10.02.13

Film•Peteback: Falling Down



Heute brechen wir aus unserem gewohnten Alltag aus, mit;

Falling Down


Fakten:
Originaltitel: Falling Down
Deutscher Titel: Falling Down - Ein ganz normaler Tag
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1993
Länge: ca. 107 Minuten
Regie: Joel Schumacher
Drehbuch: Ebbe Roe Smith
Produktion: Arnold Kopelson, Herschel Weingold
Cast: u.a. Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Tuesday Weld

Trailer: Falling Down

Kurz gesagt: "Falling Down" ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 1993, von Regisseur Joel Schumacher. Die Handlung dreht sich um William Foster, der während dem üblichen Arbeitsverkehrs aus seinem Auto ausstieg und sich auf den Weg zur Geburtstagsparty seiner kleinen Tochter macht. Auf den Weg trifft er immer wieder auf Menschen die ihn provozieren oder ihm soziale Probleme vor Augen führen.




Es ist ein ganz normaler Tag im Berufsverkehr von L.A.. William Foster (Michael Douglas) sitzt in einem der üblichen Staus fest, was ihn wie immer ziemlich nervt. Da wird es dem mittelständischen Familienvater einfach zu viel. Der Krach des Verkehrs, die Hitze im Wagen und eine Wanderbaustelle, die den Verkehr auch noch aufhält. Man will ja einfach nur nach Hause. Da beschließt William einfach auszusteigen - und das nicht nur aus seinem Wagen. Er verlässt seinen Wagen, den Verkehr, die Straße und marschiert mit seinem Aktenkoffer nach Hause zu seiner Frau und seiner kleinen Tochter, die heute Geburtstag hat. Allerdings hat sich seine Frau Elizabeth (Barbara Hershey) schon von ihm getrennt und gerichtlich wurde angeordnet, dass er sich ihr und seiner Tochter nicht nähern darf. Außerdem hat William seinen Job verloren. Zu Fuß streift er durch die Stadt und gerät dabei immer wieder in absurde Situationen, die durch Menschen ausgelöst werden, die ihn nerven. Langsam dreht er durch und wird immer aggressiver und dann fällt ihm auch noch eine Tasche mit Waffen in die Hände. Martin Pendergast (Robert Duvall) ist ein Cop beim L.A.P.D. und hat seinen letzten Tag. Sein letzter Auftrag soll es sein, den Fahrer des stehengelassenen Fahrzeugs zu finden und Williams Gewaltmarsch durch L.A. zu beenden.




Man kennt ja die Filmlandschaft. Wenn es um Gut und Böse geht, dann wird immer klar Stellung bezogen. Dem Zuschauer wird meist nur die schwarze oder die weiße Seite gezeigt, was zum einen recht klischeehaft ist, aber zum anderen einfacher für die Handlung. Doch sollte man es sich immer so einfach machen?

Auf der einen Seite, der bösen Seite stehen die, die dunklen Machenschaften nachgehen, rauben, morden und den Menschen feindlich gesinnt sind. Auf der anderen Seite stehen die rechtschaffenden, die für Ordnung sorgen, sich für andere Mitbürger einsetzen und das Chaos aus der Welt schaffen. Die Grauzone wird dabei allerdings völlig außer Acht gelassen.

Regisseur Joel Schumacher hat diesem klischeehaften Hollywood-Weltbild vom Schwarz-Und-Weiß-Denken mit "Falling Down" den Kampf angesagt. Er hat einen ehrlichen, lebensnahen, ungeschönten, zynischen Thriller geschaffen, der diese Klischees einfach über den Haufen wirft und einen Charakter etabliert, der sich klar zwischen den Extremen bewegt. Die Welt lässt sich in keiner Weise nur in schwarz und weiß teilen, sondern nur als eklig-grauer Schmutzhaufen entlarven. Alltäglicher Wahnsinn, die Reizüberflutung durch Medien und Gesellschaft der Großstadt erzeugen ein Stresspotenzial, an dem der Mensch schnell zerbrechen kann. Der Charakter William Foster erlebt diese Reizüberflutung am eigenen Leib und das täglich. Er verliert in einem Moment des größten Stresses einfach die Kontrolle. Doch wie weit ist die Gesellschaft daran Schuld und wie viel man selbst? Haben wir selbst die Kontrolle oder lässt man uns das nur glauben? In wie fern ist man noch für sein eigenes Handeln verantwortlich? "Falling Down" hat, trotzdem der zwanzig Jahre die der Film schon auf dem Buckel hat, auch heute noch eine aktuelle Präsenz. Schumacher macht von Anfang an klar, dass es nur ein einziger Tropfen sein kann, der das Fass zum überlaufen bringt und das es bei jedem von uns passieren kann.

Die Identifizierung mit der Hauptfigur William fällt dabei gar nicht mal schwer. Jeder von uns hat es schon einmal erlebt, dass man einfach alles hinwerfen möchte, oder jemandem einfach mal die Meinung geigen will.  Natürlich läuft das ganze bei William noch ein wenig extremer ab, aber im Kern kann man den Mann schon verstehen. Man kann ihn dabei nicht einmal direkt als wahnsinnig bezeichnen. Unterhaltsam dabei sind seine Gespräche, die er mit verschiedenen Leuten führt, in denen er meist den sarkastischen und zynischen Part übernimmt und irgendwo hat der Mann ja auch Recht mit dem was er sagt. Vom Leben und seinen Lieben betrogen, seine Ideale über den Haufen geworfen, von seinem Arbeitgeber aufgrund der Rezession in Amerika entlassen, schaut er in die Augen einer profanen, gesellschaftlichen Lüge. Alles auch noch unterstützt vom Konsumterror der Großkonzerne, welche dem Menschen im Endeffekt auch nur mehr vorgegaukelt, als sie eigentlich erreichen können.


Am besten wird dies durch eine Szene in einem Fast Food Restaurant veranschaulicht. So ein Gewaltmarsch durch L.A. macht hungrig und William will sich eigentlich nur ein kleines Frühstück gönnen. Er will bestellen, aber die Dame hinter dem Tresen muss ihn damit vertrösten, dass es um die Uhrzeit kein Frühstück mehr gäbe und er nur von der Mittagskarte bestellen könnte. Frühstück gäbe es nur 11:30 Uhr, wie ihm der Geschäftführer erklärt. William schaut auf die Uhr - es ist 11:33 Uhr. Soviel zu "Der Kunde ist König".  Das ist wieder so ein Moment wo William nicht an sich halten kann und lässt seine UZI sprechen, aus Versehen natürlich. Schonunglos, offen und ehrlich sind die Handlung der Hauptperson und genau so inszeniert Schumacher auch das Seelenleben seines Protagonisten, der immer mehr kränker und hasserfüllter erscheint. In der Grauzone zwischen einer selbst aufgebauter Paranoia und Verzweiflung, sucht Will nach dem rettenden Ausweg, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Allerdings sollte man "Falling Down" zusätzlich noch mal in seiner zweiten Sichtung aus distanzierter Perspektive betrachten. Und eine endgültige persönliche Katastrophe kündigt sich am Ende des Filmes an.

Michael Douglas leistet hier wirklich sehr gute Arbeit. Er spielt die Rolle des ausgebrannten, tollwütigen, um's Lebenswerk betrogenen Vorstädter überzeugend und vor allem sehr eindringlich. Ein einziger Mann, der als Choleriker als eine Ein-Mann-Armee eine Großstadt in Angst versetzt. Sein Gegenspieler in diesem Szenario ist Robert Duvall, in der Rolle des vermeintlich guten Cops Martin Pendergast. Er spielt hier einen wahren Gutmenschen und am es kommt natürlich zum obligatorischen Aufeinandertreffen der beiden Charaktere, welche beide für sich eine Entwicklung durchgemacht haben. Doch die Entscheidung, welcher der Protagonisten nun der Gute oder der Böse ist, bleibt dem dem Zuschauer selbst überlassen.


Fazit.
"Falling Down" ist auf der einen Seite Thriller und auf der anderen Drama. Ein Drama um einen Mann, der eigentlich nur nach Hause zu seiner kleinen Tochter will. Und ein Frühstück will er auch. Der Film ist schwarzhumorig, zynisch und wartet mit einer bissigen Kritik an Gesellschaft und Konsumgesellschaft auf. Der Hauptcharakter ist interessant, genauso wie die Personen auf die er trifft, die ihn zu einem wütenden Choleriker machen. Das einzige Manko ist höchstens, dass der Film etwas zu lang geraten ist, denn gute 95 Minuten hätten da auch ausgereicht.






Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Falling_Down_%E2%80%93_Ein_ganz_normaler_Tag
Bilder:  http://www.cinemagia.ro/filme/falling-down-cadere-libera-2746/
             http://blockbusterandmore.blog.de/2012/01/26/faling-down-kritik-12532302/
             http://www.fanpop.com/clubs/michael-douglas/images/28475910/title/falling-down-screencap

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