich für sie zu interessieren und das trifft zum Teil auch auf Park Il-sun und Young-goon zu. Und das das bei den zwei Hauptpersonen der Fall ist, ist schon kein gutes Zeichen. Ihnen spielt da auch nicht gerade die Story zu, die recht wirr erzählt ist und man nicht wirklich weiß, was nun real und was Fiktion ist. Chan-wook hat sich dazu entschieden jede wirre Fantasie der handelnden Personen auch zu Spielen und so erschießt Young-goon gerne mal das gesamte Anstalltspersonal und in der nächsten Szene ist schon wieder alles in Ordnung. Diese Enschübe sind recht interessant, aber auch sehr belanglos. Vermutlich will Chan-wook nur ein wenig mehr die Technik des Films präsentieren, denn die kommt bei Young-goons Gewehrhänden und ihren Jetpack-Schuhen gut zu Geltung. Wenn man kein wirklicher Fan der asiatischen, überzogenen Trashfilme ist, dann wird man sich in dem Film auch schnell langweilen, denn der Film weiß auch nicht ganz wohin er will. Die Handlung ist im Grunde genommen ziemlich flach und bietet keines Wegs genug Inhalt für über 100 Minuten Spielzeit. Dabei soll offensichtliche eine Art von Moral, beziehungsweise eine Botschaft vermittelt werden, die aber vollends in der auslaufenden Story untergeht.

Auch die "Liebesgeschichte" zwischen Young-goon und Il-sun ist mehr als flach gehalten und ist in keiner Weise überzeugend. Die letzte halbe Stunde hatte ich auch schon gar keine Lust mehr auf den Film und hab mich gefragt, wohin das ganze denn noch gehen will und dann kam das Ende und ich war doch schon irgendwo enttäuscht. Am Ende bleibt dann noch eine gewisse Unzufriedenheit, dass das was man gesehen hat irgendwo ziemlich halbgar war und man nichts aus dem Film mitnehmen konnte, nichts was ihn wirklich ausgezeichnet hat.

Ich habe in anderen Kritik gelesen, dass dieser Film gerne mit "Die fabelhafte Welt der Amelie" in Verbindung gebracht wird. Dabei muss ich sagen, dass es auch alleine die Musik ist, die an den Film erinnert, das leichte chanson-hafte Geklimper. Mehr 'Amelie'sche' ist an dem Film nicht zu finden  und mehr Versuche dort Verbindungen zu sehen, wäre wie ein Faustschlag ins Gesicht von Jean-Pieree Jeunet.

Zu der Schauspielleistung kann ich im Großen und Ganzen nicht viel sagen, weil ich die Schauspieler noch in keinem anderen Film gesehen habe. Was sie hier abliefern, ist allerdings recht solide und die Emotionen und Macken werden sehr gut inszeniert und wirken auch recht glaubhaft. Allein Young-goon hat mich etwas genervt, dass liegt allerdings eher an ihrem Charakter und nicht an dem Spiel der Schauspielerin. 

Die deutsche Synchronisation ist nicht zum davonlaufen, allerdings auch nicht wirklich preisverdächtig, lässt sich aber ganz gut gucken. Nach perfekter Lippensychnonität darf man hier aber nicht fragen. Wer den Film mit Untertiteln gucken möchte, dem sei das zu empfehlen. Ich habs auch versucht, aber da verlor ich erst recht das Interesse an der Handlung.


Fazit.
"I'm a Cyborg, but that's OK" ist als Komödie bzw. Liebeskomödie nicht der große Wurf, wie er immer betitelt wird. Ich kann die ganzen positiven Aspekte des Films nicht ganz nachvollziehen, aber anscheinend war das Genre und das Setting einfach nicht mein Geschmack. Wer allerdings auf ausgefallene, wenn auch flache Storys steht, mit vielen schrägen Personen und und wirren Erzählstil, der wird mit dem Film ganz glücklich werden. Ich kann leider nur sagen, dass der Film sehr viel Potential verspielt hat. Sehr Schade...






Bis dahin - Tschödeldö






P.S.: Wer nun eine zweite Meinung zu dem Film einholen möchte, den erinnere ich an die Kritik von Sailor Strawberry. Vielleicht fand sie den Film ja etwas besser als ich.

 Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/I%E2%80%99m_a_Cyborg,_But_That%E2%80%99s_OK
             http://www.moviemaze.de/filme/2219/im-a-cyborg-but-thats-ok.html
Bilder:  http://www.wdr.de/tv/kinozeit/spielfilm/sendungsbeitraege/2012/0315/index.jsp?pbild=3
             http://outnow.ch/Movies/2006/SaibogujimanKwenchana/Bilder/movie.fs/02
             http://iarttakezito.blogspot.de/2011/06/film-review-i-am-cyborg-but-thats-ok.html
             http://thevoid99.blogspot.de/2011/05/im-cyborg-but-thats-ok.html

           http://www.moviereporter.de/filme/im-a-cyborg-but-thats-ok/images

Kommentare:

  1. Hehe, das ist wirklich interessant. (: Hab den Link bei mir nun aktualisiert, und auf deinen Beitrag hier verlinkt. ^^
    Ich sag' nicht viel zu deiner Meinung, außer, dass es mir sehr geholfen hat die Interviews (der Schauspieler und des Regisseurs), die bei meiner DVD mit drauf waren, mir anzusehen - die haben mein Verständnis für den Film doch sehr vertieft.

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    1. Das war bei meiner DVD nicht mit drauf .__.
      Allerdings wird der Film dadurch nicht viel besser, dass man erst durch Interviews schlauer wird. :/

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    2. Doch, fand ich schon, weil mir die Interviews Fragen beantwortet haben, die ich mir wärend des Filmes unweigerlich gestellt habe (z.B. warum ihre Augenbrauen so hell sind :'D). Ich denke allerdings auch, dass man einen Film schon im Ansatz faszinierend finden muss, um das weitere Material wertschätzen und den Film dadurch in der Schätzung weiter anheben zu können.

      Ergab der Satz Sinn?

      Welchen Film als nächstes, James? (: Sie sind an der Reihe!

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    3. Also die Frage nach ihren Augenbrauen hat sich mir gar nicht gestellt. Eher die nach ihrem blauen Haaransatz. Auch wenn ich glaube, dass da was mit dem Farbbild vom Film nicht ganz stimmt. So sieht es jedenfalls aus.
      Sicher kann man einen Film faszinierend finden, aber auch nur, wenn die Charaktere einen interessieren und die in dem Filmen haben mich mehr als kalt gelassen.

      Also ich würde zur Auswahl stellen. 'Take Shelter' (der ist endlich draußen), 'Lucky Number Slevin', 'Rubber', oder 'The Rum Diary'.
      Ich wäre ja sehr für 'Lucky Number Slevin'.

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    4. Haha, Rubber kannte ich ja noch gar nicht, nicht mal vom Namen her :'D
      Ich würde einfach vorschlagen, wir nehmen (fast) alle: Erst Take Shelter, den wollte ich auch immer schon mal sehen, dann die Woche darauf Lucky Number Slevin und dann Rubber. Wie klingt das? :D Dann haben wir die nächsten 3 Wochen schonmal verplant! höhö.

      Rum Diary macht mich leider gar nicht an .___.' hoffe das ist ok.

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  2. Ich muss sagen Oldboy fand ich schon echt heftig nicht schlecht aber heftig. Ich glaube den Film werde ich mir auch nicht anschauen so wie du ihn hier beschreibst :3

    Lucky # slevin kann ich im übrigen nur emfpehlen ;)
    Genialer Film.

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    1. Ja lass lieber die Finger davon. Den Auszuleihen ist auch ne Qual, weil der schon recht sehr speziell ist xD

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