17.02.13

Film•Peteback: Sinister


Diese Woche machen wir mal wieder einen Ausflug in die Welt des Horrorfilms.

Sinister


Fakten:
Originaltitel: Sinister
Deutscher Titel: Sinister
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 110 Minuten
Regie: Scott Derrickson
Drehbuch: C. Robert Cargill, Scott Derrickson
Produktion: Jason Blum, Brian Kavanaugh-Jones
Cast: u.a. Ethan Hawk, Vincent D'Onofrio, James Ransone, Fred Dalton Thompson, Clare Foley, Juliet Rylance.

Trailer: Sinister

Kurz gesagt: "Sinister" ist ein US-amerikanischer Horrorfilm aus dem Jahr 2012, von Regisseur Scott Derrickson. Das Drehbuch stammt ebenfalls von Derrickson und dreht sich um einen Schriftsteller, welcher über mysteriöse, unaufgeklärte Mordfälle Krimis schreibt und mit seiner Familie in ein neues Haus zieht. In dem neuen Haus, kommt er durch Filmaufnahmen einem perfiden Serienkiller auf die Spur kommt.




Der einst erfolgreiche Schriftsteller Ellison (Ethan Hawke) muss wegen schlechter Verkaufszahlen und einhergehender, finanzieller Probleme mit seiner Familie in ein kleineres Haus ziehen. In dem neuen Wohnsitz kam, vor Jahren, eine Familie auf ungeklärte Weise ums Leben, was er seiner Familie aber verschweigt. Ellison glaubt nicht an die Gerüchte und hofft stattdessen, dort Inspiration zu finden, um seinen neuen Kriminalroman beenden zu können. Auf der nächtlichen Suche nach Spuren des Vorfalls mit den Vorbewohnern, findet er auf dem Dachboden eine Kiste mit alten Filmrollen, die neben Familienaufnahmen des Vorbesitzers auch äußerst verstörende Aufnahmen enthalten. Nachdem die Polizei keine Hilfe ist, beginnt er, auf eigene Faust zu ermitteln und stößt auf ein Geheimnis, welches den abgehärteten Schriftsteller fast an seinem Verstand zweifeln lässt. Während er mit der Lösung des Rätsels beschäftigt ist, scheinen unheimliche Mächte von seinen Kindern Besitz zu ergreifen, die in Zusammenhang mit den Filmen und den Morden stehen...




Wer den Namen Scott Derreckson hört, der sollte zuerst an "Der Exozismus von Emily Rose" denken, der 2005 von Kritikern sehr positiv aufgenommen wurde und auch wirklich ein sehenswerter Horrorfilm ist. Mit "Sinister" (engl. Unheilvoll) hat Derreckson nach 5 Jahren wieder einmal einen Film auf die Leinwand gebracht.

Der Titel ist sowohl simpel als auch treffend. Was der Zuschauer bei "Sinister" bekommt, ist ein waschechter Horrorfilm, der sich auf das klassische Motiv à la "Eine Familie zieht in ein neues Haus" verlässt. Gepaart wird diese Ausgangssituation mit Anleihen an Found-Footage-Mysteryhorror. Eine ansprechende Kombination, die auch einiges an Potenzial bietet, aber das Rad im Endeffekt nicht neu erfindet.

Ein charakteristisches Element des Horror-Streifens sind wohl die Szenen, in denen sich der Krimiautor Ellison, gespielt von Ethan Hawk, die Home-Videos der Vorbesitzer der Häuser anschaut, die er in einem kleinen, blauen Karton auf dem sonst leeren Dachboden gefunden hat. Klingt gruselig? Ist es auch. Diese, im wahrsten Worte, Found-Footage-Filme im Super-8-Format haben es ziemlich in sich. Mit plakativen Titeln wie "Familie beim Abhängen" entpuppen sich die Filmaufnahmen als dokumentarisches Zeugnis eines perfiden Serienkillers. Das eben genannte Video bildet übrigens auch das Intro des Films. Es ist mal eine ganz neue Auffassung von "Found-Footage", dass man dem Protagonisten dabei zusieht, wie er sich die Filme anschaut und wie ihm das Grauen ins Gesicht geschrieben steht und wie ihm der Schauder über den Rücken läuft. Man ist nach dem Ansehen eines der Videos genauso fertig wie Ellison selbst und braucht erst einmal ein kleine Verschnaufpause, bevor man das nächste Video sehen kann, nur um zu erfahren, was der Killer sonst noch mit den Familien angestellt hat.

Wo wir schon beim Protagonist sind; Mit Ellison Oswalt hat Sinister einen Hauptfigur, die zum einen sehr interessant ist und zum anderen sehr vielschichtig ist. Ethan Hawk spielt hier einen Workaholic und einen Egomane, der von seinem eigenen Misserfolg angekotzt ist und für seine Familie eigentlich nur das Beste möchte. Er nicht unbedingt ein Sympathieträger und passt auch ganz gut in das Bild des verschrobenen, exzentrischen Schriftstellers, der meistens in der Nacht arbeitet und dabei ein Glas Whisky trinkt. Die Stimmung des Films ist immer sehr gedrückt. Helle, strahlende Sonne gibt es selten, und gedrückte Lichtstimmung dominiert die meisten Szenen im inneren des Hauses.


Mit den seltsamen Aufnahmen und den merkwürdigen Vorkommnissen in seinem neuen Haus wittert er den perfekten Stoff für eine spannende, neue Story für seinen neusten Roman. Er ist ganz versessen darauf das Rätsel zu lösen und gerät dabei immer tiefer in eine Spirale von Wahn, Angst und Grauen. Darunter zu leiden hat natürlich auch seine Familie und gerade die Kinder werden von dem Haus und seinen Eigenheiten sehr beeinflusst. Ellison verfällt mehr und mehr dem Wahnsinn der Filmaufnahmen und es ergibt sich eine undurchsichtige, zweite Ebene der Wahrnehmung, denn man weiß nie genau, ob es nun zu den Wahnvorstellungen Ellisons gehört oder ob es real ist. Doch ehe der Zuschauer und auch der Protagonist es komplett begreifen kann, ist es für den Schriftsteller schon viel zu spät.

Dennoch verschenkt Derreckson gegen Ende sehr viel Potenzial, weil ihm einfach kein richtiger Schlenker zu einem ordentlichen, dem Restfilm angemessenen Ende einfällt. Er baut mit der Handlung ein interessantes Konstrukt aus Wahn und Wirklichkeit auf und setzt dabei vor allem sehr die Szenen mit den Filmaufnahmen und auch mit Ellisons Kindern. Hier und dort werden dem geschulten Horrorfilm-Fan Parallelen zu Stanley Kubricks Meisterwerk "Shining" auffallen. Der Schriftsteller, das Haus, die Kinder, die Wahnvorstellungen und vor allem die Musik. Wer sich an Kubricks Film erinnert, dem wird vor allem die penetrante, psychodelische Musik im Kopf geblieben sein. Derreckson hat die Musikidee gleich mal übernommen und hat sich von Christopher Young auch einen Score komponieren lassen, der gleichmaßen unter die Haut geht, als auch die Nerven strapaziert.


Fazit.
"Sinister" ist seit langem ein Horrorfilm, bei dem ich mich wirklich unwohl gefühlt habe und der wirklich im Gedächtnis bleibt. Der Protagonist ist interessant, die Handlung spannend und schaurig und die Kinder in dem Film tun ihr Bestes um den Grusel noch voranzutreiben. Der Film schwächelt gegen Ende etwas, aber wer sich von der Handlung mitreißen lässt, dem wird das kaum auffallen. Wer auf Mysteryhorror wie "Shining" steht, der sollte von Scott Derrecksons neuer Regiearbeit nicht vollends enttäuscht werden.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/Sinister_%28Film%29
Bilder:  http://theflyseye.blogspot.de/2012/10/sinister-film-review.html
             http://www.birminghammail.co.uk/whats-on/films/film-review-sinister-5340
             http://images.popmatters.com/news_art/s/sinister-movie-image-ethan-hawke.jpg
             http://kinoservice.de/film/sinister

Kommentare:

  1. Ich finde schon das letzte Bild ziemlich gruselig. +__+
    Hab schon ewig keinen Film mehr mit Ethan Hawk gesehen, aber ich glaube, diesen kann ich nicht sehen. Bin zur Zeit zu schreckhaft. Und wenn die Macher was mit Paranormal Activity zu tun haben... *schauder* >_<

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    1. Wieso zur Zeit? Ist irgendwas passiert, dass du so schreckhaft bist?
      Wenns um Ethan Hawke geht, dann empfehle ich entweder "Lord of War", "Before Sunrise" und "Before Sunset" oder "Staten Island".

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