28.10.12

Anime•Peteback: Children Who Chase Lost Voices


Es ist auch schon wieder etwas Zeit vergangen, seitdem ich das letzte Mal über einen Anime geschrieben habe. Deswegen wollen wir das diese Woche mal wieder nachholen und das auch gleich im Rahmen unseres geliebten Filmprojekts!
Legen wir los, mit;

Children Who Chase Lost Voices


"Children Who Chase Lost Voices" ist eine Anime-Film aus dem Jahr 2011, von Regisseur Makoto Shinkai. Der Film erschien in Deutschland allerdings erst im Juli diesen Jahres.


Trailer
(leider nur japanische Vertonung)


Fakten
Originaltitel: Hoshi o Ou Kodomo (星を追う子ども)
(dt. Kinder, die die Sterne jagen)
Deutscher Titel: Children Who Chase Lost Voices
(dt. Kinder, die verlorene Stimmen jagen)
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2011 (2012 in Deutschland)
Länge: ca. 116 Minuten
Regie: Makoto Shinkai
Drehbuch: Makoto Shinkai
Produktion: CoMix Wave Inc.
Studio: CoMix Wave Studios
Musik: Tenmon


Hauptperson des Abenteuers ist die junge Asuna Watase, die in einer ländlichen Gegend irgendwo in Japan lebt. Sie ist eine strebsame Schülerin, was ihr von ihren Klassenkameraden nicht immer Sympathien einbringt. Nach der Schule muss sie auch öfter allein den Haushalt schmeißen, da ihre Mutter oft den ganzen Tag arbeiten muss. Nach getaner Hausarbeit, oder auch direkt nach der Schule, geht sie zu ihrem Lieblingsplatz. Ein Berg hinter einer Eisenbahnbrücke, wo man von einem großen Felsen aus auf die Stadt und das umliegende Land schauen kann. Dort wartet auch ihre tierische Freundin Mimi, ein katzenartiges Wesen.  Dort hat sie sich eine kleine Höhle gemütlich eingerichtet. Dort steht auch ihr Amateurradio. Ein kleines selbstgebautes Radio, welches durch einen leuchtend-blauen Stein betrieben wird, den sie einst von ihrem verstorbenen Vater bekommen hat. Eines Tages empfängt sich mit diesem Radio merkwürdige Musik und merkwürdige Ereignisse nehmen ihren Laufen. Ein neuer Lehrer, Ryuji Marisaki, kommt an die Schule und in der Schule wird von einem großen Wesen gewarnt, dass sich in der Gegend rumtreiben soll. Auf dem Weg zu ihrem Lieblingsplatz, begegnet Asuna diesem Wesen, welches sie ohne Grund angreift. Zum Glück kommt ihr ein mysteriöser Junge zur Hilfe, dessen Kräfte auch nicht von dieser Welt stammen können, der das Monstrum dann tötet. Diese Begegnung ist der Auftakt für ein mystisches, fantastisches Abenteuer.


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Makoto Shinkai schafft es doch immer wieder, mich mit seinen Filmen zu erstaunen. Schon seit "Voices of a Distant Star" war ich immer von der Bildgewalt seiner Filme beeindruckt und die Gefühlsnähe - bzw. dichte hat mich immer sehr mitgenommen. Ich konnte den nächsten Geniestreich kaum erwarten.

Nachdem er sich mit "The Place Promisted In Our Early Days" und "5 Centimeters Per Second" nur auf dem Terrain des Alltagslebens, bzw. leichten Si-Fi-Anteilen bewegt hat, schlägt er nun eine neue Richtung ein, ins Fantasy-Genre.

Der Film präsentiert schon in der ersten Minute die bekannten Landschaftsbilder und begeistert durch wunderbare Darstellung von Flora, Fauna, Städte, Wasser und vor allem dem eindrucksvollen Himmel. Selten sahen Wolken schöner aus. Ein abwechslungsreiches Farbenspiel wird einem geboten, wobei man aber merkt, dass es vor allem die Abenddämmerung Shinkai angetan hat, denn in keinem Anime wird besser mit dem Licht gearbeitet. Alles untermalt mit einem mitschwingenden Soundtrack, der die Atmosphäre noch besser unterstreicht. Der Film erinnert dabei stark an einige Werke des Großmeisters Hayao Miyazaki, vor allem was die Story angeht. Es ist unlängst bekannt, dass Miyazaki das "Naturthema" in seinen Filmen immer sehr am Herzen liegt und so ist es auch bei "Children Who Chase Lost Voices". Der Film thematisiert die Ausbreitung der Mensche, die Verdrängung der Natur, die Verschmutzung der Umwelt und das Aussterben von bedrohten Arten. Alles gepaart, mit der Shinkai'schen Betonung der Gefühlswelten der einzelnen Charaktere und dessen Emotionen und vor allem ihren Zielen. Die Story um vergessene Völker, alte Götter und das Ringen zwischen Leben und Tod, Aufbau und Verfall ist immer spürbar und schafft dennoch die Balance zwischen einem wunderbaren Märchen und einem mitreißenden Drama, vor allem weil jeder tragende Charakter in diesem Film, einen schweren Verlust erlitten hat der verarbeitet werden muss. Man spart sich allen Kitsch, der mit diesen Themen verbunden sein könnte und bleibt immer auf einer Ebene, die für den Zuschauer nachvollziehbar ist, ohne zu theatralisch zu wirken.

Gerade das vergessene Land Agartha ist Shinkai wirklich ausnahmslos gut gelungen. Eine Fantasiewelt angefüllt mit Menschen, Tieren und mystischen Daseinsformen, die einem entweder friedlich gesinnt sind, oder den ungebetenen Besuchern nach dem Leben trachten. Vor allem die Wesen, die "Quetzalcoatls" genannt werden, die die Eingänge nach Agartha und das Land selbst bewachen, sind sehr interessant. Sie haben alle eine individuelle Form und treten zum Beispiel in der Erscheinung eines Hirsches, Krokodils oder Bärs auf. Natürlich nicht den Tieren entsprechend, aber man könnte das jeweilige Tier darin erkennen. Größtenteils erinnerte mich das Erscheinungsbild dieses vergessenen Landes an "Erdsee" aus Miyazakis "Die Chroniken von Erdsee" und natürlich den Romanen.





Die einzelnen Charaktere sind alle sehr liebevoll gestaltet und der Zuschauer entdeckt Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Eigenheiten und auch Ecken und Kanten, die einem nicht gefallen werden. Dabei hat man im Großen und Ganzen nur drei Charaktere, mit denen man unterwegs ist. Dabei natürlich die Hauptprotagonistin Asuna, die eher aus Zufall nach Agartha kommt und Shun, den jungen der sie vor dem Monstrum rettete, wiederbeleben möchte. Ein ähnliches Ziel hat Herr Morisaki, der das vergessene Land aufsucht um seine verstorbene Frau wieder von den Toten auferstehen zu lassen. Er hat alte Schiften und andere Aufzeichnungen studiert und ist sogar einer Geheimorganisation beigetreten, um dieses Land zu finden und seinen größten Herzenswunsch zu erfüllen. Der dritte Charakter ist Shin, der jüngere Bruder von Shun, der in einen Zwiespalt zwischen den Menschen und seiner Welt Agartha gerät und nun zwischen eigenem Willen und Pflicht hin und her gerissen ist. Shun hat hingegen nur einen kurzen Auftritt und bringt die gesamte Geschichte mehr oder weniger ins Rollen. Er kam an die Oberfläche um einmal in seinem Leben den Sternenhimmel zu sehen, da Agartha unter der Erde liegt, was ihm am Ende das Leben kostete, weil Menschen aus Agartha nicht lange an der Oberfläche überleben können.

Die Synchronisation ist im Allgemeinen ganz gut gelungen, sodass man sich die deutsche Tonspur auf jeden Fall anhören kann. Mir hat die Originalfassung mit Untertiteln doch ein Tick besser gefallen, was vor allem auch an der Musik klingt, die im Originalton irgendwie klarer wirkt. Wir haben unter anderem auch einige bekannte Sprecher im Cast. Darunter Constantin von Jascheroff (Akito in Air Gear), Matthias Klie (James in Pokémon), Katrin Zimmermann (Murrue Ramius in Gundam Seed) und Maximiliane Häcke (Mocchi in Maid-sama).



"Jetzt wo es soweit ist, habe ich unglaubliche Angst - doch gleichzeitig empfinde ich auch Glück. Es ist so als könnte ich die Sterne mit Händen greifen..."   -Shun



Fazit.
"Children Who Chase Lost Voices" ist wieder ein bildgewaltiges Werk geworden und kann wieder immer durch Detailverliebtheit und tolle Charaktere begeistern. Der Fantasystil der Story ist gut ausgearbeitet und ist stehts spannend und kann den Zuschauer mühelos fesseln. Makoto Shinkai hat damit wieder mal sein Talent als Regisseur und Drehbuchautor bewiesen. Wer ein fantasievolles Märchen um eine andere Welt, die Grenzen zwischen Leben und Tod und ein fesselndes Abenteuer sehen möchte, der sollte hier auf jeden Fall zugreifen!






Bis dahin - Tschödeldö






P.S.: Wie immer gibt es auch eine Rezension auf dem Blog von der Erdbeerkriegerin. Schaut also mal vorbei! :)

Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Children_Who_Chase_Lost_Voices
             http://www.filmstarts.de/kritiken/197258.html
Bilder:  http://animescenes.files.wordpress.com/2011/12/children-who-chase-lost-voices-from-deep-below-bss-bd-100918.jpg

             http://www.uriks.no/film-fra-sor-children-who-chase-lost-voices-from-deep-below/
             http://www.ibloganime.com/2011/12/movie-hoshi-wo-ou-kodomo-children-who.html
             http://www.theepochtimes.com/n2/arts-entertainment/movie-review-children-who-chase-lost-voices-from-deep-below-201955.html
             http://myau-club.blogspot.de/2011/10/comic-fiesta-2011-special-screening.html

Kommentare:

  1. Gutes Review. Mir hat der Film ebenfalls sehr gut gefallen und ich muss sagen, dass Makoto Shinkai, Hayo Miyazaki langsam ebenbürtig wird oder bereits ist. Es wäre jedoch vorteilhaft, wenn er sich in seinem nächsten Werk von einer melancholischen Liebesgeschichte distanzieren würde, da sich diese Thematik bereits etwas abnutzt.

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    1. Ebenbürtig würde ich es noch nicht nennen. Miyazaki hat da noch die Nase vorne, vorallem weil seine Filme etwas abwechslungsreicher sind. Und das melancholische schwang in diesem Film eher so nebenbei mit, das fand ich ganz gut. Allerdings würde ich auch gerne mal was Neues sehen. Vielleicht etwas in Richtung "Si-Fi" oder er versucht sich mal an einem Franchise.

      Und soo ein ganz klein bisschen sind diese eindrucksvollen Darstellungen vom Himmel, schon auch abgekaut xD Die sind auch in jedem seiner Filme dabei und vorallem gleich.

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  2. Oh nein oh nein oh nein!
    Meine Rezension folgt morgen. Siehe Uhrzeit. Irgendwie hab ich's heute nicht geschafft. (Morgen ist erst wenn ich heute geschlafen hab. Du verstehst? xD)

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    1. Hach, der Film war toll *____*
      Danke für den Vorschlag (: Wir müssen mehr Animes gucken! Okey.. ein Vorschlag von mir..
      Ich würde gerne einen von den folgenden Filmen schauen:

      Goethe!

      Rubber

      The Tree of Life

      The Divine

      Sons of Norway

      Welchen, kannst du dir gerne aussuchen. Rubber hast du ja mal vorgeschlagen (:

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