07.10.12

Film•Peteback: The Way Back - Der lange Weg


Diese Woche machen wir uns auf den Weg, 
mit;

The Way Back - Der lange Weg


"The Way Back - Der lange Weg" ist ein US-amerikanisches Drama/Abenteuerfilm aud dem Jahr 2010, von Regisseur Peter Weir. Der Film ist außerdem eine Literaturverfilmung, basierend auf Roman "Der lange Weg: Meine Flucht aus dem Gulag" von Slawomir Rawicz.


Trailer

Fakten
Originaltitel: The Way Back
Deutscher Titel: The Way Back - Der lange Weg
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2010
Länge: ca. 133 Minuten
Regie: Peter Weir
Drehbuch: Peter Weir, Slawomir Rawicz (Roman)
Produktion: u.a. Peter Weir
Musik: Burkhard von Dallwitz


"Nicht der Zaun markiert euer Gefängnis, nicht die Hunde oder Wärter - nein, Sibirien ist euer Gefängnis." Dies sind die Worte, die der Lagerkommandant des russischen Arbeitslager in Sibieren, an die neuen Häftlinge richtet. Unter den Gefangengen ist der polnische Soldat Janusz Wieszczek (Jim Sturgess). Ihm stehen zwanzig Jahre Gefangenschaft und Zwangsarbeit bei bitterer Kälte bevor. Anklage; Feind des Kommunismus und Spionage. Seine Frau hat durch ein erpresstes Geständnis sogar gegen ihren eigenen Mann ausgesagt und trotzdem muss er auf jeden Fall zu ihr zurückkehren. Ihr blieb keine andere Wahl, denn wenn sie nicht ausgesagt hätte, wäre sie auch gefangen genommen worden oder sogar Schlimmeres. Getrieben durch seinen Ehrgeiz und die Idee des Mitgefangenen Khabarov (Mark Strong) plant er mit sechs weitere Insassen die Flucht. Und zwar mit dem amerikanischen Ingenieur Mr. Smith (Ed Harris), dem russischen Gangster Valka (Colin Farrell) und den Insassen Tomasz (Alexandru Potocean), Kazik (Sebastian Urzendowsky), Voss (Gustaf Skarsgard) und Zoran (Dragos Bucur). Alle haben verschiedene Nationalitäten und kommen aus den unterschiedlichsten Milieus und Berufen. Später schließt sich auch noch die junge Irena (Saoirse Ronan) der Notgemeinschaft an. Als sie alle nötigen Sachen beisammen haben brechen sie in der Nacht, während eines Schneesturms, aus dem Gulag aus und schlagen sich in die Wildnis. Ihr Ziel; Raus aus der russisch-kommunistischen Zone in die Mongolei und und später von dort aus nach Tibet und dann nach Indien. Erster zu erreichender Punkt ist der Baikalsee. Gemeinsam trotzen die Flüchtliche der ungezähmten Natur, der Kälte, dem Hunger und dem Durst. Immer vor Augen - Die Freiheit.


-----------------------------------------------------------


Wenn man den Namen Peter Weir hört, denkt man sofort an die großen, epischen Meisterwerke wie "Master & Commander", "Die Truman-Show"," Mosquito Coast" und "Der Club der toten Dichter". Sieben Jahre Zeit ließ sich der gute Mann nach "Master & Commander" und kam 2010 zurück auf die Leinwand. Mit im Gepäck eine Überlebensdrama um acht Kriegsgefangene bzw. Flüchtlinge, die durch die menschenfeindlichsten Region des eurasischen Kontinents pilgern. Der Film erzählt, auf der Basis des Romans "The Long Walk" von fiktiven Schicksalen, die extra für das Kinopublikum angepasst wurden.

Die Grundthematik um den zweiten Weltkrieg, sowjetische Arbeitslager, politische Verfolgung und die Suche nach Freitheit, bietet guten Nährboden für anspruchsvolles Kino, was man auch bekommt. Alledings nicht ohne hier und dort Abstiche machen zu müssen. Peter Weir will gleich 7+1 Schicksale und Charaktere vorstellen und das alles in knapp über zwei Stunden Laufzeit? Schwierigm, schwierig.

Fangen wir da mit den Charakteren an. Wir haben hier acht Charaktere zur versorgen und da ist es natürlich kein Wunder, dass da nicht jeder gleichberechtigt tragend für die Handlung des Films ist und mit Präsenz glänzen kann. Allerdings sticht im ersten Drittel gerademal zwei bis drei Personen von sieben hervor. Darunter vorallem der russische Verbrecher Valka. Im Gegensatz zu den restlichen politischen Gefangenen ist er ein echter Verbrecher und das merkt man ihm auch an. Er ist verschlagen, gewaltbereit und nicht der umgänglichste Zeitgenosse. Man merkt ihm an, dass er kein Gruppentyp ist, kann sich aber irgendwie eingliedern, auch wenn er anfänglich mit seinen Mitflüchtlichen nicht ganz zurecht kommt. Das bietet natürlich Raum für Spannung und Konfliktsituationen, die es zwar gibt, denen aber nicht genug Aufmerksamkeit geschenkt wird. Trotzdem domniert er sehr stark, was die anderen Charaktere sehr blass und teilnahmslos wirken lässt. Einzig Janusz steht noch standhaft neben ihm und lässt seine Rolle nicht unterkriegen und Mr. Smith hält sich seiner Rolle entsprechend erst einmal im Hintergrund. 
Erst nach Valkas Abgang auf der Hälfte, können sich die anderen Charaktere entfalten. Man muss sich dann auf Personen einlassen, die vorher eher ein Schattendasein bzw. Sidekick-Dasein fristeten, was aber nicht heißt, dass sie nicht interessant wären. Für jede Person in der Notgemeinschaft wurde anscheinend eine gute Hintergrundgeschichte erdacht, die aber zu langsam aufgedröselt wird und nicht ordentlich in die Gesamthandlung eingewoben wird und am Ende auch nicht mehr mehr als  sechs Zeilen Charakterbeschreiben bieten würde. Ein für die Dramaturgie und Authentizität wichtiges Element erschwert das ganze noch und das ist die Gemeinschaftssituationen. Wir haben hier eine Notgemeinschaft vor uns, keine Freunde, eigentlich Einzelkämpfer die zusammenarbeiten müssen um zu überleben und da ist so kein Platz für Persönliches. Die Hintergrundgeschichten kommen erst hervor, als die junge Irena zu der Gruppe stößt und mit ihrem jugendlichen Gemüt den harten Männeralltag auflockert und für ein wenig Identifikation sorgt. Sie fragt die einzelnen Männer nämlich über ihre Geschichte aus, welche die meisten auch gerne preisgeben.

Ein weiter Kritikpunkt ist die bereits angesprochene Spannung. Der Film zeigt einen Fußmarsch von Sibirien nach Asien, ein wahrer Gewaltmarsch. Dabei gibt es natürlich einige Probleme, die aber alle eher natürlich Herkunft sind. Sei es Nahrungs- und Wassermangel oder Naturgewalten, eisige Kälte und brennende Hitze. Trotzdem will sich die tiefgreifende und packende Spannung nicht wirklich einstellen. Die Reise geht immer weiter und weiter. Hier ist mal nicht der Weg das Ziel, das Ziel ist das Ziel. Und die Figuren ertragen einfach die Kälte von Sibiren, die Hitze der Wüste Gobi und alles dazwischen. Was mir ein wenig gefehlt hat, ist der Aspekt der Verfolgung. Sie sind Flüchtlinge und werden anscheinend steckbrieflich gesucht. Die Figuren tuen auch immer so, als würde sie verfolgt werden, aber ist kein russischer Trupp hinter ihnen. Die haben die Verfolgung vermutlich schon abgebrochen, als die Notgemeinschaft aus den verschneiten Wäldern entkommen ist. Selbst am Baikalsee oder der Mongolei besteht keinerlei Gefahr durch die russischen Truppen. Da wirkt das auch das beste Schauspiel eher fehl am Platz. Auch die Konflikte zwischen den doch schon grundverschiedenen Charakteren bleiben aus, wieso nur? Man verlangt ja nicht, dass sie sich gleich vollends an die Gurgel gehen, aber Streiterein kommt man sogut wie nie zu sehen. Die kritischste ist wohl dann die in der Wüste, als man sich uneinig über den weiteren Weg ist.

Trotz der bisherigen eher negativen Aspekte ist "The Way Back" nicht komplett unspannend, aber bietet nicht die Spannung die man sich wünscht. Der Film kann außerdem mit grandiosen Schauplätzen und Aufnahmen beindrucken. So wurde zwar in Bulgarien und Marokko gedreht, anstatt in Sibirien und Gobi, aber das ist bei der Abgeschiedenheit dieser Orte auch irgendwie verständlich, und das Feeling kommt trotzdem auf. Mir ist es nicht aufgefallen. Allein die Szene von der Ankunft in Indien wurde in Darjeeling gedreht. Ein kleiner Trupp, der sich durch eindrucksvolle Berge, Wüsten, Felder, Steppen und Wälder schlägt. Da fühlte ich mich an einige Szenen aus "Der Herr der Ringe" erinnert. Man schaut den Menschen einfach gerne bei ihrer Reise zu und leidet und freut sich mit ihnen. Auch die Dialoge und das Schauspiel der acht Flüchtlinge ist ein Genuss und man nimmt ihnen die Strapatzen vollends ab. Wenn man die wunden Füße, die aufgerissenen Lippen und den Schmutz und Löcher in der Kleidung sieht, dann merkt man schon, dass so eine reise kein Zuckerschlecken ist. Die ausgezerrten Gesichter der Männer vorallem gegen Ende sprechen wahre Bände. 

Allen voran der schon gealterte Ed Harris der auch schon seine über 60 Jahre auf den Buckel hat, wird im Film nochmal fünfzehn Jahre älter. Er liefert auch das beste Schauspiel meiner Meinung nach ab. Colin Farrell in der Rolle des Russen Valka, wirkt ein wenig zu smart in seiner Rolle. Allerdings frage ich mich, wieso man für den Cast keine echten Polen, Letten oder Russen genommen hat, sondern Amerikaner, Engländer, Schweden und sogar den deutschen Sebastian Urzendowsky. Es wäre sicher kein Problem gewesen, passende Schauspieler dafür zu finden. Schon Tarantino hat für "Inglorious Bastards" einen spitzenmäßigen, deutschen Cast zusammen bekommen, denn nur Deutsche können Deutsche richtig spielen und das ist bei Polen, Russen und den baltischen Ländern nicht anders. Sehr schade, dass man darauf verzichtet hat.


Fazit.
"The Way Back - Der lange Weg" ist ein wirklich sehenswertes Überlebensdrama, das aber die Ansprüche die es selber an sich stellt nicht meistern kann. Das betrifft vorallem die Charaktere und die Spannung, bei denen der Funk nicht so ganz überspringen will. Der Film kann aber durch einen ordentlichen Cast, fantastische Landschaftsaufnahmen und eine interessante Story punkten. Trotz der negativen Kritik, ist der Film keine Zeitverschwendung, sondern rangiert immernoch über dem Durchschnitt. Mit hat er über die gesamte Länge gut gefallen!






Bis dahin - Tschödeldö







Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/The_Way_Back_%E2%80%93_Der_lange_Weg
             http://www.filmstarts.de/kritiken/100224-The-Way-Back.html

Bilder:  http://filmkinotrailer.com/the-way-back-trailer/
             http://www.moviepilot.de/movies/the-way-back/images/5281310
             http://www.filmstarts.de/personen/3556-Peter-Weir/bilder/detail/?cmediafile=19560930
             http://www.moviepilot.de/movies/the-way-back/images/5281422

          http://www.philonfilm.net/2010/12/review-way-back.html

Kommentare:

  1. Kann mich deiner Meinung nur anschließen, auch wenn ich es kaum fassen kann wie alt der Film schon wieder ist D: Kommt mir vor als wäre es nur ein Jahr her, seitdem er in der Sneak Preview lief. Uff. Vielleicht werde ich wirklich alt..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ps. Wollen wir nächste Woche wieder mit unserem Filmprojekt weitermachen? (:

      Löschen
    2. Alt? ._. Wieso alt? Der Film ist von 2010, da kann man ja wohl nicht von nem alten Film sprechen :D

      Ja wir können gerne wieder anfangen. :) Meine Kritik zu "Lucky Number Slevin" hab ich ja noch ;)

      Löschen
    3. Alles klar, dann versuch ich den mal nächste Woche zu schauen. ^^

      Löschen