16.12.12

Film•Peteback: The Darkest Hour



Nach einem sehr hellen Film mit dem plakativen Titel "Hell" gehen wir diese Woche nun in die andere Richtung, denn es wird dunkel!

Darkest Hour


  
Fakten:
Originaltitel: The Darkest Hour
Deutscher Titel: Darkest Hour
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2011
Länge: ca. 89 Minuten
Regie: Chris Gorak
Drehbuch: u.a. Jon Spaihts
Produktion: u.a. Timur Bekmambetow
Cast: Emilie Hirsch, Olivia Thirlby, Max Minghella, Joel Kinnaman

Trailer: Darkest Hour

Kurz gesagt: "Darkest Hour" ("Dunkelste Stunde) ist ein US-amerikanischer/russischer SiFi-Horrorfilm von Regisseur Chris Gorak, aus dem Jahr 2011. Präsentiert wird der Film vom russischen Kultregisseur Timur Bekmambetow, der überzeugende Werke wie "Wächter des Tages/der Nacht" oder "Wanted" geschaffen hat.





Sean (Emilie Hirsch) und Ben (Max Minghella) sind Unternehmer und sind auf dem Weg in die russische Metropole Moskau, um dort an einem Meeting teilzunehmen, welches ihre Karriere steil vorantreiben soll. Leider wurde die beiden von ihrem egoistischen Geschäftsführer Skyler (Joel Kinnaman) über's Ohr gehauen, der ihre Idee für seine verkauft hat und die beiden nun eiskalt feuert. Enttäuscht, wütend und frustriert lassen sich die beiden geprellten Jungunternehmer auf das Nachtleben Moskaus ein. Bei einer Party lernen sie die beiden amerikanischen Touristinen Natalie (Olivia Thirlby) und Anne (Rachael Taylor) kennen und treffen auch den verhassten Skyler wieder. Plötzlich kommt es zu einem Stromausfall und draußen spielt sich ein Lichtspektakel am Himmel hab. Seltsame, orange-leuchtende Kugel schweben aus den Wolken zur Erde. Als sich ein Polizist dem mysteriösen Leuchteobjekt nährt, wird er augenblicklich in ein Häufchen Asche verwandelt. Panik bricht aus und die fünf Protagonisten verschanzen sich in der Küche der Bar für einige Tage. Als die Situation nicht mehr tragbar ist, beschließt die Notgemeinschaft ihren Unterschlupf zu verlassen um Hilfe zu finden. Zu ihrem Erschrecken müssen die allerdings feststellen, dass Moskau komplett menschenleer und teilweise zerstört ist....




Invasionsfilme sind im Allgemeinen eine feine Sache. Die Aliens wollen uns ja jede Woche ans Leder, wenn es nach der Filmindustrie geht. Entweder wollen die außerirdischen Feinde unser Dasein beenden weil wir einfach da sind, zu unentwickelt, oder zu hochentwickelt sind. Auch haben sie es auf unsere Rohstoffe oder irgendwas anderes abgesehen, was es in Radius von 5000 Lichtjahren nicht gibt. Wir Menschen sind schon echt arm dran....

Wichtig für einen guten Invasionsfilm heut zu tage ist auf jeden Fall ein neuer Gedanke, denn mit abgedroschenen Klischees ist auf dem Markt nicht mehr viel zu holen. Filme wie "Krieg der Welten", "Independence Day" oder "World Invasion: Battle Los Angeles" greifen da das übliche Setting auf und es liegt natürlich an den Amerikanern den Tag zu retten. Doch es gibt auch Filme, die es ein wenig anders versuchen und mit "neuen" Ideen die Zuschauer reizen wollen. Dazu gehören zum Beispiel mein geliebter "District 9" oder auch "Cowboy vs. Aliens". Es ist halt mal etwas Anderes, abgesehen davon das diese Filme genau so polarisieren.

Mit dem Gedanken hat sicher Regisseur Chris Gorak gespielt, als er sich etwas für einen neuen Invasionsfilm überlegt hat. Da kommen wir mal zu einem Pluspunkt dieses Films und das ist die Umgebung bzw. die Drehorte. "Darkest Hour" spielt mal nicht in einer der glitzernden, amerikanischen Metropolen, sondern in Moskau und das ist auch recht sehenswert. Man merkt den typischen Unterschied, es fühlt sich einfach anders an. Dazu kommt noch, des den Spannungsgrad ein wenig erhöht, dass man ein paar Touristen hat, die auch noch in einem fremden Land sind und mit Aliens konfrontiert werden. Das leergefegte Moskau sieht wirklich spitze aus und auch die Zerstörungen können sich sehen lassen. Nicht ohne sind auch die letzten Russen, die sich in der Stadt versteckt halten und schon etwas gegen die bösen Aliens aushecken. Den findigen Russen war es möglich, innerhalb von ein Paar Tagen schon probate Mittel gegen die Invasoren zu entwickeln, auch wenn die Methoden recht unglaubwürdig daherkommen. Das Volk wusste schon immer wie man mit lebensfeindlichen Situationen umgehen muss. Eine weitere Überraschung ist die Sache mit den Außerirdischen. Wir haben hier keine 08/15-Aliens vor uns, sondern was ganz Spezielles. Die physikalische Struktur macht die Wesen interessant, da sie keinen richtigen Körper haben und damit unsichtbar sind. Sie bestehen nach allen Infos aus reiner Energie, was das Zu-Asche-Zerfallen des Polizisten, bei Berührung erklärt. Unsere amerikanischen Freunde kommen aber schon bald dahinter, dass man elektrische Geräte als Warnmelder benutzen kann, weil zum Beispiel Glühbirnen in Aliennähe anfangen zu leuchten.

Das sind aber auch schon die einzigen beiden Aspekte, die man dem Film wirklich positiv anrechnen kann. Die Handlung ist mäßig, bis gar nicht komplex. Streckenweise erinnerte mich der "Darkest Hour" an den Genre-Kollegen "Skyline", der auch nur gut aussah, aber bei weitem nichts dahinter war. Anschlussfehler, Logiklöcher und nicht nachvollziehbares Verhalten der Protagonisten. Das ist auch der Punkt den ich nicht verstehe. Das Drehbuch für den Film wurde von Jon Spaihts verfasst, der auch in jüngster Zeit das Drehbuch für "Prometheus" ausgearbeitet hat. Wenn man beide Drehbücher vergleicht, dann liegen da Welten der Qualität zwischen. Jedenfalls was die Charaktervielfalt angeht ist Spaihts seinem Motto treu geblieben. Horrorfilm-typisch sind die Figuren eindimensional, austauschbar, vernachlässigbar und einfach nur doof. Komischer Weise wirken die Russen in dem Film mal sympathischer als die Amerikaner.


Fazit.
Was am Ende übrig bleibt ist ein Genre-Typsicher-SiFi-Horror-Durchschnittsstreifen mit ein wenig mehr Originalität, der auch mit soliden Effekten aufwarten kann. Es wird eine annährend beklemmenden Grundstimmung aufgebaut und der Film kommt erstaunlicher Weise ohne Blut aus. Wer speziell Alienfilme mit einer etwas besonderen Thematik mag, der wird hier vielleicht auf seine Kosten kommen.





Bis dahin - Tschödeldö





PS: Wie immer an dieser Stelle auch der Link zum Blog der Erbeerkriegerin und ihrer Kritik zu dem Film. Schaut mal rein!

Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Darkest_Hour_%28Film%29
             http://www.filmstarts.de/kritiken/179924.html
Bilder:  http://majorspoilers.com/2012/04/25/from-the-vault-the-darkest-hour/
             http://www.fantasybuch.de/artikel/the-darkest-hour-alieninvasion-in-russland.html?newsid=236
             http://www.moviepilot.de/movies/the-darkest-hour/images/5990161

           http://www.moviereporter.de/filme/darkest-hour/images?image=4f3e8b4eafb3202bc40043e3

Kommentare:

  1. Irgendwie hätte ich bei den Bildern an ein Parodie gedacht. Sieht irgendwie merkwürdig aus. Ich glaube, den lass ich mal aus. :-)

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    1. Joar. Sieht wirklich wie ne Parodie aus. Ist aber alles anscheinend vollkommen ernstgemeint :D

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