10.03.13

Film•Peteback: ATM - Tödliche Falle


Diese Woche gibt es nur eine recht kurze Kritik bzw. eine Empfehlung. Eine böse Erkältung hat von mir Besitz ergriffen und raub mir sämtliche Motivation.

ATM - Tödliche Falle


Fakten:
Originaltitel: ATM
Deutscher Titel: ATM - Tödliche Falle
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 2012
Länge: ca. 90 Minuten
Regie: David Brooks
Drehbuch: Chris Sparling
Produktion: Paul Brooks, Peter Safran
Cast: u.a. Brian Geraghty, Alice Eve, Josh Peck, Mike O'Brian, Ernesto Griffith

Trailer: ATM

Kurz gesagt: "ATM" ist ein US-amerikanischer Thriller aus dem Jahr 2012, von Regisseur David Brooks. Der Thriller ist außerdem Brooks Regiedebüt. Er dreht sich um drei junge Erwachsene, die nachts an einem Automaten Geld abheben wollen, aber von einem Unbekannten bedroht werden. Da der Raum allerdings durch ein Kartenlesesystem gesichert ist und man nur mit einer Bankkarte hineinkommt, sind die drei für's erste sicher.




Wir befinden uns in New York, es ist Winter und kurz vor Weihnachten. David (Brian Geraghty), Emily (Alice Eve) und Corey (Josh Peck) sind gemeinsam auf einer betrieblichen Weihnachtsfeier der Versicherungsagentur, für die sie arbeiten. Als sich die Party dem Ende zuneigt, fragt David Emily ob er sie nach Hause bringen solle, da er mit dem Auto da ist. Er hat schon länger ein Auge auf die junge, schöne Kollegin geworfen. Zu Davids Leid, lädt sich sein Kollege Corey selbst mit auf die Fahrt ein. Da Corey noch Hunger hat, will er noch Geld holen und so hält David bei einem Geldautomatenhäuschen auf einem Supermarkparkplatz. Doch bevor die Drei das Häuschen wieder verlassen können, bemerkten sie, dass sie von einer vermummten Gestalt belagert und observiert werden. Nun stehen die Drei vor der Wahl. Entweder raus und sich mit dem Kerl anlegen oder in einer stark unterkühlten Kabine die Nacht verbringen. Der Unbekannte hat allerdings schon ein perfide Vorkehrungen getroffen, um ihnen die Wartezeit zur Qual zu machen.




Einen Thriller zu schreiben, dessen Handlung auf kleinstem Raum stattfindet ist nicht unbedingt eine revolutionäre Idee, aber immerhin doch eine gewagte. Denn wenn man Geschichte und handelnde Personen nicht richtig koordiniert, kann der Film sehr schnell in ein langweiliges Geplänkel ausarten, wo der Funke einfach nicht überspringen will.

David Brooks hat sich für sein Regiedebüt genau diese Art des Thrillers ausgesucht und wandelt da auf den Fußspuren von Filmen wie "Nicht Auflegen!" und mixt das ganze mit etwas "Scream" und "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast".

Machen wir's mal kurz. Die erste halbe Stunde werden uns die handelnden Personen, also die drei Versicherungsangstellten vorgestellt und auch ein bisschen schmackhaft gemacht. Man setzt dabei gleich auf schnelle Charakterzeichnung, damit man auch weiß, worauf man sich bei den Personen einstellen kann, was für Eigenschaften und Schrullen sie haben. Auch braucht es nicht sehr lange, damit die Drei auch schon in ihre unangenehme Situation schlittern. Auch bei der Etablierung des Unbekannten, hat man sich schon Mühe gegeben. Mit einer Kapuzenjacke bekleidet, die keinen Blick auf's Gesicht des Mannes zulässt, zeichnet der Regisseur einen Antagonist, der sowohl bedrohlich als auch geheimnisvoll ist. Erst richtig geht es aber los, wenn mal eine dritte Partei hinzukommt. Der Unbekannte ist bei der Ausübung seiner Tat lieber alleine und fackelt auch nicht lange ungemütlich zu werden.


Die Gewaltdarstellung bleibt dabei immer subtil und nie wirklich übertrieben. Brooks spart an Splatter-Szenen und lässt damit allen Freunden des gepflegten Voyeurismus größtenteils die Luft raus. Auch legt er wert darauf, dass die Kamera immer ein paar spezielle Einstellungen parat hat. Der Handlungsraum wird gründlich erkundet und ausgeleuchtet und auch aus verschiedensten Perspektiven ansprechend präsentiert. So ansprechend, wie so eine Situation halt sein kann. Auch spart der Regisseur nicht mit Handlungstwists, die einen schon manchmal verwirren können, sich aber doch immer nahtlos zusammenfügen lassen.

Leider hat "ATM" ein großes Problem und das sind die Figuren an sich. Man kommt wohl nicht umhin zu bemerkten, dass die Darbietung der Schauspieler und auch die Figurenzeichnung ein wenig ungeschliffen wirkt. Natürlich sind die Figuren soweit gezeichnet, dass man mit ihnen auskommen kann, aber es kommt halt nichts darüber hinaus. Alice Eve in der Rolle von Emily wirkt unangenehm stereotyp und hat auch nicht viel mehr inne als die typische Opferrolle und sorgt für Streit unter den beiden Jungs. Corey, gespielt von Josh Peck ist einem sowieso von Anfang an unsympathisch und sollte ohnehin lieber von der Bildfläche verschwinden. Zuletzt David, gespielt von Brian Geraghty, der leider ein bisschen zu wenig Charisma aufweist, alsdass er den großen Helden mimen könnte und vor allem die Handlung tragen könnte. Allgemein sind die Figuren furchtbar austauschbar.


Fazit.
"ATM" ist ein Thriller der versucht an Genre-Kollegen heranzukommen, aber leider an der Mittelmäßigkeit seiner Schauspieler scheitert. Das Drehbuch ist hingegen sehr solide und die Präsentation im Gesamtbild ganz ordentlich. Wer sich allerdings mit den Mankos abfinden kann, der bekommt einen mittelmäßig-guten Thriller, der sich eigentlich ganz gut anschauen lässt, wenn man sich auf die Handlung einlässt, denn die Storytwists sind nicht von schlechten Eltern. Versuchen kann man's ja mal.





Bis dahin - Tschödeldö





Fakten: http://en.wikipedia.org/wiki/ATM_%28film%29
Bilder:  http://www.bloodygoodhorror.com/bgh/reviews/08/07/2012/atm
             http://filmkinotrailer.com/film/atm/

             http://popcultureninja.com/2012/04/06/atm-movie-review-absurd-tedious-movie/

1 Kommentar:

  1. Den Film hatte ich glaube ich mal in der Hand, hab ihn dann aber wieder weggelegt. Gute Besserung von mir! (:

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