02.09.12

Film•Peteback: Take Shelter


Es ist Sonntag und ihr wisst was das bedeuten tut! Filmprojekt und so!

Ein Sturm zieht auf in;
Take Shelter


"Take Shelter" ist ein amerikanisches Drama aus dem Jahr 2011, von Regiesseur Jeff Nichols. Der Film erzählt die Geschichte von Curtis LaForche, der eines Tages Visionen von einem aufziehenden, mächtigen Sturm hat.


Trailer


Fakten
Original Titel: Take Shelter
Deutscher Titel: Take Shelter - Ein Sturm zieht auf
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 120 Minuten
Regie: Jeff Nichols
Drehbuch: Jeff Nichols
Produktion: u.a. Sophia Lin, Tyler Davidson
Musik: David Wingo


Elyria, Ohio.
Curtis LaForche (Michael Shannon) lebt mit seiner Ehefrau Samatha (Jessica Chastain) und seiner tauben Tochter Hannah (Tova Stewart) in der kleinen verschlafenen Stadt Elyria, irgendwo in Ohio. Er ist von Beruf Bauarbeiter und arbeitet im Moment in der anliegenden Kiesgrube. Der Job hält ihn und seine Familie gerade mal so über Wasser, selbst wenn auch noch seine Frau nebenbei selbstgenähte Kleider verkauft. Das Geld reicht hinten und vorne nicht. Das Haus wird langsam abgestottert, Rechnungen müssen beglichen werden und seine Tochter braucht dringend eine Operation und medizininsche Versorgung und die Ausbildung will auch bezahlt werden. Curtis bekommt irgendwann schleckliche Träume von unheilvollen, schwarzen Wolken, die sich am Horizont auftürmen und den Himmel verfinstern, oder sein Hund fällt ihn grundlos an. Auch am Tage hört er fernen Donner und glaubt dunkle Wolken und Vogelschwärme zu sehen, die aber sonst keiner außer ihm bemerkt. Er beschließt den Sturmschutzbunker hinten im Garten wieder instand zu setzen, der eigentlich für den Fall eines Tornados erbaut wurde. Für Wirbelstürme ist Ohio geradezu prädestiniert. Curtis merkwürdiges und  unerklärliches Verhalten besorgt nicht nur seine Familie, sondern auch seine Kollegen auf dem Bau und in der Nachbarschaft. Seine Frau rät ihm dazu sich psychisch behandeln zu lassen, um den Urspring seiner Visionen zu ergründen. Dennoch hält Curtis an seiner Vorahnung fest; Ein Sturm wird kommen....


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"Take Shelter" war ein Film, der mich schon durch seine Trailer zum 'Sundance Filmfestival' interessiert hat. Der Film erinnerte mich an die düstere Atmosphäre von "Donnie Darko", der ja bekanntlich auch von Visionen einer bevorstehenden Katastrophe geplagt wurde.

Die Fragen die man sich den Film über stellt sind wohl; Wohin wird das ganze führen und was ist wahr und was ist Einbildung? Nun, Jeff Nichols lässt uns in die Psyche von dem Hauptcharakter Curtis LaForche eintauchen, denn der Zuschauer bekommt das zu sehen, was er sieht, oder wenigstens glaubt zu sehen. Man weiß wirklich nie, ob da nun Wolken sind, ob die Vogelschwärme die er sieht echt sind. Selbst wenn es alls Illusion sein sollte, hat Nichols es geschafft, eine latente Gefahr aufzubauen die spürbar ist und Schrittweise immer näher kommt.

"Wer Wind sät, wird Sturm ernten" - Allerdings hat Curtis den Wind nicht selbst gesät. Er hat auch keine Zeit etwas zu säen. Der Fokus liegt im Film klar auf ihm und auf seiner Familie. Seine Frau Samantha ist die erste, der Curtis Verhalten merkwürdig vorkommt und wenn er schweißgebadet aufwacht, merkt sie das ja sowieso. So wie der Fokus auf der Familie liegt, liegt der Fokus auch auf den Problemen der Familie. Hier haben wir den krassen Querschnitt der typischen, amerikanischen Probleme. Erstens, die finanziellen Aspekte. Die LaForche haben Geldprobleme, obwohl Curtis auf dem Bau schufftet und seine Frau versucht Nebeneinkünfte ranzuschaffen. Trotzdem will das Geld hinten und vorne nicht reichen und so ist die Stimmung in der Familie immer leicht bedrückt. Dazu kommt noch ihre taube Tochter, die dringende medizinische Versorgung benötigt und auch die schulische Ausbildung Kosten mit sich bringt. Trotzdem wird die Kleine immer Umsorgt und ihr Vater besucht sogar Seminare, damit er sich mit ihr in Zeichensprache verständigen kann. Denn muss sie sich eine teuren Operation unterziehen, was die Versicherung nicht bezahlen will und es natürlich auch keine Krankenkasse gibt. Dazu kommt Curtis auch noch zeitweise in Bedrängnis, weil sein Arbeitsplatz auf der Kippe steht. Klar das der Herr des Hauses nachts schlecht schlafen kann, obwohl er sich für seine Familie aufopfert. Je größer sein Problemhaufen wird, desto intensiver werden auch seine Träume und Visionen. So werden die Wolkenberge größer, es zucken Blitze und der Wind tobt, bis alles in einem großen Desaster enden wird. Curtis ist aber ein aufrechter Amerikaner und packt die Sache an, allerings am falschen Ende wie alle meinen. Er baut den Schutzbunker aus und as ist bei schlechter, finanzieller Lage nicht gerade ratsam, weshalb er auch bald mit seiner Frau aneinander gerät, was noch mehr Probleme verursacht.

Nichols mischt hier viele Genre-Elemente aus Horror, Thriller, Mystery, Drama und Tragödie. Wie ich schon sagte, erinnerte mich die Stimmung an "Donnie Darko" und auch gewisse Anleihen an M.N. Shymalan, was Mystry angeht, Stichwort; Es kommt anders als erwartet. Szenen eskalieren so schnell, wie sie auch wieder vorbei sind. Der Film nimmt sich die Zeit die er braucht und die vorallem Curtis braucht um zu verstehen, was mit ihm geschied. Er selbst wird auch durch die psychologische Behandlung nicht schlauer, genau so wenig wie der Zuschauer, denn man erfährt nichts was er nicht erfährt. Das geringe Tempo des Films sorgt natürlich für Anspannung, weil man sehen will, worauf es hinausläuft. Allerdings baut sich das Puzzel der Hinweise langsam zusammen  und es werden sogar einige Teile fehlen und so wird am Ende einfach alles vom Tisch gewischt. Es ist wohl auch der einzige Kritikpunkt, den man hier hervorheben kann, denn der Film ist in seinem Handlungsverlauf sehr monoton und fast langweilig gestalltet, wenn man sich nicht auf die Story, die Charaktere und die Probleme einlässt.

Sehr hervorzuheben ist hier die Musik, die immer zur Stimmung der jeweiligen Szenen beiträgt und auch angespannte Szenen mit ruhigen Tönen unterstreicht, was auf den ersten Blick seltsam wirkt, aber in der Ausführung sehr gut funktioniert.

Wichtig hierbei ist natürlich die schauspielerische Leistung, die den Zuschauer an den Bildschirm fesselt. Für die Hauptrolle des Curtis LaForche wurde Michael Shannon gewählt, der schon einmal mit Jeff Nichols bei dem Film "Shotgun Stories" zusammengearbeitet hat. Er spielt den besorgten und von Vorahnungen geplagten Familienvater mit Bravour. Dabei helfen ihm auch seine Gesichtszüge, die in sorgenvoll erscheinen lassen, was es nur realistischer macht. Gleichermaßen gut spielt er mit seiner Frau und vorallem seiner kleinen Tochter zusammen, auch wenn seine Beziehung zu seiner einen Tochter mir immer etwas distanziert vorkam. Die Rolle seiner sorgenden Frau übernimmt Jessica Chastain, welche mit Glanzrollen in "The Help" und "The Tree of Life" begeistern konnte, welche allerdings erst nach "Take Shelter" gedreht wurden. Sie ist die nötige Stütze für ihren einknickenden Mann und verleiht dem Film die nötige Wärme, wenn der Film auf der Gefühlsebene eher kühl gehalten ist. Auch spielt sie gerade gegen Ende eine immer wichtigere Rolle.


Fazit.
"Take Shelter" ist ein mitreißendes und spannendes Drama, welches mit der Psyche des Hauptcharakters und des Zuschauers spielt, die Handlung und Intentionen verschleiert und Raum für Interpretationen lässt. Wird der Sturm nun kommen oder nicht? Leidet Curtis doch unter eine psychischen Störung? Und wie ist das Ende nun zu deuten? Fragen über Fragen - and the answer my friend, is blowing in the wind...







Bis dahin - Tschödeldö







P.S.: Diese Woche gibt es natürlich wieder eine zweite Review auf dem Blog der Erdbeerkriegerin. Also schaut vorbei! :)

Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/Take_Shelter
             http://www.filmstarts.de/kritiken/189944/kritik.html
Bilder:  http://fm4.orf.at/stories/1689790/
             http://kommunales-kino-pforzheim.de/de/spielfilm/take-shelter-_-ein-sturm-zieht-auf
             http://kolson-kevinsblog.blogspot.de/2012/03/catching-up-with-2011-take-shelter.html

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