23.09.12

Film•Peteback: Ruinen


Willkommen zur Sonntagskritik! Nachdem wir letzte Woche mit "Prometheus" auf anderen Planeten unterwegs waren, wage ich mich diese Woche wieder ins Horrorgenre.

Wir gehen auf Expedition mit;
Ruinen


"Ruinen" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2008, von Regiesseur Carter Smith. Der Film basiert auf dem Roman "Dickicht" von Scott Smith, welcher auch das Drehbuch für den Film schrieb.


Trailer

Fakten
Originaltitel: The Ruins
Deutscher Titel: Ruinen
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2008
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: Carter Smith
Drehbuch: Scott Smith
Produktion: u.a. Chris Bender, Jeremy Kramer
Musik: Graeme Revell


Die zwei amerikanischen Pärchen, bestehend aus Jeff (Jonathan Tucker) und Amy (Jena Malone) und Eric (Shawn Ashmore) und Stacy (Laura Ramsey) wollen eigentlich nur einen party-reichen Urlaub im mexikanischen Cancun verbringen. Ganz nach Spring-Break-Manier, viel Party, viel Alkohol und am Pool rumgammeln. Am Hotelpool treffen sie auf deutschen Matthias (Joe Anderson), der mit seinem Bruder unterwegs ist, der aber seit dem gestrigen Tag verschwunden ist. Die Brüder  wollten eigentlich eine alte Ausgrabungsstätte der Mayakultur besichtigen, die verborgen im Dschungel liegt. Die Gruppe um die vier amerikanischen Touristen, ist sofort mit von der Partie und ein griechischer, junger Mann namens Dimitri (Dimitri Baveas) ist auch noch dabei. Mit dem Bus reisen die Sechs in ein kleines Örtchen in der Nähe des Urwaldes und lassen sich dann von einem einheimischen Farmer auf der Ladefläche seines Pickups mitnehmen. Auf einer Lichtung im Wald finden sie die Ruinen einer Mayapyramide und Matthias ruft  seinen Bruder, doch er bekommt keine Antwort. Der Lärm ruft allerdings einen anderen Mann auf den Plan, der zu Pferde angeritten kommt und die Jugendlichen mit einer Waffe einschüchtert. Verständigungsprobleme machen die Situation nicht gerade entspannter und so wird Dimitri durch ein Missverständnis erschossen. Die  Übriggebliebenen retten sich in Todesangst vor den unheimlichen Einheimischen, auf den mit Kletterpflanzen überwucherten Tempel. Sie werden allerdings nicht verfolgt, da die mysteriösen Leute Angst vor dem Tempel zu haben scheinen. Die eingekesselten Urlauber müssen nun dort ausharren, da sie von dort nicht mehr weggelassen werden...


-------------------------------------------



Bei Regiedebüts sollte man ja nicht zu viel meckern. Die Regiesseure stecken so gesehen noch in den Kinderschuhen und können sich ja noch verbessern, bzw. noch ihren ganz individuellen Stil finden. Diese Wochen haben wir das Debüt von Carter Smith vor uns, der bist dato seine Brötchen als Fotograf und Werbefilmer verdient hat.

Als Projekt hat er sich den Bestsellerroman "Dickicht" ("The Ruins") von Namensvetter Scott Smith vorgenommen, der für ihn auch das Drehbuch zu dem Film geschrieben hat. Da kann man dem Regiesseur dann keinen Vorwurf machen, wenn der Autor selber sein Werk umschreibt. So ist es völlig legitim sein umgeschriebenes Werk als unantastbar anzuerkennen.

Zu allererst haben wir hier eine klassische Horrorfilm-Ausgangssituation. Wir haben junge Erwachsene, einen Partyurlaub, ein paar Fremde mit denen sie sich anfreunden  und dann gehts an einen mysteriösen, geheimnisvollen Ort, der auch noch verab jeder Zivilisation zu sein scheint. Das hebt den Film nun nicht gerade aus dem Sumpf der Genrekollegen heraus, aber dennoch hat "Ruinen" einiges auf Lager um den Zuschauer zu fesseln. Was man von vornherein sagen kann ist , dass der Film sich nicht sonderlich mit Kleinigkeiten aufhält. Der Prolog, bzw. die Intro-Sequenz ist stimmig und die Charaktere werden anfangs nur angezeichnet und es geht gleich ordentlich ins Getümmel. Mit tiefgründiger Charakterzeichung hat der Carter Smith es im allgemeinen nicht so, denn man erfährt so gut wie nichts über die Leute mit denen man es dort zu tun hat. Im Einzelnen bekommt jeder Charakter prägnante Charakterzüge und Eigenschaften zugeteilt, die ihn auf weiteres charakterisieren sollen. Das mag dem einzelnen Zuschauer nicht genügen, bietet aber dennoch die Grundlage für weitere Ausbauten der Charakterzeichnung und macht die Handlungen der Figuren besser nachvollziehbar für den Zuschauer. Gleichermaßen zurück hält sich der Regiesseur auch mit den Horroraspekten. Der Film beginnt gemächlich, wenn man vom Prolog mal absieht und steigert sich mit der Zeit deutlich. Im wahrsten Sinne des Wortes, gipfelt die Spannung und der Horror auf dem Dach des Mayatempels. Mit großartigen Blutgemetzel und widerwertigen Gore-Einlagen spart Smith bis zum bitteren Ende. Das ist für den Zuschauer sehr verträglich und sorgt für vorallem dafür, dass die Deziemierung der Gruppe nicht zu schnell und hektisch von statten geht. Was aber bald regiert ist der Wahnsinn in der Gruppe.

Eine gute Wahl hat Scott Smith, in seinem Roman, mit dem 'Dezimierer' getroffen. Anstatt eines Monsters, abnormalen Tieres oder extraterrestrischen Wesens, hat sich Smith für etwas natürliches entschieden - Pflanzen. Pflanzen die ein markabres, mysteriöses Eigenleben haben und vorallem Interesse an Menschen haben. So viel sei gesagt. Da Pflanzen nunmal Pflanzen sind, bewegen sie sich auch nicht schnell und so kommt der Horrorschock eher langsam bis schleichend daher und spielt sich auf einer latenden Ebene ab. Die Touristen sind wie auf einer Insel gestrandet, während um die kleine Insel die Haie kreisen. Die Haie bilden in dem Sinne die Pflanzen und auch die bewaffneten Einheimischen, welche am Fuße der Pyramide campiere und der Kreis zieht sich immer enger. Erst gegen Ende werden dem Zuschauer die Daumenschauben ordentlich angezogen, durch Nerven zerrende Szenen, wo auch der Gore-Faktor hochgetrieben wid. Das trägt aber alles zur äußerst dichten Atmosphäre der ganzen Situation bei. Kleiner Kritikpunkt hier, sind für mich die typischen Horrorfilm-Tangtop-Abschnitte. Irgendwann kommt in vielen Horrorfilmen der Punkt, an dem Kleidung ganz zerschlissen ist und deshalb oft nur noch das Nötigste getragen wird und bei den Frauen sind das halt oft die Tangtops, wobei "Ruinen" doch noch einen Schritt weitergeht und eine Protagonistin noch in schmutziger, verschlissener Unterwäsche rumlaufen lässt. Ich muss das nicht unbedingt haben.

Der Cast ist für einen Debütfilm, der auch noch relativ unbekannt ist, doch schon überraschend. Wir haben hier Shawn Ashmore (X-Men 1-3), Laura Ramsey (The Covernant - Der Pakt),  Jena Malone (Donnie Darko, Into the Wild), Jonathan Tucker (Eins, Zwei, Pie, Hostage, Texas Chainsaw Massacre), Joe Anderson (Creep, The Grey). Alles in allem kein no-name Cast oder? Sie sind auf jeden Fall in der Lage, in der immer angespannter werdenden Situation, die Emotionen sehr glaubhaft rüberzubringen. Gerade die Frauen glänzen hier vorallem in den panischen Szenen, denn sie müssen hier einiges mehr aushalten als die Männer. Vorallem auf Laura Ramsey sollte man ein Auge werfen, denn sie verfällt im Laufe der Handlung langsam dem Wahnsinn, was sich selbst für die Gruppe gefährlich macht.

Die Synchronisation ist außerdem sehr passabel geworden mit Sprechern wie Gerrit Schmidt-Foß, Sebastian Schulz, Ursula Hugo oder Berenice Weichert.


Fazit.
"Ruinen" ist am Ende doch ein ganz ordentliches Regiedebüt geworden. Nicht das Beste was man hätte abliefern hätte können, aber für einen ersten Horrorfilm sehr solide, was vorallem durch die Story, die Charaktere und eine dichte Atmosphäre hervorsticht. Dieser Horrorfilm ist sicher nicht nach jedermans Geschmack, aber man sollte ihm wenigstens eine Chance geben. Er ist kein Muss, aber für einen netten Filmabend reicht es allemal.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruinen
             http://www.moviemaze.de/filme/2344/the-ruins.html
Bilder:  http://www.moviemaze.de/filme/2344/the-ruins.html
             http://weblogs.sun-sentinel.com/features/arts/offthepage/blog/movies/
             http://outnow.ch/Movies/2008/Ruins/Bilder/movie-fs.fs/10

Kommentare:

  1. Ha! Als ich das Buch Dickicht vor Jahren las, hatte ich irgendwie schon im Hinterkopf, dass es ideal für einen Film wäre. Erstaunt mich irgendwie nicht, dass es wirklich verfilmt wurde :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dich kann man wohl nicht sehr leicht erstaunen :o

      Löschen