16.09.12

Film•Peteback: Prometheus - Dunkle Zeichen


Auch diese Woche bin ich wieder ganz für mich. Da es mal wieder Zeit wurde, war ich dann auch wieder im Kino und was ich dort sah, war;

Prometheus - Dunkle Zeichen


"Prometheus - Dunkle Zeichen" ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film aus dem Jahr 2012, von Regiesseur Ridley Scott. Der Film war erst als Prequel des ersten Alien Films "Alien - Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt" geplant und zeigt die Reise des Raumschiffs "Prometheus", welches Ende des 21. Jahrhunderts in neue Welten vorstößt.


Trailer


Originaltitel: Prometheus
Deutscher Titel: Prometheus - Dunkle Zeichen
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 124 Minuten
Regie: Ridley Scott
Drehbuch: u.a. Damon Lindelof
Produktion: u.a. Ridley Scott, Walter Hill
Musik: Marc Streitenfeld, Harry Gregson-Williams


Auf der ganzen Welt wurden in Aufzeichnungen, sprich Schriften oder Malereien, der verschiedesten Völker die gleichen Zeichen entdeckt. Das Bild zeigt eine große Gestalt umringt von Menschen  und eine Konstellation auf die der Riese deutet. Diese Riesen sollen nach Auslegung der Forscher Shaw und Holloway für den Ursprung des Lebens auf der Erde verantwortlich sein. Die Konstellation soll also auf einen bestimmen Punkt im Universum hindeuten und so macht sich Ende des 21. Jahrhunderts, im Jahr 2093 eine Forschergruppe um Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green) mit dem Raumschiff "Prometheus" auf den Weg dorthin. Finanziert wurde der kostspielige Tripp durch die Firma 'Weyland Corporation'. Vertreten wird diese Firma auf dem Raumschiff von Meredith Vickers (Charlize Theron) der Tochter des Firmeninhabers. Mit an Bord auch ein Android namens David (Michael Fassbender), der die Crew in ihrer Jahre andauernden Hyperschlafphase überwacht hat. Die Stimmung auf der "Prometheus" ist gut, aber etwas gedrückt. Das liegt vorallem an Vickers, die durch ihre bürokratische Genauigkeit und ihre Machtausübung hart an den Nerven der Crew kratzt und zudem nicht wirklich überzeugt von der ganzen Mission ist. Das Raumschiff steuert letztendlich auf einen kleinen Mond namens 'LV-223' zu, der in der Umlaufbahn eines jupiterähnlichen Planeten liegt. Dort wird der Aufenthaltsort der "Konstrukteure" vermutet, wie  Shaw und Holloway die Riesen auf den Zeichnungen getauft haben. Gleich in der Nähe des Landeorts des Schiffs befindet sich eine Art Pyramide und die Crew aus verschiedenen Wissenschaftlern macht sich auf den Weg, dem letzten Geheimnis des menschenlichen Ursprungs auf den Grund zu gehen.



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Bei "Prometheus" war ich mir lange nicht sicher, ob ich ihn mir im Kino anschauen sollte. Schon vom Trailer her, als auch von den ersten Kritik her, war ich skeptisch was Story angeht und auch was den beworbenen Bezug zu Ridley Scotts "Alien"-Film betrifft. Letzten Endes habe ich aber doch beschlossen mir den Film zu geben und was dabei rauskaum, naja ich fang mal an...

Ich bin ein großer Fan der "Alien"-Filme und das durch die Bank. Natürlich vorne ran der Grundstein von Ridley Scott, aber auch die nachfolger Filme von Cameron, Fincher und auch Jeunet. Für mich zählen die Aliens und die Hauptdarstellerin Sigourney Weaver. Da ist die Erwartung, wenn eine Art von Prequel rauskommen soll und das auch noch von Altmeister Ridley Scott, natürlich relativ hoch. Wenn man zu viel erwartet, wird man bei diesem Film eindeutig enttäuscht, denn "Prometheus" setzt andere Schwerpunkte und baut ein ganz anderes Gefühl auf, als welches man aus den "Alien"-Filmen gewohnt ist.

Man kann aber mit Gewissheit sagen, dass der Film sich dem Si-Fi-Genre zuordnen lässt, denn der Teil, den man als Horror bezeichnen könnte ist verschwindent gering und das ist auch ganz gut so. Ridley Scott hat hier ein Augenmerk auf die 'Entdeckung' und die 'Erforschung' gelegt. Man hat keine Gruppe von Söldnern, Strafgefangenen, oder raumfahrterprobten Mensche, nein, wir haben hier normale Menschen vor uns und es sind alles Wissenschaftler. Vorallem die Anführer des Trupps Shaw und Holloway, sind heiß auf die "Konstrukteure", diese geheimnisvolle, mysteriöse Lebensform von Riesen. Wer sind sie? Woher kommen sie? Was wollen sie? Was hat der Prolog des Films zu bedeuten und welche Rolle werden sie im weiteren Verlauf spielen? Fragen über Fragen und diese stellen sich nicht nur der Crew, sondern auch dem Zuschauer. Von Anfang an wird ein Interesse an diesen Figuren aufgebaut und natürlich auch an der Sternenkostellation auf den Relikten. Wo kommen wir wirklich her und was werden wir dort finden. Es ist dabei sehr entgegenkommend vom Drehbuchautor Damon Lindelof (Cowboys & Aliens, Lost, Crossing Jordan), das er schon kurz nach dem Prolog die Landung der "Prometheus" angesetzt hat. Man sieht den Planeten und man sieht wie das Schiff durch die Wolken bricht und auf dem kargen Land landet und dann ist da diese Pyramide. Dazu leistet die Musik einen guten Beitrag, denn die ist diesem Film wirklich erstklassig und unterstüzt die Szenen perfekt.

Hierbei kommt ein wichtiges, viel besprochenes Merkmal des Films zu tragen und das ist die Optik. Der Film ist durch und durch schön und ganz schön episch. Die "Prometheus" hat ein geniales, futuristisches Design bekommen und die Szene wo das Schiff durch die wolkenverhangene Atmosphäre des Mondes bricht, ist einfach bildgewaltig und atemberaubend. Dafür ist die Oberfläche des Mondes ein wenig zu karg geraten, aber das reißt das scheinbar uralte Bauwerk, eine Art Pyramide, wieder raus. Da spielt den Film vorallem das Talent von Hans Rudolf Giger in die Hände. Giger ist  der Kopf hinter den mysteriösen, abstrakten Skulpturen und dem Design der Räume in "Alien" und "Alien 3". Das Design des inneren Raumschiffs der "Konstrukteure" wirkt sehr surreal und selbstdarstellend und verbindet sowohl das Lebendige, als auch das Mechanische. Es wirkt, wie eine Kunst aus einer anderen Welt (Beispiele: 1, 2, 3).

Die Forschergruppe und der Android David, begeben sich in diese Pyramide und steigen tief in sie hinab. Bald schon entdeckt David Schriftzeichen, die er verstehen kann, weil er viele altertümliche Sprachen und Schriften auf dem Flug studiert hat und sich so einen Reim bilden kann. Er aktiviert eine Art holografische Sequenz und plötzlich kommen die Riesen hinter einem Gang hervorgerannt und kommen auf die Forschergruppe zu, laufen durch sie durch und verschwinden alle um eine Ecke. Ein unglaublich elektrisierender Moment, denn er gibt einen Vorgeschmack, auf das was noch kommen könnte. Aber merkt ihr was? Ich merkte es ganz stark. Das wirkte alles ein wenig 08/15. Eine Gruppe von Menschen trifft auf Aliens. Die Standardklausel für jeden mittelmäßigen Si-Fi-Horror. Und was passiert dann? Zwei Mitglieder des Teams verlassen einfach die Gruppe, weil es ihnen zu viel ist. Das ist schon sehr stereotyp. Stereotypen treffen wir in diesem Film sehr viele und sogar zu viele. Die Charaktere verhalten sich durch die Bank und man bedenke, es sind alle studierte, denkende Wissenschaftler, alle wir die üblichen Horrorfilmopfer. 
 Sie sind naiv, leichtgläubig und oft sehr dumm. Es gibt die Szene wo feststeht, dass die Luft innerhalb der Pyramide atembar ist. Was macht der Erste? Er nimmt den Helm ab. Bin nur ich das, oder sollte ein gelehrter Mensch auch wissen, dass man soetwas nicht so einfach tun sollte? Buzz, sag's ihnen! Oder es tritt ein Wesen auf, was augenscheinlich einer Kobra ähnelt. Was machen die Forscherdeppen? Sie nähern sich dem außerirdischen Wesen und fassen es an. Was dann passiert, kann sich jeder von euch ausmalen, denn so eine Begegnug ist meist verhängnisvoll. Dabei fängt dann auch schon die Dezimierung der Truppe an und wir geraten wieder ins 'Schema F' des mittelmäßigen Horrorgenres. Ich hab mir während des Films teilweise wirklich an die Stirn gefasst.

Ich will damit nicht sagen, dass "Prometheus" das Potenzial nicht nutzt, denn es wird wirklich viel genutzt, aber das was nicht genutzt wird, wird einfach weggeworfen. Und das meiste an Potenzial geht da leider an den Charakteren verloren. Man hätte sie vielschichtiger gestalten können, ihnen mehr Intelligenz geben können und auch mehr Freiraum für den Einzelnen. Es gibt dort Gestalten, anscheinend führende Personen in ihrem Fachgebiet, die überhaupt nicht interessieren und überhaupt nicht dargestellt werden. Wie Statisten halt. Interessant dabei ist allerdings, dass der interessanteste Charakter der Android David ist. Die Androiden in den "Alien"-Filmen sind alle ein wenig eigensinnig und trotz ihrer Unterwürfigkeit dem Menschen gegebüber, ihm doch überlegen. David hat seine Attitüden und Manieren vom Film "Lawrence von Arabien" übernommen und wirkt dadurch ein wenig hochnäsig und allglatt. Seine Interessen sind die einzigen, die nicht von vornherein klar sind und es macht so viel mehr Spannung aus, ihm zu folgen als den anderen der Schiffsbesatzung.


Was das Thema 'Spannung' angeht, kann man bei dem Film wirklich nicht meckern. Es gibt hier und da die ruhigeren Momente, wo vorallem Charakterentwicklung betrieben werden soll. Da es aber keine Entwicklung gibt, haben wir einige Szenen wo ein Leerlauf stattfindet. So ist jeder Ausflug in die Pyramide spannungsgeladen und auch an Bord des Schiffes tut sich im Laufe der Handlung so einiges. Hierbei im Hinterkopf immer das 'Schöpfer - Schöpfung'-Thematik. Die 'Konstrukeure' erschufen den Menschen, der Mensch erschuf den künstlichen Menschen und es werden sich sogar alle drei Spezies in einem Raum treffen. Und welche Rolle nimmt dabei genau die Urform der Aliens ein? Die Sache mit den Aliens ist in dem Film sowieso eine Merkwürdige. Woher die Uraliens genau stammen und welche Aufgabe sie haben sollten, es wird alles bruchstückhaft erklärt und es bleiben noch einige Fragen offen, aber dennoch scheinen wir Menschen einen wichtigen Teil dazu geleistet zu haben. Den krassesten Punkt hat die Spannung bei einer Geburtsszene, zu der ich aber nichts sagen werde, weil diese aus dramaturgischer Sicht ein Hochgenuss ist und wirklich an den Nerven zerrt.


Fazit.
Wer einen erstklassigen Alien-Film erwartet, der wird hier enttäuscht werden. Dennoch ist aus "Prometheus" ein wirklich guter, solider, spannender Si-Fi-Film geworden, den man sich in Bezug auf  das "Alien"-Universum wirklich mal anschauen sollte. Die stereotypen Charaktere sind teils recht nervig und nehmen dem Film etwas an Authentizität. Trotz allem hatte ich Spaß mit dem Film und war sogar so zufrieden, dass sich das Kinogeld wirklich gelohnt hat, denn "Prometheus" ist einer der besseren Si-Fi-Streifen, den ich seit langem im Kino gesehen habe.






Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Prometheus_%E2%80%93_Dunkle_Zeichen
             http://www.filmstarts.de/kritiken/102609-Untitled-Alien-Prequel.html
Bilder:  http://www.moviegod.de/x/viewer/image_viewer.php?s=5&k=1766&i=2178

             http://www.prometheus-movie.com/community/forums/1
             http://collider.com/prometheus-movie-image/150595/

             http://www.gamersglobal.de/report/prometheus-dunkle-zeichen
             http://www.globeslcc.com/2012/06/11/prometheus-provides-cerebral-sci-fi-thrills/

Kommentare:

  1. Hey,

    sehr schöne Rezension! Ich find's schade, dass im Film die Tatsache, dass es doch ein Prequel zu den Alienfilmen ist, ein bisschen vernachlässigt wird. War zumindest mein Eindruck. Ich find' ihn aber alleine wegen Michael Fassbenders Charakter schon sehenswert :D

    LG
    Jan Homrighausen

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    1. Toll das die meine Rezension gefällt :)

      Ja, Michael Fassbender schafft es schon fast, die restlichen eher mauen Charaktere wieder rauszureißen. Ich habe da aber auch nichts anderes erwartet, denn die Androiden in den Alien-Filmen werden alle ausnahmslos gut gespielt. :)
      Über die Sache mit dem Prequel kann man streiten, aber ich finde, solange man Prometheus vor dem ersten Alien-Film sehen kann und auch Verbindungen dazu herstellen kann (Funkspruch, Aliens, abgestürztes Raumschiff, Fundort des Raumschiffs), dann hat der Film doch schon seine Berechtigung als Prequel.

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  2. Aloha!
    Ich finde deine Rezension auch sehr gelungen, ich liebe Prometheus!
    Nur ein Gedanke zm Thema Prequel: Hat nicht Ridley Scott von Anfang an auf mindestens zwei Filme gebaut? Er könnte im zweiten Film mehr Bezüge zum ersten Alien bringen, den Übergang besser und flüssiger gestalten. Ich bin auf jeden Fall auf Prometheus 2 gespannt.

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    1. Och auf den zweiten Teil bin ich auch sehr gespannt, falls der irgendwann man rauskommen wird :D

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