11.11.12

Film•Peteback: Inside a Skinhead


Diese geht es munter weiter mit unserem geliebten Filmprojekt. Diese Woche wagen wir uns an eine knifflige Thematik heran und das tun wir, mit;

Inside a Skinhead



Fakten:
Originaltitel: The Believer
Deutscher Titel: Inside a Skinhead
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2001
Länge: ca. 99 Minuten
Regie: Henry Bean
Drehbuch: Henry Bean
Cast: u.a. Ryan Gosling, Summer Phoenix, Billy Zane, Theresa Russell, Garret Dillahunt

Trailer Link: Inside a Skinhead

Kurz gesagt:
"Inside a Skinhead" ist ein US-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2001, von Regisseur Henry Bean. Der Film basiert auf der Geschichte eines Juden, der in den 60ern Mitglied des Ku Klux Klan war. Henry Bean hat die Story passenderweise in seinem Drehbuch, in die Gegenwart übertragen.







Danny (Ryan Gosling) ist New Yorker, mitte zwanzig und zerrissen zwischen den Extremen. Er ist hin und her gerissen zwischen dem orthodoxen Judentum, welchem er seit seiner Geburt angehört, dem fanatischen, entgegengerichteten Neonazismus und der eigenen Existenz. Er studiert die Tora und das Talmud, wie ein gewöhnlicher Jude, ist andererseits aber auch Teil der rechtsextremistischen, neofaschistischen, antisemitischen Bewegung in New York. Er ist eloquent und schlagfertig und das nicht nur mit Worten, was ihn bei seinen Mit-Skinheads recht beliebt macht. Dennoch hält er diese zwei Identitäten streng getrennt. Was man eindeutig bemerkt ist seine Wut auf das jüdische Volk, die aber nicht oberflächlicher Natur ist, wie es bei den Nazis war. Er hat ein Problem mit dem jüdischen Gedankengut und dem Unvermögen die heiligen Schriften richtig auszulegen und zu deuten. Er deutet die Lehren als reine Schwäche und Gott für ihn nichts anderes als ein Tyrann. Seine Fassade beginnt aber bald zu bröckeln, nach einem missglückten Attentat in einer Synagoge. Seine jüdische Identität droht aufzufliegen und nun steht er an deinem Scheideweg, für welchem Pfad im Leben er sich nun entscheiden will...





Ich weiß gar nicht genau wie man solche Filme nennt, die sich mit dem Auseinandersetzen von Religion oder politischer Orientierung beschäften. Vorallem wenn es um den Extremismus geht, finde ich die Filme sehr interessant und da trifft "Inside a Skinhead" genau meinen Geschmack.

Wir haben hier die erste Regiearbeit von Henry Bean vor uns, mit der er aber auch gleich schon Wellen geschlagen hat und sich vor allem an keiner einfachen Thematik versucht. Antisemitismus in Amerika ist kein leichtes und auch kein unbeschriebenes Thema, wobei dabei noch sehr viel Diskussionsbedarf besteht. Wenn man von einem jüdischen Neonazi hört, dann bin ich sicher nicht der Einzige dem hier die Ironie ins Gesicht springt.

"I hate and I love. Who can tell me why?", das Zitat des römischen Dichters Catull, bildet die Einleitung zum Film und gibt sogar einen kleinen Ausblick auf die Intentionen des Films. In "Inside a Skinhead" geht es sowohl um Liebe, als auch um Hass. Dazu sollen die thematischen Spannungsfelder, das Judentum und der Antisemitismus thematisiert bzw. verarbeitet und auch kritisch betrachtet werden. All dies geschied durch die Augen von Daniel "Danny" Balints, gespielt von Ryan Gosling. Er springt zwischen den zwei Welten von Liebe und Hass, Juden und Nazis, Stärke und Schwäche hin und her. Er ist ein Rebell und das war er damals schon in der jüdischen Schule, als er zum ersten Mal die Lehren der Religion in Frage stellte und somit seinen Lehrer frustrierte. Danny ist aber nicht schlechthin ein böser Charakter, sondern eher ein Verrwirrter. Er ist kein polternder Schläger, auch wenn gleich zu Anfang der Eindruck vermittelt wird. Er weiß sich nur zu wehren und sich durchzusetzen. Ryan Gosling ist in dem Fall eine sehr gute Besetzung, da er schon durch ein reines Heben der Augenbraue eine unglaublich starke Gefühlsregung ausdrücken kann. Trotz der eher aggressiven Thematik, kommt Bean Regie ohne unnötige Gewaltdarstellung aus und auch an den eindeutigen Symbolen wird größtenteils gespart.

Wenn man es genau nimmt, ist die Wahl des deutschen Titels "Inside a Skinhead" ein wenig schlecht gewählt. Dieser Titel impliziert eigentlich schon eine Studie über das Milieu der Skinheads, wobei hier nur eine Schicht, dieser vielschichten Subkultur dargestellt wird. Wer sich mal Shane Meadows "This is England" anschaut, der wird hier mit viel mehr Einblick in die Skinheadkultur belohnt auch auch über die Vielschichtigkeit dieser gesellschaftlichen und politischen Ausrichtung. Der Originaltitel "The Believer", also zu deutsch "Der Gläubige/Glaubende" trifft es viel mehr. Wir haben hier einen jungen Mann in einer Glaubenskrise vor uns, der gerne glauben möchte, allerdings mit der Auslegung seines Glaubens nicht konform gehen kann. Dieser Zwist bringt in dann auch irgendwann in diese rechte Szene, wo er teilweise Bestätigung bekommt.

Dieser Film lässt American History X wie eine MTV – Verfilmung aussehen“ - So betiteln die Produzenten ihren Film. Dennoch ist es eher andersrum. Tony Kayes "American History X" ist von der Darstellung und der rechten Thematik und der Szene, um einiges intensiver als "Inside a Skinhead". Henry Beans Darstellung ist fast schon zu brav und man könnte sich denken, dass einige  gewaltätigere Handlungen in Danny Geschichte rausgelassen wurden. In Kayes Film ist es auch ein anderes Hassobjekt. Während sich Danny gegen die die jüdische Gemeinde stellt, stellt sich Derek Vinyard in "AHX" gegen sämtliche Immgranten und anders Denkende in den USA.

Ein, zwei kleine Abstriche muss man zum einen, bei der Gewichtung der Schauspieler machen. Hier steht ganz klar nur Danny im Mittelpunkt, während alle anderen Charaktere um ihn herum ein wenig verblassen. Auch die kleine Liebesgeschichte die sich entwickelt wirkt ein wenig zu aufgesetzt.


Fazit.
Mit drastisch ungeschönten Bildern und einer klugen Herangehensweise, ist "Inside a Skinhead" eine Empfehlung für jeden, der etwas mit der beschriebenen Thematik anfangen kann. Mir hat der Film sehr gut gefallen und ich wurde über die gesamte Länge von von 100 Minuten gut unterhalten und vorallem gefesselt!





Bis dahin - Tschödeldö





PS: Wie immer an dieser Stelle auch der Link zum Blog der Erbeerkriegerin und ihrer Kritik zu dem Film. Schaut mal rein!
PPS: Wie man merkt, habe ich ein wenig am Layout meiner Kritik gefeilt, weil ich die Seiten ein wenig kompakter bestalten wollte. Wie gefällt es euch? Gibt's Verbesserungsvorschläge? Lasst es mich wissen! :)

Infos:   http://de.wikipedia.org/wiki/Inside_a_Skinhead
            http://www.filmstarts.de/kritiken/101743-Inside-A-Skinhead.html
Bilder: https://www.videobuster.de/titledtl.php/inside-a-skinhead-114492.html?tab=gallery
            http://www.allmoviephoto.com/photo/ryan_gosling_the_believer_003.html
            http://www.listal.com/viewimage/1618244
            http://fridaymoviez.com/bollywood/movies/the-believer/review/88142

Kommentare:

  1. Das Layout gefällt mir gut. Nur die Hervorhebung mancher Worte verstehe ich nicht so ganz. Zum Beispiel hast du "Titel" oder "Symbole" fett gedruckt. Bei den Eigennamen kann ich es ja verstehen.

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    1. Ja das war dieses Mal etwas unglücklich^^ Ich habs auch auf die Schnelle noch gemacht, weil ich eigentlich schon veröffentlicht hatte. Aber danke für den Hinweis.

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  2. (Kurznotiz am Rande: Werde wohl erst morgen dazu kommen über den Film zu bloggen. Sorry! Deine gefällt mir aber schon mal sehr gut! (: )

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