24.02.13

Anime•Peteback: Gyo


Diese Woche gibt es mal wieder eine kleine Empfehlung für einen Anime.
Ist ja schon ein bisschen her.

Gyo


Fakten:
Originaltitel: Gyo (ギョ)
Deutscher Titel: Gyo: Der Tod aus dem Meer
Originalsprache: Japanisch
Erschienen: 2012
Deutsche Lokalisierung: 2013
Länge: ca. 70 Minuten
Regie: Takayuki Hirao
Studio: Ufotable

Trailer: Gyo

Kurz gesagt: "Gyo" ist ein Anime Film aus dem Jahr 2012, von Regisseur Takayuki Hirao. Der Anime wurde vom Studio Ufotable (Fate/Zero, Tales of Symphonia) entwickelt und basiert auf dem gleichnamigen Manga vom Kult -Managautor Junji Itō. Der Film handelt von drei jungen Frauen, die ihren Urlaub am Meer verbringen und dort von einem Fisch auf Beinen angegriffen werden. Weitere Fische kommen später aus dem Meer und strömen ins Inland und überfluten die Städte.




Es gibt sehr viele verschiedene Möglichkeiten, wie nun die Apokalypse aussehen kann und wie die Menschheit nun zugrunde geht. Die junge Kaori ist mit Freundinnen in Okinawa und verbringt dort ihren Sommerurlaub. Also sie vom Mittagessen zurückkommen ist ihr Haus erfüllt mit einem betäubenden Gestank, der nach Verwesung riecht. Schnell bemerkten die Frauen, dass sich etwas im Wohnzimmer befindet. Sie können das merkwürdige Tier einkesseln und Kaori schafft es das Vieh hinter einem Schrank einzuquetschen und zu töten. Zur Verwunderung aller ist es anscheinend ein Fisch auf metallischen Stelzenbeinen. Sie machen sich kaum weiter Sorgen und Kaori entsorgt das bizarre Tier in eine Müllbeutel. Später am Tag wird eine ihrer Freundinnen in ihrem Zimmer von einem Hai angegriffen der durch ihr Fenster bricht. Dieser Verletzt sie mit einem seiner Beine. Bei seiner Hetzjagd nach den Frauen stürzt der Hai aus dem Fenster und verendet. Noch völlig geschockt, was da gerade vorgefallen ist bemerkt sie, dass auf den Straßen Millionen von Fische auf den selben Beinchen in die naheliegende Stadt strömen. Was für ein Wahnsinn geht da vor sich?




Zu diesem Anime kann ich eigentlich gar nicht viel sagen. Wer die Werke von Mangaka Junji Itō kennt, der wird wissen was ihn hier erwartet. Itō ist, seit Anfang der 90er, einer der einflussreichsten Horror-Manga-Autoren Japans geworden und konnte in kurzer Zeit eine riesige Fangemeinde ansammeln - nicht nur in Japan. Zu seinen berühmtesten Werken gehören "Uzumaki", "Tomie" und auch "Gyo".

Seine Geschichten haben oft junge Mädchen oder Jungen als Protagonisten und erfolgt einen realistischen, sehr detailreichen Zeichenstil. Der Horror den er in seinen Mangas aufleben lässt ist gleichermaßen grauenerregend, wie auch typisch japanisch. Bizarr, verstörend, ekelhaft und wahnsinnig. So werden seine Werke bezeichnet und das ist nicht einmal negativ gemeint. Der Autor Masanao Amano betitelte Itos Werke als "albtraumartig unerträglich" und führte aus, er habe "einen ganz eigenen Stil, bei dem inmitten des Horrors irgendwo auch Komik enthalten ist."
 

"Gyo" ist eine sehr gute Anime-Umsetzung eines seiner Werke geworden, da der Film sich sehr nah an der mehrteiligen Manga-Vorlage hält. Es gibt nur leichte Abwandlungen in der Haupthandlung und an der Figurenkonstellation, sonst ist alles eins zu eins übernommen worden. Die Story in Junji Itōs Vorlage ist typisch bizarr und undenkbar. Eine Horrorgeschichte darum zu stricken, dass Fische auf Beinen das Meer verlassen und Menschen angreifen, ist schon sehr weit hergeholt. Aber so sind die Japaner nun mal - nichts ist unmöglich. Es wirkt wie eine Revolution der Meeresbewohner, sich gerade an einer Nation wie Japan zu rächen, die übermäßig viel vom Fischfang profitiert und dieser auch in der Kultur verankert ist. Vive la Révolution! Wenn man sich die kleinen Krabbelviecher mal schaut, dann wird man schon bald feststellen, dass es nicht direkt die Fische sind, die dort die Menschen attackieren. Denn diese werden auch anscheinend nur benutzt.

Die Animationen sehen wirklich sehr gut aus und geben den Zeichenstil von Junji Itō sehr gut wieder. Vor allem die Meerestiere sind dem Studio Ufotable sehr gut gelungen. Detailsreich werden verschiedene Fischarten gezeigt, von Thunfisch bis zum Hai ist alles vertreten, was vorher Flossen hatte. Entgegen zu den Menschen sind die Fische aber voll computer-animiert und nicht gezeichnet. Wenn ein Hai durch ein Fenster bricht und versucht alles im Inneren eines Hauses zu fressen, Soldaten die versuchen sich Raubfischen mit Gewehren zu erwehren, dann ist das schon ein sehr befremdliches Bild. Der Weiße Hai mal ganz anders interpretiert. Auch die Charaktere sehen aus wie im Manga. Von der Protagonisten bis zum Doktor Koyanagi, der die Tiere studiert und hinter das Geheimnis der Stelzenbeine kommen will.

Die Synchro des Films ist soweit ganz gut, dass man ihn sich ruhig im Originalton anschauen kann. Ich würde aber trotzdem zu der Originalsprache mit Untertiteln raten, weil die Emotionen im japanisches ein bisschen besser herübergebracht werden, als in der deutschen Fassung. Muss ja jeder selber wissen. Als deutsche Sprecher haben wir hier u.a. Angelina Geisler, Katrin Jaehne, Bastian Sierich und Klemens Fuhrmann.


Fazit.
"Gyo" ist endlich mal ein richtiger, ordentlicher Horror-Anime, von dem es meiner Meinung nach noch viel zu wenige in deutscher Lokalisierung gibt. Die Charaktere sind gut ausgewählt, die Story hält sich sehr nah an der Manga-Vorlage und die Idee hinter der Story ist gleichermaßen albtraumhaft wie lächerlich. Junji Itō dürfte mit der Verfilmung eines seiner Meisterstücke des Horror-Genres wohl sehr zufrieden sein. Dieser Anime ist auf den Fall mal einen Blick wert!





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://www.filmstarts.de/kritiken/212534.html
             http://anisearch.de/?page=anime&id=6939

Bilder:  http://www.moviepilot.de/movies/gyo-der-tod-aus-dem-meer/images/9451582
             http://www.beyondhollywood.com/gyo-2012-movie-review/
             http://www.subwaycinema.com/nyaff12/films/gyo/
             http://animeaura.com/2013/01/02/best-anime-of-2012-part-ii/gyo-1/

Kommentare:

  1. Was für eine verrückte Idee. xD Auf sowas können wirklich nur Bewohner einer Insel kommen. Fische auf Stelzenbeinen... mehr skurril als unheimlich. ;-)

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    1. Achja? Glaubst du? Wir werden sehen.

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    2. Das macht mir jetzt mehr Angst. xD

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