11.10.12

Game•Peteback: From Dust

Es ist schon wieder ne ganze Weile her, dass ich mal etwas ausführlicher über ein Spiel geschrieben habe. Nicht, dass ich nicht genug Spiele gespielt hätte, die es wert gewesen wären darüber zu schreiben. Nein, ich war einfach nur faul.
Aber dafür komm ich nun zurück, nicht mit einem Geheimtipp, aber doch schon einer netten Empfehlung. :)

Heute sabbel ich über;
From Dust


"From Dust" ist ein ein sogenanntes 'God Game' bzw. Sandbox Game welches von Eric Chaho erdacht, designed und von Ubisoft Montpellier entwickelt und gepublished wurde. Das Spiel erschien 2011 für verschiedene Plattformen und Systeme.


Trailer


Titel: From Dust
Deutscher Tital: From Dust
Entwickler: Ubisoft Montpellier
Publisher: Ubisoft
Disgner/Idee: Eric Chahi
Plattformen: Windows, Xbox 360°, 
   PlayStation 3, Google Chrome
Gespielt: PS3 Version
Erschienen: September 2011
Altersbeschränkung: USK 12
Preis: Amazon -14.95€, Steam - 14.99€


Eins ist von vornherein klar. "From Dust" spart sich eine große, epische Story und zeigt uns lieber einige Eindrücke der Umwelt, während ein Sprecher in einer fremden, altertümlich-wirkenden Sprache, die wirkt wie die Sprache von eingeborenen Stämmen, kryptisch die Ausgangssituation darlegt. Es werden einige Menschen gezeigt, offenbar ein Stamm von Ureinwohnern die auf einem kargen Land zusammengekommen sind. Der Himmel ist dunkel und mit Wolken verhangen, das Meer peitscht an die Küstenlinie der kleinen Felseninsel. "Hier stehen wir, wie am ersten Tag...". Ein zentraler Satz der die Ausgangsituation beschreibt, denn es sieht wirklich alles so aus, als ob Gott gerade das Nötigste auf der Welt geschaffen hat. Der Stamm scheint keinerlei Erinnerungen zu haben und ist in einem neuen Land angekommen, es wird aber gesagt, dass es 'Die Alten' gab, was auf ein anderes Volk hindeutet. Es scheint sich auch um ein sehr naturverbundenes Volk zu handeln, denn sie Rufen zuerst eine Art Naturgeist oder Gott zu sich, um mit dem Land zu kommunizieren. Dieser wird 'Odem' genannt. Hier kommt der Spieler ins Spiel, denn er übernimmt die Rolle dieses Naturgeistes, der als kugelartige Erscheinung dargestellt wird. Ihm ist es möglich die Beschaffenheit des Landes zu verändern, um so den Stamm in neue Gebiete zu verhelfen.



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Wir leben in Zeiten, in denen man als Spieler schonmal über den Tellerrand der Ranglisten-Games schauen muss, um einige Perlen zu entdecken, die mit einigermaßen neuen Elementen, Spielmechaniken und Gimmicks aufwarten können. Sei es "Portal", "Super Meatboy", "Bastion", oder "I am Alive".

Schön zu sehen, dass man über den Tellerrand blickt und dann das Gesicht von Eric Chahi sieht. Ein Spiel von ihm muss Rang und Format haben, denn er ging mit seinem Action-Adventure "Another World" in die Computerspielgeschichte ein und ebnete den Weg für Meilensteine wie "Tomb Raider" und "MDK". Auch auf dem Gebiet der Software und der Technologie ist der Franzose kein unbeschriebenes Blatt, denn er entwickelte eine Methode um Animationen flüssig ablaufen zu lassen und den Speicherbedarf dennoch gering zu halten.

"From Dust" ist ein sein neustes Werk und er erweckt damit das Genre des 'God Game' wirder zu neuem Leben. Begründer dieses Genres war die Entwicklergröße Peter Molyneux, der mit "Populous" die erste Göttersimulation schuf. Darauf basierend entwickeltere er auch die "Black & White"-Teile in denen man als auch als Gott seine Hand über ein Volk hält und es durch die Welt geleitet. Dieses Genre ist in den letzen Jahren ein wenig eingeschlafen und wurde nur durch die Evolutionssimulation "Spore" von "Sims"-Vater Will Wright wieder ein wenig wachgerüttelt. Mit "From Dust" erleben wir hoffentlich ein Revival des Genres.

Man übernimmt in dem Spiel die Rolle eines Gottes, der von dem Stamm 'Odem' genannt wird. Man die Fähigkeit die Umgebung zu verändern, indem man Erde, Wasser oder sogar Lava aufnimmt, um sie dann woanders zu platzieren. Der Story Modus des Spiels ist dabei level-artig gehalten, sodass man immer eine Karte abschließen muss, um dann den nächsten Abschnitt freizuspielen. Das hat den Vorteil, dass man sich immer nur auf eine Karte konzentrieren muss, wirkt auf die Dauer aber ein wenig zu linear und mindert den Sandbox-Charakter des Spiels. Der Ablauf ist dabei eigentlich immer gleich;  Der Stamm kommt in ein neues Gebiet, was immer eine Insel ist und muss einen Platz für das erste Dorf finden. Auf den Inseln sind 1-4 Totems verteilt, um die herum kleine Dörfchen errichtet werden können und auch nur dort. Die Orte wo die Totems stehen sind festgelegt und können erst später im Spiel noch individuell versetzt werden. Dabei immer im Hinterkopf den Auftrag, das Land bewohnbar zu machen und es ergrünen zu lassen. Erst wenn ein Dorf errichtet wurde, ist das Land beseelt und Pflanzen breiten sich aus und Tiere erscheinen auf der Karte. Es gibt dazu auch eine Prozentanzeige, wie viel der Karte schon 'lebendig' ist. Man hat als 'Odem' die Rolle eines Schutzgottes inne und muss den Stammensmitgliedern das Leben erleichtern und ihnen helfen Abgründe zu überbrücken und sie vor Naturkatastropfen schützen. In der Ausführung ist das sehr simpel. Man nimmt Erde auf und schafft daraus z.B. eine natürliche Brücke, oder man nimmt die sie um einen Fluss umzuleiten, oder die Quelle versiegen zu lassen. Terraforming pur! Die Menschen in der Welt sind komischer Weise sehr wasserscheu. Die Katastropfen beschränken sich dabei einfach auf Flutwellen, Vulkanausbrüche und starke Regenfälle.

Hier kommen auch 'Die Alten' ins Spiel. Man erfährt nicht genau wer dieses Volk ist, aber sie haben die Totems errichtet und hinterließen Wissen und Artefakte. Die Artefakte sind essenziell wichtig füt den Fortbestand des Stammes, denn sie geben dem Spieler bestimmte Mächte oder auch Fähigkeiten. Diese Spalten sich in Fähigkeiten für den Stamm und Fähigkeiten für den 'Odem'. Beide Arten müssen auf der Karte gefunden, bzw. ausgegraben werden und müssen dann zu einem Dorf gebracht werden.  Die erste Fähigkeit für den Stamm ist der Schutz vor Wasser. Eine riesige Flutwelle türmt sich auf und das Wunder geschied - es bildet sich ein Kreis um das Dorf und das Wasser fließt turmhoch um das Dorf herum. Sehr eindrucksvoll! Andere Fähigkeiten sind der Schutz vor Lava oder Feuer. Die Fähigkeiten für den 'Odem' sind ein wenig umfangreicher., denn man kann gleichzeitig vier Fähigkeiten nutzen. Darunter z.B das Anhalten der Zeit, das versigen von sämtlichen Wasser oder doppelte Aufnahmekapazität des 'Odems'.

Auf der Karte verteilt findet man auch Steine, auf denen ein Text steht, der dann im Menü eingesehen werden kann. Diese Texte stammen von den 'Alten' und geben Aufschluss über die Welt und das Volk. Diese Fundstücke sind optional und sind oft auch ganz gut versteckt. Auch die komplette Erschließung und Begrünung der Insel ist komplett optional und oft auch gar nicht wirklich möglich, denn Vulkane machen einem da gerne einen Strich durch die Rechnung.

Von der Optik her, macht "From Dust" schon ordentlich was her. Die Umwelt sieht wirklich hübsch aus und man kann das Leben in seiner kleinsten Form beobachten. Das Wasser sowie die Lava sieht sehr realistisch aus und auch die Dörfer der Menschen sind ein Ranzoomen wert. Das Figurendesign des Stammes ist auch sehr interessant, da sie zwar alle eigentlich gleich aussehen, aber alle verschiedene Masken tragen, die sie unterscheiden. Technisch ist "From Dust" auch eine kleine Wucht, denn es hat die beste Physik, die ich je gesehen habe. Wasser und Lava verhalten sind außerordentlich real und lassen sich zwar kanalisieren, aber muss man bedenken, dass Lava irgendwann hart wird und Wasser Erosion auslöst und Erde wegschwemmt. Starke Regenfälle füllen Löcher und trockene Flussbette. Hier und da entdeckt man allerdings einen regelmäßigen Ablauf von Vulkanausbrüche, Flutwellen und auch der Regen kommt periodisch. Die Maps unterscheiden sich immer in kleinen Variationen. Die Eine Karte bietet viel Wasser und wenig Land, allerdings aber auch eine Vulkan, mit dem man Land schaffen kann. Eine andere Karte ist eine Wüste, bis man Sand wegnehmen muss und viele Quellen anfangen zu sprudeln und das Gelände langsam überfluten.

Wenn man diese Gottsimulation mag, dann macht "From Dust" auch Stunden lang Spaß und kann fesseln. Ich habe das Spiel Abends nur mal antesten wollen und sah mich dann um 3 Uhr nachts immernoch Erde und Lava verschieben. "From Dust" macht in der Hinsicht sehr vieles richtig. Ein Punkt der das Spiel ein wenig reinreitet, ist das Spielerische. Das God Game spart sehr mit  Interaktionen mit der Umwelt und auch mit den Menschen. Die Menschen spielen eine kleine Nebenrolle und oft fühlt man sich, wie in einer Eskortmission. Man eskortiert die kleinen Kollegen über die Karte und passt auf, dass sie nicht ertrinken oder von Lava erwischt werden. Die einzigen Interaktionen bestehen darin, dass man sie zu Totems und Arktefakten und zum Levelausgang schicken kann. Das der Schwerpunkt nicht auf den Menschen liegt, ist von Chahi aber auch vollkommen beabsichtigt, denn sonst hätte man wieder nur eine Simulation alla "Black & White". Die K.I. der Eingeborenen ist gut, aber teilweise etwas umständlich, denn sie bleiben oft einfach mal stehen, weil ein Quantum an Erde fehlt, damit sie über eine natürliche Brücke laufen, oder nehmen unnötige Umwege zu ihrem zugeteilten Ziel. Auch muss man einige Karten mehrmals spielen, nach dem Trial-And-Error-Prinzip. Man muss schnell nach dem Start der Karte handeln um sich einen Vorteil einzuräumen. Es gibt eine Karte die auf der einen Seite vulkanisch ist und auf der anderen viele Quellen bietet. Wenn man nicht gezielt reagiert, werden die Dörfer entweder überschwemmt oder niedergebrannt. "From Dust" hat eine sehr geringe Fehlertoleranz,  allerdings ist das Spiel zu keinem Zeitpunkt unfair.

Ein anderer Punkt ist die Spieldauer. "From Dust" bietet 13 Inseln, also auch 13 Level. Für eine Karte braucht man im Durchschnitt 20-50 Minuten, manchmal auch eine ganze Stunde.  Im Schnitt sind das also 5-7 Stunden Gesamtspielzeit, je nach dem, wie man sich anstellt. Was dem Spiel fehlt ist auch ein Editor, bzw. ein Sandbox Modus, in dem man einfach frei eine eigene Insel erstellen kann, außerhalb des Story Modus. Es bleibt zu hoffen, dass da vielleicht noch ein Addon kommt, dass noch ein paar mehr Levels bringt und neue Fähigkeiten.

 
Fazit.
Wer etwas für das vergessene Genre des 'God Game' übrig hat, der wird mit "From Dust" auf jeden Fall seine Freude haben. Der Preis ist angemessen für das was man bekommt und es gibt ja immer wieder buddle-angebote oder Ähnliches. Ich habe es damals für 9.99€ im PSN Summer Sale gekauft. Die Story ist wunderbar kryptisch, die Physik wunderbar vielseitig und realistisch, der Schwierigkeitsgrad wunderbar knackig und das Spiel im ganzen wunderbar süchtig machend. Zusammen mit der tollen musikalischen Untermalung ist "From Dust" ein geniales Stück Arbeit von Eric Chahi, welches seine Schwächen mit den Stärken mühelos ausbügeln kann. Wer dennoch skeptisch ist, kann sich ja mal eine Demo ziehen. :)





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/From_Dust
             http://www.gamestar.de/spiele/from-dust/test/from_dust,46391,2324929.html
Bilder: www.gamestar.de/spiele/from-dust/bilder/screenshots/from_dust,46391,92191.html
            http://www.pcgames.de/From-Dust-PC-235632/News/From-Dust-Steam-Patch-entfernt-Always-On-Kopierschutz-843765/
           http://www.chip.de/news/From-Dust-Ubisoft-streicht-DRM-nach-Spieler-Protest_51096336.html

Kommentare:

  1. Ich musste mich immer unglaublich zurückhalten, nicht totalen Unsinn zu bauen. xD Flüsse und Vulkane umleiten und sowas. Das Spiel macht für eine Weile wirklich Spaß. :-)

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    1. Du sollst doch keinen Quatsch machen! :D Du bist ein Gott!

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  2. Ich fand die Demo toll, und irgendwann, wenn ich mal nix zu spielen hab, werd ich mir das Spiel auch kaufen. :3 ich finde die Idee toll und irgendwie.. mächtig. Muhahaha!

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