14.10.12

Film•Peteback: Cashback


Diese Woche noch alleine schreiben, nächste Woche wieder mit Filmprojekt!
Also, schauen wir diese Woche;

Cashback


"Cashback" ist eine britische Liebeskomödie aus dem Jahr 2006, von Regisseur Sean Ellis. Das Drehbuch wurde schon zwei Jahre zuvor als Kurzfilm vom selben Regisseur verarbeitet, mit den selben Crewmitglieden und dem selben Cast.


Trailer


Fakten
Originaltitel: Cashback
Deutscher Titel: Cashback
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2006
Länge: ca. 100 Minuten
Regie: Sean Ellis
Drehbuch: Sean Ellis
Produktion: Lene Bauseger, Sean Ellis


Ben Willis (Sean Biggerstaff) ist Student an einer Kunstakademie und hat sich gerade im Streit von seiner Freundin Suzy (Michelle Ryan) trennt. Er kann dies aber nur sehr schlecht verkraften und fällt er in ein tiefes Loch, aus dem es sich einfach nicht selbst befreien kann. Da kann auch sein bester Freund, der leicht triebgesteuerte Sean, nicht weiter helfen. Ben leidet seit der Trennung unter permanenter Schlaflosigkeit. Das bedeutet aus seiner rationalen Sicht, dass er acht Stunden mehr Zeit am Tag hat, aber wie soll man die am besten nutzen? Zumal er sich auch noch in einer künstlerischen Schaffenskrise befindet. Das bringt ihn auf die Idee, die Nachtschicht in einem Supermarkt anzunehmen. Er hat was zu tun und kann somit noch Geld verdienen. Die perfekte Lösung. Der Student ist natürlich total überqualifiziert, wird aber mit offenen Armen von seinem nicht wenig selbstverliebten Chef Jenkins (Stuart Goodwin) aufgenommen.  Seine Arbeitskollegen Matt (Michael Lambourne) und Barry (Machael Dixon) vertreiben sich die Arbeitszeit gerne mit kindischen Spielen und den schrägsten Aktionen und die Kassiererin Sharon (Emilia Fox), für die Ben sich bald näher interessiert, versucht die Zeit zu ignorieren. Ben schlägt die Zeit mit seiner ganz eigenen Methode tot: Er hält die Zeit einfach an, Kraft seiner Gedanken. Ja das geht wirklich! Nur er kann sich in der eingefrorenen Zeit bewegen und macht sich den Umstand auch gleich zum Vorteil, in dem er Kundinnen entkleidet und zeichnet. So findet er auch zu seiner künstlerischen Ader zurück. In dieser, seiner eigenen Welt, sinniert der Künstler über die Schönheit des weiblichen Körpers, seine frühen Erfahrungen mit Frauen und auch über die Auffassung und Bedeutung von Liebe, womit er seine Trennung kompensiert.



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Filme zu schauen, die immer ein bisschen anders sind, sind immer eine willkommene Abwechslungs, zu den üblichen 5-Sterne-Filmen die einem so vor die Füße fallen. "Cashback" ist einer dieser Filme, die es ein bisschen anders machen und arbeitet da auf einer sehr speziellen Ebene.

"Cashback" ist ein Film der viel Stimmung aufbaut und auch ausdrückt. Teils sinnlich-romantisch-witzig wie "Garden State" und auf der anderen Seite surreal und fantasievoll wie "Donnie Darko". Das Genre des Films ist gar nicht so leicht festzustellen, da der Film von vielen Einflüssen profitiert. Vornean natürlich Romanze, dann Anflüge von Drama und Arthouse, gepaart mit komödiantischen Einlagen und einen Tick Fantasy.

Der Film ist indie, durch und durch. Erfreulicher Weise hat "Cashback" dabei aber keine Probleme und wenn man ihm doch welche nachsagen will, dann sind diese ausschließlich geschmacklicher Natur. Gerade das Setting des Films sticht heraus, denn sowohl die Schauspieler, als auch die Schauplätze wirken wie aus dem Alltag gegriffen. Sean Biggerstaff und Emilia Fox, die die Hauptfiguren geben, wirken so natürlich, harmonieren perfekt miteinandern und sind an jeder Stelle glaubhaft. Kein typischer Filmstarlook, keine überzeichneten Charaktere, keine ausgefallenen Schauplätze, sozusagen der Otto-Normal-Film schlechthin. Die britische Ader des Films zeigt sich in jeder Szene, im Sinne der Natürlichkeit des Auftretens und des Aussehens. Emilia Fox in der Tolle von Sharon, ist keine Schönheit nach Hollywood-Maßstäben, sondern ist schön in der Natürlichkeit der normalen Frau von Nebenan.. Das fördert natürlich die Identifikation mit den Charakteren, sei es nun Haupt- oder Nebendarsteller, denn in dem Film ist einer so gut ausgearbeitet, wie der andere.

Ein wichtiger Punkt bei dem Film ist der Humor. Der ist nämlich weder aufdringlich, noch zu flach. Kein einfacher Slapstick, auch wenn manche Szenen dazu einladen würden. Wer die großen Lacher erwartet, der wird hier enttäuscht werden. Alle mal laden die Szenen zum Schmunzeln und zum Dauergrinsen ein, denn Ben, der die Story teils erzählt, bringt die Pointen zu seiner Vergangenheit mit Stil und dem richtigen Timing. Auch die Charaktere die alle sehr spezielle Anwandlungen haben, sind Grinsen wert. So haben wir die beiden Kollegen von Ben, Matt und Barry, die hier die Spaßvögel von Dienst geben und für den Hau-Drauf-Humor sorgen und dann natürlich der Filialleiter Jenkins, der so schmierig, gelackt und selbstverliebt ist, dass sogar Parallelen zu Stromberg auffallen. Immer wieder erwartet man die Abschnitte, wo Ben wieder mal die Zeit anhälte und die Frauen im Supermarkt entkleidet und sich ganz seiner kreativen Ader hingibt. Hier sinnt er über Liebe, Beziehung, Frauen und menschliches Zusammenleben nach und gibt auch einschlägige Geschichten aus seiner Kindheit preis. Interessant dabei ist die Tatsache, dass alle Statisten in den Szenen wirklich still stehen und das die ganze Zeit. So kann man hier und dort auch mal ein kleines Wackeln der still stehenden Frauen und Männer erkennnen. Technisch glanzvoll ist hingegen eine Szene im späteren Verlauf, wo fallender Schnee angehalten wird. Einfach ein Bild für die Götter!

Von Schauspiel her, gibt es bei keinem der Darsteller etwas zu meckern. Allein die Charakterzeichnug von Ben wirft ein paar Fragen auf. Der Film beginnt schon nicht sehr rosig, denn er wird von seiner Freundin verlassen und ist danach natürlich nicht so super drauf. Er wirkt sogar schon sehr depressiv. Man kann ihm den Sachverhalt nicht so ganz abnehmen. Er ist zwar Künstler und daher schon sensibel und ästhetisch, aber die Trauer wirkt furchtbar überzogen und aufgesetzt. Zumal er während seines Minuten in der zeitleeren Zone einfach Frauen auszieht, nimmt man ihm die Opferrolle in der Hinsicht nicht so leicht hab. Aber gut, dass ist immer eine subjektive Auffassung, denn dieser Umstand stört auch nicht wirklich.


Fazit.
"Cashback" ist ein sympathischer Film über Liebe, Mann und Frau und das Zusammenleben von uns Menschen. Die Schauspieler sind überzeugend, der Humor treffend und anspruchsvoll und die Charaktere einfach nur liebevoll gezeichnet. Außerdem schafft es der Film über die gut 100 Minuten Laufzeit durchweg gut zu unterhalten. Nicht unbedingt ein Abendfüllender Film, aber eine wunderbare Abwechslung für zwischendurch.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Cashback_%282006%29
             http://www.kino-zeit.de/dvd/cashback
Bilder:  http://www.mannbeisstfilm.de/kritik/Sean-Ellis/Cashback/2369.html
             http://outnow.ch/Movies/2006/Cashback/Bilder/movie.fs/02

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