27.02.13

In Nuce #4 ~ Kino's Journey


Diese Woche geht's in meinem kurzen Schnackformat in der Nussschale mal um einen Anime, den ich gestern für einen Spottpreis erbeuten konnte.

Kino's Journey





Das etwa 15-jährige Mädchen Kino reist mit ihrem sprechenden Motorrad Hermes durch die Welt. Sie will möglichst viele Länder besuchen und bleibt in jedem nur drei Tage, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Dabei vertritt Kino immer die Rolle der Beobachterin, ohne sich in die Angelegenheiten von anderen Menschen einzumischen. Kino selbst, stammt aus dem Land der Erwachsenen. Kino ist ausgerüstet mit mehreren Schusswaffen und Messern, gebraucht diese aber nur, wenn es nötig ist. Sie bildet auf der Reise mit Hermes ein Team, da beide allein nicht fahren könnten. Sie besuchen Länder mit modernen Gesellschaften, wie auch antike, einige im Krieg, politischem Umbruch oder befremdlichen Gesellschaftsmodellen.




"Kino's Journey" ist eine 13-teilige Anime Serie, welche auf der gleichnamigen, mehrteiligen Light Novel von Keiichi Sigsawa und Kōhaku Kuroboshi. Der Anime wurde vom Studio Genco (DearS, Ikki Tousen, Genshiken, Elfenlied) produziert und wurde 2003 zum ersten Mal im japanischen Fernsehen ausgestrahlt.

Wie der Plot schon verrät, haben wir zwei Hauptprotagonisten. Den Reisenden Kino, oder besser DIE Reisende. Kino ist eigentlich ein Mädchen, hat aber einen Kleidungsstil und die Mentalität eines jungen, aufgeschlossenen Mannes. Ihr ständiger Begleiter ist das Motorrad, welches Hermes getauft wurde. Die beiden kann man ohne Zweifel als Freunde bezeichnen, denn sie gehen gemeinsam durch dick und dünn und führen auch gerne Diskussionen. Es kommt nicht oft in Anime vor, dass in einem Anime ein, eigentlich toter Gegenstand, mit einem Charakter versehen wird und als Hauptprotagonist gelten kann.

Als ich den den Anime, vor Jahren, zum ersten Mal gesehen habe, war ich von der ersten Episode an begeistert. Bis auf eine Doppelfolge lernt man in jeder Episode ein neues Land kennen, die grundverschiedener nicht sein könnten. Die erste Episode hat den Titel "Das Land der sichtbaren Schmerzen". Dieses Land ist technologisch weit fortgeschritten und vieles ist automatisiert und Kino begegnet vorerst keiner einzigen Seele. Erst später trifft sie auf einen Mann, der ihr erzählt, dass dieses Land soweit fortgeschritten ist, dass sie die Sprache abschaffen wollten und Wissenschaftler eine Pille entwickelten, mit der man Gedanken lesen konnte. Dieser Umstand hat das Land und die Bewohner zerrüttet, weil viele mit der Ehrlichkeit der Gedanken nicht umgehen konnten.

Das ist nur ein Land, welches Kino mit Hermes bereist. Leider sind nicht alle Länder so friedlich, wie das Erste. Es besucht ein Land in dem für eine Prophezeiung Kriege geführt werden, ein Land in dem Kämpfe in einem Kolosseum an der Tagesordnung stehen und ein Land, in dem jährlich ein makaberes, perfides Fest gefeiert wird. Andere Länder sind dagegen freundlicher, aber genau so interessant. Meine liebste Folge ist "Auf den Schienen", weil sie an eine Geschichte aus "Der kleine Prinz" erinnert. Allgemein sind die Länder so fantastisch und unterschiedlich, wie die Sterne, welche der Kleine Prinz besucht. Und von jedem Land und den Personen dort, kann man etwas über das Leben lernen.

Ich kann dieses Anime wärmstens empfehlen, denn er bietet von Fantasy, über SiFi bishin zu Action alles, was eine Serie haben kann. Die Charaktere sind sehr interessant, genau so wie die Handlung der jeweiligen Episoden. Die deutsche Synchro ist im Allgemein auch recht gut gelungen. Wer sich die DVD-Box kauft, der wird dazu noch mit vier Artworks und Interviews der japanischen, deutschen und englischen Stimme von Kino belohnt.




Bis dahin - Tschödeldö



24.02.13

Anime•Peteback: Gyo


Diese Woche gibt es mal wieder eine kleine Empfehlung für einen Anime.
Ist ja schon ein bisschen her.

Gyo


Fakten:
Originaltitel: Gyo (ギョ)
Deutscher Titel: Gyo: Der Tod aus dem Meer
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012
Deutsche Lokalisierung: 2013
Länge: ca. 70 Minuten
Regie: Takayuki Hirao
Studio: Ufotable

Trailer: Gyo

Kurz gesagt: "Gyo" ist ein Anime Film aus dem Jahr 2012, von Regisseur Takayuki Hirao. Der Anime wurde vom Studio Ufotable (Fate/Zero, Tales of Symphonia) entwickelt und basiert auf dem gleichnamigen Manga vom Kult -Managautor Junji Itō. Der Film handelt von drei jungen Frauen, die ihren Urlaub am Meer verbringen und dort von einem Fisch auf Beinen angegriffen werden. Weitere Fische kommen später aus dem Meer und strömen ins Inland und überfluten die Städte.




Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie nun die Apokalypse aussehen kann und wie die Menschheit nun zugrunde geht. Die junge Kaori ist mit Freundinnen in Okinawa und verbringt dort ihren Sommerurlaub. Also sie vom Mittagessen zurückkommen ist ihr Haus erfüllt mit einem betäubenden Gestank, der nach Verwesung riecht. Schnell bemerkten die Frauen, dass sich etwas im Wohnzimmer befindet. Sie können das merkwürdige Tier einkesseln und Kaori schafft es das Vieh hinter einem Schrank einzuquetschen und zu töten. Zur Verwunderung aller ist es anscheinend ein Fisch auf metallischen Stelzenbeinen. Sie machen sich kaum weiter Sorgen und Kaori entsorgt das bizarre Tier in eine Müllbeutel. Später am Tag wird eine ihrer Freundinnen in ihrem Zimmer von einem Hai angegriffen der durch ihr Fenster bricht. Dieser Verletzt sie mit einem seiner Beine. Bei seiner Hetzjagd nach den Frauen stürzt der Hai aus dem Fenster und verendet. Noch völlig geschockt, was da gerade vorgefallen ist bemerkt sie, dass auf den Straßen Millionen von Fische auf den selben Beinchen in die naheliegende Stadt strömen. Was für ein Wahnsinn geht da vor sich?




Zu diesem Anime kann ich eigentlich gar nicht viel sagen. Wer die Werke von Mangaka Junji Itō kennt, der wird wissen was ihn hier erwartet. Itō ist, seit Anfang der 90er, einer der einflussreichsten Horror-Manga-Autoren Japans geworden und konnte in kurzer Zeit eine riesige Fangemeinde ansammeln - nicht nur in Japan. Zu seinen berühmtesten Werken gehören "Uzumaki", "Tomie" und auch "Gyo".

Seine Geschichten haben oft junge Mädchen oder Jungen als Protagonisten und erfolgt einen realistischen, sehr detailreichen Zeichenstil. Der Horror den er in seinen Mangas aufleben lässt ist gleichermaßen grauenerregend, wie auch typisch japanisch. Bizarr, verstörend, ekelhaft und wahnsinnig. So werden seine Werke bezeichnet und das ist nicht einmal negativ gemeint. Der Autor Masanao Amano betitelte Itos Werke als "albtraumartig unerträglich" und führte aus, er habe "einen ganz eigenen Stil, bei dem inmitten des Horrors irgendwo auch Komik enthalten ist."
 

"Gyo" ist eine sehr gute Anime-Umsetzung eines seiner Werke geworden, da der Film sich sehr nah an der mehrteiligen Manga-Vorlage hält. Es gibt nur leichte Abwandlungen in der Haupthandlung und an der Figurenkonstellation, sonst ist alles eins zu eins übernommen worden. Die Story in Junji Itōs Vorlage ist typisch bizarr und undenkbar. Eine Horrorgeschichte darum zu stricken, dass Fische auf Beinen das Meer verlassen und Menschen angreifen, ist schon sehr weit hergeholt. Aber so sind die Japaner nun mal - nichts ist unmöglich. Es wirkt wie eine Revolution der Meeresbewohner, sich gerade an einer Nation wie Japan zu rächen, die übermäßig viel vom Fischfang profitiert und dieser auch in der Kultur verankert ist. Vive la Révolution! Wenn man sich die kleinen Krabbelviecher mal schaut, dann wird man schon bald feststellen, dass es nicht direkt die Fische sind, die dort die Menschen attackieren. Denn diese werden auch anscheinend nur benutzt.

Die Animationen sehen wirklich sehr gut aus und geben den Zeichenstil von Junji Itō sehr gut wieder. Vor allem die Meerestiere sind dem Studio Ufotable sehr gut gelungen. Detailsreich werden verschiedene Fischarten gezeigt, von Thunfisch bis zum Hai ist alles vertreten, was vorher Flossen hatte. Entgegen zu den Menschen sind die Fische aber voll computer-animiert und nicht gezeichnet. Wenn ein Hai durch ein Fenster bricht und versucht alles im Inneren eines Hauses zu fressen, Soldaten die versuchen sich Raubfischen mit Gewehren zu erwehren, dann ist das schon ein sehr befremdliches Bild. Der Weiße Hai mal ganz anders interpretiert. Auch die Charaktere sehen aus wie im Manga. Von der Protagonisten bis zum Doktor Koyanagi, der die Tiere studiert und hinter das Geheimnis der Stelzenbeine kommen will.

Die Synchro des Films ist soweit ganz gut, dass man ihn sich ruhig im Originalton anschauen kann. Ich würde aber trotzdem zu der Originalsprache mit Untertiteln raten, weil die Emotionen im japanisches ein bisschen besser herübergebracht werden, als in der deutschen Fassung. Muss ja jeder selber wissen. Als deutsche Sprecher haben wir hier u.a. Angelina Geisler, Katrin Jaehne, Bastian Sierich und Klemens Fuhrmann.


Fazit.
"Gyo" ist endlich mal ein richtiger, ordentlicher Horror-Anime, von dem es meiner Meinung nach noch viel zu wenige in deutscher Lokalisierung gibt. Die Charaktere sind gut ausgewählt, die Story hält sich sehr nah an der Manga-Vorlage und die Idee hinter der Story ist gleichermaßen albtraumhaft wie lächerlich. Junji Itō dürfte mit der Verfilmung eines seiner Meisterstücke des Horror-Genres wohl sehr zufrieden sein. Dieser Anime ist auf den Fall mal einen Blick wert!





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://www.filmstarts.de/kritiken/212534.html
             http://anisearch.de/?page=anime&id=6939

Bilder:  http://www.moviepilot.de/movies/gyo-der-tod-aus-dem-meer/images/9451582
             http://www.beyondhollywood.com/gyo-2012-movie-review/
             http://www.subwaycinema.com/nyaff12/films/gyo/
             http://animeaura.com/2013/01/02/best-anime-of-2012-part-ii/gyo-1/

22.02.13

Game•Peteback: I Am Alive


Lachend geht die Welt zugrunde.

Wenn's doch mal so wäre. Wenn es um das Ende der Welt, das Ende der menschlichen Zivilisation, das Ende der einfachen, modernen Welt geht, dann gibt es dazu einige Spekulationen. Jüngst überlebten wir gerade noch den 21.12.2012, an dem die Welt eigentlich untergehen sollte. 2000 hatten wir Glück, dass die Computer nicht ausgetickt sind und die Welt in's Chaos gestürzt haben. Die Gefahr lauert überall!

Doch was ist, wenn es die Menschheit mal wirklich hart trifft? Atomare Kriege, Sonnenstürme, Erdbeben, Tsunamis, Vulkanausbrüche - and so on, and so on. Filme haben uns schon oft vor Augen geführt, wie so etwas aussehen kann und wie das ganze ablaufen wird. In Spielen kann man das ganze Ausmaß dieser Tragödien am eigenen, virtuellen Leib erfahren.


"I Am Alive". Ich bin noch am Leben.
In dem Szenario von "I Am Alive" tritt genau das ein, worüber ich weiter oben schon geschrieben habe. Die Welt wird ins Chaos gestürzt. Ob es nun wirklich die ganze Welt ist, kann man nicht genau sagen. Was man aber sagen kann, ist, dass es die USA extrem hart getroffen hat. Erdbeben haben Landstriche, Straßen, Stromnetz, Wasserversorgung und Städte zerstört und Überschwemmung haben die Küsten verwüstet. Die komplette Infrastruktur wurde lahmgelegt und die Regierung hat schon bald kapituliert, allen Menschen zu helfen.

Das post-apokalyptische Abenteuer wurde von "Darkworks" (Alone in the Dark, Cold Fear) angefangen und wurde später von "Ubisoft Shanghai" zu Ende gebracht. Wenn man sich frühe Trailer zu dem Spiel ansieht, dann wird man stutzig werden, denn man bekommt dort ganz andere Bilder zu sehen als später im Spiel. Das liegt größtenteils daran, dass das Spiel am Anfang ganz anders aussah, als Darkworks noch mit der Entwicklung beschäftigt war. Da diese aber ihren Fokus auf andere Spiele richten wollten, haben sie das Projekt an das Ubisoft-Studio in Shanghai weitergegeben, die das Spiel komplett überarbeitet haben.

Plot.
Ein Jahr nach dem "Vorfall" kommt der Protagonist in Haventon an. Die Stadt liegt an der Westküste der USA, während er, während des Vorfalls an der Ostküste war. Er brauchte eine Jahr um den Kontinent zu durchqueren, da es kaum noch Transportmittel gibt. Er kommt in die Stadt um seine Frau und seine Tochter zu suchen, von denen er seit dem Vorfall nichts mehr gehört hat. Seine Reise zeichnete er mit einer kleinen Videokamera auf. Sein ehemaliges Zuhause findet er leider verlassen vor und es gibt keine Spuren von seiner Familie. Die Suche geht also weiter. Draußen auf den Straßen trifft er ein kleines Mädchen, dass er fälschlicher Weise für seine Tochter hält. Er rettet die Kleine vor einigen Kerlen und sie sagt, dass sie Mei heiße und ihre Mutter suche, welche verschwunden ist. Mei hat ein Funkgerät bei sich, mit dem sie zu einem Mann namens Henry Kontakt hält. Dieser bitten den Protagonisten sie zu ihm zu bringen. Henry bittet uns später Meis Mutter zu finden und eine Flucht aus der zerstörten Stadt zu ermöglichen.


Man spielt den Protagonisten aus der Third-Person-Perspektive. Nur um mit einer Waffe zu zielen schaltet das Spiel in die Egoperspektive. Dabei wird ein Ziel immer automatisch anvisiert, man kann auf Wunsch aber auch manuell zielen um bestimmte Körperteile zu treffen.

"I Am Alive" legt sehr viel Wert auf die Interaktion zwischen den überlebenden Menschen. Diese Leute die man trifft kann man grob in drei Kategorien einteilen. Menschen die einem feindlich gesinnt sind und einen berauben wollen, Menschen die ihre Habseligkeiten verteidigen wollen und Menschen die Hilfe benötigen. Das Verhalten des Spielers ist dabei ausschlaggebend, wie eine Situation endet. Wenn wir um eine Ecke gehen und plötzlich mit einer Waffe bedroht werden und gesagt bekommen, dass wir uns verziehen sollen, haben wir die Möglichkeit den Aggressor zu beruhigen und uns zu entfernen. Optional können wir auch zuerst das Feuer eröffnen und ihn töten, um eventuell an seine Sachen zu kommen. Ein interessantes Feature ist, dass wir selbst mit einer ungeladenen Waffe Leute einschüchtern können. Dieses funktioniert eine gewisse Zeit lang, bis die Bedrohten den Bluff durchschauen und selbst handgreiflich werden. Bis dahin kann man die Leute aber in Abgründe oder in Lagerfeuer stoßen, oder sie niederschlagen.

Das Waffenarsenal ist denkbar gering. Am Anfang hat man nur eine Machete und eine Pistole mit denen man sich verteidigen kann. Später bekommt man noch einen Jagdbogen und kann optional noch eine Schrotflinte ergattern. Wer sich nun sicher fühlt, der irrt. Munition für die Pistole ist rar und man sollte sich jeden Schuss gut überlegen. Die Pfeile des Jagdbogens kann man hingegen immer wieder einsammeln. Die Shotgun ist in dem Spiel nur ein Extra und man bekommt sie mit fünf Schuss. Wenn diese verbraucht sind, dann war's das mit der Waffe. Sie ist aber noch zum bluffen sehr nützlich.

Ein Hauptaugenmerk wird bei "I Am Alive" auf das Klettern gelegt. An Hauswänden, Hochhäusern, Strommasten, Brücken und und und. Der Protagonist ist dabei sehr flink und widerstandfähig, aber jede Klettereinlage senkt auch sofort den Ausdauerbalken und man kann sehr leicht abstürzen. Das Klettern wird vereinfacht durch einen Enterhaken, den man später im Spiel findet und Kletterhaken, die man in Wände rammen kann, um sich auszuruhen. Diese Kletterpartien sind oft sehr stressig, weil man den Weg oft nicht sofort sieht und die Ausdauer stetig runtertickt. Da kann schon mal zu Frustmomenten führen.

Ein kniffeliger Punkt ist das Ressourcen-Management, welches auf dem normalen Schwierigkeitsgrad schon recht streng ist. Der Protagonist hat einen Gesundheits- und einen Ausdauerbalken, welche auch gepflegt werden wollen. Durch laufen, klettern und hängen leert sich der Ausdauerbalken und wenn dieser leer ist, dann verringert er sich auch noch. Dem entgegenwirken kann man mit Nahrungsmitteln und Medikamenten. Hier und dort findet man in der Stadt Konservendosen, Wasserflaschen, Soda-Getränke, Erste-Hilfe-Kästen und Schmerzmittel. Dazu kann man noch andere Gegenstände finden, mit denen man anderen Menschen helfen kann, wie z.B. eine Weinflasche, Gemüse, Batterien oder Inhalatoren. Man sollte sich also gut in der Stadt umsehen um den Rucksack voll zu haben. Der Weg muss sich aber lohnen. Wenn man anderen Menschen hilft, bleibt das auch nicht ganz unvorteilhaft, denn dadurch bekommt man "Wiederholungen". Diese erlauben dem Spieler beim Tod vom letzten Kontrollpunkt neu zu starten.


"I Am Alive" ist wohl das grauste Spiel, was ich je gespielt habe. Farben sieht man nur selten und alles ist in bedrückende Grau- oder Brauntöne gehalten. Diese Farbgebung ist der Atmosphäre aber sehr zuträglich, denn diese soll auch gedrückt sein. Man merkt, dass die Stadt eine ganz andere Welt ist, eine böse Welt, eine Welt die schreit - Du bist hier nicht willkommen! Gefahren lauern hinter jeder Ecke, Munition und Lebensmittel sind rar, allein die Luft ist kaum atembar und Menschen brauchen dringend Hilfe. Man hat die Wahl den Menschen zu helfen. Mit Wasser, Nahrung, Medikamenten oder Gebrauchsgegenständen, die man selber eigentlich braucht. Wer allerdings den Weg des guten Karmas folgt, der wird mehr "Wiederholungen" haben und am Ende mit einer guten Endwertung belohnt.

Ich war an manchen Stellen schon bestürzt über die Stadt, in der ich mich bewege. Man sieht Leichen und Skelette an Häusern lehnen und in Zelten liegen. An einer Straße steht ein Rollstuhl in dem ein Teddy sitzt und daneben liegt ein Skelett. Pures Unwohlsein. Die Menschen haben sich auf Häuser zurückgezogen um dem Staub zu entkommen, der in Bodennähe wabert und die Lunge zerstört. Ich habe eine Mall gesehen die zwar voll mit Zelten und Behelfswohnungen war, aber keine Menschen beherbergte. Perfider Weise wurden aber Schaufensterpuppen in Zelte und auf Stühle gesetzt. In einem Kanalrohr entdeckte ich einen aufgehängten Mann. In einem Hotel entdeckte ich menschliche Rippen und ein Bein und blutige Messer im Waschbecken. Auf einem gekaperten Schiff entdeckte ich einen Raum voll mit Skeletten und halb verwesten Leichen. In einem U-Bahn-Schacht entdeckte ich einen bewachten Raum mit gefangenen Menschen. Sollte ich ihnen helfen? Das würde Munition verschwenden und vermutlich auch Medikamente?

Hier dort erlebt man noch Menschlichkeit. Ein Mann schenkte mir eine Weinflasche und eine Konserve, von zwei Kindern bekam ich zwei Tomaten geschenkt. Älteres Ehepaar sitzt auf Campingstühlen auf einem Dach und erzählen von damals. Es sind Glücksmomente wie diese, die die Welt ein wenig heller machen.

Man kann das Spiel durch und durch als Survival Horror bezeichnen. Im Staub kann man kaum zwei Meter weit sehen und in der Nacht werden die Straßen erst richtig gruselig. Es kommt dabei leichtes Silent-Hill-Feeling auf. Die Munition ist knapp, man kann sich nur schwer erwehren und die Gegner sind meist in der Überzahl und auch gut bewaffnet. Schleichen und verstecken kann hilfreich sein. Der Soundtrack tut dabei den Rest. Er untermalt jede Situation perfekt. Atmosphärisch ist "I Am Alive" wirklich ein Brett.


"I Am Alive" ist durch und durch ein Arcade-Titel und kommt so auch nicht ohne Schwächen aus. Das Charakter Modelling ist recht mies und das Spiel hat eine gewisse Tiefenunschärfe, die in einigen Situationen sehr störend ist. So kann man oft nicht sofort erkennen, welcher Gegner nun eine Pistole trägt. Das kann sehr frustrierend sein, da man dadurch wieder Gesundheit verliert oder stirbt. Die Ausdaueranzeige ist auch oft nervig. Man kann nie in Ruhe seinen Kletterweg planen, alles muss spontan funktionieren. Zum Glück sind die meisten Wege linear und gut sichtbar. Auch eine bessere Kamera wäre ratsam gewesen, damit man besser um Ecken schauen kann. Auf den Konsolen dürfte die Grafik wohl für Gänsehaut sorgen, mit verwaschenen Texturen, Kantenflimmern, Unschärfe - das ist alles nicht sehr schön anzusehen. Auf dem PC sieht das Spiel um einiges schöner aus. Wenigstens sind die Lichteffekte sehr schön.

Das Spiel spart auch an Abwechslung. Es gibt eine Kletterpassage, dann wird wieder gekämpft, dann wird wieder geklettert, dann gekämpft und dann macht man sich auf den Weg zum Ausgangspunkt. Auch die Gegner sind Einheitsbreit. Entweder haben sie eine Machete, Pistole, oder eine Schutzweste. Vielleicht mal ein Beil, Axt oder ein Jagdmesser einzufügen wäre schön gewesen. Auch das man besiegte Gegner nicht plündern kann, ist schade. So findet man manchmal schon eine ungeladene Waffe. Enttäuschung pur.

Fazit.
"I Am Alive" hat mir eine wunderbare post-apokalyptische Welt gezeigt, in der das Leben hart und rau ist. Das Spiel ist atmosphärisch sehr dicht und teilweise auch nichts für schwache Nerven. Die Klettereinlagen sind teilweise recht fordernd, genau wie die Kämpfe und das Ressourcen-Management. Wer einen guten, post-apokalyptischen Survival-Trip erleben will, der ist mit "I Am Alive" auf der sicheren Seite. Meine Endwertung betrug übrigens 98%, da ohne viele Tode und recht zügig durchgekommen bin, ich versucht habe vielen Menschen zu helfen und auf den Konsum von "Fleisch" verzichtet habe.





Bis dahin - Tschödeldö






Bilder: http://www.ign.com/blogs/leedoc93/2012/10/15/i-am-alive-review/
            http://splitkick.com/i-am-alive-impressions/
            http://www.ign.com/boards/threads/review-i-am-alive-long-read-cliffs.452437916/

20.02.13

In Nuce #3 ~ Die zweite Planetenseite


Kennt ihr das auch, wenn euch keine passende, kreative Einleitung einfällt? So geht's mir manchmal. Aber wenn mir so etwas passiert, schreibe ich einfach darüber, was ich gerade so spiele.



Man kennt es ja sicher. Im Spieleregal ist gähnende Leere und der Geldbeutel ist auch schon länger auf Diät. Da ist es doch ratsam mal im Internet herumzugucken, ob es da nicht Alternativen gibt, die wenig Kosten und trotzdem maximalen Spaß bieten.

Prädestiniert dafür sind ja Free-2-Play-Spiele. Kostenlos runterladen, installieren und der Spaß kann losgehen. Soweit entstehen keine Kosten, höchstens wenn man das optionale Angebot nutzt sich Ingame-Sachen für echtes Geld zu kaufen. Booster-Packs für mehr EXP, Neue Waffen, Skills, alles kann, wenn man möchte, gekauft werden. Oder man nutzt den ehrlichen Weg und erspielt sich die Sachen einfach.

So ein Spiel ist auch "Planetside 2". Das Spiel wird viel im Fernsehen und auch im Internet beworben und verspricht riesige Welten und epische SiFi-Schlachten mit hunderten von Mitspielern. Das wird auch gehalten. Man bekommt den Planeten Auraxis mit drei riesigen Kontinenten, auf denen 24/7 Gefechte ausgefochten werden, wenn man am richtigen Ort ist. Da ist der Wüstenkontinent 'Indar', der Eiskontinent 'Esamir' und der grüne Kontinent 'Amerish'. Sie unterschieden sich eigentlich nur im Terrain. Gekämpft wird als Infanterie mit einer von sechs Klassen, die man aber jederzeit wechseln kann. Spion, leichte Einheit, Medic, Engineer, schwere Einheit und Mecha-Anzug. Letzteres ist keine echte Klasse, sondern kann auf dem Schlachtfeld ausgerüstet werden. Dazu bekommt man noch Luft- und Landfahrzeuge um sich im Kampf zu behaupten und um schneller von A nach B zu kommen. 

Grundsätzlich geht es in dem Spiel eigentlich nur um den Spielmodus "Eroberung" wo es darum geht Basen einzunehmen und diese zu halten. Eine Basis hat 1-5 Terminals die eingenommen werden müssen, bis ein Balken durchgetickt ist und der eigenen Fraktion das Gebiet und das Gebäude als erobert angerechnet wird. Das durchticken läuft schneller oder langsamer ab, je nachdem wie viele Teammitglieder an den Terminals versammelt sind, oder wie stark das einzunehmende Gebiet an die Gebiete der eigenen Fraktion angeschlossen sind. Wichtig dabei sind Technische-Einrichtungen, Bio-Labore und Chemie-Einrichtungen. Diese erzeugen mehr Rohstoffe für die Fraktion, die für den Kauf von Transportmitteln genutzt werden.

Das Aufleveln erreicht man durch den Abschuss von Feinden, das einnehmen von Basen oder durch Unterstützung von Kameraden durch Heilung, Munitions-Packs oder Reparaturen von Fahrzeugen. Dafür bekommt man EXP die den Level-Balken erhöht und stückt die Zertifizierungspunkte auf. Mit Punkten lassen sich neue Waffen und Upgrades für selbige und Fahrzeuge kaufen, aber auch Skills für die jeweiligen Klassen.

Wer allerdings alleine auf dem Schlachtfeld herumwuselt hat erstens weniger Spaß und zweitens weniger Erfolg. Man sollte schon einem Trupp beitreten um Support von Mitspielern zu bekommen und vor allem, damit man auch an Punkten für eingenommene Gebiete beteiligt wird.  Noch mehr Spaß hat man natürlich, wenn man ein paar Leute kennt die Spielen und man mit denen in einer Skype-Konferenz sitzt und das Vorgehen koordinieren kann. Wer also auf Shooter und futuristische Gefechte steht, der sollte sich das Spiel unbedingt mal anschauen.





Bis dahin - Tschödeldö





P.S.: Ich spiele übrigens auf dem Server 'Cobalt' bei der Fraktion 'Neues Konglomerat' unter dem Nicknamen 'DerLoarp'. Vielleicht sieht man sich ja mal! :)

17.02.13

Film•Peteback: Sinister


Diese Woche machen wir mal wieder einen Ausflug in die Welt des Horrorfilms.

Sinister


Fakten:
Originaltitel: Sinister
Deutscher Titel: Sinister
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: C. Robert Cargill, Scott Derrickson
Produktion: Jason Blum, Brian Kavanaugh-Jones
Cast: u.a. Ethan Hawk, Vincent D'Onofrio, James Ransone, Fred Dalton Thompson, Clare Foley, Juliet Rylance.

Trailer: Sinister

Kurz gesagt: "Sinister" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2012, von Regisseur Scott Derrickson. Das Drehbuch stammt ebenfalls von Derrickson und dreht sich um einen Schriftsteller, welcher über mysteriöse, unaufgeklärte Mordfälle Krimis schreibt und mit seiner Familie in ein neues Haus zieht. In dem neuen Haus, kommt er durch Filmaufnahmen einem perfiden Serienkiller auf die Spur kommt.




Der einst erfolgreiche Schriftsteller Ellison (Ethan Hawke) muss wegen schlechter Verkaufszahlen und einhergehender, finanzieller Probleme mit seiner Familie in ein kleineres Haus ziehen. In dem neuen Wohnsitz kam, vor Jahren, eine Familie auf ungeklärte Weise ums Leben, was er seiner Familie aber verschweigt. Ellison glaubt nicht an die Gerüchte und hofft stattdessen, dort Inspiration zu finden, um seinen neuen Kriminalroman beenden zu können. Auf der nächtlichen Suche nach Spuren des Vorfalls mit den Vorbewohnern, findet er auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Filmrollen, die neben Familienaufnahmen des Vorbesitzers auch äußerst verstörende Aufnahmen enthalten. Nachdem die Polizei keine Hilfe ist, beginnt er, auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf ein Geheimnis, welches den abgehärteten Schriftsteller fast an seinem Verstand zweifeln lässt. Während er mit der Lösung des Rätsels beschäftigt ist, scheinen unheimliche Mächte von seinen Kindern Besitz zu ergreifen, die in Zusammenhang mit den Filmen und den Morden stehen...




Wer den Namen Scott Derreckson hört, der sollte zuerst an "Der Exozismus von Emily Rose" denken, der 2005 von Kritikern sehr positiv aufgenommen wurde und auch wirklich ein sehenswerter Horrorfilm ist. Mit "Sinister" (engl. Unheilvoll) hat Derreckson nach 5 Jahren wieder einmal einen Film auf die Leinwand gebracht.

Der Titel ist sowohl simpel als auch treffend. Was der Zuschauer bei "Sinister" bekommt, ist ein waschechter Horrorfilm, der sich auf das klassische Motiv à la "Eine Familie zieht in ein neues Haus" verlässt. Gepaart wird diese Ausgangssituation mit Anleihen an Found-Footage-Mysteryhorror. Eine ansprechende Kombination, die auch einiges an Potenzial bietet, aber das Rad im Endeffekt nicht neu erfindet.

Ein charakteristisches Element des Horror-Streifens sind wohl die Szenen, in denen sich der Krimiautor Ellison, gespielt von Ethan Hawk, die Home-Videos der Vorbesitzer der Häuser anschaut, die er in einem kleinen, blauen Karton auf dem sonst leeren Dachboden gefunden hat. Klingt gruselig? Ist es auch. Diese, im wahrsten Worte, Found-Footage-Filme im Super-8-Format haben es ziemlich in sich. Mit plakativen Titeln wie "Familie beim Abhängen" entpuppen sich die Filmaufnahmen als dokumentarisches Zeugnis eines perfiden Serienkillers. Das eben genannte Video bildet übrigens auch das Intro des Films. Es ist mal eine ganz neue Auffassung von "Found-Footage", dass man dem Protagonisten dabei zusieht, wie er sich die Filme anschaut und wie ihm das Grauen ins Gesicht geschrieben steht und wie ihm der Schauder über den Rücken läuft. Man ist nach dem Ansehen eines der Videos genauso fertig wie Ellison selbst und braucht erst einmal ein kleine Verschnaufpause, bevor man das nächste Video sehen kann, nur um zu erfahren, was der Killer sonst noch mit den Familien angestellt hat.

Wo wir schon beim Protagonist sind; Mit Ellison Oswalt hat Sinister einen Hauptfigur, die zum einen sehr interessant ist und zum anderen sehr vielschichtig ist. Ethan Hawk spielt hier einen Workaholic und einen Egomane, der von seinem eigenen Misserfolg angekotzt ist und für seine Familie eigentlich nur das Beste möchte. Er nicht unbedingt ein Sympathieträger und passt auch ganz gut in das Bild des verschrobenen, exzentrischen Schriftstellers, der meistens in der Nacht arbeitet und dabei ein Glas Whisky trinkt. Die Stimmung des Films ist immer sehr gedrückt. Helle, strahlende Sonne gibt es selten, und gedrückte Lichtstimmung dominiert die meisten Szenen im inneren des Hauses.


Mit den seltsamen Aufnahmen und den merkwürdigen Vorkommnissen in seinem neuen Haus wittert er den perfekten Stoff für eine spannende, neue Story für seinen neusten Roman. Er ist ganz versessen darauf das Rätsel zu lösen und gerät dabei immer tiefer in eine Spirale von Wahn, Angst und Grauen. Darunter zu leiden hat natürlich auch seine Familie und gerade die Kinder werden von dem Haus und seinen Eigenheiten sehr beeinflusst. Ellison verfällt mehr und mehr dem Wahnsinn der Filmaufnahmen und es ergibt sich eine undurchsichtige, zweite Ebene der Wahrnehmung, denn man weiß nie genau, ob es nun zu den Wahnvorstellungen Ellisons gehört oder ob es real ist. Doch ehe der Zuschauer und auch der Protagonist es komplett begreifen kann, ist es für den Schriftsteller schon viel zu spät.

Dennoch verschenkt Derreckson gegen Ende sehr viel Potenzial, weil ihm einfach kein richtiger Schlenker zu einem ordentlichen, dem Restfilm angemessenen Ende einfällt. Er baut mit der Handlung ein interessantes Konstrukt aus Wahn und Wirklichkeit auf und setzt dabei vor allem sehr die Szenen mit den Filmaufnahmen und auch mit Ellisons Kindern. Hier und dort werden dem geschulten Horrorfilm-Fan Parallelen zu Stanley Kubricks Meisterwerk "Shining" auffallen. Der Schriftsteller, das Haus, die Kinder, die Wahnvorstellungen und vor allem die Musik. Wer sich an Kubricks Film erinnert, dem wird vor allem die penetrante, psychodelische Musik im Kopf geblieben sein. Derreckson hat die Musikidee gleich mal übernommen und hat sich von Christopher Young auch einen Score komponieren lassen, der gleichmaßen unter die Haut geht, als auch die Nerven strapaziert.


Fazit.
"Sinister" ist seit langem ein Horrorfilm, bei dem ich mich wirklich unwohl gefühlt habe und der wirklich im Gedächtnis bleibt. Der Protagonist ist interessant, die Handlung spannend und schaurig und die Kinder in dem Film tun ihr Bestes um den Grusel noch voranzutreiben. Der Film schwächelt gegen Ende etwas, aber wer sich von der Handlung mitreißen lässt, dem wird das kaum auffallen. Wer auf Mysteryhorror wie "Shining" steht, der sollte von Scott Derrecksons neuer Regiearbeit nicht vollends enttäuscht werden.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Sinister_%28Film%29
Bilder:  http://theflyseye.blogspot.de/2012/10/sinister-film-review.html
             http://www.birminghammail.co.uk/whats-on/films/film-review-sinister-5340
             http://images.popmatters.com/news_art/s/sinister-movie-image-ethan-hawke.jpg
             http://kinoservice.de/film/sinister

13.02.13

Die Konsumfreude des Auserwählten


Der letzte Post zum Thema "Konsumfreude" ist gar nicht mal so lange her.
Letztes Mal stellte ich die Assassin's Creed Enzyklopädie 2.0 vor, aber dieses Mal habe ich etwas ergattert, was mein Herz noch viel höher schlagen lässt.


Das ist die "The Legend of Zelda: Hyrule Historia". Ich habe mir dieses wundervolle Werk vor einiger Zeit vorbestellt und gestern kam es endlich, endlich an. Entweder bin ich zu viel Fanboy, oder ich habe einfach zu viel Geld, dass ich mir immer solche Sachen leiste. Jedenfalls ist dies die Standard-Edition mit grünem (ist auf dem Bild nicht gut zu sehen), festen Einband und hübschen Golddruck, der wirklich was hermacht. Dazu ist das Buch schwer wie ein Kasten böhmisches Bier. Es gibt noch eine Sonderedition, die in einer Lederoptik erscheinen wird, welche auch sehr schick ist, aber den Aufpreis kaum wert. Ich habe für dieses Grün-Gold-Stück (276 Seiten) gute 30€ bezahlt (ohne Versand).


Den Anfang der Historia bildet, wie sollte es auch anders sein, ein Vorwort des Zelda-Vaters persönlich. Shigeru Miyamoto richtet hier das Wort an den Leser und sinnt ein wenig über die Anfänge und die Intentionen nach, die zum ersten Zelda-Teil auf dem Famicom geführt haben. Ein netter kleiner Einführungstext, bevor ist mit dem wirklich interessanten Inhalten weitergeht. Es folgt, zum letzten Erfolg der Zelda-Reihe erst einmal einige Seiten, die sich mit dem eigentlich ersten Teil befassen. Aus historischer Sicht natürlich - also Skyward Sword. Es werden die wichtigsten Figuren vorgestellt, sowie die Welt und auch Antagonisten und Gegner. Alles schön übersichtlich auf ein bis zwei Seiten mit tollen Illustrationen und Informationen von Designern und Produzenten. 

Sehr interessant dabei sind die Konzeptzeichnungen zu den verschiedenen Figuren, wie sie in Erst-, Zweit- oder sogar Zehntentwüfen aussehen sollten. Aussehen, Kleidung, Körperform, Frisuren, etc. Ich habe sogar einige Entwürfe gesehen, die mir um einiges besser gefallen als die, die später im Spiel verwendet wurden. Etwas negativ hier, dass einige Bilder ein wenig zu klein geraten sind und die Schrift an den Zeichnungen deshalb recht klein ausfällt. Sie ist aber dennoch lesbar.


Nach dem Ausflug in die Welt von "Skyward Sword" geht es erst richtig los, denn dann beginnt der Geschichtsunterricht und es offenbart sich die einzig wahre, echte, unantastbare, widerspruchslose, offizielle The Legend of Zelda Timeline. Danach wird jedes Spiel der Reihe in die gesamte History eingeflochten und die Geschichte um Hyrule, die Götter, das Triforce, den Auserwählten und die Prinzessin erläutert und mit passenden Bildern zu den Spielen und Handlungsorten veranschaulicht. Dabei behält man über die Spiele immer recht gut den Überblick.


Außerdem gibt es es noch allgemeine Informationen zu den Spielen. Veröffentlichung, Plattforminforamtionen, Inhaltsangaben etc. Einen großen Teil macht der vorletzte Abschnitt aus, in dem offizielle Artworks und Concept Arts gezeigt werden, in der chronologischer Reihenfolge zu den Spielen. Man sieht hier sehr schön, wie sich das Design vom einfachem Anime-Comic-Look zu einem detailreicheren Look veränderte und die verschiedenen Stile der Spiele werden hier sehr gut veranschaulicht. Auch wirft es ein ganz neues Licht auf verschiedene Figuren, wenn man erstmal ihre Konzeptzeichnungen sieht. Ich war schon fast ergriffen, als ich Bilder entdeckte, die damals in den Spieleanleitungen abgebildet waren, oder auf der Rückseite der Spieleverpackung. Erinnerungen!


Was am Schluss den Buches wartet, werde ich aber nicht verraten, da ich ja nicht jedes Geheimnis der Hyrule Historia lüften und erklären möchte. Es soll ja auch ein bisschen Spannung da sein, wenn man sich das Büchlein auch kaufen möchte.

Ich kann die "The Legend of Zelda: Hyrule Historia" jedem empfehlen, der die Spiele liebt und die Geschichte die dahinter steckt. Die Geschichte wird wunderbar erzählt, die Illustrationen und Artworks sind erstklassig, die Texte interessant und man erfährt auf jeden Fall etwas, was man vorher noch nicht wusste. Da kann man sicher sein. Wenn man dieses Buch nicht besitzt, kann man sich eigentlich nicht wirklich Fan schimpfen und so ein Prachtstück des Buchdrucks darf doch in keiner gut sortierten Nerd-Sammlung fehlen!





Bis dahin - Tschödeldö





In Nuce #2 ~ Multiplayerwahn


Unglaublich, dass dies schon die zweite Ausgabe ist.
Nachdem es in der ersten Ausgabe einen kleinen Serien-Tipp gab, gibt es heute mal ein Random-Thema, was mich im Moment beschäftigt.


Der Multiplayer bzw. ein kompetetiver Spielmodus an sich, ist eine wirklich feine Sache, gerade wenn es um Shooter geht. Die Spielzeit der Story ist im Schnitt sehr gering und der wahre Spaß kommt erst auf, wenn man sich mit anderen Spielern online mit Blei vollpumpt. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man weiß, dass hinter der anderen Spielfigur jemand steckt, der individueller und taktischer denken kann, als es eine K.I. je könnte. Da fühlt man sich gefordert und man kann wenigstens echte Menschen beleidigen, wenn man wieder mal einen Tag hat, wo der Gamer-Skill mehr als unterirdisch ist.

Noch mehr Spaß macht eigentlich noch der kooperative Spielmodus, in dem man mit Freunden oder Fremden die Story eines Spiels gemeinsam erleben kann, oder auch einen ganz anderen Strang entdecken kann. Ein ganz neues Abenteuer. Wenn man dabei auch noch in Kontakt steht, dann kann man das Potenzial des Kooperativmodus sehr gut ausschöpfen.

Ich freue mich ja schon sehr auf den März, weil da mindestens drei Spiele erscheinen werden, die ich mir auf jeden Fall nicht entgehen lassen möchte. Zum einen den Reboot-Titel "Tomb Raider", dann den neusten "God of War"-Ableger, der sich "Ascension" nennen wird und dann den neusten Teil der Bioshock-Reihe "Bioshock: Infinite". Über diverse Vorschau berichte zu Tomb Raider und God of War habe ich erfahren, dass diese beiden Spiele wohl einen Multiplayer anbieten werden. An dieser Stelle frage ich mich - Ist das wirklich nötig? Muss das sein? Was soll das?

Es ist nicht das erste Mal, dass ich mir diese Frage stelle. Zum ersten Mal hob ich skeptisch die Augenbraue, als ich erfuhr, dass "Assassin's Creed: Brotherhood" einen Mehrspielermodus bekommen sollte. Echt? Einen Multiplayer für Assassin's Creed? Nun, die einen mögen ihn, die anderen hassen ihn und im Grunde ist die Idee ganz nett, aber nicht wirklich sinnvoll. Spaßig aber kurzweilig. Lästiger Weise zog sich dieses Feature durch alle folgenden Teile. Wäre es nicht besser gewesen noch ein bisschen an Grafik und Gameplay zu schrauben, anstatt nen Mehrspielermodus aufzuziehen um die Spieldauer künstlich zu erhöhen? Das Gleiche, ab dem zweiten Teil der Uncharted-Reihe, den ich nicht einmal ausprobiert habe.  

Ein Multiplayer in Tomb Raider stößt mir gleichermaßen sauer auf, da es eine Art Capture-The-Flag sein wird. Dabei wird Lara nicht einmal spielbar als Charakter sein. So viel Anstand haben die Entwickler sind anscheinend eingeräumt. Anscheinend kann man heute kein ordentliches Spiel mehr auf den Markt werfen, ohne das man dazu einen mittelmäßigen Mehrspielermodus bekommt.

Warum sich nicht einfach mehr auf das Hauptspiel konzentrieren. Viele Spieler würden ein voll ausgearbeitetes Spiel einem künstlich-umfangreichem Spiel vorziehen. Vor allem, wenn ein Multiplayer nicht zum Spiel passt oder bei weitem keinen Sinn macht. Bei God od War wird es eine Arenaprügler mit Rollenspiel-Charakter. Wer kommt auf sowas? Im Endeffekt bezahlt man dann auch noch etwas, was man gar nicht nutzen will. Warum einen Mehrspielermodus nicht als DLC anbieten. So bleibt der Spielpreis geringer und man kann selber entscheiden, ob man das Ding nun braucht oder nicht. Online zocken tut heute doch sowieso jeder.

Oh Gott, bin ich heute wieder am meckern...





Bis dahin - Tschödeldö




10.02.13

Film•Peteback: Falling Down



Heute brechen wir aus unserem gewohnten Alltag aus, mit;

Falling Down


Fakten:
Originaltitel: Falling Down
Deutscher Titel: Falling Down - Ein ganz normaler Tag
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1993
Länge: ca. 107 Minuten
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Ebbe Roe Smith
Produktion: Arnold Kopelson, Herschel Weingold
Cast: u.a. Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Tuesday Weld

Trailer: Falling Down

Kurz gesagt: "Falling Down" ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 1993, von Regisseur Joel Schumacher. Die Handlung dreht sich um William Foster, der während dem üblichen Arbeitsverkehrs aus seinem Auto ausstieg und sich auf den Weg zur Geburtstagsparty seiner kleinen Tochter macht. Auf den Weg trifft er immer wieder auf Menschen die ihn provozieren oder ihm soziale Probleme vor Augen führen.




Es ist ein ganz normaler Tag im Berufsverkehr von L.A.. William Foster (Michael Douglas) sitzt in einem der üblichen Staus fest, was ihn wie immer ziemlich nervt. Da wird es dem mittelständischen Familienvater einfach zu viel. Der Krach des Verkehrs, die Hitze im Wagen und eine Wanderbaustelle, die den Verkehr auch noch aufhält. Man will ja einfach nur nach Hause. Da beschließt William einfach auszusteigen - und das nicht nur aus seinem Wagen. Er verlässt seinen Wagen, den Verkehr, die Straße und marschiert mit seinem Aktenkoffer nach Hause zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter, die heute Geburtstag hat. Allerdings hat sich seine Frau Elizabeth (Barbara Hershey) schon von ihm getrennt und gerichtlich wurde angeordnet, dass er sich ihr und seiner Tochter nicht nähern darf. Außerdem hat William seinen Job verloren. Zu Fuß streift er durch die Stadt und gerät dabei immer wieder in absurde Situationen, die durch Menschen ausgelöst werden, die ihn nerven. Langsam dreht er durch und wird immer aggressiver und dann fällt ihm auch noch eine Tasche mit Waffen in die Hände. Martin Pendergast (Robert Duvall) ist ein Cop beim L.A.P.D. und hat seinen letzten Tag. Sein letzter Auftrag soll es sein, den Fahrer des stehengelassenen Fahrzeugs zu finden und Williams Gewaltmarsch durch L.A. zu beenden.




Man kennt ja die Filmlandschaft. Wenn es um Gut und Böse geht, dann wird immer klar Stellung bezogen. Dem Zuschauer wird meist nur die schwarze oder die weiße Seite gezeigt, was zum einen recht klischeehaft ist, aber zum anderen einfacher für die Handlung. Doch sollte man es sich immer so einfach machen?

Auf der einen Seite, der bösen Seite stehen die, die dunklen Machenschaften nachgehen, rauben, morden und den Menschen feindlich gesinnt sind. Auf der anderen Seite stehen die rechtschaffenden, die für Ordnung sorgen, sich für andere Mitbürger einsetzen und das Chaos aus der Welt schaffen. Die Grauzone wird dabei allerdings völlig außer Acht gelassen.

Regisseur Joel Schumacher hat diesem klischeehaften Hollywood-Weltbild vom Schwarz-Und-Weiß-Denken mit "Falling Down" den Kampf angesagt. Er hat einen ehrlichen, lebensnahen, ungeschönten, zynischen Thriller geschaffen, der diese Klischees einfach über den Haufen wirft und einen Charakter etabliert, der sich klar zwischen den Extremen bewegt. Die Welt lässt sich in keiner Weise nur in schwarz und weiß teilen, sondern nur als eklig-grauer Schmutzhaufen entlarven. Alltäglicher Wahnsinn, die Reizüberflutung durch Medien und Gesellschaft der Großstadt erzeugen ein Stresspotenzial, an dem der Mensch schnell zerbrechen kann. Der Charakter William Foster erlebt diese Reizüberflutung am eigenen Leib und das täglich. Er verliert in einem Moment des größten Stresses einfach die Kontrolle. Doch wie weit ist die Gesellschaft daran Schuld und wie viel man selbst? Haben wir selbst die Kontrolle oder lässt man uns das nur glauben? In wie fern ist man noch für sein eigenes Handeln verantwortlich? "Falling Down" hat, trotzdem der zwanzig Jahre die der Film schon auf dem Buckel hat, auch heute noch eine aktuelle Präsenz. Schumacher macht von Anfang an klar, dass es nur ein einziger Tropfen sein kann, der das Fass zum überlaufen bringt und das es bei jedem von uns passieren kann.

Die Identifizierung mit der Hauptfigur William fällt dabei gar nicht mal schwer. Jeder von uns hat es schon einmal erlebt, dass man einfach alles hinwerfen möchte, oder jemandem einfach mal die Meinung geigen will.  Natürlich läuft das ganze bei William noch ein wenig extremer ab, aber im Kern kann man den Mann schon verstehen. Man kann ihn dabei nicht einmal direkt als wahnsinnig bezeichnen. Unterhaltsam dabei sind seine Gespräche, die er mit verschiedenen Leuten führt, in denen er meist den sarkastischen und zynischen Part übernimmt und irgendwo hat der Mann ja auch Recht mit dem was er sagt. Vom Leben und seinen Lieben betrogen, seine Ideale über den Haufen geworfen, von seinem Arbeitgeber aufgrund der Rezession in Amerika entlassen, schaut er in die Augen einer profanen, gesellschaftlichen Lüge. Alles auch noch unterstützt vom Konsumterror der Großkonzerne, welche dem Menschen im Endeffekt auch nur mehr vorgegaukelt, als sie eigentlich erreichen können.


Am besten wird dies durch eine Szene in einem Fast Food Restaurant veranschaulicht. So ein Gewaltmarsch durch L.A. macht hungrig und William will sich eigentlich nur ein kleines Frühstück gönnen. Er will bestellen, aber die Dame hinter dem Tresen muss ihn damit vertrösten, dass es um die Uhrzeit kein Frühstück mehr gäbe und er nur von der Mittagskarte bestellen könnte. Frühstück gäbe es nur 11:30 Uhr, wie ihm der Geschäftführer erklärt. William schaut auf die Uhr - es ist 11:33 Uhr. Soviel zu "Der Kunde ist König".  Das ist wieder so ein Moment wo William nicht an sich halten kann und lässt seine UZI sprechen, aus Versehen natürlich. Schonunglos, offen und ehrlich sind die Handlung der Hauptperson und genau so inszeniert Schumacher auch das Seelenleben seines Protagonisten, der immer mehr kränker und hasserfüllter erscheint. In der Grauzone zwischen einer selbst aufgebauter Paranoia und Verzweiflung, sucht Will nach dem rettenden Ausweg, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Allerdings sollte man "Falling Down" zusätzlich noch mal in seiner zweiten Sichtung aus distanzierter Perspektive betrachten. Und eine endgültige persönliche Katastrophe kündigt sich am Ende des Filmes an.

Michael Douglas leistet hier wirklich sehr gute Arbeit. Er spielt die Rolle des ausgebrannten, tollwütigen, um's Lebenswerk betrogenen Vorstädter überzeugend und vor allem sehr eindringlich. Ein einziger Mann, der als Choleriker als eine Ein-Mann-Armee eine Großstadt in Angst versetzt. Sein Gegenspieler in diesem Szenario ist Robert Duvall, in der Rolle des vermeintlich guten Cops Martin Pendergast. Er spielt hier einen wahren Gutmenschen und am es kommt natürlich zum obligatorischen Aufeinandertreffen der beiden Charaktere, welche beide für sich eine Entwicklung durchgemacht haben. Doch die Entscheidung, welcher der Protagonisten nun der Gute oder der Böse ist, bleibt dem dem Zuschauer selbst überlassen.


Fazit.
"Falling Down" ist auf der einen Seite Thriller und auf der anderen Drama. Ein Drama um einen Mann, der eigentlich nur nach Hause zu seiner kleinen Tochter will. Und ein Frühstück will er auch. Der Film ist schwarzhumorig, zynisch und wartet mit einer bissigen Kritik an Gesellschaft und Konsumgesellschaft auf. Der Hauptcharakter ist interessant, genauso wie die Personen auf die er trifft, die ihn zu einem wütenden Choleriker machen. Das einzige Manko ist höchstens, dass der Film etwas zu lang geraten ist, denn gute 95 Minuten hätten da auch ausgereicht.






Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Falling_Down_%E2%80%93_Ein_ganz_normaler_Tag
Bilder:  http://www.cinemagia.ro/filme/falling-down-cadere-libera-2746/
             http://blockbusterandmore.blog.de/2012/01/26/faling-down-kritik-12532302/
             http://www.fanpop.com/clubs/michael-douglas/images/28475910/title/falling-down-screencap

06.02.13

In Nuce #1 ~ The Middle


Willkommen zur ersten, spektakulären Ausgabe von "In Nuce".
Zum Auftakt dieser neuen Rubrik voller buntem Allerlei, fangen wir doch einfach mit einer Empfehlung für eine Serie an, die ich vor kurzem für mich entdeckt habe.

The Middle





Im Mittelpunkt der Serie steht die amerikanische, fünf-köpfige Familie Heck. Handlungsort ist die fiktive Kleinstadt Orson im Bundesstaat Indiana, welche, dem Seriennamen entsprechend, in der Mitte des Bundestaates liegt. Die mehrsträngige Handlung jeder Episode wird von Frankie Heck (Patricia Heaton), der Mutter und Ehefrau aus dem Off erzählt. Sie arbeitet bei einem der letzten Autohändler der Stadt, ist bei ihrer Arbeit aber nicht sehr erfolgreich. Ihr Mann Mike (Neil Flynn) ist Manager eines Steinbruches. Zusammen haben sie drei Kinder, Axl (Charlie McDermott), Sue (Eden Sher) und Brick (Atticus Shaffer). Axl ist der älteste Spross der Familie. Er ist Sportler mit Leib und Seele und steckt mitten in der rebellischen Teenagerphase. Sue ist das einzige Mädchen der Familie und ist stets bemüht in der Schule aufzufallen, in dem sie versucht in diverse Clubs und Vereine aufgenommen zu werden, was aber nicht von Erfolg gekrönt ist, da sie komplett talentfrei ist. Der jüngste Sohn, Brick, ist sehr intelligent und liest am liebsten. Mit seiner Intelligenz einhergehend, hat er ein eidetisches Gedächtnis, schwächelt allerdings beim Knüpfen sozialer Kontakte.




Ich bin ein großer Liebhaber von Familien-Comedy-Serien. Die wilden 70er, Eine schrecklich nette Familie, Immer wieder Jim, Full House oder Malcolm Mittendrin. Es ist einfach der alltägliche bis nicht ganz so alltägliche Familienwahnsinn.

"The Middle" schlägt irgendwie in eine Kerbe zwischen Malcolm Mittendrin und Eine schrecklich nette Familie. Die Charaktere sind gegensätzlich, größtenteils stereotyp und passen dennoch sehr gut zusammen. Es gibt die engagierten, aber doch stellenweise resignierenden Eltern. Der Anteil des starken Elternteils bleibt dabei größtenteils bei der Mutter Frankie, aber das kann sich serien-typisch von Folge zu Folge ändern.

Wir haben den verantwortungslosen, ältesten Sohn, der gerade mal Autofahren darf, auf Sport und Mädels abfährt und der pausenlos von seinen Eltern genervt ist. Bei Axel kommt aber noch der interessante Fakt hinzu, dass er sämtliche Teller des Hauses in seinem Zimmer hortet und das er zu Hause meist nur in Boxershorts herumläuft. Die Tochter Sue ist ein kompletter Pechvogel und verliert schnell die Nerven. Ihre besonderen Merkmale ist, dass sie knallbunte Klamotten trägt, was gut zu ihrem Gemüt passt und das sich nie jemand an sie erinnern kann. Der jüngste Sohn, Brick, ist ein laufendes Lexikon und lernt gerade erst mit Menschen außerhalb der Familie zu Recht zu kommen. Sein besonderes Merkmal ist, dass er bestimmte Worte von Sätzen, nachdem er sie ausgesprochen hat, noch einmal flüsternd in Richtung seines Herzens wiederholt. Außerdem hat er für die alltäglichen Dinge ein Gedächtnis wie ein Sieb.

Die Familie bleibt dabei aber immer sehr sympathisch und die Charaktere liebenswert und man kann sich auch ein Stück weit mit ihnen identifizieren. Natürlich bleibt das obligatorische Fremdschämen nicht aus und Mitleid mit den Eltern darf auch nicht fehlen.

Der Inhalt der Folgen befasst sich meist mit den üblichen Dingen, die in einer Familie vorkommen. Entweder geht es um den Muttertag, dass sich der Älteste einen Nebenjob suchen soll, das es aus irgendeinem Grund zwischen Mutter und Tochter kriselt, das Halloween vor der Tür steht, oder das ein Job auf der Kippe steht und so weiter und so fort. Jeder Charakter der Familie bekommt in jeder Folge aber einen Handlungsstrang spendiert, die am Ende zusammenlaufen und mehr oder weniger gut ausgehen. Interessant dabei auch, dass sich eine Staffel (24 Folgen) genau in einem Jahr abspielt. Sprich, eine Staffel beginnt mit dem ersten Schultag und endet mit dem letzten Schultag und der Versetzung der Kinder.

Alles in allem, kann ich "The Middle" jedem empfehlen der auf Familien-Comedy-Serien steht. Die Serie ist einer der besten ihrer Art, die ich seit langem gesehen habe. Die Charaktere sind klasse ausgearbeitet und die Storys der jeweiligen Episoden immer interessant und witzig, ohne das es ins komplett Lächerliche abrutscht. Außerdem spielt Neil Flynn den Vater. Das ist wie, als hätte der Hausmeister aus Scrubs sein Job gekündigt und hätte eine Familie gegründet.




Bis dahin - Tschödeldö



Eine wilde Rubrik erscheint!


Hallo und willkommen.

Da das Projekt '52 Games' schon länger vorbei ist und sich bisher nicht nichts neues Brauchbares angefunden hat, habe ich mir selber etwas überlegt. Nachdem ich es durch das Videospielprojekt gewohnt bin, unter der Woche immer einen Post rauszuhauen, habe ich eine neue Rubrik ausgearbeitet, die diese Lücke füllen kann.


Ich präsentiere voller Stolz;

Die Nüsse dürften einigen vielleicht bekannt vorkommen. ;)

Jetzt fragt sich der geneigte Leser, was "In Nuce" nun eigentlich ist. Ganz einfach:

"In Nuce (deutsch: in einer Nuss) ist eine lateinische Redewendung für zusammengefasst, in knapper Form. Die Wendung soll auf Plinius maior zurückgehen. Dieser erwähnt in seiner enzyklopädischen Naturalis historia einen Bericht Ciceros, wonach eine Handschrift der Ilias Homers in einer Nussschale Platz gehabt habe. Im angelsächsischen Sprachraum wird die Variante „in a nutshell“ (deutsch: in einer Nussschale) verwendet." via.

"In Nuce" lässt sich also übersetzen mit "kurz und bündig" oder "kurz und knapp". In dieser Rubrik kann ich mich nach Lust und Laune austoben, denn es sind den Themen keine Grenzen gesetzt! Natürlich wird es vornehmlich um die Hauptaugenmerke meines Blogs gehen. Filme, Spiele, Serien und allgemein auch über Medien. Kurze Tipps für Filme, für die ich kein ganzes Peteback gebrauchen möchte, welche aber dennoch erwähnenswert sind. Empfehlungen für Serien und Spiele, die sich in knapper Form am besten darstellen lassen.

Wenn mir danach sein sollte, dann werde ich in "In Nuce" auch ganz andere Themen anschneiden, die mich in dem Moment beschäftigen. Themen über die ich schon länger mal etwas sagen wollte, oder was eine aktuelle Relevanz hat. Ein kunterbuntes Gedankenspiel, ein unterhaltendes Potpourrie der Ideen und des absoluten Wahnsinns, von jemanden, der viel zu viele Filme schaut. Man kann also immer gespannt sein. Dabei werden die Posts nicht viel länger, die für 52 Games waren, also je nach Thema sehr überschaubar.

Ich habe die Rubrik für den Mittwoch angedacht, da die Sonntags-Review wie gewohnt bestehen bleibt. So habe ich auch noch genug Raum für anderweitige Posts, wenn mir etwas einfallen sollte. Im besten Fall soll "In Nuce" natürlich wöchentlich erscheinen, was ich im Schnitt auch immer einhalten kann. Aber man weiß ja nie, was so anfällt.

So damit sei nun alles gesagt, was gesagt werden muss. Was haltet ihr von der Rubrik-Ideen? Findet ihr es gut so? Habt ihr Anregungen, Ideen oder Verbesserungsvorschläge? Lasst es mich wissen! Die erste Ausgabe der neuen Rubrik wird auch heute noch online gehen, also;





Bis dahin - Tschödeldö




05.02.13

Wüstenexkursion ~ Mein unbekannter Freund 'Doe'


*ping*

Da sich bei mir jetzt auf gefährliche Art und Weise die Spiele stapeln und ich befürchte von herabstürzenden Lawinen aus Spielepackungen begraben zu werden, bin ich voller Eifer dabei diese nun abzuarbeiten. Selbiges gilt für auch für die Festplatte meiner PS3. Da sind es nicht ganz so viele Titel, aber immer noch einige. Darunter auch folgende, kleine Perle: 

*ping*


Manchmal fühle ich mich total up-to-date, wenn ich über Spiele schreibe, die schon knapp ein ganzes Jahr auf dem Markt sind, eine Fangemeinde haben und über die eigentlich schon alles gesagt wurde, was man überhaupt sagen kann. Allerdings ist es auch schon ein Qualitätssiegel für das Spiel, dass man auch ein Jahr später darauf zurückgreifen kann und es noch wert ist, dass man darüber schreibt.

Kurz vor Weihnachten habe ich die Indie-Perle "Journey" des amerikanischen Entwicklerstudios "thatgamecompany" im Bundle mit "The Unfinished Swan" gekauft, wo ich über letzteres ja schon einen Post verfasst habe. Genau wie bei "The Unfinisched Swan" habe ich bei "Journey" eine Erfahrung gemacht, die entweder schon lange nicht mehr gemacht habe, oder vorher noch nie hatte. Aber machen wir es wie die Spielfigur - fangen wir am Anfang an.

Im Gegensatz zu anderen Spielen erwartet den Spieler kein Menü. Das fand ich schon etwas erstaunlich, dass man eigentlich nur die Möglichkeit hat das Spiel zu starten. Wenn man dies tut, fährt die Kamera über eine Wüstenlandschaft und zeigt eine Gestalt in roter Robe und einer schwarzen Maske (?), die im Sand hockt. Nachdem man mit dem Sixaxis Controller der PS3 spielerisch die Kamera geschwenkt hat, kann man die Figur aufstehen lassen und schreitet eine Sanddüne hinauf. Oben angekommen breitet sich das ganze Panorama der gold-gelb-glühenden Wüste aus. In der Ferne, ein Berg mit einem leuchtenden Gipfel. Und damit beginnt auch die Reise, immer in Richtung des geheimnisvollen Berges.

Und das ist auch schon das ganze Spiel. Man weiß nicht genau wen oder was man da spielt, was es genau mit der Welt auf sich hat und was einen erwartet. Man weiß nur eins; Man muss den Berg bzw. den Gipfel erreichen. Auf der Reise begibt man sich, grob, in fünf unterschiedliche Gebiete. Die Wüste, eine zerstörte Stadt, das innere eines Tempels, den ehemals bewohnten Fuß des Berges und den Aufstieg zum Gipfel. Auf dem Weg wundert man sich schon, was dies eigentlich für eine Welt ist, denn obwohl es reichlich Sand gibt, kommt es einem doch teilweise so vor, als wäre man unter Wasser. Alles fühlt sich dennoch ziemlich stimmig an, dass man die Welt gar nicht mehr verlassen möchte. Dabei immer begleitet von ruhigen Klängen von Geigen, Cellos oder Oboen. Wie Budi von "Game One" in seinem TV-Beitrag schon sagte; Journey fühlt sich an, als wäre man in Watte gepackt worden. Es fühlt sich einfach gut an.


"Journey" wartet nicht mit einer genialen Story auf. Das liegt vor allem daran, dass man sich die Geschichte selber aufarbeiten muss, in dem man Wände findet auf denen der Aufstieg und der Fall einer mysteriösen Zivilisation dokumentiert ist. Einer Zivilisation, der man anscheinend auch in irgendeiner Art und Weise angehört, oder wo es sich um die Vorfahren handelt. Man kann sich auch alle Zeit der Welt nehmen, die Gebiete zu erkunden, denn es gibt kein Zeitdruck und das ist auch ein wichtiges Stilelement, womit "Journey" spielt. Wenn man sich die unterschiedlichen Areale auskundschaftet, dann wird man hier und dort kleine Extras finden. Dazu zählen die besagten Wände, die die Vergangenheit preisgeben. Eine andere Sache wären die Glpyphen die den Schal der Spielfigur verlängern, sodass man länger fliegen kann und dann gibt es noch zwei Easter Eggs die man aufspüren kann.

Was mich aber viel mehr begeistert hat, ist das Gameplay das sich ergibt, wenn man das Spiel online spielt. "Journey" spielt zum einen mit dem Gefühl der Einsamkeit und der Isolation, bis man auf jemand anderes, einen Fremden, trifft. Dies ist auch die einzigartige Erfahrung, die man in dem Spiel machen kann und die auch wirklich den Reiz ausmacht. Bei mir war es so, dass ich gerade eine Wand beguckte, als plötzlich eine andere Figur hinter mir auftauchte. Ich war ganz überrascht schon so früh auf jemand anderes zu treffen und beschloss meinen neuen Gefährten 'Doe' zu nennen. Man muss die Dinge ja benennen. Frei nach Pseudonym 'John Doe', welches für eine nicht identifizierbare Person genommen wird. Und schon entstand auch ein Dialog zwischen uns.

Ich: Ping!
Doe: Pi-Ping!
Ich: Piiiing! Piiing! Ping!
Doe: Ping! Ping!
Ich: Ping!
Doe: Ping Piiiing!


Das ist doch ein Dialog wie er im Buche steht. Man hat als Spieler nur die Möglichkeit einen Ping-Ton von sich zu geben und das eigene Symbol erscheint über einem. Der andere Spieler sieht das und kann dann darauf "antworten". Ist ein wenig, als würde man sich mit jemanden unterhalten der eine andere Sprache spricht. Die komplette Kommunikation läuft über Gesten, Töne und Verständnis ab. Wenn ich etwas gefunden habe wie eine Glyphe oder eine Wand, dann habe ich schnelle Ping-Töne von mir gegeben und 'Doe' ist mir gefolgt. Wenn ich weiter gehen wollte, 'Doe' aber eine andere Richtung eingeschlagen hat, hat er kurze und lange Töne von sich gegeben und ich bin ihm gefolgt, weil er anscheinend etwas entdeckt hatte. Es ist ein wunderbares, symbiotisches Zusammenspiel, was man in "Journey" erlebt. Da man sich auch gegenseitig nichts wegnehmen kann, fühlt man sich auch immer gleichberechtigt. Man erlebt etwas gemeinsam und hilft sich auch gegenseitig.

So bin ich über die Spieldauer von gut zwei bis drei Stunden mit 'Doe' durch die Areale gelaufen, gehüpft, gesurfed und geflogen. Wir haben zusammen nach Glyphen und Wänden gesucht, haben uns zusammengerauft um die Energie unserer Schals aufzuladen und haben uns vor den bösen, schlangenartigen Gegnern versteckt, die uns an den Kragen wollten. Es war ein Gefühl der Miteinander und nicht des Gegeneinander, wie in anderen Spielen mit Multiplayer. Schon interessante, wie einem eine Figur, ein Spieler so ein bisschen ans Herz wachsen kann, dass man ohne ihn nicht weitergehen möchte. So warte ich an Arealenden immer auf 'Doe', wenn ich etwas schneller war oder hielt Ausschau nach seinen Ping-Tönen, nur um zu wissen, dass er noch in der Nähe ist.

Gerade gegen Ende hat der Sinn für das Geimwohl und das Wir-Gefühl einen sehr herzlichen Nutzen, wenn man sich durch die tundrische Eiswüste des Berges kämpft. Der schneidend kalte Wind friert nämlich die Schals ein, sodass man nicht mehr in der Lage ist zu fliegen. Wenn man sich aber nah beieinander befindet, wenn man gerade Zuflucht hinter Pfeilern oder in Höhlen sucht und dann Ping-Töne erklingen lässt, kann man die Schals für einen Moment auftauen. Man wärmt sich so gesehen gegenseitig. Ein erhebendes Gefühl.


Abschließend kann ich nur sagen, dass ich "Journey" genau wie "The Unfinished Swan" für ein sehr wertvolles Spiel halte, dass man als offenherziger Gamer wirklich gespielt haben sollte, weil einem sonst eine sehr spezielle Erfahrung verborgen bleibt. Ich hatte über die zwei Stunden Spielzeit sehr viel Spaß mit 'Doe' und auch der Welt des Spiels, dass ich noch vier Mal dorthin zurückgekehrt bin, um alle Glyphen zu finden um ein kleines Gimmick freizuschalten und vor allem um neue "Fremde" zu treffen. Trotzdem wird mir das erste Spielerlebnis mit 'Doe' immer im Gedächtnis bleiben. Du warst ein super Bro! "Journey" ist ein Spiel, welches rundum glücklich machen kann, wenn man sich darauf einlässt.





Bis dahin - Tschödeldö




03.02.13

Film•Peteback: Abraham Lincoln Vampirjäger


Nachdem wir letzte Woche einen Blick in die Zukunft gewagt haben, werfen wir diese Woche einen Blick zurück in die Vergangenheit


Abraham Lincoln Vampirjäger



Fakten:
Originaltitel: Abraham Lincoln Vampire Hunter
Deutscher Titel: Abraham Lincoln Vampirjäger
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca.  105 Minuten
Regie: Timur Bekmambetov
Drehbuch: Seth Grahame-Smith (Romanvorlage)
Produktion: Timur Bekmambetov, Tim Burton, Jim Lemley
Musik: Henry Jackman
Cast: u.a. Benjamnin Walker, Dominic Cooper, Anthony Mackie, Mary Elizabeth Winstead, Jimmi Simpson

Trailer: Abraham Lincoln Vampirjäger

Kurz gesagt: "Abraham Lincoln Vampirjäger" ist ein US-amerikanischer Action-Horrorfilm aus dem Jahr 2012, von Regisseur Timur Bekmambetow. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Seth Grahame-Smith. Die Story dreht sich um die Jugend und den Aufstieg Abraham Lincolns und seinen Kampf gegen die Vampire in Amerika.




Kentucky, 1818.
Der junge Abraham Lincoln (Benjamnin Walker) lebt zusammen mit seinen Eltern Nancy (Robin McLeavy) und Thomas (Joseph Mawle) auf der Plantage von Landbesitzer Jack Barts (Marton Csokas). Durch einen Zwischenfall mit Abrahams afroamerikanischen Freund William wird Abes Vater von Jack Barts entlassen. In der darauffolgenden Nacht wird seine Mutter von Barts angegriffen und stirbt Tage später an den Folgen einer seltsamen Krankheit. Abe hat den Tod seiner Mutter nie ganz überwunden und sinnt Jahre lang auf Rache. Neun Jahre später will er sich dem Mörder seiner Mutter stellen und auch sein Leben aushauchen. Doch Barts scheint übermenschliche Kräfte zu besitzen und ihm kann der Schuss aus Abes Pistole nichts anhaben.  Bevor Barts auch Abraham töten kann, wird er von Henry Sturgess (Dominic Cooper) gerettet. Dieser erklärt ihm, dass Barts ein waschechter Vampir ist und dazu nicht der einzige in Amerika. Henry klärt ihn über Vampire, ihre Herkunft und über die Jagd auf, sowie wie man sie töten kann. Henry bildet Abe zu einem fähigen Vampirjäger aus, dass er sich von nun an gegen die Blutsauger erwehren kann und irgendwann doch noch seine Mutter rächen kann. Später zieht Abe nach Springfield, Illinois um dort Jura zu studieren, was in späteren Jahren auch seinen politischen Erfolg begünstigt. Doch selbst in Spingfield ist er vor Vampiren nicht sicher...




Wieder ein Film von Timur Bekmambetov? Ganz recht! Nachdem ich vor kurzen schon seinen mittelmäßigen Si-Fi-Horror-Versuch "The Darkest Hour" vorgestellt habe, geht es dieses Mal zwar auch in die Richtig "Horror", aber schlägt doch einen eher anderen Weg ein. Keinen historisch korrekten Weg, aber das will man hier ja auch nicht erwarten.

Mit "Abraham Lincoln Vampirkiller" wagen wir uns wieder einmal auf das Terrain des Trashfilms. Wo Filme wie "Cowboys vs. Aliens" oder "Super" noch ihren Plot und das Konzept knallhart und bierernst durchziehen und "Black Dynamite" der das ganze Blaxploitation-Genre auf die Schippe nimmt und sich in keiner Weise ernst nimmt, geht Bekmambetov eher den gemächlichen Mittelweg. Das Konzept an sich ist irgendwie albern, die Actionszenen überzogen und der historische Hintergrund weit entfernt und doch schon greifbar.

Wenn man den Titel des Films hört, dann denkt man sich schon "gewagt, gewagt..." - und das kann man auch zum Romanautor Seth Grahame-Smith sagen, der die Bestsellervorlage verbrochen hat. Er fährt anscheinend gerne die extreme Schiene, wie sein Werk "Pride and Prejudice and Zombies" beweist. Dennoch spricht es doch jeden Amerikaner auf irgendeine Art und Weise an, egal ob man nun patriotisch veranlagt ist, oder auch nicht. Es wirkt wie ein kühnes Unterfangen Abraham Lincoln noch cooler und heroischer zu machen, in dem man seine Taten als knallharter Vampirjäger aufgedeckt. Neben seiner Tätigkeit als politischer-aufstrebender Staatsmann. Ob einem der Film im Vorfeld gefallen könnte, kann man eigentlich schon daran festmachen, was man von dem Titel hält. Wen man bei dem Titel schon das Schlimmste befürchtet und wieder einmal über den neusten Auswurf der Hollywoodmaschinerie den Kopf schüttelt, der kann schon sehr gut abschätzen, dass der Film sich vermutlich lohnen wird. Wenn einem aber beim Lesen schon ein Schmunzeln überkommt und die Augen beim Trailer groß werden, dann kann man sicher sein, dass man mit dem Regisseur und den Schreiberlingen auf einer Wellenlänge ist. Der Zuschauer muss wissen und verstehen was ihn erwartet. Wer den Namen Timur Bekmambetov hört, der kann schon wissen, dass es hier auf eine extravagant Art und Weise zur Sache geht. Wie in der Comic-Verfilmung "Wanted" wird hier auf jegliche Form der rational-erklärbaren Physik einen Feuchten gegeben und es wird ein stylisches, gut durchchoreografiertes Actionfest präsentiert, das Genrekollegen in nichts nachsteht. Abstriche muss man dabei leider auch bei dem Horrorfaktor machen. Gerade mal ein richtiger Jump Scare hat es in den Film geschafft, sonst dümpelt das Horror-Niveau eher in der unteren Kategorie herum. Bekmambetov beweist hier wieder stilsicher, dass er einen Hang zu Ästhetik hat die sich durch Farben ausdrücken. Während die einen Kämpfe im Freien in kalte Blautöne gehalten sind, so wechselt die Szenerie in einem Herrenhaus gerne in einen warmen Rotton.

Ein Augenmerk des Films sind natürlich die Kampfszenen, in denen sich Abe Lincoln mit den Blutsaugern rumschlägt. Diese sind extrem gut durchchoreografiert und so stylisch, dass man annehmen müsste, dass Abe sich auch als Ninja sehr gut machen würde. Dabei spart der Regisseur nicht an Überzogenen Szenen, wie z.B einen Kampf in mitten und auf galoppierenden Wildpferden ausgetragen wird. Leider merkt man bei dieser Szene auch, wie mit Weichzeichnern, indirekter Beleuchtung und eher schlechten CG-Effekten versucht wurde die Studio-Stunts zu kaschieren. Das hätte man auch sicher besser hinbekommen. Wer an solchen actiongeladenen Kämpfen seine Freude hat, der kann sich hier schon auf ordentlich Futter freuen. Erstaunlich, wie gut jemand mit einer sperrigen Axt umgehen kann. Da der Film einst in den Kinos mit 3D angeboten wurde, gibt es natürlich die obligatorischen 3D-Effekte, in denen Gegenstände in möglichst kleinste Teile zerbersten. Alles natürlich in Ultrazeitlupe und mitten in die Kamera hinein.

Eine große Schwäche des Films ist hingegen seine Länge. 105 Minuten für einen Trash-Streifen ist eindeutig ein wenig zu übertreiben. Das liegt zum einen daran, dass man versucht hat das Leben von Abraham Lincoln annährend gut darzustellen. Hier und dort wurden biografische Stationen in seinem Leben mehr oder weniger beleuchtet, Andere wurden nur angedeutet. Ein anderes Problem wäre da noch das Schauspiel. Es wird eindeutig zu viel Zeit darin investiert eine Liebesgeschichte zu etablieren, zwischen Lincoln und seiner Jugendliebe Mary. Die oberflächliche Love Story ist zwar durch den Film spürbar, dennoch geht Mary Elizabeth Winstead in der Rolle der Präsidentengattin Mary Todd Lincoln mehr als unter und wird teilweise auch zum Ballast. Szenen alleine mit Abraham, sind etwas zu träge geraten, mal abgesehen von den Szenen wo er die Axt schwingt. Benjamin Walker, in der Rolle des amerikanischen Präsidenten, kommt der Rolle auch nur teilweise gerecht. Er wirkt ein wenig zu farblos und blass, schafft aber im Schnitt noch eine solide Darstellung. Abes Mentor Henry Sturgess, gespielt von Dominic Cooper hingegen glänzt wirklich in der Rolle als mysteriöser Lebemann mit Mantel und Sonnenbrille, mit einem selbstsicheren Lächeln und knallharten Trainingsmethoden.


Fazit.
"Abraham Lincoln Vampirjäger" ist ein Trash-Film der Extraklasse, der mit einer interessanten bis absurden Story aufwarten kann. Die Actionszenen sind sehr gut gemacht und sind das Glanzstück des Films. Die Charaktere sind angenehm ausgearbeitet und die Schauspieler  tun ihr Bestes um diese ordentlich zu verkörpern. Wer Filme wie "Wanted", "Ninja Assassin" oder allgemein Filme mit Martial-Arts-Kämpfen oder Vampiren mag, der wird an dem Film seine helle Freude haben.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Abraham_Lincoln_Vampirj%C3%A4ger
Bilder:  http://tbcollectivenews.blogspot.de/2012/07/new-poll-did-you-see-abraham-lincoln.html
             http://content.stuttgarter-zeitung.de/media_fast/626/thumbnails/Lincoln_510.jpg.868922.jpg

             http://videos.haz.de/playcenter/0,1846384058001#!bctid=1846384058001
             http://www.langweiledich.net/2012/09/trailer-abraham-lincoln-vampirjager/
             http://www.kino.de/kinofilm/abraham-lincoln-vampirjaeger/134774