14.04.13

Film•Peteback: 187


Diesen Sonntag gehen wir wieder weg vom großen, koreanischen Kino und wenden uns einer Filmlegende zu.

187

Fakten
Originaltitel: One Eight Seven
Deutscher Titel: 187 - Eine tödliche Zahl
Originalsprache: Englisch
Erschienen: 1997
Länge: ca. 114 Minute
Regie: Kevin Reynolds
Drehbuch: Scott Yagermann
Produktion: u.a. Bruce Davey, Stephen McEveety
Cast: u.a. Samuel L. Jackson, John Heard, Kelly Rowan, Clifton Gonzalez Gonzalez, Karina Arroyave

Trailer: 187

Kurz gesagt: "187" ist ein US-amerikanisches Thriller-Drama aus dem Jahr 1997, von Regisseur Kevin Reynolds. Der Drehbuchautor Scott Yagermann ließ eigene Lebenserfahrung als Lehrer in das Script mit einfließen. Der Film handelt von einem Lehrer an einer New Yorker Schule, der nach einem fehlgeschlagenen Mordanschlag auf ihn, an einer neuen Schule in L.A, einen Neuanfang wagen will.




Trevor Garfield (Samuel L. Jackson) ist Lehrer an einer High School in New York City. Er vertritt seine eigenen Ideale und versucht so, seine Schüler zum positiven zu beeinflussen, da die Schule einen hohes Aufkommen an afroamerikanischen und hispanischen Schülern und Schülerinnen hat, die aus keinen sehr guten Umfeld kommen. Gewalt, Desinteresse und Anarchie sind an der Tagesordnung. Als Trevor einem sehr schwierigen Schüler die Versetzung verweigerte, findet dieser später in seinen Lehrbüchern die Zahl "187" vor, was einer Morddrohung gleichkommt. Der Schüler sticht den Lehrer kurz darauf auf dem Schulgeläde nieder. Trevor wird dabei schwer verletzt, überlebt aber. Monate später ist Trevor wieder voll genesen, kann aber seinen Job an der Schule nicht wieder aufnehmen. Er zieht nach Los Angeles und nimmt an einer Schule in einem Ghetto-Bezirk eine Stelle als Vertretungslehrer an. Leider sind die Zustände an der Schule nicht viel besser, als bei seinem letzten Job - eigentlich ist es sogar noch schlimmer. Garfield kann nach seiner Nahtoderfahung nicht zulassen, dass sein idealistisches Weltbild vor seinen Augen zerbröckelt und stellt sich letzten Endes gegen diese Ideale indem er zu Selbstjustiz greift.




"187" bewegt sich auf einem schmalen Grat zwischen "Dangerous Minds" und "Club der toten Dichter" und bewegt sich damit in einer Grauzone, die zwar mit Klischees arbeitet, aber auch das amerikanische Schul- und Integrationssystem in vielen Staaten thematisiert.

DIe Gratwanderung die in dieserm High-School-Drama mit Thriller anleihen vorgenommen wird, ist leider nicht so geschickt, wie es sich der Regisseur gerne gewünscht hätte. Der Film stolpert mit fortschreiten des Films in eine Planlosigkeit hinein, gerade was die moralischen Aspekte angeht. Kult-Schauspieler Samuel L. Jackson nimmt hier die Rolle eines bis zum Äußersten getriebenen Lehrers ein, der in seiner eigenen idealistischen Welt gefangen ist und diese auch mit aller Macht durchsetzen will. Ebenfalls definiert er sich über seinen Beruf als Lehrer, da er dort die Position einer Respektsperson einnehmen sollte. So wird er auch etwas fahrig, wenn es jemand versucht an diesem Status zu rütteln, was er auch in einer Szene klar macht. Die einführenden Szenen bishin zum Mordanschlag auf Trevor bilden sein altes Leben, mit einer alten Gefühlswelt, die später einer ganz anderen Welt mit anderen Ansichten gewichen ist. Wo es zuerst darum ging, moralische und ethische Standpunkte zu vertreten und junge Leute auf eine ordentliche Bahn zu bringen, geht es später um die alte Devise "Auge um Auge, Zahn um Zahn" oder auch "Wie du mir, so ich dir". 
Die Narben liegen bei Lehrer Trevor tiefer als erwartet und so entbrennt anfangs ein interessantes Psychogramm eines gebeutelten Mannes, der sich wieder aufgerappelt hat, um eine Bestimmung zu erfüllen. Leider schießt er bei Weitem über's Ziel hinaus. Ab der Hälfte des Films verwandelt sich "187" von einem Psychodrama zu einer perfiden Rachefantasie, bei der Gewaltakte allerdings nur angedeutet werden, aber nie gezeigt. Man versucht Trevors Ausbruch aus seinem Weltbild als Verzweiflungstat mit einem tieferen Sinn darzustellen, doch wird es mit einer diebischen Freude von Samuel L. Jackson rübergebracht, dass es nicht wirklich durchkommt. Als Zuschauer wird man durch gut aufgebaute Spannung bei der Stange gehalten und das Spiel das Hauptdarstellers sorgt für den Rest. Allerdings fehlt in diesem Film gänzlich eine Sympathiefigur. Der Protagonist kann diese Position nicht einnehmen und der weibliche Gegenpart ist leider so blass, das sie dem Zuschauer eher egal ist. Auch die Klasse die Trevor betreut, entzieht sich jedem Gefühl von Mitleid oder Interesse.

Interessant bei dem Film sind aber die musikalische Untermalung vieler Szenen und vor allem die Kameraarbeit, die mit überraschenden Einstellungen glänzen kann und ein Gefühl für Lichtspiele und allgemein den Einsatz von Licht durchblicken lässt. Wenn das Sonnenlicht des Nachmittags durch ein die Schalosien der Klassenzimmerfenster fällt, dann sieht das schon sehr eindrucksvoll aus.
Fazit.
"187" ist bei Weitem nicht der beste Film mit Samuel L. Jackson, kann aber durch eine interessante Grundgeschichte und einen starken Hauptcharakter glänzen, dessen Potenzial allerdings nicht ganz ausgeschöpft wird. Der Film ist Spannend gemacht, bis zur letzten Minute, verfehlt aber etwas seine Aussage und schwankt zwischen klischeebehafteten, stereotypen Bildern und einer fragwürdigen Moralvorstellung des Hautpcharakters, die zu wenig kritisch betrachtet wird. Alles in allem hätte die Geschichte mit Einflüssen aus Drehbuchautos Scott Yagermann Leben als Lehrer, wohl als Roman besser funktioniert.





Bis dahin - Tschödeldö






Fakten: http://de.wikipedia.org/wiki/187_%E2%80%93_Eine_t%C3%B6dliche_Zahl
Bilder:  http://www.kino.de/kinofilm/187-eine-toedliche-zahl/fotoshow/44120/17699#fotoshowDetail
             http://www.imcdb.org/vehicle_11395-Crown-Supercoach-1974.html
             http://www.moviepostershop.com/187-movie-poster-1997

Kommentare:

  1. Liest sich nach einem sehr interessanten Film, sagt mir leider so gar nichts. *wunder*
    Glaube den muss ich mir mal ansehen!

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